Brandenburg: Pendelzug verbessert Verbindung zwischen Cottbus und Lübben

Verkehrsministerin Kathrin Schneider hat am Donnerstag in Vetschau das Konzept für den neuen Pendelzug zwischen Lübben und Cottbus vorgestellt. Bei einer Runde mit Vertreterinnen und Vertretern der Kommunen und Landkreise entlang der Bahnlinie erläuterte Ministerin Schneider, dass die Züge alle zwei Stunden in der Zeit zwischen 8 und 22 Uhr verkehren sollen.

„Die neue Regionalbahn ist ein zusätzliches Angebot zwischen den Spreewaldstädten Lübben und Cottbus. Sie wird an allen Bahnhöfen halten, auch in Raddusch, Kunersdorf und Kolkwitz. Die drei Orte sind damit wieder tagsüber mit der Bahn erreichbar. Der Zug ist darauf ausgerichtet das regionale Angebot für Einheimische und Touristen zu verbessern. Der Pendelzug wird zunächst für ein Jahr auf Probe unterwegs sein um die Nachfrage zu prüfen. In diesem Zeitraum entfällt der Schienenersatzverkehr mit Bussen“, sagte Ministerin Schneider.

Ein weiteres Thema der Runde war der Ausbau der Infrastruktur. Für den Bahnhof Königs Wusterhausen sind die Planungen zur Beseitigung des eingleisigen Engpasses vereinbart worden. Darüber hinaus wird von der DB Netz AG der Bau eines neuen Kehrgleises für die Linie RB22 vorbereitet. Es soll im Dezember 2022 in Betrieb genommen werden. In Vorbereitung des zweigleisigen Ausbaus der Strecke Lübbenau-Cottbus sind die ersten beiden Planungsphasen beendet. Jetzt soll ein Vertrag mit der Deutschen Bahn geschlossen werden, der die weitere Planung für den Streckenausbau regelt. Mit dem Ausbau sollen die Kapazitäten für den Regional- und Fernverkehr von Berlin nach Cottbus und Breslau erhöht werden.

Der Pendelzug zwischen Lübben und Cottbus soll mit dem Fahrplanwechsel im Dezember eingeführt werden. Die Fahrzeit der Regionalbahn mit Halt an allen Bahnhöfen auf der Strecke liegt bei etwa einer halben Stunde. Die Kosten für den Betrieb des Zuges liegen bei etwa 3,1 Millionen Euro. Die neue Linie wird von der Ostdeutschen Eisenbahn Gesellschaft ODEG betrieben. Zum Einsatz kommen voraussichtlich Züge des Typs „Regio-Shuttle“ mit 70 Sitzplätzen.

Der RE 2 wird wie bisher Raddusch, Kunersdorf und Kolkwitz am Morgen und am Abend bedienen. Die Züge haben inzwischen eine deutlich bessere Pünktlichkeit. Sie liegt bei mehr als 90 Prozent, zuvor waren nur knapp 80 Prozent aller Fahrten pünktlich.

Pressemeldung Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung

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Sachsen: Pro Bahn kritisiert Anbindung der Stadt Chemnitz an den Fernverkehr

Seit Längerem ist die Stadt Chemnitz vom Fernverkehr abgehängt und auch einige Regionalverbindungen weisen große Defizite auf. Der Fahrgastverband PRO BAHN Mitteldeutschland fordert daher kurzfristige Maßnahmen, um die Reisequalität zu verbessern und einen zeitnahen Anschluss an den Fernverkehr zu erhalten.

„Als sehr belastend empfinden wir die Bedienungsqualität auf der Strecke Chemnitz – Leipzig. Häufige Zugausfälle und ‚historisches‘ Wagenmaterial entsprechen in keiner Weise den Anforderungen der Regionalexpresslinie, die auch eine Zubringerfunktion für den Fernverkehr hat.“, sagt Markus Haubold, PRO-BAHN-Referent für Südwestsachsen. „Bis zum Ausbau und der Elektrifizierung der Strecke muss für den RE 6 zeitgemäßes Wagenmaterial eingesetzt werden“, fordert Anja Schmotz, stellvertretende Vorsitzende des Fahrgastverbands PRO BAHN Mitteