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Rollende Blumenschau am 18.07.2015 zur BUGA-Halbzeit

15-07-2015 von Jens Engelmann

Liebe Fahrgäste,

in mitten von Blütenduft und neuangelegten Gärten bringen wir unsere „Rollende Blumenschau“ auf die Strecke. Mit unserem Gotha-Triebwagen 125 und der gärtnerisch gestalteten Lore fahren wir durch unsere Stadt Brandenburg an der Havel und grüßen die Besucher der BUGA 2015.

Unsere „Rollende Blumenschau“ startet mit frischen Blumen und Pflanzen von Garten – und Landschaftsbau Lubitz am Samstag, den 18.07.2015 um 09:00 Uhr vom Betriebshof.

Bewundern können Sie unsere „Rollende Blumenschau“ entlang der Strecke. Gefahren wird über Hohenstücken Nord, dann zur Quenzbrücke und über den Nicolaiplatz durch die Innenstadt zum Hauptbahnhof. Weiter geht es dann zurück zum Betriebshof über den Waldcafè Görden.


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„Rollende Blumenschau“

Achtung: Mitfahrten sind nicht möglich!

Fahrplan Rollende Blumenschau

Privatbahnen: Züge fahren während GDL-Streik

Folgende Privatbahnen werden nicht oder nur als Folgereaktion sonstiger ausgefallener oder verspäteter Züge vom Streik betroffen sein:
• Die Abellio Rail NRW GmbH ist auch bei der für diese Woche unbefristet angekündigten neunten Auflage nicht vom aktuellen Bahnstreik der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) betroffen und wird während der zu erwartenden Streikmaßnahmen alle Strecken fahrplanmäßig befahren. Die Tarifauseinandersetzung wird nur zwischen der GDL und der Deutschen Bahn AG ausgetragen. Abellio wird seinen Regelverkehr auf den Strecken S7, RB 40, RB 46, RB 91 und RE 16 ganz normal aufrechterhalten.
• Auch von dem erneuten Streik der GDL bei der Deutschen Bahn ist erixx nicht betroffen: alle Züge des erixx werden planmäßig eingesetzt und fahren lt. Fahrplan. Wir bitten unsere Fahrgäste, sich dennoch auf vereinzelte, leichte Verspätungen einzustellen, da der gesamte Bahnverkehr durch den Streik beeinträchtigt werden kann.
• Der Hamburg-Köln-Express (HKX) ist auch von dem erneuten Streik der GDL nicht betroffen. Die HKX-Züge werden während aller Tage, an denen die DB bestreikt wird, planmäßig zwischen Hamburg und Köln fahren. Das gilt für alle Streiktage und insbesondere auch für das bevorstehende Pfingstwochenende.
• Die ODEG – Ostdeutsche Eisenbahn GmbH ist auch diesmal nicht von dem Streik betroffen und fährt regulär nach Fahrplan, wieder mit zusätzlichen Halten in Finkenkrug und Brieselang.
• Die Transdev GmbH, Deutschlands größter privater Bus- und Bahnbetreiber, weist darauf hin, dass ihre Züge nicht vom aktuell seitens der GDL angekündigten Streik bei der Deutschen Bahn betroffen sind und daher fahrplanmäßig verkehren. Dies betrifft die Züge im Streckennetz der Nord-Ostsee-Bahn GmbH (NOB) mit der Strecke: Hamburg (Altona) – Elmshorn- Heide – Husum – Westerland (Sylt). Dies betrifft in der Region Leipzig die Züge im Netz der MRB mit den Strecken: MRB 113 – Leipzig Hbf. – Bad Lausick – Geithain MRB 118 – Halle (Saale) Hbf. – Delitzsch – Eilenburg (LR, 20.05.15).

Deutsche Bahn: Ersatzfahrplan der DB ab heute Nachmittag online

Die Deutsche Bahn (DB) bereitet sich intensiv darauf vor, ihren Kunden erneut einen stabilen Ersatzfahrplan für den ab Mittwochmorgen angekündigten Streik der GDL im Personenverkehr zu bieten. Der Ersatzfahrplan für den Fernverkehr ist bereits ab heute Mittag für die nächsten zwei Tage, das heißt für Mittwoch und Donnerstag, in den Live-Auskunftssystemen der DB abrufbar.
Für den S-Bahn- und Regionalverkehr wird der Ersatzfahrplan heute im Laufe des Nachmittags in den Live-Auskunftssystemen für den nächsten Tag, also Mittwoch, freigeschaltet.
Die DB bittet alle Bahnreisenden, sich vor Reiseantritt aktuell über ihre Verbindung aktuell zu informieren. Die kostenlose Servicenummer 08000 99 66 33 ist ab sofort geschaltet. Tagesaktuelle Reiseverbindungen – sowie Umsteigeverbindungen und zusätzliche Halte während des Streiks – können über die Live-Auskunft auf m.bahn.de, in der DB Navigator-App und bei http://www.bahn.de/liveauskunft abgefragt werden. Reisende haben außerdem die Möglichkeit, mit ihren DB Fahrkarten auf die Fernbusse der DB (IC Bus und berlinlinienbus.de) auszuweichen, sofern freie Plätze verfügbar sind.
Um einen zuverlässigen Übergang in den Ersatzfahrplan zu ermöglichen, werden bereits heute einzelne Züge auf Teilstrecken entfallen. Dazu gehören Fernzüge in Richtung Warnemünde und Stralsund. Die Nachtzüge der DB entfallen ebenso ab heute. Die DB wird bei Bedarf wieder Hotelzüge in größeren Bahnhöfen für Reisende, die nicht weiterkommen, bereitstellen.
Der Streik im Schienengüterverkehr beginnt heute um 15 Uhr und wird bundesweit zu Verspätungen und Einschränkungen für die Kunden von DB Schenker Rail im In- und Ausland führen. DB Schenker Rail setzt alles daran, mit dem Krisenteam in der europäischen Leitstelle und einer ständigen Kommunikation mit den Kunden die Auswirkungen so gering wie möglich zu halten. Zeitkritische und versorgungsrelevante Züge werden priorisiert abgefahren, um drastische Auswirkungen auf wichtige Industriezweige soweit wie möglich zu vermeiden. Wie in den vorangegangenen Streiks wird DB Schenker Rail versuchen, wieder mehr als zwei Drittel der Züge zu fahren.
Die Deutsche Bahn möchte ihre Kunden ermuntern, die verkehrenden Züge während der Streiktage zu nutzen. Mit dem Ersatzfahrplan wurden bei den jüngsten Streiks die Ziele zuverlässig erreicht.
Fahrgäste, die aufgrund von streikbedingten Zugausfällen, Verspätungen oder Anschlussverlusten ihre Reise nicht wie geplant durchführen können, können ihre Fahrkarte und Reservierung im DB Reisezentrum oder in den DB Agenturen kostenlos erstatten lassen. Fahrgäste, die ihre Reise nicht antreten, können ihr Ticket auch nach dem ersten Gültigkeitstag, das heißt auch nach dem Streik, erstatten lassen. Alternativ können Reisende den nächsten – auch höherwertigen – Zug nutzen. In diesem Fall wird bei zuggebundenen Angeboten, wie beispielsweise Sparpreis-Tickets, auch die Zugbindung aufgehoben. Ausgenommen hiervon sind regionale Angebote mit erheblich ermäßigtem Fahrpreis (Schönes Wochenende-, Quer-durchs-Land- oder Länder-Tickets) sowie reservierungspflichtige Züge.
Ergänzend zu den freiwilligen Kulanzregelungen der DB können die betroffenen Fahrgäste auch die gesetzlichen Fahrgastrechte in Anspruch nehmen. Für Zeitkarten gelten die tariflichen Umtausch- und Erstattungsbedingungen. Für Verbundfahrkarten kommen die Beförderungsbedingungen der jeweiligen Verkehrsverbünde zur Anwendung (Pressemeldung Deutsche Bahn, 20.05.15).

Pro Bahn: GDL-Streik schadet dem Verkehrsmittel Eisenbahn

Der Fahrgastverband PRO BAHN kritisiert die offenbar nicht mehr vermeidbare erneute Arbeitsniederlegung der Gewerkschaft der Lokführer (GDL) als unangemessen und schädlich für das Verkehrsmittel Eisenbahn. Pressesprecher Gerd Aschoff: „Wir bekommen immer mehr den Eindruck, dass es der GDL-Spitze zunehmend darum geht, jeden Kompromiss grundsätzlich in den Wind zu schießen, um mit kämpferischem Anschein die eigenen Reihen fest geschlossen zu halten.“
Der Fahrgastverband registriere immer mehr Anzeichen dafür, dass GDL-Mitglieder den ausufernden Kurs ihres Berufsverbandes nicht mehr mittragen, weil sie befürchten, dass durch solche Streiks Fahrgäste und Ladegut dauerhaft wegbleiben und damit die eigenen Arbeitsplätze gefährdet sind. Bezeichnend sei, dass nun zweifelnde GDL-Mitglieder mit einem höheren Streikgeld bei der Stange zu halten.
Schon bei Streik 8 hatte sich die oppositionelle „Initiative für Demokratie und Rechtstaatlichkeit in der GDL“ von den „Weselsky-Streiks“ ausdrücklich distanziert. „Besonders nachfrageschwache Bahnstrecken könnten eine Abwanderung verärgerter Fahrgästen nicht verkraften und kämen damit einer Stilllegung näher“, beklagt Gerd Aschoff.
PRO BAHN sei entsetzt darüber, wie sich GDL und Deutsche Bahn gegenseitig mit Schuldzuweisungen überziehen und die Belastungen für die Bahnkunden aus dem Auge verlieren. Eine Lösung des Konflikts rücke in weite Ferne. Aschoff: „An einem Verfahren mit externen Vermittlern oder Schlichtern führt kein Weg vorbei.“ (Pressemeldung Pro Bahn, 19.05.15).

Deutsche Bahn: Ersatzfahrplan weiterhin stabil und zuverlässig

Der Ersatzfahrplan der DB AG ist auch am Mittwoch stabil angelaufen. Wie angekündigt werden im Fernverkehr wiederum etwa ein Drittel und im Regionalverkehr bis zu zwei Drittel der Züge fahren.
Ab Mittag ist der für die kommenden 48 Stunden geltende Ersatzfahrplan unter http://www.bahn.de/liveauskunft abrufbar. Die DB möchte alle Reisenden ermuntern, die tatsächlich verkehrenden Züge während der Streiktage zu nutzen. Mit dem Ersatzfahrplan und den dort eingesetzten Zügen werden die Ziele zuverlässig erreicht.
Schwerpunkte der Arbeitsniederlegungen im Personenverkehr liegen in den ostdeutschen Bundesländern sowie in Frankfurt am Main. In Berlin verkehrt die Hälfte der S-Bahn-Linien im 20-Minuten-Takt. In Hamburg verkehrt die S-Bahn auf den Stammlinien ebenfalls im 20-Minuten-Takt. In NRW sind die Langläuferlinien der S-Bahn im Stundentakt unterwegs (Solingen—Dortmund). Stark eingeschränkt ist der Zugverkehr im Großraum Halle—Leipzig—Dresden. Hier fahren im Regionalverkehr nur etwa 15 % der Züge. Besonders in den Bundesländern Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt werden viele streikbedingt ausgefallene Züge durch DB-Busse ersetzt.
Die DB hat während der vergangenen Nacht Hotelzüge in Frankfurt am Main und München zur Verfügung gestellt.
Der Streik im Schienengüterverkehr führt weiterhin bundesweit zu massiven Verspätungen und Einschränkungen für die Kunden von DB Schenker Rail im In- und Ausland. Das Krisenteam in der europäischen Leitstelle von DB Schenker Rail arbeitet daran, in ständiger Kommunikation mit den Kunden die Auswirkungen so gering wie möglich zu halten. Der in enger Abstimmung mit den Kunden erstellte Ersatzfahrplan bewährt sich und sorgt dafür, dass die Verkehre stabil laufen und vor allem versorgungsrelevante Züge gefahren werden können. Wie in den vorausgegangenen Streiks sollen mindestens zwei Drittel der Züge fahren.
Für die Dauer der GDL-Streiks im Personenverkehr arbeiten die Betriebszentralen, Fahrplaner, Disponenten und das weiterhin einsetzbare Fahrpersonal mit Hochdruck daran, die Fahrgäste im Nah- und Fernverkehr mit einem reduzierten Zugangebot an ihr Ziel zu bringen. Zahlreiche zusätzliche Mitarbeiter sind im Einsatz (Pressemeldung Deutsche Bahn, 05.05.15).

EVG: Postkartenaktion gestartet

„Links blinken – rechts abbiegen“, das ist jetzt seit fast anderthalb Jahren die verkehrspolitische Devise der Großen Koalition. Die EVG fordert daher, dass die Schiene nicht länger benachteiligt wird – wie z.B. durch die Erhöhung der Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG-Umlage).
Die angekündigte Energiewende und eine Reduzierung des CO2-Ausstoßes kann nur mit mehr Eisenbahn – nicht aber mit weniger – erreicht werden. Wir fordern daher einen Kurswechsel und ein Spitzengespräch beim Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel. In seinem Ministerium wird auch das Vergabegesetz überarbeitet.
Für uns ist es eine Gelegenheit, auf gesetzliche Normen bei der Vergabe von Nahverkehrsstrecken zu drängen, die vor allem die Rechte der Beschäftigten stärken (Pressemeldung EVG, 05.05.15).

Deutsche Bahn: Ersatzfahrpläne sorgen für verlässliches Angebot

„Der erste Streiktag hat heute viele unserer mehr als 5 Millionen täglichen Fahrgäste getroffen. Wie schon bei den vorangegangenen Arbeitsniederlegungen unternehmen die DB-Mitarbeiter auch dieses Mal alles, um die Auswirkungen für unsere Kunden so gering wie möglich zu halten. Mit Erfolg: Im Fernverkehr sind heute 245 ICE- und IC-Züge zuverlässig nach Ersatzfahrplan unterwegs, das ist nahezu ein Drittel der sonst 804 verkehrenden Fernzüge“, sagte Ulrich Homburg, Vorstand Personenverkehr der DB, heute in Berlin. „Was wir als Fahrplan veröffentlicht haben, fahren wir auch stabil.“
Aktuell fahren im Nahverkehr in Bayern und Hessen rund 50 bis 60 Prozent der Regional-züge, in den östlichen Bundesländern sind es wegen des hohen Organisationsgrades der Lokomotivführer zum Teil nur zwischen 5 und 15 Prozent. Der S-Bahnverkehr in den westdeutschen Großstädten, in Berlin und im Ballungsraum Nordrhein-Westfalen wird derzeit zu rund einem Drittel aufrechterhalten. Die DB hat mit ihren Busgesellschaften in einigen Regionen zusätzliche Ersatzverkehre organisiert.
„Dank der Zusammenarbeit aller Partner ist es uns auch gelungen, die rund 4.000 Teilnehmer des Wettbewerbs ‚Jugend trainiert für Olympia‘ und ‚Jugend trainiert für Paralympics‘ heute pünktlich nach Berlin zu bringen“, sagte Homburg.
Der Ersatzfahrplan stellt sicher, dass die Fahrgäste zwar mit einem reduzierten, aber verlässlichen Angebot rechnen können. Die Ersatzfahrpläne werden täglich im Laufe des frühen Nachmittags für die kommenden zwei Tage eingestellt.
Tagesaktuelle Reiseverbindungen – auch Umsteigeverbindungen und zusätzliche Halte während des Streiks – können über die Live-Auskunft auf m.bahn.de, in der DB Navigator-App und bei www.bahn.de/liveauskunft abgefragt werden.
Zusätzlich zur allgemeinen Servicenummer 0180 6 99 66 33 (20ct/Anruf aus dem Festnetz, Tarife bei Mobilfunk max. 60ct/Anruf) hat die Deutsche Bahn die kostenlose Servicenummer 08000 99 66 33 geschaltet. Der Service wurde mit mehreren hundert zusätzlichen Mitarbeitern verstärkt. Seit Schaltung der Hotline gestern Mittag wurde die Nummer rund 70.000 mal angerufen.
Fahrgäste, die aufgrund von streikbedingten Zugausfällen, Verspätungen oder Anschlussverlusten ihre Reise nicht wie geplant durchführen können, können sich ihre Fahrkarte und Reservierung im DB Reisezentrum oder in den
DB Agenturen kostenlos erstatten lassen. Alternativ können Reisende den nächsten – auch höherwertigen – Zug nutzen. In diesem Fall wird bei zuggebundenen Angeboten, wie Sparpreis-Tickets, auch die Zugbindung aufgehoben. Ausgenommen hiervon sind regionale Angebote mit erheblich ermäßigtem Fahrpreis (Schönes Wochenende-, Quer-durchs-Land- oder Länder-Tickets) sowie reservierungspflichtige Züge.
Ergänzend zu den freiwilligen Kulanzregelungen der DB können die betroffenen Fahrgäste auch die gesetzlichen Fahrgastrechte in Anspruch nehmen. Für Zeitkarten gelten die tariflichen Umtausch- und Erstattungsbedingungen. Für Verbundfahrkarten kommen die Beförderungsbedingungen der jeweiligen Verkehrsverbünde zur Anwendung (Pressemeldung Deutsche Bahn, 05.05.15).

DBV-Bundesverband: Lokführerstreik contra Daseinsvorsorge

Es liegt dem Deutschen Bahnkunden-Verband (DBV) fern, sich in das fundamentale Grundrecht auf Arbeitskampf einzuschalten. Wenn die Auswüchse eines Streiks jedoch nicht den eigentlichen Kontrahenten sondern den trifft, der auf das Produkt angewiesen ist, so muß schon deutlich seitens der Kunden auf die Schieflage des Arbeitkampfs hingewiesen werden.
Es kann nicht sein, dass ein Weselsky bestimmt, ob und wann die Kunden mit der Bahn fahren dürfen. Mit der Bahnreform wurde die grundgesetzliche Daseinsvorsorge durch die privatrechtliche Führung des bundeseigenen Bahnbetriebs ausgehöhlt. Die für die Grundversorgung wichtigen Dienstposten der Bahn, der Lokführer und der Fahrdienstleister waren bis 1993 verbeamtet um den Kunden vor Streiks zu schüt-zen.
Da stets mit Streiks zu rechnen ist, ist die Bundesregierung zum Handeln aufgefordert. Die geplante „Einheitsgewerkschaft“ zulasten von Spartengewerkschaften ist ganz sicher nicht die Lösung, denn auch diese kann dann – mit allen Gewerken der Bahn – noch umfassender die Bahn lahm legen.
Die Bundesregierung hat gesetzliche Grundlagen zu schaffen, die bei Streiks, welche nach Aussage von Rechtswissenschaftlern nicht als Höhere Gewalt einzustufen sind, die Grundversorgung z. B. durch gesetzlich vorgegebene Notfahrpläne für ein nützliches Mindestangebot, als Bestandteil des jeweiligen Jahresfahrplans zu sichern. Entsprechende Schienenersatzverkehre durch die Länder sind einzubeziehen.
Als die eigentlichen, vom Streik direkt Betroffenen, sind im Fall von Schlichtungen die Bahnkunden durch Vertreter ihrer Verbände zu beteiligen. Wenn nicht bald dieses „heiße Eisen“ angefasst wird, dann werden nach dem Fernbus auch nach den Streiks ein großer Teil der Kunden der Bahn verloren gehen, aber auch Herrn Weselsky die Mitglieder weglaufen (Pressemeldung DBV-Bundesverband, 04.05.15).

Aktion Münchner Fahrgäste: Politik ist für diesen Schlamassel verantwortlich

Die Lokführer wollen wieder streiken. Die Bahnkunden werden unermeßlich leiden – und man fragt sich: Wer ist dafür verantwortlich? Bei der ehemaligen Deutschen Bundesbahn saßen Beamte in den Führerständen und in den Stellwerken. Die Bahn stellte im Rahmen der Daseinsfürsorge die notwendige Mobilität sicher. Dann entschloß sich die Politik, den bundesweiten Schienenverkehr privatrechtlich zu organisieren. Die Wortbeiträge etlicher Politiker zum laufenden Tarifkonflikt sind wenig hilfreich. Statt sich für ein vernünftiges Verhandlungsergebnis einzusetzen, schütten sie zusätzlich Öl ins Feuer. Das angekündigte Tarifeinheitsgesetz wird die Lage nicht verbessern, sofern es denn in Kraft tritt und mit dem Grundgesetz vereinbar ist.
„Wir fordern ein Spitzengespräch der Tarifparteien unter Einbeziehung der Fahrgastverbände, um diesen „Monsterstreik“ wie ihn eine große Tageszeitung genannt hat, abzuwenden“, sagt Andreas nagel, Sprecher der Aktion Münchner Fahrgäste. „Die betroffene Öffentlichkeit muß sich ein Bild von der Wahrhaftigkeit der verschiedenen Aussagen machen können.“
Wir gehen davon aus, daß die S-Bahn München wieder einen Stundentakt auf allen Linien anbieten wird. Wahrscheinlich werden die Züge, die geflügelt werden müssen entfallen. Dies träfe dann die S1 zum Flughafen und die S2 nach Altomünster. Die Bayerische Oberlandbahn ist nicht vom Lokführerstreik betroffen. Somit werden auch die Züge des Meridian fahrplanmäßig verkehren.
Der Deutsche Bahnkundenverband, der auch die Interessen der Aktion Münchner Fahrgäste bundesweit vertritt, fordert einen gesetzlich garantierten Notfahrplan und eine Beteiligung der Bahnkunden an den Tarifverhandlungen. Diese Forderungen unterstützen wir.
„Wir danken allen Mitarbeitern, die mit großen Anstrengungen den Notfahrplan organisieren. Sie tun ihr Bestes, um die Folgen für die Fahrgäste und die Güterkunden abzumildern“, sagt Nagel anerkennend (Pressemeldung Aktion Münchner Fahrgäste, 05.05.15).

Sachsen: Fünf Fahrzeuge fehlen im S-Bahn-Netz

Als unrealistisch hat der Geschäftsführer des ZVNL, Oliver Mietzsch, die Forderungen des Fahrgastverbands Pro Bahn e.V., Landesverband Mitteldeutschland, nach mehr und größeren Fahrzeugen im Mitteldeutschen S-Bahn-Netz bezeichnet. Es gebe zwar auf einzelnen Linien zu bestimmten Uhrzeiten durchaus Kapazitätsprobleme, diese seien aber nicht das Ergebnis falscher Planungen des ZVNL. Die Bestellvorgaben des ZVNL beruhten auf den zum Ausschreibungszeitpunkt vom Eisenbahnverkehrsunternehmen gemeldeten bzw. prognostizierten Fahrgastzahlen.
Problematischer sei vielmehr, dass die Deutsche Bahn AG nicht immer die vertraglich vereinbarten Leistungen erbringe. Ursache hierfür seien im wesentlichen, dass seit Inbetriebnahme des Mitteldeutschen S-Bahn-Netzes im Dezember 2013 aufgrund von Fahrzeugschäden, anschließenden Gewährleistungsproblemen mit dem Hersteller sowie erheblichen Graffitischäden regelmäßig ca. 5 Fahrzeuge im Netz fehlten, zeitweise hätten sogar bis zu 10 Fahrzeuge gefehlt. Deshalb müssten die vertraglich vorgesehenen Doppeltraktionen häufig durch Einfachtraktionen ersetzt werden, wodurch sich die Anzahl der verfügbaren Sitzplätze deutlich verringere.
Der ZVNL befinde sich hierzu seit Inbetriebnahme des Mitteldeutschen S-Bahn-Netzes fast täglich im Gespräch mit der DB, aus dem Hut zaubern ließen sich Fahrzeuge bei einem Einzelpreis im Millionenbereich pro Wagen allerdings nicht, zumal auch Fragen der technischen Kompatibilität (Kuppelbarkeit, Barrierefreiheit, Tunnelfähigkeit ect.) zu beachten seien.
„Der ZVNL hat bei seinen Kapazitätsplanungen die Reisendendaten der DB AG sowie unabhängiger Fahrgastprognosen zu Grunde gelegt, und darauf nochmals eine zusätzliche Sitzplatzmarge von 25% addiert. Mehr war verkehrlich nicht erforderlich und finanziell nicht darstellbar“, so Mietzsch.
Die vielen Fahrzeugschäden und Verunstaltungen ebenso wie die häufigen Streiks hätte niemand voraussehen können, auch nicht Pro Bahn, so der Zweckverbandsgeschäftsführer. Wenn der Fahrgastverband den ZVNL und die anderen Aufgabenträger auffordere, neue Fahrzeuge zu bestellen, möge er bitte auch sagen, woher das Geld dafür kommen solle, so der ZVNLGeschäftsführer: „Mit unrealistischen Forderungen ist niemand geholfen.“ (Pressemeldung ZVNL, 05.05.15).

Nach dem Streik … ist vor dem Streik

(23.4.2015) DBV fordert Nachdenken über eine Entschädigungsregelung für Fahrgäste im Regional- und Nahverkehr

Der Streik vom 22. bis 23. April 2015 dauerte im Regional- und S-Bahn-Verkehr 43 Stunden. Theoretisch. Denn faktisch begann er schon am Abend des 21. April und dauerte noch am frühen Morgen des 24. an. So wurden aus den 43 Stunden für manche Fahrgäste 50 und mehr Stunden, an denen sie sich fragen mussten, wie sie ihre Wege planen und zurücklegen. Sie haben, egal wie lange gestreikt wurde und noch wird, keine Erstattungsansprüche!

Warum gilt nicht: gleiches Recht für alle? Die Länder Berlin und Brandenburg, die den Regional- und S-Bahn-Verkehr in ihrem Bundesland bestellen und bezahlen, haben für den Streikfall vorgesorgt: es wird nur der Zug bezahlt, der auch tatsächlich fährt. Fällt ein Zug wegen Streiks aus, erhält dafür das Verkehrsunternehmen kein Geld. Wer als Fahrgast an einem Streiktag statt des Zuges das Auto für seinen Weg nehmen musste, hat keine Erstattungs- oder Entschädigungsansprüche. So entsprechen 2 Streiktage für die Monatskarte Fürstenwalde – Berlin ABC (162 €) einem Betrag von ca. 10,80 €, der für eine Leistung bezahlt wurde, die nicht in Anspruch genommen werden konnte.

Der DBV schätzt die Einsparungen durch die Streiks im Regional- und S-Bahn-Verkehr im letzten und diesem Jahr für die Länder Berlin und Brandenburg auf einen unteren zweistelligen Millionenbetrag. Der DBV Berlin-Brandenburg erwartet deshalb von den Verantwortlichen, dass auch die Fahrgäste in irgendeiner Weise aus der Summe der eingesparten Bestellentgelte eine Entschädigung für die zahlreichen Streiks erhalten. Warum darf nicht gleiches Recht für alle gelten?

DBV-Bundesverband: Lokführerstreik contra Daseinsvorsorge

Es liegt dem Deutschen Bahnkunden-Verband (DBV) fern, sich in das fundamentale Grundrecht auf Arbeitskampf einzuschalten. Wenn die Auswüchse eines Streiks jedoch nicht den eigentlichen Kontrahenten sondern den trifft, der auf das Produkt angewiesen ist, so muß schon deutlich seitens der Kunden auf die Schieflage des Arbeitkampfs hingewiesen werden.
Es kann nicht sein, dass ein Weselsky bestimmt, ob und wann die Kunden mit der Bahn fahren dürfen. Mit der Bahnreform wurde die grundgesetzliche Daseinsvorsorge durch die privatrechtliche Führung des bundeseigenen Bahnbetriebs ausgehöhlt. Die für die Grundversorgung wichtigen Dienstposten der Bahn, der Lokführer und der Fahrdienstleister waren bis 1993 verbeamtet um den Kunden vor Streiks zu schüt-zen.
Da stets mit Streiks zu rechnen ist, ist die Bundesregierung zum Handeln aufgefordert. Die geplante „Einheitsgewerkschaft“ zulasten von Spartengewerkschaften ist ganz sicher nicht die Lösung, denn auch diese kann dann – mit allen Gewerken der Bahn – noch umfassender die Bahn lahm legen.
Die Bundesregierung hat gesetzliche Grundlagen zu schaffen, die bei Streiks, welche nach Aussage von Rechtswissenschaftlern nicht als Höhere Gewalt einzustufen sind, die Grundversorgung z. B. durch gesetzlich vorgegebene Notfahrpläne für ein nützliches Mindestangebot, als Bestandteil des jeweiligen Jahresfahrplans zu sichern. Entsprechende Schienenersatzverkehre durch die Länder sind einzubeziehen.
Als die eigentlichen, vom Streik direkt Betroffenen, sind im Fall von Schlichtungen die Bahnkunden durch Vertreter ihrer Verbände zu beteiligen. Wenn nicht bald dieses „heiße Eisen“ angefasst wird, dann werden nach dem Fernbus auch nach den Streiks ein großer Teil der Kunden der Bahn verloren gehen, aber auch Herrn Weselsky die Mitglieder weglaufen (Pressemeldung DBV-Bundesverband, 04.05.15

Deutsche Bahn: GDL-Streik beeinträchtigt erneut Güter- und Personenverkehr

Ab kommender Woche müssen sich erneut Millionen Reisende und Logistikkunden in Deutschland auf massive Beeinträchtigungen infolge des achten GDL-Streiks einstellen. Die Spitze der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer hat zum Streik im Güter- und Personenverkehr der Deutschen Bahn aufgerufen.
Der Güterverkehr soll von Montag, 4. Mai 15 Uhr bis Sonntag, 10. Mai 9 Uhr bestreikt werden. Der Ausstand im Personenverkehr ist für den Zeitraum von Dienstag, 5. Mai 2 Uhr bis Sonntag, 10. Mai 9 Uhr angekündigt.
„Dieser Streik ist absolut unangemessen und maßlos“, sagt die DB. „Damit schadet die GDL nicht nur massiv den Bahnkunden, der DB und ihren Mitarbeitern, sondern auch der deutschen Wirtschaft und der Sozialpartnerschaft.“
Die Deutsche Bahn hatte der GDL erst am 29. April ein neues Angebot vorgelegt. Über dieses Angebot wurde bisher nicht verhandelt. Am Samstag hat die Bahn die Gewerkschaft aufgefordert, in die Schlichtung zu gehen. Bislang ist die GDL nicht darauf eingegangen.
Die DB wird indes alles unternehmen, um die Auswirkungen für ihre Kunden so gering wie möglich zu halten. Dennoch muss mit starken Beeinträchtigungen des Zugverkehrs gerechnet werden. Die DB bedauert dies außerordentlich und verweist ausdrücklich auf die alleinige Verantwortung der GDL für die zu erwartenden Unannehmlichkeiten (Pressemeldung Deutsche Bahn, 04.05.15).

Unbefristete Streiks im Brandenburger Nahverkehr sollen am 27. April 2015 beginnen

(25.4.2015, DBV-Landesverband Berlin-Brandenburg) Mit Unverständnis nimmt der DBV-Landesverband und der Regionalverband Potsdam-Mittelmark die Ankündigung der Gewerkschaft Verdi zur Kenntnis, ab Montag zu einem unbefristeten Streik aufzurufen. Einen unbefristeter Streik hält der DBV für überzogen. Ständige Streiks im Nah-, Regional- und Fernverkehr nerven inzwischen die Fahrgäste und gefährden mittelfristig den öffentlichen Nahverkehr.

Der DBV erwartet, dass beide Seiten sofort wieder an den Verhandlungstisch zurückkehren und ihre Verhandlungen fortsetzen. Das ständige verbale Aufrüsten, das Diskreditieren der anderen Seite muss unterbleiben. Wenn die Differenzen so groß sind, dass keine Einigung erzielt werden kann, dann muss ein Schlichter helfen. Wenn sich die Beteiligten keinen Zentimeter aufeinander zu bewegen, sind sie vielleicht die Falschen für die Verhandlungen?!

Es entsteht für den DBV der Eindruck, dass die Gewerkschaften Tarifauseinandersetzungen auch zur Mitgliederwerbung und Abgrenzung gegenüber Konkurrenzgewerkschaften nutzen. Ist das in Ordnung? Fahrgäste werden in Geiselhaft genommen – auch wenn Funktionäre dies bestreiten.

„Die Arbeit der Zukunft gestalten wir!“ so lautet das Motto zu den diesjährigen Demonstrationen am 1. Mai. Ob die Gewerkschaftsfunktionäre bei einem fortgesetzten Streik der Öffentlichkeit ihre Forderung nach Sonderzahlungen nur für Gewerkschaftsmitglieder verständlich zu erklären können?

Pressekontakte: Frank Böhnke, Landesvorsitzender, Ruf 01 77 / 8 93 43 94 oder

Karsten Müller, Regionalverbandsvorsitzender Potsdam-Mittelmark, Ruf 01 63 / 5543394

Über den Deutschen Bahnkunden-Verband (DBV):

Der DBV ist der bundesweit tätige Dachverband für Bahnkunden im Personen- und Güterverkehr. Er wurde 1990 in Berlin gegründet und hat heute über 7.500 Mitglieder (incl. Mitgliedsverbände). Er ist parteipolitisch neutral und unabhängig. Seine Mitglieder arbeiten ehrenamtlich.

VBB: Nicht alle Züge stehen still

Die Mitglieder der Gewerkschaft GDL haben angekündigt, ab Mittwoch, 22.04. ab 2:00 Uhr morgens bis Donnerstag, 23.04., 21:00 Uhr zu streiken. Es wird zu Zugausfällen bei zahlreichen Fern- und Regionalverkehrs-Fahrten und S-Bahn-Fahrten kommen. Es kann auch vor dem offiziellen Streikbeginn schon zu Einschränkungen kommen! Betroffen sind die Linien und Fahrten der DB Fernverkehr, DB Regio und S-Bahn Berlin. Außer der S-Bahn Berlin und DB Regio (und DB-Fernverkehr) fahren die übrigen 38 Verkehrsunternehmen im VBB nach aktuellem Fahrplan.
Bitte beachten Sie, dass es aber auch bei nichtbestreikten Fahrten zu Verzögerungen im Betriebsablauf kommen kann. Die Eisenbahnverkehrsunternehmen bemühen sich, trotz des Streiks ein Grundangebot aufrecht zu erhalten.
S-Bahn-Verkehr: Die S-Bahn Berlin fährt voraussichtlich nach einem sehr eingeschränkten Notfahrplan. Bitte weichen Sie innerhalb Berlins auch auf U-Bahnen, Straßenbahnen und Busse aus. Die S-Bahn Berlin aktualisiert laufend ihr Betriebsprogramm. Dort finden Sie Details zu dem, was wo und wie oft fährt.
Bahn-Regionalverkehr: DB Regio bietet auf den Linien des Bahn-Regionalverkehrs einen stark ausgedünnten Notfahrplan mit Zügen und Bussen an (auch zum Teil nur auf Teilstrecken dieser Linien): Genaue Fahrplantabellen finden Sie auf einer Sonderseite. Der Stand dort wird laufend aktualisiert.
Nicht bestreikt werden im VBB-Gebiet die Linien der Bahnunternehmen ODEG, NEB und EGP:
• RE2: Wismar – Wittenberge – Neustadt (Dosse) – Nauen – Berlin – Königs Wusterhausen – Lübbenau – Cottbus
• RE4: Rathenow – Berlin – Ludwigsfelde
• RB25: Berlin-Lichtenberg – Ahrensfelde – Werneuchen
• RB26: Berlin-Lichtenberg – Strausberg – Müncheberg – Kostrzyn
• RB27: Berlin-Karow – Basdorf – Schmachtenhagen / Wandlitz – Klosterfelde – Groß Schönebeck
• RB33: Berlin-Wannsee – Michendorf – Beelitz – Jüterbog
• RB35: Fürstenwalde – Bad Saarow
• RB36: Königs Wusterhausen – Storkow – Beeskow – Frankfurt (Oder)
• RB46: Cottbus – Forst
• RB51: Rathenow – Brandenburg an der Havel
• RB60: Eberswalde – Bad Freienwalde – Frankfurt (Oder)
• RB61: Schwedt (Oder) – Angermünde
• RB62: Prenzlau – Angermünde (- Eberswalde)
• RB63: Eberswalde – Joachimsthal
• OE65: Cottbus – Spremberg – Görlitz – Zittau
• RB70: Putlitz – Pritzwalk
• RB73: Pritzwalk – Kyritz – Neustadt (Dosse)
• RB74: Meyenburg – Pritzwalk
Informationen finden Sie zu diesen Linien auf den Seiten www.odeg.de, www.neb.de und www.egp-spnv.de
Auch nach dem Ende des Streiks am Donnerstag kann es noch zu Ausfällen und Verspätungen kommen, da die Züge über Nacht nicht an ihren erforderlichen Startort zum Betriebsbeginn gelangen können. Bitte rechnen Sie also auch noch mit Einschränkungen bis in den Morgen des Freitags (24.04.) hinein (Pressemeldung VBB, 22.04.15).

Pro Bahn: Fahrgastverband hofft auf stabilen Ersatzfahrplan während des Streiks

Der Fahrgastverband PRO BAHN hat die Hoffnung ausgesprochen, dass möglichst viele Fahrgäste trotz des GDL-Streiks ohne größere Beschwernisse ans Ziel kommen. Dazu werde ein Ersatzfahrplan beitragen, der ab heute Nachmittag online verfügbar ist und die Züge ausweist, die trotz des Streiks am Mittwoch und Donnerstag fahren werden. PRO BAHN-Sprecher Gerd Aschoff: „Im Nahverkehr werden hoffentlich vom Streik nicht betroffene Eisenbahnunternehmen wie Metronom, Nordwestbahn, ALEX und Meridian dazu beitragen, dass viele Fahrgäste an ihr Ziel kommen.“ In den Metropolen empfiehlt PRO BAHN den U-Bahn-Verkehr als Alternative zur S-Bahn. Flugzeug und Fernbus fallen als Ausweichverkehrsmittel nach Beobachtungen von PRO BAHN praktisch aus, weil deren Kapazitäten schon weitgehend erschöpft sind. Auch Hotels sind nur noch schwer kurzfristig zu bekommen.
„Zum Glück spielt die Zugbindung für Sparpreise in einer solchen Situation keine Rolle mehr, so dass abweichende Reisezeiten und –routen relativ problemfrei möglich sind.“ Fahrgäste sollten auf jeden Fall neben den Informationen auf http://www.bahn.de die kostenlose Bahn-Hotline 08000996633 in Anspruch nehmen, um möglichst schon vor Antritt einer Bahnfahrt die Beschwernisse so weit wie möglich einzugrenzen. PRO BAHN weist darauf hin, dass die Deutsche Bahn sich zwar bei der Umbuchung und rückgabe von Fahrkarten kulant verhalte, weitergehende Haftungsansprüche für Hotel- oder Mietwagenkosten kaum durchsetzbar sind.
PRO BAHN hofft, dass die Tarifpartner möglichst schnell an den Verhandlungstisch zurückfinden (Pressemeldung Pro Bahn, 22.04.15).

Die Wipperliese fährt weiter, wenn auch nur am Wochenende

Einer touristischen Nutzung der Traditionsbahn „Wipperliese“ steht nichts mehr im Weg: auf einer Beratung am 13. April 2015, zu der Landrätin Dr. Angelika Klein eingeladen hatte, wurde festgelegt, dass die „Wipperliese“ bereits ab dem kommenden Wochenende (18./19.April 2015) im Gelegenheitsverkehr durch das Wippertal fährt. Verantwortlich dafür ist auch weiterhin die Kreisbahn Mansfelder Land. Dafür votierten neben der Landrätin auch die anwesenden Bürgermeister der Anrainerorte, Vertreter der Mansfelder Bergwerksbahn und auch der Standortmarketing Mansfeld-Südharz GmbH.
So wird die „Wipperliese“ ab dem 18.April zunächst bis zum 31.Mai 2015 jeweils samstags und sonntags von 9.30 Uhr (erste Fahrt ab Klostermansfeld) und 17.40 Uhr (letzte Ankunft in Klostermansfeld) fahren. Ein entsprechender Antrag zur Trassenbestellung ist bereits an die NASA GmbH gegangen. Diese hatte zugesagt, eine touristische Nutzung der „Wipperliese“ im Gelegenheitsverkehr auch weiterhin zu fördern.
Neben den Wochenendfahrten soll die Traditionsbahn unter anderem auch zu Walpurgis am 30.April 2015 und an den Feiertagen (1.Mai und Pfingsten) fahren. Entsprechend wird in den kommenden Tagen das Grundgerüst zur touristischen Nutzung der „Wipperliese“ durch den Landkreis erstellt. Unterstützt wird dies durch die Vertreter der Anrainerorte, die ihre touristischen Highlights in das Konzept einfließen las-sen werden.
„Der Zeitplan ist sehr knapp bemessen“, sagte Landrätin Dr. Klein nach der Beratung, „dennoch bin ich zuversichtlich, dass wir den Gelegenheitsverkehr der „Wipperliese“ auf die Beine stellen können. Gleichzeitig möchte ich auch der Kreisbahn Mansfelder Land dafür danken, dass sie sich bereit erklärt, die „Wipperliese“ weiter zu betreiben – und das fast nahtlos ab dem kommenden Wochenende.“
Für die Zeit nach dem 31.Mai 2015 soll parallel zum ersten Grundkonzept ein detailliertes touristisches Konzept durch alle Beteiligten erstellt werden, so dass der Gelegenheitsverkehr an den Wochenenden und Feiertagen bis zum Jahresende 2016 ausgeweitet werden kann. Neben der Kreisbahn Mansfelder Land und den Anrainerorten wird sich auch die Mansfelder Bergwerksbahn weiterhin an der Erstellung des Konzeptes beteiligen. Die Bergwerksbahn hat sich an der Ausschreibung der Strecke beteiligt, was der Landkreis auch gegenüber der Deutschen Bahn ausdrücklich befürwortet hat. Eine Entscheidung dazu steht allerdings noch aus. „Ich sehe hier aber eine große Chance“, sagte Landrätin Dr. Klein, „denn mit der Bergwerksbahn als Streckeninhaber und der Kreisbahn als Betreiber der „Wipperliese“ hätten wir großes regionales Potential, um unsere Traditionsbahn im Wippertal auch langfristig als touristisches Highlight fahren zu lassen.“ (Pressemeldung Landkreis Mansfeld-Südharz, 15.04.15).

Brandenburg: Wir schließen keine Bahnhöfe, aber schränken Bahnbedienung ein


Verkehrsministerin Kathrin Schneider hat am dienstag in einer zweiten Runde mit den Landräten der Region Lausitz-Spreewald und der Stadt Cottbus über die Auswirkungen der Fertigstellung der Fernbahnstrecke Berlin-Halle/Leipzig-Nürnberg-München und die Stabilisierung der RE2-Strecke Berlin-Cottbus gesprochen. Die Regionalexpresslinie RE2 muss auf dem Abschnitt zwischen Berlin und Cottbus pünktlicher und stabiler unterwegs sein als bisher. Dies erfordert für einen Zeitraum von voraussichtlich zwei Jahren die Einschränkung der Bahnhalte an den geringer frequentierten Bahnhöfen.
Schneider: „Wir schließen keine Bahnhöfe. Aber wir müssen für einen Übergangszeitraum von zwei Jahren die Bahnbedienung auf den geringer frequentierten Halten einschränken. Dies ist im Interesse der durchschnittlich 6.500 Fahrgäste, die täglich den RE2 benutzen und die pünktlich ihre Ziele und auch die Fernverkehrsverbindungen erreichen wollen, erforderlich. Wir besprechen mit den Landräten von Oberpreewald-Lausitz und Spree-Neiße jetzt mögliche Buskonzepte.“
Die Investitionen an der Schnellbahnstrecke Berlin-Halle/Leipzig-Nürnberg-München werden zum Fahrplanwechsel Dezember 2015 soweit fertiggestellt, dass die Inbetriebnahme starten kann. Der Fernverkehr wird um ca. 30 Minuten schneller. Das ist gut, aber es ergeben sich neue Anforderungen für die Abstimmung von Fern- und Regionalverkehr in der Hauptstadtregion. In diesem Zusammenhang musste der enge Fahrplan des RE2 überprüft und stabilisiert werden. Der RE2 befördert auf dem südlichen Teil täglich durchschnittlich ca. 6.500 Fahrgäste. Die Pünktlichkeit war im vergangenen Jahr mit 85 Prozent unbefriedigend und muss im Interesse der Pendler und auch für die Planungssicherheit der Fernverkehrsanschlüsse erheblich verbessert werden. Um dies zu erreichen, müssen 4 Minuten Fahrzeit eingespart werden.
Bei der Planung der Verbindung ergeben sich Zwänge aus der hohen Belegung der Berliner Stadtbahn, dem eingleisigen Bahnhof Königs Wusterhausen sowie der eingleisigen Streckenführung zwischen Lübbenau (Spreewald) und Cottbus. Diese können nur mittel- und langfristig durch Investitionen in die Infrastruktur beseitigt werden.
Damit bleibt als Handlungsalternative nur die vorübergehende Einschränkung der Verkehrshalte. Die Einschränkung soll an den geringer frequentierten Halten Kolkwitz, Kunersdorf und Raddusch erfolgen. Der Verkehrshalt Brand (Niederlausitz) bleibt aufgrund der steigenden Fahrgastzahlen und der absehbaren Erweiterung der touristischen Destination Tropical Islands erhalten.
Verkehrsministerin Schneider: „Die Haltepunkte in Kolkwitz, Kunersdorf und Raddusch werden nicht geschlossen. Sie werden von den Früh- und Spätzügen weiter bedient. Die Verstärkerzüge morgens von Cottbus und nachmittags von Berlin sollen ebenfalls an diesen Stationen halten. Damit bleiben für einen Teil der Pendler die Bahnverbindungen erhalten. Ab dem Jahr 2018 werden wir den Abschnitt zwischen Lübbenau und Cottbus mit einer zusätzlichen Regionalbahn verstärken, die alle Stationen bedient. Eine frühere Verstärkung der Linie durch eine Regionalbahn ist wegen Bauarbeiten und Umleitungsverkehren auf der Frankfurter und der Dresdner Bahn nicht möglich.“
In den Jahren 2016 und 2017 sollen ergänzende Busverkehre die Anbindung aus Raddusch, Kunersdorf und Kolkwitz an die Zugangsstellen zum RE2 in Cottbus, Vetschau bzw. Lübbenau gewährleisten. Hierzu beginnen jetzt die Fahrplanabstimmungen mit den Landkreisen Oberspreewald-Lausitz und Spree-Neiße.
Der vor ca. zwei Jahren vorgelegte erste Entwurf eines Fahrplankonzeptes zur Abstimmung von Fern- und Regionalverkehr war für Brandenburg nicht akzeptabel. Nach langen Verhandlungen steht nunmehr fest, dass der sogenannte Nullknoten in Cottbus erhalten werden kann. In Cottbus können durch das rechtzeitige Erreichen des Umsteigeknotens zur vollen Stunde (Nullknoten) die wichtigen Anschlüsse nach Spremberg-Görlitz-Zittau, Forst, Senftenberg und Guben auch weiterhin angeboten werden, ohne die Fahrpläne in der gesamten Lausitz verschieben zu müssen. Auch die Anschlussverbindung in Königs Wusterhausen von der und zur RB22 nach Schönefeld Flughafen und Potsdam wird beibehalten.
In Berlin bestehen günstige Anschlüsse zu den Fernverkehrszügen in Richtung Kassel-Frankfurt (Main), Hannover-Köln und Amsterdam. Zum Fahrplanwechsel kommt neu auch der Anschluss Richtung Hamburg hinzu. Damit wird die bisher schon gute Fernverkehrsanbindung für die Lausitz und den Spreewald mit der Linie RE2 nochmals verbessert.
Die Linie RE2 bietet täglich zwanzig Verbindungen im Stundentakt zwischen Cottbus und Berlin. Die Züge fahren darüber hinaus weiter in Richtung Wittenberge, Schwerin und Wismar. Seit Dezember 2014 fährt aufgrund der starken Auslastung von Montag bis Freitag ein weiteres Zugpaar in der Hauptverkehrszeit. Die Fahrzeit von Cottbus nach Berlin beträgt bis zum Ostbahnhof rund 75 Minuten, bis zum Hauptbahnhof rund 85 Minuten.
Die Linie RE2 wird südlich von Berlin je nach Abschnitt von 5.000 bis zu 8.500 Fahrgästen am Tag genutzt. Das geringste Fahrgastaufkommen besteht an den Stationen Kolkwitz (70 Ein- und Aussteiger pro Tag), Kunersdorf (70) und Raddusch (140). In Brand wird die Linie RE2 bereits von 560 Ein- und Aussteigern genutzt (Pressemeldung Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung, 19.03.15).

Pro Bahn: Erster Schritt in die richtige Richtung


Der Fahrgastverband PRO BAHN bewertet das heute offiziell vorgestellte Konzept der Deutschen Bahn für den Fernverkehr auf der Schiene als Schritt in die richtige Richtung. Es werde jedoch deutlich, „dass erst dafür gesorgt werden muss, dass die Verbesserungen auch wirklich bei den Fahrgästen ankommen“, erklärte der Bundespressesprecher Gerd Aschoff. Der Fahrgastverband erwartet deutlich stärkere Bemühungen zur Bekämpfung der Unpünktlichkeit und Unzuverlässigkeit des Zugverkehrs. Aschoff: „Die Stärke des Systems Schiene ist die Verlässlichkeit.“ Auf diesem Gebiet müsse mehr getan werden, um wieder mehr Menschen vom Auto in die Bahn zu holen.
Selbstverständlich gegrüßt PRO BAHN die geplanten Ausweitungen der Schienenver-bindungen von den Metropolen in die Regionen, die in der Vergangenheit vom Fernverkehr abgeklemmt wurden. Es sei aber darauf hingewiesen, dass bei zahlreichen Umsetzungs-schritten der Bund und die Länder in der Pflicht sind, etwa bei der Infrastruktur und bei der Abstimmung mit dem regionalen Schienenverkehr. Zahlreiche heute vorgestellte Schritte seien Fachleuten schon länger bekannt. Aschoff: „Bis 2030 ist noch eine lange Zeit, allerdings sei völlig richtig, dass Komfortmerkmale allein nicht ausreichend seien. Die Akzeptanz der neuen Doppelstockzüge sei auch vom Platzangebot für schweres Gepäck und der Gastronomie abhängig.
Die neuen Bahncards mit drei Monaten Laufzeit seien bei Erhalt der bisherigen Angebote durchaus zu begrüßen, allerdings sei die Verlängerungsoption, auch Abofalle genannt, nicht mehr zeitgemäß. Es sei bedauerlich, dass die konkreten Preise und der genaue Einführungstermin noch nicht spruchreif sind. PRO BAHN: „50 Millionen mehr Fahrgäste im Fernverkehr auf der Schiene seien eine ambitionierte Größe, an der sich der Bahnvorstand ab sofort messen lassen muss.“ Heute sind im Fernverkehr auf der Schiene 130 Millionen Fahrgäste unterwegs (Pressemeldung Pro Bahn, 19.03.15).

DBV: DB-Fernverkehrs-Kundenoffensive ist ein Treffer!

Mit komfortablen neuen Doppelstockzügen möchte die DB im Mittleren Fernverkehr zukünftig wieder Flagge zeigen und Marktanteile vom Auto und dem sich ausweitenden Fernbusverkehr zurückgewinnen. Die DB geht damit auch auf Distanz zum Bundesverkehrsminister, der der die Bahn einseitig aufgefordert hatte, stärker im Fernbussektor mitzumischen.
Der Deutsche Bahnkunden-Verband hält das Konzept in der Gesamtheit für gelungen und kundenorientiert. Besonders erfreulich ist, dass die DB weitgehend die gemeinsamen Forderungen des Deutschen Landkreistages, des Deutschen Städte- und Gemeindebunds, des Deutschen Heilbäderverbands und des Deutschen Bahnkunden-Verbands vom Juni 2011 in ihre Planung aufgenommen hat. Diese Verbände hatten seinerzeit ein Linienkonzept zur Wiedereinführung bzw. Attraktivierung eines Fernzugangebotes unterhalb des ICEs erarbeitet und der DB zur Umsetzung empfohlen.
In der nun vorgelegten Konzeption ist die (Wieder-)Anbindung fast aller Großstädte an den Fernverkehr ebenso bedarfsorientiert dargestellt, wie die Feinbedienung von Mittelzentren entlang der Fernverkehrsachsen. Über noch verbliebene „weiße Flecken“ auf der Karte muss sicher noch diskutiert werden, wie z.B. Görlitz, Bremerhaven, Garmisch-Partenkirchen.
Zu hinterfragen ist auch der Zeitplan. Für die im DB-Konzept umfassten Projekte besteht bereits heute Handlungsbedarf. Ein Warten auf die Realisierung von Infrastrukturprojekten bis hin zum Jahr 2032 sollte durch Einzelschritte kompensiert werden. Bis die neuen Züge in der benötigten Stückzahl geliefert sind, wäre zu prüfen, ob nicht bedarfsorientierte Zugverbindungen als Vorläufer eingerichtet werden können. Auch wird der Fahrgast nicht besonders erfreut sein, dass die gastronomische Betreuung im IC-Verkehr auf „Snackniveau“ heruntergefahren werden soll. Der DBV vertritt hier die Auffassung, dass zumindest ein kleiner Imbissbereich vorgesehen werden sollte, da die Fahrzeiten dieser Linien ja einige Stunden betragen können (Pressemeldung DBV, 19.03.15).

Allianz pro Schiene: Chance für mehr Verkehr auf der Schiene

Die Offensive der Deutschen Bahn AG, den Fernverkehr durch günstigere Konditionen und ein größeres Angebot attraktiver zu machen, ist bei der Allianz pro Schiene auf positive Resonanz gestoßen. „Das ist ein mutiger und folgerichtiger Schritt, um auf die geänderten Marktbedingungen zu reagieren“, sagte der Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, Dirk Flege.
„Diese Aufbruchstimmung bietet die Chance für mehr Verkehr auf der Schiene, muss nun aber von der Politik durch flankierende Maßnahmen nach Kräften unterstützt werden.“ Denn der Erfolg der Wachstumsstrategie hänge nicht allein von der Bahn ab, urteilte Flege. „Jetzt kommt es darauf an, dass die Politik die herrschenden Wettbewerbsverzerrungen im Fernverkehr zu Ungunsten der Bahn beseitigt.“ Während die Bahn auf ihren Energieverbrauch Steuern und EEG-Umlage zahlt, ist zum Beispiel das Kerosin in der Luftfahrt weiterhin steuerbefreit. Auch der Fernbus wird bevorzugt: Die Bahn muss für jeden fahrenden Zug einen Trassenpreis zahlen, wohingegen Fernbusse mautfrei über deutsche Autobahnen rollen.
„Der Plan, mittelfristig praktisch alle deutschen Städte über 100.000 Einwohner wieder an das Fernverkehrsnetz anzubinden, ist durchweg zu begrüßen“, sagte Flege weiter. „Damit werden viele Reisende wieder in den Genuss von Fernverkehrszügen kommen, nachdem das Angebot in der Fläche teils schon vor Jahren ausgedünnt worden war.“ Die Einführung neuer Produkte für preisbewusste Kunden helfe mit, mehr Fahrgäste in die Züge zu bekommen und die Eisenbahn als Verkehrsmittel noch attraktiver zu machen, was ja ausgewiesenes Ziel der Bundesregierung ist (Pressemeldung Allianz pro Schiene, 19.03.15).

Deutsche Bahn: Größte Kundenoffensive in der Geschichte des DB Fernverkehrs


Die Deutsche Bahn (DB) startet die größte Kundenoffensive in ihrer Geschichte und verbindet Metropolen und Regionen künftig öfter, schneller, direkter und komfortabler miteinander. Mit einer nie da gewesenen Ausweitung ihres Fernverkehrsangebots um 25 Prozent und dem konsequenten Ausbau der Stärken des Systems Bahn will die DB noch stärker als bisher gegen die Konkurrenz von Auto, Bus und Flugzeug punkten.
Bis 2030 sollen 50 Millionen Fahrgästen mehr pro Jahr mit ICE oder IC unterwegs sein als heute. Durch den Umstieg auf das umweltfreundlichste Verkehrsmittel können dann 1,7 Millionen Tonnen CO2 jährlich eingespart werden. Dies entspricht dem jährlichen CO2 –Ausstoß von 600.000 Autos. Dazu will die DB insgesamt 12 Milliarden Euro investieren, vor allem in neue Zugflotten. Im Rahmen der Angebotsoffensive schafft die Bahn 1.500 neue Arbeitsplätze.
„Mit dem größten und modernsten Fernverkehrsnetz seit der Bahnreform wollen wir unseren Beitrag zur Zukunftsfähigkeit Deutschlands leisten“, sagt Ulrich Homburg, Vorstand Personenverkehr der Deutschen Bahn. „Dazu bieten wir mehr grüne Mobilität als je zuvor: Mit zwei ICE-Zügen pro Stunde auf den Hauptachsen schaffen wir quasi eine superschnelle und hoch komfortable S-Bahn zwischen den deutschen Metropolen. Ein Quantensprung ist auch das neue IC-Netz für die Kunden in der Region: Mit wenigen Ausnahmen sind künftig alle Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern zweistündlich ans Fernverkehrsnetz angeschlossen. Fünf Millionen Menschen mehr als bislang können dann einen Intercity direkt vor der Haustür besteigen.“
Das neue ICE-Netz: Neue Fahrzeuge und neue Schienentrassen ermöglichen auf den nachfragestarken Korridoren zwischen den Metropolen Deutschlands sowohl Taktverdichtungen als auch Reisezeitverkürzungen. Im Jahr 2016 sollen alle 17 neuen ICE 3-Züge einsatzfähig sein und Ende 2017 der schrittweise Regelbetrieb der 130 bestellten ICx-Züge beginnen. Zusammen mit den ICE-Bestandsflotten werden bis 2030 dann insgesamt 360 Fahrzeuge das Rückgrat des neuen ICE-Netzes bilden. Der künftige Fahrplan weist vor allem auf den wichtigen Nord-Süd- und Ost-West-Achsen deutlich mehr Frequenzen auf. Dort können die Kunden mit zwei Zügen pro Stunde rechnen. Homburg: „Damit ist Deutschland im Takt und unsere Fahrgäste profitieren von wesentlich verbesserten Anschlussmöglichkeiten.“
150 Fahrten, die heute mit IC-Zügen stattfinden, werden in das neue ICE-Netz integriert. Mit dieser Aufwertung kommen Reisende in den Genuss der künftigen ICE-Komfortstandards. Dazu gehören neben der kostenlosen Nutzung eines Infotainment-Portals an Bord (ab September 2015) auch gebührenfreie WLAN-Hotspots in der ersten und – ab 2016 – auch in der zweiten Klasse. Der Einbau einer neuen Generation von Signalverstärkern (Repeater) wird zudem die Nutzung von Telefon und Internet über Mobilfunk verbessern. Wichtiger Bestandteil des ICE-Angebots ist und bleibt das Bordrestaurant. Mit dem Einsatz der ICx-Züge wird im neuen ICE-Netz auch erstmals – wie von vielen Kunden gewünscht – die Fahrradmitnahme möglich.
Zum verbesserten Reiseerlebnis an Bord kommen auf vielen Verbindungen deutliche Reisezeitverkürzungen hinzu. Ende 2015 werden weitere Abschnitte der Neubaustrecke VDE 8 (Verkehrsprojekt Deutsche Einheit) zwischen Nürnberg und Berlin in Betrieb genommen. So verkürzt sich beispielsweise die Fahrzeit zwischen Frankfurt/Main und Dresden um rund eine Stunde. Eine neue Streckenführung macht auch Paris von München oder Stuttgart um 30 Minuten schneller erreichbar. Ab 2018 werden dann sogar Reisezeiten zwischen Berlin und München unter vier Stunden (statt über sechs Stunden heute) realisiert.
Das neue IC-Netz: Mit insgesamt 120 neuen Doppelstock-IC-Zügen, die bis 2030 die bisherigen IC-Reisezugwagen komplett ablösen, bringt die DB den Fernverkehr auch in die Regionen. Nahezu alle deutschen Großstädte mit mehr als 100.000 Einwohnern werden dann alle zwei Stunden am Fernverkehrsnetz angeschlossen sein. Neu oder wieder angefahrene IC-Halte sind beispielsweise Chemnitz, Cottbus, Fürth, Heilbronn, Potsdam oder Siegen. Weitere 30 Großstädte, darunter Dresden, Magdeburg, Oldenburg (Oldb.), Rostock oder Schwerin, erhalten deutlich verbesserte Fernverkehrsanschlüsse.
Dazu kommen nochmals 15 neue IC-Halte in Städten mit mehr als 50.000 Einwohnern, wie Brandenburg, Plauen, Tübingen, Wetzlar oder Zwickau. Insgesamt profitieren rund fünf Millionen Menschen von den neuen Fernverkehrsverbindungen vor der Haustür. „Die 190 neuen Direktverbindungen aus der Fläche in die 50 größten deutschen Städte tragen dem Bedürfnis unserer Kunden Rechnung, auch weiter entfernte Ziele möglichst ohne Umstieg erreichen zu können“, sagt Homburg. Durch die umsteigefreien neuen Verbindungen, wie beispielsweise Hannover-Potsdam, Dresden-Rostock oder Chemnitz-Düsseldorf, hofft die Bahn auf eine Verdopplung der Reisendenzahlen auf diesen Relationen.
Dazu sollen auch die günstigeren Einstiegspreise für die Doppelstock-IC-Fahrten beitragen: Bereits ab 19 Euro werden Sparpreise auf diesen Strecken angeboten. Daneben strebt die DB im neuen IC-Netz auch weitere Tarifintegrationen mit dem Nahverkehr an. Wie heute schon auf Teilstrecken in Niedersachsen und Bremen möglich, könnten Reisende dann auch in weiteren Regionen den IC mit Nahverkehrstickets nutzen. In den neuen Doppelstock-Zügen wird es auch ohne Restaurantwagen ein einfaches Speise- und Getränkeangebot geben. Zudem wird auch hier modernste Bordtechnik für die Nutzung von Telefon und Internet über Mobilfunk verfügbar sein. Die Fahrradmitnahme ist künftig in allen Zügen des IC-Netzes möglich.
Faire Preise: Während alle bestehenden BahnCards (25, 50, 100) auch in den ermäßigten Versionen für Partner, Studenten und Senioren (etc.) erhalten bleiben, führt die DB noch im Jahr 2015 für die gesamte BahnCard-Familie ergänzende Varianten mit nur noch drei Monaten Laufzeit ein. Ab Ende 2016 können preissensible Kunden auch bis kurz vor Abfahrt des ICE- oder IC-Zuges noch vorhandene Sparpreise lösen. Die bisherige Vorkaufsfrist bis zum Tag vor der Reise entfällt.
Außerdem plant die Bahn die neue inkludierte Sitzplatzreservierung für die erste Klasse auch für alle Fernverkehrstickets in der zweiten Klasse auszuweiten. Ulrich Homburg: „Die Preise für das deutlich attraktivere Fernverkehrsangebot sollen einfach, transparent und fair sein. So wollen wir unsere Stammkunden noch fester an uns binden, Anreize für eine stärkere Bahnnutzung geben und vor allem neue Kunden für die Bahn begeistern. Dazu gehört auch, dass wir gleichzeitig intensiv weiter an der Steigerung unserer Basisqualität arbeiten.“ (Pressemeldung Deutsche Bahn19.03.15).

Sachsen-Anhalt: Neues Busangebot im Wippertal

Mit Einstellung des Bahnverkehrs zwischen Klostermansfeld und Wippra tritt ein neues Busangebot im Wippertal in Kraft. Ab 13.04.2015 verkehrt die erweiterte Linie <O> 460 zwischen Sangerhausen, Wippra und Hettstedt täglich zweistündlich im Bahn-Bus-Landesnetz.
Sie verbindet – wie bisher – Wippra direkt mit der Kreisstadt Sangerhausen und künftig auch direkt mit Hettstedt, wo es Anschluss an die Bahn Richtung Magdeburg gibt. Von Hettstedt fahren Busse der Linien <O> 410 und <O> 420 im Landesnetz Richtung Aschersleben, Mansfeld, Klostermansfeld und Lutherstadt Eisleben. Von Sangerhausen fahren Züge nach Erfurt, Halle, Nordhausen und Kassel.
Am Wochenende gilt auf den Linien <O> 460 und 32 auch weiterhin das Wisel-Ticket. Im Einsatz sind Niederflurbusse mit Platz für Kinderwagen und Rollstuhl. Auch das Fahrrad kann entsprechend dem vorhandenen Platz kostenlos im Bus mitgenommen werden.
Ergänzt wird das neue Angebot im Wippertal auf den Buslinien 423 und 424. Die Linie 423 bietet zusätzlich Fahrten an Schultagen zwischen Wippra und Mansfeld und bedient den Raum Braunschwende, Molmerswende. In Wippra entsteht Anschluss an die Landesbuslinie <O> 460.
Die Linie 424 wird ebenfalls erweitert. Zwischen Biesenrode, Vatterode und Hettstedt gibt es montags bis freitags je Richtung zwei zusätzliche Fahrten. Am Wochenende wird ein zweistündlicher Ringverkehr eingerichtet: Der „Ringbus” fährt auf der Linie <O> 460 von Hettstedt nach Greifenhagen und weiter als Linie 424 über Biesenrode und Vatterode zurück nach Hettstedt. Die Fahrten des Ringverkehrs sind in den Fahrplantabellen der jeweiligen Linien enthalten.
NASA-Geschäftsführer Rüdiger Malter schätzt ein: „Mit dem neuen Angebot wird das Wippertal auch künftig gut erschlossen.“
Dr. Angelika Klein, Landrätin des Landkreises Mansfeld-Südharz sagte: „Trotz der nach wie vor bestehenden Unwägbarkeiten in Bezug auf eine künftige Nutzung der Wipperliese bin ich froh, dass der Landkreis gemeinsam mit der NASA GmbH ein entsprechendes Buskonzept für den Verkehr im Wippertal auf die Beine gestellt hat. Mit diesem Busangebot kann zumindest die Lücke im tagtäglichen Linienverkehr geschlossen werden, die durch die Abbestellung der Wipperliese entsteht. Gleichwohl wird sich der Landkreis bemühen, mit allen Beteiligten ein Konzept für eine mögliche touristische Nutzung der Wipperliese zu erstellen (Pressemeldung Nasa, 17.03.15).

Sachsen: ZVV-Gesamtbericht wird im Internet veröffentlicht


Der Gesamtbericht des Zweckverbandes Öffentlicher Personennahverkehr Vogtland (ZVV) wird auf der Internetseite des ZVV veröffentlicht. Das hat die Verbandsversammlung am Donnerstag (12.3.2015) beschlossen.
Laut Gesetz ist der ZVV verpflichtet, einmal jährlich einen Gesamtbericht über die im Verbandsgebiet anfallenden gemeinwirtschaftlichen Verpflichtungen zu veröffentlichen, um so Leistung, Qualität und Finanzierung des öffentlichen Verkehrsnetzes kontrollieren und beurteilen zu können (Pressemeldung ZVV, 17.03.15).

RechteckSachsen-Anhalt: Neues Busangebot im Wippertal
Mit Einstellung des Bahnverkehrs zwischen Klostermansfeld und Wippra tritt ein neues Busangebot im Wippertal in Kraft. Ab 13.04.2015 verkehrt die erweiterte Linie <O> 460 zwischen Sangerhausen, Wippra und Hettstedt täglich zweistündlich im Bahn-Bus-Landesnetz.
Sie verbindet – wie bisher – Wippra direkt mit der Kreisstadt Sangerhausen und künftig auch direkt mit Hettstedt, wo es Anschluss an die Bahn Richtung Magdeburg gibt. Von Hettstedt fahren Busse der Linien <O> 410 und <O> 420 im Landesnetz Richtung Aschersleben, Mansfeld, Klostermansfeld und Lutherstadt Eisleben. Von Sangerhausen fahren Züge nach Erfurt, Halle, Nordhausen und Kassel.
Am Wochenende gilt auf den Linien <O> 460 und 32 auch weiterhin das Wisel-Ticket. Im Einsatz sind Niederflurbusse mit Platz für Kinderwagen und Rollstuhl. Auch das Fahrrad kann entsprechend dem vorhandenen Platz kostenlos im Bus mitgenommen werden.
Ergänzt wird das neue Angebot im Wippertal auf den Buslinien 423 und 424. Die Linie 423 bietet zusätzlich Fahrten an Schultagen zwischen Wippra und Mansfeld und bedient den Raum Braunschwende, Molmerswende. In Wippra entsteht Anschluss an die Landesbuslinie <O> 460.
Die Linie 424 wird ebenfalls erweitert. Zwischen Biesenrode, Vatterode und Hettstedt gibt es montags bis freitags je Richtung zwei zusätzliche Fahrten. Am Wochenende wird ein zweistündlicher Ringverkehr eingerichtet: Der „Ringbus” fährt auf der Linie <O> 460 von Hettstedt nach Greifenhagen und weiter als Linie 424 über Biesenrode und Vatterode zurück nach Hettstedt. Die Fahrten des Ringverkehrs sind in den Fahrplantabellen der jeweiligen Linien enthalten.
NASA-Geschäftsführer Rüdiger Malter schätzt ein: „Mit dem neuen Angebot wird das Wippertal auch künftig gut erschlossen.“
Dr. Angelika Klein, Landrätin des Landkreises Mansfeld-Südharz sagte: „Trotz der nach wie vor bestehenden Unwägbarkeiten in Bezug auf eine künftige Nutzung der Wipperliese bin ich froh, dass der Landkreis gemeinsam mit der NASA GmbH ein entsprechendes Buskonzept für den Verkehr im Wippertal auf die Beine gestellt hat. Mit diesem Busangebot kann zumindest die Lücke im tagtäglichen Linienverkehr geschlossen werden, die durch die Abbestellung der Wipperliese entsteht. Gleichwohl wird sich der Landkreis bemühen, mit allen Beteiligten ein Konzept für eine mögliche touristische Nutzung der Wipperliese zu erstellen (Pressemeldung Nasa, 17.03.15).

Sachsen: Leistungen für SPNV 2015/16 werden nur unter Vorbehalt bestellt

Die Leistungen für den Personennahverkehr auf der Schiene für das Fahrplanjahr 2015/16 im Vogtland werden nur unter Vorbehalt bestellt. Das musste die Verbandsversammlung des Zweckverbandes Öffentlicher Personennahverkehr Vogtland (ZVV) am Donnerstag (12.3.2015) beschließen. Grund sind die immer noch fehlenden finanziellen Rahmenbedingungen.
Die Finanzierungsverordnung des Sächsischen Verkehrsministeriums für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) im Freistaat Sachsen für den Zeitraum ab 1. Januar 2015 legt die finanziellen Rahmenbedingungen lediglich als relative Größe fest. Bisher ist aber unklar, wie viel Geld dem ZVV im Ergebnis der Revision des Regionalisierungsgesetzes und des darauf aufbauenden Haushaltplans des Freistaates Sachsen tatsächlich zur Verfügung steht.
Andererseits fordern die EU-weiten Vorgaben, dass die Eisenbahnverkehrsunternehmen ihre geplanten Fahrten für 2015/16 bis zum 13. April 2015 beim Schienennetzbetreiber anmelden müssen. Entsprechend den abgeschlossenen Verkehrsverträgen ist der ZVV verpflichtet, vorher u.a. bei der Vogtlandbahn und der DB-Regio die Leistungen zu bestellen.
Um das Fahrplankonzept für den Personennahverkehr auf der Schiene im Vogtland fortsetzen zu können und gleichzeitig die wirtschaftliche Integrität des ZVV zu wahren, konnten die Leistungen nur vorläufig zur Sicherung der Fahrplantrassen bestellt werden. Demnach sollen für den Schienenpersonennahverkehr und den Schienenersatzverkehr Leistungen von insgesamt 3,8 Millionen Kilometern bestellt werden, und zwar bei Vogtlandbahn, DB Regio Südost, Erfurter Bahn und Plauener Omnibusbetrieb. Dafür werden Kosten von voraussichtlich 33,16 Millionen Euro veranschlagt.
Nach Kenntnis der endgültigen finanziellen Rahmenbedingungen für 2016 soll die vorläufige Bestellung präzisiert und erneut beschlossen werden. Es ist damit zu rechnen, dass das bisherige Angebot an Nahverkehrszügen erheblich gekürzt werden muss. Nachdrücklich forderten die Verbandsräte von der Bundes- und auch besonders der Landespolitik, die finanziellen Rahmenbedingungen schnell so zu klären, dass auch im Vogtland der ÖPNV als Daseinsvorsorge auch in Zukunft fortgeführt werden kann (Pressemeldung ZVV, 17.03.15).

Thüringen: Konsequenter Integraler Taktfahrplan statt ICE-Zentralismus

„Das in dieser Woche vorgestellte neue Fernverkehrskonzept der Deutschen Bahn ist ein mutiger Schritt hin zu mehr hochwertigem Verkehr in der Fläche und damit eine große Chance für Thüringen.“ Das sagt Bernd Schlosser, Vorsitzender des Landesverbandes Thüringen im Fahrgastverband Pro Bahn.
Am Mittwoch hatte die Deutsche Bahn ihre Pläne vorgestellt, denen zufolge zukünftig zwei neue IC-Linien im Zwei-Stunden-Takt den Freistaat in Nord-Süd- und in Ost-West-Richtung durchqueren sollen. Anders als bei der ICE-Neubaustrecke, die Thüringen mit nur einem Halt durchquert und so nur wenigen Thüringern nutzt, sind bei den neuen IC-Linien häufigere Halte vorgesehen.
„So profitieren sehr viel mehr unserer Bürger ganz direkt. Zum einen, weil der Zugang zum Fernverkehr wieder in ihre Nähe rückt, zum anderen, weil wichtige innerthüringische Verbindungen in höherer Qualität als heute angeboten werden“, so Schlosser. So entsteht zum Beispiel mit der geplanten IC-Linie von Düsseldorf nach Chemnitz erstmals ein vertaktetes und umsteigefreies Schienenverkehrsangebot entlang der sogenannten Thüringer Städtekette von Eisenach über Gotha, Erfurt, Weimar und Jena nach Gera, das für viele Thüringer Pendler attraktiv ist und zu einem größeren Sitzplatzangebot und mehr Komfort auf der stark nachgefragten Strecke führt. Die Forderung, ein solches Angebot einzuführen, verfolgt der Fahrgastvorband schon lange. Für Ostthüringen, insbesondere Jena und Saalfeld, lindert die IC-Linie Leipzig – Nürnberg – Karlsruhe die negativen Auswirkungen der ICE-Verlagerung nach Erfurt. „Die Landesregierung muss das neue Fernverkehrskonzept nun durch flankierende Maßnahmen nach Kräften unterstützen und dafür sorgen, dass es nicht erst 2030 startet. Dies gilt vor allem für die Saalbahn, wo der ICE bereits 2018 entfällt“, so Schlosser weiter.
Mit der neuen Strategie reagiert die DB auf stetig sinkende Kundenzahlen im Fernverkehr und vollzieht eine Kehrtwende von der einseitigen Fixierung auf wenige teure ICE-Verbindungen zwischen Ballungszentren zu mehr umsteigefreien und kostengünstigeren Fernverbindungen auch in der Region.
„Diese grundlegende Änderung muss sich nun auch im Thüringer Regionalverkehr niederschlagen“, so Bernd Schlosser. „Der Entwurf des Jahresfahrplans 2016 war enttäuschend. Die jahrelangen Versprechen der DB und der Landesregierungen zu angeblichen Verbesserungen durch den ICE-Knoten für alle Thüringer Regionen haben sich als unhaltbares Versprechen herausgestellt“, so Bernd Schlosser.
Wegen der starken Streuung der Haltezeiten der ICE in Erfurt von Minute 20 bis 40 ist es unmöglich, für alle Landesteile gute oder überhaupt Anschlüsse herzustellen. Darüber hinaus verursacht sie Taktstörungen auf Hauptstrecken und Fehlanschlüsse in anderen Regionen. Über all dem stehen die finanziellen Probleme, die drohen, weil das Land nun nicht nur auf den ehemaligen ICE-Strecken in Mittel- und Ostthüringen auf eigene Kosten zusätzlichen Nahverkehr bestellen muss, sondern auch, weil auf den Zulaufstrecken nach Erfurt ein absurdes Überangebot finanziert werden muss.
„Damit schadet der ICE-Knoten dem Regionalverkehr, statt ihm zu nützen. Was wir statt eines solchen, dem Flugverkehr entlehnten Hub&Spoke-Konzeptes wirklich brauchen, ist ein konsequent gedachter Integraler Taktfahrplan für ganz Thüringen, der sich an der polyzentralen Struktur unseres Landes orientiert und die neuen Fernverkehrsangebote mit einbezieht“, so Schlosser. „Nur so profitieren alle Thüringer Landesteile und bleibt der Nahverkehr bezahlbar (Pressemeldung PRO BAHN Landesverband Thüringen , 23.03.15).

DBV: Dobrindt will Güterverkehr von der Schiene auf die Straße verlagern

Der Deutsche Bahnkunden-Verband e.V. (DBV) protestiert gegen die Absicht von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt, bis zu 25 Meter lange und 44 Tonnen schwere Riesen-Lkw nach Beendigung eines bis 2016 andauernden Feldversuches für den Regelbetrieb zuzulassen.
Der DBV widerspricht der These, dies würde die Straßen enlasten und zu weniger Schadstoffausstoß führen. Am Beispiel Schweden kann man erkennen, dass exakt das Gegenteil passieren wird. Nach Zulassung von Riesen-Lkw verbilligte sich dort der Straßenverkehr gegenüber dem umweltfreundlicheren Schienenverkehr stark. Das führte zum Rückgang des Marktanteils der Schiene von 36% auf 30 % von 1992 bis 1996. Im gleichen Zeitraum erhöhte sich der Marktanteil des Straßengüterverkehrs von 50% auf 56% (Quelle: Allianz pro Schiene auf Basis von Messungen der Königlich-Technischen Hochschule Stockholm).
Noch mehr und nicht weniger Lkw sind also die Folge. Gigaliner sind oft lebensgefährlich für Fußgänger und Radfahrer. Auch für motorisierte Verkehrsteilnehmer entstehen Probleme, beispiesweise beim Überholen. Nicht zuletzt erhöhen Riesen-Lkw den Aufwand für den Ausbau und die Unterhaltung der bereits jetzt überlasteten Straßeninfrastruktur. Entsprechend große Parkflächen werden benötigt.
Dass das alles allein durch die Verursacher getragen und nicht auf die Öffentlichkeit abgewälzt wird, darf bezweifelt werden. Sind derartige Monstertrucks erst zugelassen, wird der Druck steigen, das Straßennetz, auf dem sie verkehren dürfen, mehr und mehr zu erweitern. Durch immer großzügigere Trassierungen von Straßen und Parkplätzen wird Landschaft zerstört und die Architektur der Städte dem Straßenverkehr geopfert. Dabei lassen sich die weiträumigen, relativ dünn besiedelten Länder Finnland und Schweden, in denen derartige Fahrzeuge schon seit längerem verkehren, nicht mit dem viel stärker besiedelten sonstigen Europa vergleichen (Pressemeldung DBV, 23.03.15).

Wipperliese – Hilfloser Versuch der „Kostentransparenz“

Die IG Wipperliese kritisiert Sachsen-Anhalts Landesregierung für deren Verhalten im Umgang mit der Wipperliese. Anlass sind Äußerungen von Verkehrsminister Webel. In der Landtags-Sitzung vom 27.2.2015 hatte der Abgeordnete Dr. Uwe-Volkmar Köck (Die Linke“) zwei Fragen zur Wipperliese gestellt, in der er über die Verwendung von 1,7 Mio Euro, welche angeblich für den Betrieb der Wipperliese aufgewendet werden müssen, Auskunft erbat. Die Antwort von Verkehrsminister Webel lässt aufhorchen: „Stationsgebühren sind in diesen Zahlen nicht enthalten.“ DB beschreibt den Sachverhalt anders: Trassen- und Anlagen-Nutzung = inkl. Stationsgeben total 588 000 Euro.
Dazu die IG Wipperliese: „WENN die Stationsgebühren nicht enthalten sein sollten, dann ist der angewandte Tarif für die Streckennutzung offen zu legen. Nach keiner Berechnungsart kommt man auf diesen horrenden Betrag!“
Im Weiteren tauchen die Einnahmen von geschätzten 100 000 Euro aus dem Ticket-Verkauf in dieser Bilanz nicht auf. Diese fließen ebenfalls an die NASA. Die IG Wipperliese Mitglieder klären auf das die Verteilung der NASA Gelder zwischen dem Vertragspartner, der DB Regio (zeitweise Burgenlandbahn) und der Kreisbahn Mansfelder Land, welche als Subunternehmen im Auftrag der Deutschen Bahn fährt, fragwürdig berechnet wurden. Die DB Regio hatte mit Ausfall der KML-Triebwagen kalkuliert und die Zuführung und Kosten eigener Fahrzeuge eingeplant. Tatsächlich fährt die Kreisbahn Mansfelder Land mit zwei Triebwagen abwechselnd, ein Triebwagen der auf der Strecke fährt und ein Triebwagen als Reserve.
Minister Webel sagt indirekt, dass die fragwürdige Verteilung dieser Gelder für ihn als Minister abgeschlossen ist, wenn ein Vertrag unterzeichnet ist! Wir halten fest: Der Öffentliche Nahverkehr in Sachsen-Anhalt wird mit Bundesgeldern von insgesamt 375 Mio Euro finanziert. Also mit Steuergeld. Das Land Sachsen-Anhalt hat die NASA als Eigenbetrieb, die den Nahverkehr im Land organisiert und das Geld zweckmäßig unter öffentlicher Verantwortung verwaltet. DB Regio ist ein 100%-Tochterbetrieb des Deutsche Bahn Konzern. DB Netze als Betreiber der Gleise erhält rund 1/3 fär Streckennutzung und Stationsgebähren. 2/3 verbleiben bei der DB Regio, welche die Hälfte dieses Betrages an den Betreiber, Kreisbahn Mansfeld, zur Deckung von Betriebs- und Personalkosten weiter leitet. 1/3 der Summe von 1,7 Mio verbleibt bei der DB Regio zur Abdeckung der „Geschäftsrisiken.“
Seit 1998, also 16 Jahren, fährt die Kreisbahn im Auftrag von DB-Töchtern. Somit wurden in dieser Zeit mindestens 8 Mio € für das „Risikomanagement“ der Vertragsnehmer bezahlt? Gleich viel, wie die Kreisbahn für den gesamten Betrieb der Strecke inklusive Personalkosten ausgegeben hat?
Dazu die IG Wipperliese: Es bleiben drei Fragen:
1. Wie oft mussten in den vergangenen 16 Jahren Ersatzzüge des Vertragsnehmers auf der Strecke des Sub-Unternehmers Kreisbahn Mansfeld Südharz eingesetzt werden und für wie lange? (Immerhin besitzt die Kreisbahn Mansfeld 3 einsatzfähige Wagen, von denen nur einer im Streckenverkehr eingesetzt ist.)
2. Wie oft war der Vertragsnehmer in den vergangenen 16 Jahren gezwungen, Schienen- Ersatzverkehr zu organisieren und für wie lange?
3. Die Gleisnutzung und Stationsentschädigungen belaufen sich (wertbereinigt) ebenfalls auf rund 8 Mio seit 1998. Wenn nun akuter Sanierungsbedarf an Bräcken ausgemacht wird, besagt dies lediglich, dass ein Investititionsstau besteht, obwohl jährlich Geld für Nutzung und Unterhalt der Infrastruktur überwiesen wurde.
Denn: Die DB beschreibt die jährlichen reinen Instandhaltungskosten der Strecke für 2013 auf 92 000 Euro, für 2014 auf 300 000 Euro (darunter fallen ein Bahnübergang und Zugfunk). Dem stehen gegenüber Einnahmen von mehr als einer Million Euro in zwei Jahren! Die Wipperliese war also wie ein Goldesel in zweifacher Hinsicht! Für DB Regio und DB-Netz. Verträge unterliegen dem Geschäftsgeheimnis und der Geheimschutzverordnung. Das Hauptargument: „unterliegt der Geheimschutzverordnung und ist Geschäftsgeheimnis“ besagt nicht mehr und nicht weniger als: Das geht euch nichts an!
Es geht uns sehr wohl was an! Letztendlich handelt es sich hier um öffentliche Steuergelder, zu deren Verwendung der Minister nur nebulöse Andeutungen gemacht hat! Licht ins Dunkel könnte also nur ein Untersuchungsausschuss bringen, welcher sich dann hoffentlich mit der grundsätzlichen Vergabe dieses NASA-Budgets von 375 Mio Euro befasst!
Denn: Rechnen wir diese satte Marge, welche die DB-Regio aus diesem Wipperliese-Pot abzweigt und beziehen wir uns auf die Aussage des Ministers, welcher dies als rechtmäßig und für die Landespolitik als NICHT von Belang bezeichnet, dann folgern wir: Wenn aus diesem NASA-BUDGET von 375 Mio also rund 1/3 der Gesamtsumme in „Dunkelposten“ des Vertragsnehmers verschwinden, dann sprechen wir vom stolzen Betrag von 120 Mio jährlich!
Die Mitglieder von der IG Wipperliese kritisieren, dass die DB Netze die Strecke sperren wollte, weil Jahre lang Investitionen verschleppt wurden. Das die Strecke gesperrt werden muss, bezweifelt die IG Wipperliese und sieht kein Grund für die vorzeitige Abbestellung der Strecke. Gab es eine Ausschreibung für die Bauleistungen? Soweit bekannt ist gab es keine Ausschreibung. Wir fordern die NASA, den Landkreis und den Verkehrsminister auf die Abbestellung noch einmal zu überdenken und direkt Verkehrsleistungen bei der Kreisbahn Mansfelder Land zu bestellen, was deutlich niedrigere Kosten für das Land bedeuten würde (Pressemeldung IG Wipperliese, , 03.03.15).

Wir können nur alle interessierten aufrufen noch einmal mit der Wipperliese zu fahren, die Landschaft ist wunderschön und auch der alte Triebwagen kann sich mit den moderneren Fahrzeugen noch bestens Messen.

 

Tarifverhandlungen im Brandenburger Nahverkehr „Streiks lösen das Problem nicht!“

Der Kommunale Arbeitgeberverband (KAV) Brandenburg und die Gewerkschaft ver.di haben am 20. Februar 2015 die Lohn- und Tarifverhandlungen für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) im Land Brandenburg aufgenommen.

Das betrifft im Land Brandenburg 12 Verkehrsbetriebe, die einen gemeinsamen Spartentarif ÖPNV im Land Brandenburg anwenden.

„Nach letzte Woche Freitag, der bis heute ersten offiziellen Verhandlungsrunde, jetzt schon in Warnstreik zu gehen und dann noch von 3:00 Uhr früh bis voraussichtlich 15:00 Uhr, halte ich für völlig überzogen und auch nicht für rechtens!“

Ver.di fordert neben einer einmaligen Urlaubsbeihilfe in Höhe von 400 Euro Lohnerhöhungen von 120 Euro pro Monat. Dies entspricht einer Steigerung der Personalausgaben von über 6 Prozent.

Für den in der Branche mittelgroßen Verkehrsbetrieb  in der Stadt Brandenburg an der Havel bedeutet das Mehrkosten von ca. 300.000 Euro.

Dieser Mehrbetrag reißt uns ein weiteres Loch in unsere ungedeckten Finanzen.

Im Stadtverkehr mit Bus und Bahn können wir unsere Kosten zu rund 60 % aus eigener Kraft durch  den Verkauf von Fahrkarten und durch andere Erlöse wie z.B. durch Einnahmen aus Werbung an unseren Fahrzeugen  decken. Zu der verbleibenden Deckungslücke sind wir auf öffentliche Zuschüsse angewiesen.

Mit Blick in die Thüringer Stadt Gera ist festzustellen, dass der dort betriebswirtschaftlich gut aufgestellte öffentliche Verkehrsbetrieb in die Insolvenz gehen musste,  als der Zuschuss der Stadt ausblieb.

VBBr erhält seit 8 Jahren in der Höhe dieselbe Subvention aus dem Stadthaushalt. Wie die Mehrkosten aus den Tarifforderungen zu deckeln sind, ist völlig unklar.

Reserven für Tariferhöhungen bestehen in unserem Unternehmen nicht, ein weiterer Abbau an Leistung und Personal führt zur Ausdünnung im ÖPNV in unserer Stadt.

Das Brandenburger Vergabegesetz und der gesetzliche Mindestlohn haben die gestalterischen Spielräume der Unternehmen zur Kosteneinsparung über Fremdvergabe weiter deutlich eingeschränkt.

Die von Bund und Land übertragenen Aufgaben, die die Städte und Landkreise zu erfüllen haben,  sind auch für die Stadt Brandenburg an der Havel nicht ausfinanziert, was der Forderung nach einem ausgeglichenen Haushalt entgegen steht und in der Folge auch einer Erhöhung der Subventionssumme an die VBBr aus dem Stadthaushalt.

„Streiks lösen das Problem nicht!“

Die Verkehrsbetriebe sehen schon eine gewisse Berechtigung für Lohnerhöhungen und stehen einem fairen Kaufkraftausgleich auch nicht völlig ablehnend gegenüber. Die erforderlichen Mittel für eine Erhöhung der Entgelte können nur durch steigende Beförderungstarife oder über die Verkehrsverträge mit den Aufgabenträgern und das Land kommen.

Ohne konkrete Zusage des Landes, endlich die ÖPNV-Mitteln spürbar anzuheben, können keine Zusagen für Lohnerhöhungen gegeben werden.

„Es liegt nicht daran, dass die Unternehmen nicht wollen, sondern daran, dass sie nicht können. Daran ändern auch Streiks nichts.“

„Eine vermeintliche ‚Erhöhung‘ der Landes-Zuschüsse für den ÖPNV mit Bussen und Straßenbahnen im Jahr 2014 um 2 Millionen Euro war nur der Ausgleich für die 2008 vorgenommene Kürzung der Landesmittel im gleichen Umfang. Hier argumentiert das Land Brandenburg gern mit Taschenspieler-Zahlen!“

Verkehrsbetriebe

Brandenburg an der Havel GmbH, Werner Jumpertz

Geschäftsführer

Ver.di bestreikt am Donnerstag, dem 26.02.2015, ab 3:30 Uhr die VBBr!

Das ist dem Geschäftsführer der Brandenburger Verkehrsbetriebe heute aus gesicherter Quelle angekündigt worden.

Der Kommunale Arbeitgeberverband (KAV) Brandenburg und die Gewerkschaft ver.di haben vergangenen Freitag, dem 20.02.2015, die Lohn- und Tarifverhandlung für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) im Land Brandenburg aufgenommen.

In den Tarifverhandlungen wurde klar, dass eine schnelle Einigung nicht zu erwarten ist.

Andere Verkehrsbetriebe in unserem Bundesland sind in dieser Woche bereits bestreikt worden. Danach ist klar geworden, dass der Streik auch bei VBBr morgen

von 3:30 Uhr bis voraussichtlich 15:00 Uhr dauert,

so dass in der Zeit keine Busse und Straßenbahnen den Betriebshof verlassen werden und der ÖPNV in der Stadt Brandenburg an der Havel erst wieder gegen ca. 16:00 Uhr auf allen Strecken im Einsatz ist!

Uns bleibt, unsere Kunden um Verständnis zu bitten und zu hoffen, dass die Information zu dem Streik sich schnell in dieser Stadt und bei den Kunden verbreitet!

Verkehrsbetriebe Brandenburg an der Havel GmbH

Werner Jumpertz, Geschäftsführer

Information zum ver.di Steik – Brandenburger Verkehrsbetriebe VBBr

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir übermitteln Ihnen die nachfolgende VBBr-Presseinformation und wären Ihnen verbunden, wenn Sie diese in Ihre Informationen für Ihre Leser aufnehmen würden.

Der Kommunale Arbeitgeberverband (KAV) Brandenburg und die Gewerkschaft ver.di haben am 20. Februar 2015 die Lohn-Tarifverhandlungen für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in Brandenburg aufgenommen.

In den Tarifverhandlungen wurde klar, dass eine schnelle Einigung nicht zu erwarten ist. Während ver.di darauf verwies, dass sich die Löhne für Bus- und Straßenbahnfahrer in Brandenburg deutsch-landweit im unteren Drittel bewegen und daraus Aufholbedarf ableitete, erklärten die Arbeitgeber, dass sie sich angesichts der konkreten Finanzierungssituation im Land Brandenburg außerstande sehen, spürbare Lohnerhöhungen zu vereinbaren

Ver.di hat nun angekündigt, durch Warnstreiks den Druck auf die Unternehmen zu erhöhen.

Es kann daher sein, dass in den nächsten Tagen auch bei der VBBr ein länger anhaltender Warnstreik von stattfindet.

Wir erwarten allerdings von Ver.di, dass solche Aktionen mindestens am Nachmittag des Vortages pauschal angekündigt werden, so dass gerade beim Schulverkehr die Eltern sensibilisiert sind.

Liebe Fahrgäste, bitte beachten Sie die Hinweise in der Presse und an den Dynamischen Fahrzielanzeigen.

Der genaue Zeitpunkt wird nach Bekanntgabe durch ver.di von uns sofort unter www.vbbr.de und facebook bekanntgegeben.

Ihre

Verkehrsbetriebe Brandenburg an der Havel GmbH

Warnstreiks in Potsdam und Potsdam-Mittelmark!

(24.2.2015, DBV-Regionalverband Potsdam-Mittelmark) Der öffentliche Nahverkehr in Potsdam und Potsdam-Mittelmark wird bis um 15 Uhr bestreikt. Hierzu erklärt der Regionalverband Potsdam-Mittelmark e. V. des Deutschen Bahnkunden-Verbandes:

Der DBV hat Verständnis für die Anliegen der Beschäftigten im Nahverkehr. Insbesondere teilen wir die geäußerte Kritik an der Landesregierung, welche die für den ÖPNV gedachten Bundesmittel nicht nur für die vorgesehenen Zwecke ausgibt.

Völlig indiskutabel ist aus Sicht des DBV, einen Streik diesen Ausmaßes mit einer Vorlaufzeit von nicht einmal 8 Stunden zu verkünden! Denn in dieser kurzen Zeit wird nur eine Minderheit von der Ankündigung erfahren haben, um sich über Alternativen Gedanken zu machen. Die meisten sehen sich bei Tagesbeginn mit Tatsachen konfrontiert. Insbesondere in den ländlichen Regionen wird der Weg zur Arbeit oder zur Schule unmöglich, weil es keine Alternativen gibt.

Es darf nicht sein, dass jene Menschen, die dem ÖPNV täglich seine Existenzberechtigung geben, faktisch zu Geiseln gemacht werden!

Das Streikrecht ist aus gutem Grund durch die Verfassung gedeckt. Im Falle von Leistungen, die die Daseinsfürsorge betreffen, ist es jedoch unbedingt mit Augenmaß anzuwenden! Der DBV apelliert bei dieser Gelegenheit abermals an die politischen Entscheidungsträger, bei Streiks im ÖPNV eine Grundversorgung gesetzlich festzuschreiben!

Pressekontakt:

Karsten Müller, Vorsitzender des Regionalverbandes, Ruf 01 63 / 5 54 44 94

Protest gegen Fernbusempfehlung von Minister Dobrindt

(23.2.2015, DBV-Bundesverband) In einem kürzlich erschienenen Beitrag im Magazin Focus wird Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt mit den Worten zitiert, dass er der Deutschen Bahn AG nur raten könne, „sich diesem Wettbewerb [Fernbusse versus Eisenbahnfernverkehr] aktiv zu stellen und eigene Fernbuslinien weiter auszubauen.“ Gegen diese Aussage protestiert der Präsident des Deutschen Bahnkunden-Verbandes, Gerhard J. Curth, scharf und erinnert, dass es gerade aufgrund der politisch gewollten Ausgestaltung des Fernverkehrsmarktes eben keinen fairen Wettbewerb zwischen den Verkehrsträgern gibt.

„Während die Busse völlig frei von direkten Nutzungsentgelten der Infrastruktur fahren können, also keine Bus-Maut erhoben wird, müssen die Nutzer der Fernverkehrszüge der Deutschen Bahn die Trassenentgelte im Ticketpreis mit bezahlen“, so Curth. Daher fordert der DBV abermals, für gleiche Wettbewerbsbedingungen zu sorgen und entweder alle Verkehrsträger im öffentlichen Personenverkehr von der Maut auszunehmen, also auch die Bahn im Personenverkehr, oder entsprechend eine Bus-Maut einzuführen. Ziel kann nicht sein, noch mehr Verkehre von der Schiene auf die Straße zu verlagern, mit all den volkswirtschaftlichen Nachteilen, die sich bekanntermaßen daraus ergeben.

Für weitere Fragen stehen wir Ihnen Herr Gerhard Curth unter der Telefonnummer 01 77 / 6 65 66 05 gerne zur Verfügung.

Keine Nahverkehrszüge mehr zwischen Görlitz (D) und Zgorzelec (Pl) ab 1. März 2015

(23.2.2015) Der DBV-Landesverband Berlin-Brandenburg fordert wiederholt den Brandenburgischen Ministerpräsidenten Dietmar Woidke (SPD) in seiner Eigenschaft als Koordinator für die deutsch-polnischen Beziehungen auf, sich bei der Bundesregierung, den Verantwortlichen der betroffenen Wojewodschaften und den Verkehrsunternehmen für einen Erhalt und Ausbau der grenzüberschreitenden Verkehrsverbindungen einzusetzen. Wie sollen in Europa Grenzen zwischen den Nationalstaaten nicht nicht mehr bemerkbar werden, wenn Züge an den Staatsgrenzen enden?

So haben sich die angebotenen, grenzüberschreitenden Verkehrsverbindungen auf der Schiene zwischen Deutschland und Polen seit 1989 im Vergleich fast halbiert. Es wird wirklich höchste Eisenbahn, dass sich auch der Verkehrsausschuß des Europäischen Parlamentes mit den negativen Folgen der Kleinstaaterei beschäftigt.

Neuestes Beispiel: ab dem 1. März 2015 sollen keine Züge mehr vom deutschen Teil der Europastadt Görlitz in den polnischen Nachbarteil Zgorzelec fahren. Die polnische Wojewodschaft hat wegen fehlender Gelder zur Finanzierung kurzerhand die Zugverbindungen abbestellt. Damit setzt sich das Sterben von grenzüberschreitenden Verbindungen weiter fort. Seit vielen Jahren gibt es keinen Fernverkehr auf der Schiene mehr zwischen Dresden und Wroclaw, im Dezember 2014 wurde der Eurocity Wawel von Hamburg über Berlin nach Wroclaw ebenfalls eingestellt. Aus den mittleren Teilen Deutschlands ist Südpolen schon heute nur noch mit großen Umwegen und langen Fahrzeiten erreichbar. Auch zwischen Forst (Lausitz) und dem polnischen Zagan gibt es nur noch zwei Zugverbindungen pro Tag. Diese „eisenbahnfreie Zone“ zwischen Zittau und Frankfurt (Oder) ist dann mehr als 200 km lang und bildet ein riesiges Loch im europäischen Eisenbahnnetz.

Der langsame, aber stetige Niedergang der angebotenen regionalen und internationalen Zugverbindungen im Verkehr zwischen Deutschland und Polen zeigt schmerzlich, wo wohl in Zukunft die Potentiale zwischen beiden Nationalstaaten gesehen werden: im Fernbusverkehr.

Pressekontakt: Frank Böhnke, Landesvorsitzender, Ruf 01 77 / 8 93 43 94

Über den Deutschen Bahnkunden-Verband (DBV):

Der DBV ist der bundesweit tätige Dachverband für Bahnkunden im Personen- und Güterverkehr. Er wurde 1990 in Berlin gegründet und hat heute über 7.500 Mitglieder (incl. Mitgliedsverbände). Er ist parteipolitisch neutral und unabhängig. Seine Mitglieder arbeiten ehrenamtlich.

 

Deutscher Bahnkunden-Verband e.V.

Brandenburg: Immer noch keine ernsthaften Dialoge mit allen Akteuren


Am 9.2.2015 trafen sich im Brandenburger Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung auf Wunsch des DBV-Landesverbandes Berlin-Brandenburg der Landesvorstand mit Ministerin Kathrin Schneider zu einem ersten Gespräch. Der DBV bedauert, dass es bei Intransparenz und fehlendem Dialog bleiben wird. In den nächsten Jahren wird es immer weniger Geld für den Bahn- und Busverkehr in Brandenburg geben. Da wäre eine breite und frühzeitige Einbeziehung aller Betroffenen eine Notwendigkeit, um in einem demokratischen Gemeinwesen optimale Kompromisse zu finden.
Laut Ministerin Schneider können die Verbände stolz darauf sein, was sie alles erreicht hätten. Sie sieht keine Notwendigkeit, das bisherige Verfahren zu ändern. Der DBV bedauert diesen Standpunkt. Unter anderem kritisiert der DBV neben anderen Verbänden die absolute und strengste Geheimhaltung von der Ideensammlung bis zum Abschluss der Verkehrsverträge.
Der Landesvorstand ist sich einig: Wir wollen nicht mit entscheiden, wer den Zuschlag bekommt, sondern mit Abgeordneten und dem Verkehrsministerium darüber sprechen, welche Bedingungen in die Ausschreibungen einfließen. Die Geheimhaltung des Ministeriums ist nicht notwendig, widerspricht demokratischen Gepflogenheiten und verhindert eine breite, öffentliche Diskussion.
Schließlich fließen in die Bestellungen von Bahn- und Busverkehren über 400 Millionen Euro pro Jahr und die Öffentlichkeit darf nicht erfahren. Leider verschließt sich die Brandenburger Landesregierung und das Verkehrsministerium ohne verständlichen Gründen einer Diskussion und Mindesttransparenz darum, wofür Steuergeld tatsächlich ausgegeben wird. (Pressemeldung DBV Brandenburg, 16.02.15).

15 ODEG-Sonderfahrten in diesem Jahr


 Die Ostdeutsche Eisenbahn GmbH – ODEG bietet 2015 fast doppelt so viele Ziele und dreimal so viele Fahrten wie im letzten Jahr an. Neue Routen, mehr Ziele, besondere Regionen im Norden und Osten Deutschlands und zum ersten Mal sogar bis in den Süden. Alles ohne Zwischenstopp.
Eingesetzt wird der KISS – das größte Triebfahrzeug der ODEG-Fahrzeugflotte. Der doppelstöckige Zug bietet modernsten Komfort, klimatisierte Wagen, Steckdosen und Beinfreiheit sowie großzügige barrierefreie Mehrzweckabteile für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste und Fahrräder. Zudem stehen für die Fahrgäste während der Sonderfahrt preisgünstige Snacks und Getränke bereit.
Eigens für die Sonderfahrten wurde ein neues Ticketsystem eingeführt. Ab sofort können Reisende ihre Fahrscheine im neuen Ticketshop auf odeg.de kaufen und bequem zu Hause ausdrucken. Natürlich ist auch weiterhin der direkte Verkauf in der ODEG-Servicestelle in Berlin-Lichtenberg, Möllendorffstraße 49, 10367 Berlin, möglich oder für Kurzentschlossene am Reisetag im Zug, aber nur solange der Vorrat reicht.
Folgende neue Reiseziele werden von April bis Dezember 2015 direkt angefahren, alle Infos unter http://odeg.de/ausfluege-veranstaltungen/sonderfahrten (Pressemeldung ODEG, 13.02.15

Pro Bahn: Fahrgastrekord nicht überbewerten

Mit Skepsis bewertet der Fahrgastverband PRO BAHN die am heutigen Mittwoch veröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamtes (destatis) zu den Fahrgastzahlen in öffentlichen Verkehrsmitteln. Einerseits ist der Personennahverkehr auf der Schiene auch im Jahr 2014 wieder gewachsen. Nach destatis-Angaben stiegen die Fahrgastzahlen der Eisenbahn im Nahverkehr um 2,1 Prozent. im Nahverkehr mit Straßen-, Stadt- und U-Bahnen sind es immerhin 1,7 Prozent. Andererseits verbuchte der Fernverkehr auf der Schiene mit -1,3 Prozent einen Rückgang. Außerdem fuhren weniger Personen mit Nahverkehrsbussen (-1,1 Prozent).
„Selbstverständlich freuen wir uns über die Wachstumszahlen, denn sie dokumentieren das teilweise große Fahrgastinteresse. Allerdings betrübt uns der Rückgang im Fernverkehr, dessen Potential seit Jahren nicht ausgeschöpft ist“, erklärte Gerd Aschoff, Sprecher des Fahrgastverbandes PRO BAHN. Angesichts der steigenden Fahrgastzahlen im Regionalverkehr werde es in den kommenden Jahres wegen der zunehmenden Finanzierungslücken sehr schwierig werden, das attraktive Angebotsniveau zu halten. Rückgänge der Fahrgastzahlen wären die Folge.
Die Schienenverkehrsbranche sei längst in Alarmstimmung, weil der Bund die dringende Erhöhung der Regionalisierungsmittel vertagt habe. Aschoff: „Die Länder benötigen zur zukünftigen Finanzierung des Nahverkehrs auf der Schiene eine Erhöhung von 7,3 auf 8,5 Milliarden jährlich.“ Wenn die nicht kommt, wird es Abbestellungen und Streckenstilllegungen geben. Die Höhe der von den Fahrgästen zu zahlenden Fahrpreise sei selbst nach Ansicht der Verkehrsunternehmen „weitgehend ausgereizt“.
An der Erhöhung der Zuwendungen aus dem Bundeshaushalt führe kein Weg vorbei. „Eine Sparrunde ist den Fahrgästen, die vergeblich auf ihren Zug warten, nicht mehr zu vermitteln“, warte PRO BAHN eindringlich (Pressemeldung Pro Bahn, 12.02.15).

Allianz pro Schiene: Bund bremst boomende Regionalbahnen aus


Nach den am heutigen Mittwoch veröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamtes (destatis) ist der Personennahverkehr auf der Schiene auch im Jahr 2014 wieder gewachsen. Nach Angaben von destatis stiegen die Fahrgastzahlen der Eisenbahn im Nahverkehr um 2,1 Prozent. Der „Wachstumsmotor“ in den verschiedenen Segmenten des öffentlichen Verkehrs sei vor allem der Schienennahverkehr gewesen, meldete die Behörde aus Wiesbaden und sprach von einem „neuen Höchststand bei Fahrgästen im öffentlichen Personenverkehr“.
„Dieses erfreuliche Wachstum ist kein Einmaleffekt. Beim Schienennahverkehr beobachten wir seit Jahren eine steigende Nachfrage“, sagte der Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, Dirk Flege, am Mittwoch in Berlin. „Dabei hat der öffentliche Verkehr seine Wachstumsgrenzen noch nicht erreicht. Das Potenzial ist riesig, wenn das Angebot an die Reisenden stimmt.“ Flege verwies auf eine aktuelle Broschüre der Allianz pro Schiene, die 13 Regionalbahnen aus fast allen Bundesländern porträtiert. „Jede dieser Bahnen entwickelte sich in kurzer Zeit zu einem Fahrgastmagneten, weil die Verantwortlichen vor Ort alles richtig gemacht haben“, lobte der Allianz pro Schiene-Geschäftsführer.
Angesichts der steigenden Fahrgastzahlen im Regionalverkehr sei es umso bedauerlicher, dass der Bund derzeit den weiteren Ausbau finanziell ausbremse. „Statt die Weichen zügig auf Ausbau zu stellen, hat der Bund die im Koalitionsvertrag angekündigte Neufestsetzung der Regionalisierungsmittel auf 2015 vertagt.“ Flege verwies auf einen aktuellen Gesetzesentwurf des Bundes, wonach die Länder im laufenden Jahr 7,4 Milliarden Euro erhalten sollen, dieselbe Summe wie im Vorjahr mit einer moderaten Erhöhung von 1,5 Prozent. Die Länder hatten dagegen einen Bedarf von 8,5 Milliarden Euro gutachterlich ermittelt und den Bund um eine schnelle Umsetzung und langfristige Planungssicherheit ersucht, um die stetig steigenden Betriebs-, Energie- und Personalkosten aufzufangen und den Nahverkehr weiter auszubauen.
Die Allianz pro Schiene unterstützt die Forderung der Länder, weil die Kürzungsrunden in den Jahren 2007 und 2008 und zu knapp bemessene Steigerungsraten seit 2009 bereits jetzt zu spürbaren Engpässen im Nahverkehr auf der Schiene geführt haben. „Die Neufestsetzung der Regionalisierungsmittel ist überfällig“, sagte der Allianz pro Schiene Geschäftsführer. „Die Länder haben ihren Bedarf von 8,5 Milliarden Euro nachvollziehbar begründet, aber der Bund tritt auf die Bremse. Die wachsenden Fahrgastzahlen zeigen eindeutig: Die Menschen in Deutschland wollen mehr Schienenverkehr“, sagte Flege. „Eine Sparrunde im boomenden Nahverkehr wäre den Reisenden schwer zu vermitteln.“
Die Regionalisierungsmittel, die die Länder seit der Bahnreform erhalten, stammen aus dem Mineralölsteueraufkommen des Bundes (Pressemeldung Allianz pro Schiene, 12.02.15).

RE 1-Sperrung Potsdam – Werder: 15 Kritikpunkte, was alles in 12 Tagen schlecht gelaufen ist

(13.12.2014, DBV-Landesverband Berlin-Brandenburg) Im Tagesdurchschnitt sind auf der Linie RE 1 zwischen Frankfurt (Oder)  und Magdeburg 45.000 Fahrgäste täglich unterwegs. Sie alle waren von der Sperrung vom 1. bis 12.12.2014 zwischen Potsdam Park Sanssouci und Werder betroffen. Die Erreichbarkeit der Brandenburgischen Landeshauptstadt aus Richtung Westen war kaum noch gegeben. Der DBV kritisiert, dass durch unzureichende Information und einen nicht angemessenen Ersatzverkehr viele Fahrgäste verärgert waren – ein Mehr an Zeitaufwand von einer Stunde pro Tag waren keine Seltenheit. Viele Fahrgäste sind verärgert und fragen, wofür sie eigentlich bezahlt haben. DB Regio hat in Vergangenheit gezeigt, dass es auch besser geht – die zwölf Tage im Dezember waren keine Glanzleistung!

Stichpunktartig lässt sich die Kritik folgendermaßen zusammenfassen:

Grundsätzliches

1. Naheliegend wäre die Führung der RE 1-Züge von Potsdam über Golm nach Werder. In Golm besteht die Möglichkeit, sowohl nach Potsdam als auch Werder zu fahren. Dies war laut DB Regio aus betrieblichen Gründen nicht möglich. Warum wurden die Fahrpläne der RB-Linien 20, 21 und 22 nicht angepasst?

2. Die schlechte Information zeigt, dass die Rolle des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg bei der Planung von zukünftigen Ersatzverkehren gestärkt werden muss. Eine Information der Fahrgäste und der anderen Verkehrsunternehmen eine Woche vorher ist eine Zumutung. Im konkreten Fall sind die Verkehrsbetriebe Brandenburg (Havel) deshalb gar nicht in der Lage gewesen, die Fahrpläne der Straßenbahnen und der Nachtbusse anzupassen. Nochmalige lange Wartezeiten am Brandenburger Hauptbahnhof von 30 und mehr Minuten waren die Folge. Hier ist der VBB als Koordinator gefragt. Im Moment planen und bestellen die Verkehrsunternehmen in eigener Zuständigkeit den Umfang des Ersatzangebotes für ihre betroffenen Linien.

3. Es müssen in angemessenem Umfang barrierefreie Fahrzeuge eingesetzt werden. Steht für eine ausgefallene Zugfahrt ein Bus zur Verfügung, so muss dieser zwingend mindestens einen Rollstuhl-/Kinderwagenplatz haben. Der Einsatz eines solo fahrenden Reisebusses ist kein Ersatz!

4. Der RE 1 von, nach und durch Berlin wird hauptsächlich von Berufspendlern genutzt. Der zusätzliche Zeitaufwand hat in vielen Fällen den Weg zwischen Wohnort und Arbeit um insgesamt 10 Stunden durch die Sperrung verlängert (bei 30 Minuten pro Fahrt und Werktag). Warum werden die Fahrgäste hierfür nicht entschädigt, sondern mussten selbstverständlich den gleichen Fahrpreis wie für die bequeme Direktfahrt zahlen? Der VBB hat für die nicht stattgefundenen Fahrten schließlich auch keine Entgelte an DB Regio gezahlt.

5. Sofern auf Umsteigestationen längere Wartezeiten entstehen, die durch eine Sperrung verursacht sind, sind in der kalten Jahreszeit in ausreichender Zahl geeignete beheizbare Aufenthaltsmöglichkeiten bereitzustellen.

Fahrgastinformation 6. Ansagen in den Zügen unmittelbar vor und während der Sperrung mit Hinweisen auf die Sperrung waren nicht die Regel. 7. Die Informationshefte mit den Baufahrplänen und dem Ersatzangebot waren nicht in ausreichender Zahl sowohl in den Zügen, auf den Bahnsteigen und im Potsdamer Hauptbahnhof vorrätig. 8. Die Bildschirme in den Zügen waren größtenteils nicht abgeschaltet, sondern zeigten den regulären Laufweg mit fiktiven Ankunftszeiten an. Das war mehr verwirrend als hilfreich. 9. Die Fahrpläne für den Bauzeitraum waren auch für geübte Bahnfahrer eine Herausforderung und teilweise erst nach minutenlangem Studium verständlich. 10. In der VBB-Liveauskunft fuhren die Züge, die in Park Sanssouci enden sollten, bis Golm weiter und von Golm über Werder nach Brandenburg. Sie endeten jedoch in Park Sassouci. DB Regio bestätigte uns auf mehrfache Nachfrage, dass ein Führen der Züge über Golm aus betrieblichen Gründen nicht möglich sei. Stufe II der Komplettverwirrung. 11. Es fehlten auf allen Umsteigebahnhöfen große Aufsteller zur Wegeleitung. Wer ortsunkundig war, war auf die Unterstützung der anderen Fahrgäste angewiesen. 12. Welchen Informationsgehalt hat es für den Fahrgast, wenn im Zug unterwegs der bevorstehende Wechsel der Zugnummer angesagt wird? Das trägt zur Verwirrung bei und sollte in Zukunft unterbleiben.

Bus-Ersatzverkehre 13. Das Sitz- und Stehplatzangebot in den Ersatzbussen war insbesondere im Berufsverkehr an den ersten Tagen nicht ausreichend.

14. Es kam vor, dass ortsunkundige Busfahrer und Reisebusse eingesetzt wurden. Die Busfahrer sind darauf hinzuweisen, dass sie in Potsdamer Stadtgebiet die Busspuren zu nutzen haben.

15. Häufig haben Ersatzbusse bei Verspätungen in Werder, Park Sanssouci und Potsdam Hbf nicht auf verspätet ankommende Züge gewartet. Der Bus hat auf den Zug, den er ersetzt, zu warten! Auch wenn ein Zug 20 Minuten oder mehr Verspätung hat, darf dies nicht zu Lasten des Fahrgastes gehen.

 

Über den Deutschen Bahnkunden-Verband (DBV): Der DBV ist der bundesweit tätige Dachverband für Bahnkunden im Personen- und Güterverkehr. Er wurde 1990 in Berlin gegründet und hat heute über 7.500 Mitglieder (incl. Mitgliedsverbände). Er ist parteipolitisch neutral und unabhängig. Seine Mitglieder arbeiten ehrenamtlich.

Baufahrplan RE1 eine Zumutung

Der Baufahrplan vom 1.12. – 12.12.2014 ist ja ein Schlag ins Gesicht der Bahnkunden. Für zwei Wochen kommt es zur Vollsperrung zw. Werder und Potsdam. Der RE 1 wird wie immer über Golm umgeleitet und umfährt damit auch Potsdam, Werder wird mit Bussen an die Station Park Sanssouci angebunden.

Ansonsten gibt es keinen direkten Ersatzverkehr. Der baufahrplan führt dazu noch fachunkundige Bahnbenutzer in die Irre, da der Fahrplan mit zig Ausnahmen und Tagesregelungen gespieckt ist.

Gut 40 Minuten sind zusätzlich einzuplanen, dabei steht man größtenteils nur auf Bahnhöfen herum und das bei den jetzigen Temperaturen. Hier folgt ein Auszug aus einer mail an VBB und DB Regio.

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……..das kann doch nicht Ihr Ernst sein.

20 Minuten Wartezeit in Golm, kein Ersatzzug – sondern die Planleistung aus Wustermark und das bei den jetzt fallenden Temperaturen. Haben Sie schon mal bei Wind und Wetter in Golm gewartet….?  In den Zügen ist die Stimmung dementsprechend.

Warum findet in Golm kein Fahrt Richtungswechsel statt? Die einfachste Lösung und evtl. verbunden mit nur 10 Minuten Verspätung, aber Fahrgäste müssen nicht umsteigen.

Warum bietet man nicht in Golm einen Pendelzug an, der Anschluss an den RE 1 aus BRB/MD bietet? Ein fünfteiliger Talent könnte hier eingesetzt werden.

Man könnte hier mehr tun, als diesen Fahrgastunfreundlichen Fahrplan. DB Regio verdient mit dem RE1 genug, um die Bauarbeiten abzufedern.

Der Busverkehr Werder – Potsdam Park Sanssouci ist eher nur von Regionaler Bedeutung, aber nicht für die Pendler die in die Innenstadt müssen.

Aber auch die Merkwürdigkeit, dass es keine Anschlüsse von Werder zu den RE 1 nach FkO gibt.

Weitere Merkwürdigkeit: Warum setzt man den RE1 ab 17:21 nicht Planmäßig ab Potsdam ein?

Dieser verkehrt mit der Golmer RB gemeinsam und kann bis Golm gekuppelt bleiben und dort entweder gemeinsam weiter nach BRB oder wie üblich getrennt nach BRB verkehren. Dies wäre zumindest eine kleine Abfederung der Missstände.

Solch einen schlechten Baufahrplan hat es schon lange nicht mehr gegeben. Die normale Fahrzeit mit gut 40 Minuten aufzustocken, lange Wartezeiten zu erzeugen, dass zeigt, dass dem EVU die Fahrgäste mehr als egal sind. Es lagen zu wenige Bau Fahrpläne in den Zügen aus, die Infos waren auch eher spärlich. Hier muss nachgebessert werden.

Vor dem Hintergrund der ab Januar steigenden Fahrpreise eine tolle Leistung!

 

 

 

Streik im DB-Personenverkehr: Wer denkt an die mobilitätseingeschränkten Fahrgäste?

(DBV-Bundesverband, 5.11.2014) Mit großer Besorgnis nimmt der DBV-Bundesbeauftragte für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste, Manfred Kurt Vormelker, den unmittelbar bevorstehenden Streik im DB-Personenverkehr zur Kenntnis: „Es ist ein Schlag ins Gesicht für alle Menschen, die auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind und auf Grund ihrer Behinderung kaum Ausweichmöglichkeiten haben.“ Insbesondere die Daseinsfürsorge für diesen Personenkreis sieht er bei einem viertägigen Streik nicht mehr gewährleistet.

Er bekräftigt in diesem Zusammenhang die Forderung des DBV-Bundesvorstandes, dass es im Rahmen von gesetzlichen Notfahrplänen ein Mindestangebot im Nah- und Fernverkehr geben muss. Sonst sind alle behinderten Fahrgäste doppelt aus dem gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen.

Pressekontakt: Manfred Kurt Vormelker, DBV-Beauftragter für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste, Ruf 01 51 / 52 16 76 35

Pendler – protestiert gegen die GDL Machtspiele

Wenn man sich nicht rührt, kann und muss die GDL auch nicht einlenken. Wir sagen  – ruft bei der GDL an, diskutiert mit den streikenden Lokführern (wenn man zur Streikzeit welche findet), mailt euren Unmut – denn nur dann versteht die Gewerkschaft, was draußen los ist.

letztlich bezahlen wir Kunden doppelrt, mit unseren Stunden, wo wir nicht arbeiten können und letztlich die Lohnerhöhung, welche unsere „armen“ lokführer wieder mal erhalten.

Problem ist und bleibt aber nicht der finazuielle Tarifabschluss, sondern die GDL führt ein Kampf gegen eine andere Hewerkschaft…..

 

Link: www.gdl.de (unter Vor Ort sind die regionalen Ansprechpartner)

GDL tickt aus – erneut Streikwelle

Jetzt hakt es bei der GDL nun entgültig. Es ist kein Arbeitskampf, es ist ein machtkampf von Weselsky gegenüber der Gewerkschaft EVG und der Deutschen Bahn. Verlierer sind zum Schluss die Bahnkunden und wohl auch das Zugpersonal.

Die Fernbusse freuen sich, 20% mehr Fahrten werden angeboten, im Fernbusnetz wurden von privaten Betreibern zusätzliche Busse angemietet bzw. beauftragt. Das bedeudet, die GDL vernichtet mit ihren Aktionen die eigenen Arbeitsplätze. Aber ich vermute mal, dass interessiert die Gewerkschaftler der GDL auch nicht, denn Macht zu haben und diese auszuspielen, dass hat ganz andere Beigeschmäcker…

Letztlich wird auf dem Rücken der Bahnkunden alles ausgetragen. Vor allem die Pendler trifft es wieder hart, sind diese doch auf die Bahn angewiesen und wollen pünktlich am Arbeitsplatz ankommen. Schüler werden stehen gelassen, wer trägt dafür die Verantwortung, wenn etwas passiert?

Die Bahnkunden warten auf das Einheitstarifgesetz – uns Pendler wäre ja schon geholfen, wenn die GDL auch einen Notfallfahrplan unterstützen würde und so wenigstens den Nahverkehr ein Grundgerüst ermöglichen würde…..

Aber solange die GDL im selbst genannten „Kampfmodus“ steht, ist da nichts zu erwarten. Ein Schaden für die gesamte Gewerkschaftsarbeit.

 

Thomas Stranz

 

 

 

 

Sachsen: 20 Jahre Zweckverband Öffentlicher Personennahverkehr Vogtland

Die Entwicklung des Personennahverkehrs im Vogtland ist eine Erfolgsgeschichte auf Schiene und Straße. Das betonte Dr. Tassilo Lenk, Landrat des Vogtlandkreises und Vorsitzender des Zweckverbandes Öffentlicher Personennahverkehr Vogtland (ZVV) während einer Jubiläumsveranstaltung in Auerbach. Anlass ist der 20. Geburtstag des Zweckverbandes. Dr. Tassilo Lenk dankte zahlreichen Mitgestaltern aus Politik und Wirtschaft, die in den zurückliegenden Jahren den ZVV mitgestaltet haben. „
Dabei ging es stets darum, den öffentlichen Personennahverkehr als Grundversorgung für unsere Bürger so attraktiv wie nur möglich zu gestalten. Das war und ist kompliziert, denn Ideen und Vorhaben für die Gestaltung attraktiver Angebote müssen mit den finanziellen Möglichkeiten in Übereinstimmung gebracht werden“, betonte Dr. Tassilo Lenk.
Der ZVV war am 15. September 1994 von den damaligen Landkreisen Auerbach, Klingenthal, Oelsnitz, Plauen und Reichenbach sowie der kreisfreien Stadt Plauen gebildet worden. Mit Inkrafttreten der Kreisgebietsreform am 1. Januar 1996 sind der Vogtlandkreis und die Stadt Plauen Mitglieder des Zweckverbandes.
In den 20 Jahren ist es den Verbandsräten und Mitarbeitern gemeinsam mit den kooperierenden Verkehrsunternehmen gelungen, den Nahverkehr nicht nur für das Vogtland erfolgreich zu gestalten, sondern auch einige der damit verbundenen Maßnahmen als Pilotprojekte in Sachsen und ganz Deutschland auf den Weg zu bringen. Dazu gehören eine der ersten Ausschreibungen im Schienenpersonennahverkehrs, die Gestaltung des länderverbindenden Nahverkehrssystems EgroNet und der Einsatz des Handys als Taschenfahrscheinautomat mit HandyTicket.
Auf weitere wichtige Etappen der ZVV-Entwicklung wurde während der Veranstaltung hingewiesen. So fuhr im November 1997 die Vogtlandbahn erstmals auf der Stecke Zwickau – Falkenstein – Klingenthal. Ab Februar 1998 war die Mobilitätszentrale, später Tourismus- und Verkehrszentrale, in Auerbach für die Kunden da. 1999 wurde der Verbundtarif Vogtland (VTV) eingeführt. Im Mai 2000 rollte der erste Zug nach 55 Jahren über die Behelfsbrücke in Klingenthal nach Tschechien. 2003 wurde der ZVV vom Deutschen Bahnkundenverband dem Schienenverkehrspreis ausgezeichnet.
Zu Jahresbeginn 2004 nahm die Verkehrsverbund Vogtland GmbH (VVV) als 100prozentige Tochter des ZVV ihre Arbeit auf. Mitte 2008 wurde das sanierte Gartenhaus mit dem neuen Anbau als Leitstelle für Nahverkehr und Tourismus im Vogtland eingeweiht. Im November 2011 wurden Echtzeitauskunft „VVV e(x)xakt“ und neuer Internet-Auftritt von www.vogtlandauskunft.de freigeschaltet. Mitte 2013 traf die erste von insgesamt sechs neuen Straßenbahnen in Plauen ein. Seit Frühjahr 2014 läuft der Bau der neuen ÖPNV-Verknüpfungsstelle Haltepunkt Plauen – Mitte.
Dr. Bernd Rohde aus dem SMWA dankte den Verantwortlichen des ÖPNV im Vogtland für die gute Arbeit. Gleichzeitig verwies er darauf, dass große Anstrengungen erforderlich sind, um trotz der Revision der Regionalisierungsmittel den Vogtländern entsprechend der demografischen Veränderungen neue Formen des öffentlichen Personennahverkehrs anzubieten (Pressemeldung Zweckverband Öffentlicher Personennahverkehr Vogtland, 23.10.14).

EVG: Zweite Verhandlungsrunde DB AG

Die EVG hat ihre Tarifverhandlungen mit der Deutschen Bahn in Frankfurt am Main fortgesetzt. Einer der Verhandlungsschwerpunkte wird die Forderung der EVG sein, die 5.000 in unserer Gewerkschaft organisierten Lokführer, die bei der DB AG beschäftigt sind, in die Tarifsystematik der EVG zu integrieren.
Dazu war nach der Auftaktverhandlung in Berlin eine paritätisch besetzte Arbeitsgruppe gebildet worden. Die Ergebnisse bilden nun die Grundlage zu weiteren Verhandlungen. Erörtert werden soll zudem ein „Fahrplan“ zur Weiterentwicklung der Berufsgruppen. „Die Anforderungen an die Kolleginnen und Kollegen haben sich deutlich verändert, so dass hier dringender Anpassungsbedarf besteht“, machte EVG-Verhandlungsführerin Regina Rusch-Ziemba deutlich. Auch zu diesem Themenkomplex war eine Arbeitsgruppe eingerichtet worden, deren Ergebnisse nun Verhandlungsgegenstand sind.
„Wir gehen unsere Verhandlungen mit der DB AG sehr konstruktiv und zielgerichtet an“, stellte Regina Rusch-Ziemba fest. „So lange sich abzeichnet, dass ein Ergebnis am Verhandlungstisch zu erzielen ist, sehen wir keine Notwendigkeit, zu Arbeitskämpfen aufzurufen“, machte sie deutlich. Die Tarifverhandlungen der EVG würden aber in den Betrieben mit zahlreichen kreativen Aktionen begleitet. Es sei am Arbeitgeber, den Verhandlungsverlauf so zu gestalten, dass weitere Verhandlungen möglich seien. (Pressemeldung Bundestag
, 23.10.14).

Deutsche Bahn: Fortschritte in der Tarifrunde mit der EVG erzielt


In der Tarifrunde 2014 zwischen der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) und der Deutschen Bahn wurden am heutigen zweiten Verhandlungstermin Fortschritte erzielt.
Neben der Forderung nach höheren Löhnen und einer sozialen Komponente geht es in den laufenden Verhandlungen mit der EVG auch um die Überarbeitung des Entgeltsystems und die Frage, wie auch künftig konkurrierende Tarifverträge vermieden werden können. In den vergangenen Wochen haben zwei Arbeitsgruppen mit Teilnehmern beider Seiten dazu mögliche Szenarien vorbereitet. Diese wurden heute vorgestellt und diskutiert.
DB-Personalvorstand Ulrich Weber: „Wir sind im Sinne aller Mitarbeiter einen guten Schritt vorangekommen, auch wenn noch wesentliche Punkte offen sind. Klar ist: Wir halten weiterhin an unserem Ziel fest, unterschiedliche Tarifverträge für ein und dieselbe Berufsgruppe zu vermeiden.“
Die Tarifverhandlungen mit der EVG werden am 21. November 2014 in Frankfurt fortgesetzt (Pressemeldung Deutsche Bahn, 23.10.14).

EVG: Zweite Verhandlungsrunde zwischen EVG und DB AG


Die EVG setzt ihre Tarifverhandlungen mit der Deutschen Bahn fort. Die zweite Verhandlungsrunde findet am Mittwoch in Frankfurt am Main statt. Einer der Verhandlungsschwerpunkte wird die Forderung der EVG sein, die 5.000 in unserer Gewerkschaft organisierten Lokführer, die bei der DB AG beschäftigt sind, in die Tarifsystematik der EVG zu integrieren.
Dazu war nach der Auftaktverhandlung in Berlin eine paritätisch besetzte Arbeitsgruppe gebildet worden. Die Ergebnisse bilden nun die Grundlage zu weiteren Verhandlungen.
Erörtert werden soll zudem ein „Fahrplan“ zur Weiterentwicklung der Berufsgruppen. „Die Anforderungen an die Kolleginnen und Kollegen haben sich deutlich verändert, so dass hier dringender Anpassungsbedarf besteht“, machte EVG-Verhandlungsführerin Regina Rusch-Ziemba deutlich. Auch zu diesem Themenkomplex war eine Arbeitsgruppe eingerichtet worden, deren Ergebnisse nun Verhandlungsgegenstand sind.
„Wir gehen unsere Verhandlungen mit der DB AG sehr konstruktiv und zielgerichtet an“, stellte Regina Rusch-Ziemba fest. „So lange sich abzeichnet, dass ein Ergebnis am Verhandlungstisch zu erzielen ist, sehen wir keine Notwendigkeit, zu Arbeitskämpfen aufzurufen“, machte sie deutlich. Die Tarifverhandlungen der EVG würden aber in den Betrieben mit zahlreichen kreativen Aktionen begleitet. Es sei am Arbeitgeber, den Verhandlungsverlauf so zu gestalten, dass weitere Verhandlungen möglich seien (Pressemeldung EVG, 22.10.14).

Deutsche Bahn: Streikmobilisierung des Zugpersonals läuft ins Leere

An dem seit Freitag andauernden Streik der GDL haben sich überwiegend nur Lokomotivführer beteiligt. Unter den 4.000 Streikenden waren rund 90 Prozent Lokführer. Damit wird deutlich, dass der selbstgewollte Vertretungsanspruch der GDL für das Zugpersonal nicht greift, erklärt die Deutsche Bahn heute in Berlin. Da passt es ins Bild, dass beispielsweise die Anzahl der streikenden Beschäftigten in der Bordgastronomie im unteren einstelligen Bereich lag. Andere Berufsgruppen konnten demnach so gut wie nicht mobilisiert werden.
Das zeigt: Der Anspruch der GDL andere Berufsgruppen im Konzern vertreten zu wollen, geht ins Leere und trifft auf äußerst geringe Akzeptanz. Zudem stellt sich die Frage, ob es wirklich angemessen ist, dass wenige tausende Streikende das Leben vieler Millionen Menschen in Deutschland erheblich erschweren und die Wirtschaft schädigen, trotz Vorlage eines neuen, deutlich verbesserten Angebots der DB (Pressemeldung Deutsche Bahn, 19.10.14).

IGEB: Fahrgastverband kritisiert Machtkampf auf dem Rücken der Fahrgäste

Die Gewerkschaft der Lokführer (GDL) hat erneut zum Streik aufgerufen, dieses Mal über das gesamte Wochenende. Damit wurden die Reise- und Ausflugspläne zehntausender Fahrgäste schwerwiegend beeinträchtigt oder ganz verhindert. Das Verständnis für den Streik wird damit weiter schwinden. Der Berliner Fahrgastverband IGEB sieht die GDL und gleichermaßen die Deutsche Bahn (DB) in der Pflicht, endlich an den Verhandlungstisch zurückzukehren.
Die IGEB-Forderungen:
1. GDL und DB müssen endlich wieder am Verhandlungstisch miteinander reden. Da der Konflikt aber schon eskaliert ist, sind Gespräche nur unter Leitung von beidseitig akzeptierten Vermittlern sinnvoll.
2. Die DB darf nicht länger auf Zeit spielen, denn die von ihr erhoffte Gesetzesinitiative der Bundesregierung wird nach Einschätzung der meisten Fachleute einer verfassungsrechtlichen Prüfung nicht standhalten.
3. Die Bundesregierung sollte ihre Energie nicht länger auf eine wenig aussichtsreiche Gesetzesinitiative im Arbeitsrecht konzentrieren, sondern endlich gesetzlich regeln, dass beim Fernverkehr und insbesondere bei dem von den Steuerzahlern mitfinanzierten Nahverkehr immer ein Mindestangebot eines garantierten verlässlichen Notfahrplans gefahren werden muss, das nicht bestreikt werden darf. In anderen europäischen Ländern gibt es solche Regelungen.
4. Die GDL muss endlich ihr Versprechen einlösen, Streikmaßnahmen rechtzeitig anzukündigen. „Rechtzeitig“ muss heißen: 24 Stunden vor Streikbeginn.
5. Die DB darf nicht länger schon viele Stunden vor Streikbeginn den Zugverkehr massiv einschränken. Dafür haben die Fahrgäste kein Verständnis. Demgegenüber verstehen sie es, dass es nach einem Streik Stunden dauern kann, bis wieder alle Züge fahrplanmäßig fahren.
6. GDL und DB müssen endlich begreifen, dass bei Fortsetzung des Streiks beide verlieren werden. Denn der Streik erweist sich als ein massives Förderprogramm für den Fernbusverkehr, der von der Bundesregierung durch die Freistellung der Busse von der Autobahnmaut ohnehin schon bevorzugt wird.
7. Die Information der Öffentlichkeit über die Notfahrpläne der DB und die Angebote der nicht bestreikten Bahnunternehmen muss besser werden. Hier ist auch der VBB gefordert. In diesem Zusammenhang dankt der Fahrgastverband IGEB allen DB-Mitarbeitern und denen der anderen Eisenbahn- und Nahverkehrsunternehmen, die dafür sorgten, dass der öffentliche Verkehr keineswegs vollständig zusammenbrach (Pressemeldung IGEB, 19.10.14).

BAG-SPNV: Infrastrukturfinanzierung wird nachhaltiger

Bund und Deutsche Bahn einigen sich auf neue Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung (LuFV) – deutlich mehr Investitionen in Infrastruktur vorgesehen.
Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Aufgabenträger im Schienenpersonennahverkehr (BAG-SPNV) begrüßt die Einigung des Bundes mit der DB AG über die künftige Höhe der Bundesmittel für den Erhalt der Schieneninfrastruktur und hofft auf die politische Bestätigung in der parlamentarischen Beschlussfassung.
Nach dem Kenntnisstand der BAG-SPNV zur finanziellen Ausstattung wird mit der neuen Höhe von durchschnittlich vier Mrd. € über fünf Jahre eine gute Grundlage geschaffen, dem Werteverzehr der vergangenen Jahre entgegenzuwirken.
„Mit dieser Einigung stellen sich Bund und DB AG Ihrer Verantwortung für die Schieneninfrastruktur und setzen einen wichtigen Impuls zum Erhalt des Bestandsnetzes“, zeigte sich Dr. Thomas Geyer, Präsident der BAG-SPNV, erleichtert.
Insbesondere die vollständige Re-Investition der Gewinne der Infrastrukturtöchter der DB AG in das Bestandsnetz stellt einen wichtigen Bestandteil der Vereinbarung dar. Daher ist von besonderer Bedeutung, dass diese Gewinne auch stetig erwirtschaftet werden.
„Um die steigenden Renditeerwartungen erfüllen zu können, ist es wichtig, dass mehr Verkehr auf die Schiene gebracht wird. Dies wird aber nur möglich werden, wenn der Personennahverkehr auf der Schiene im Rahmen der Revision der Regionalisierungsmittel ebenfalls deutlich besser ausgestattet wird als heute“, so Geyer weiter (Pressemeldung EVG, 20.10.14).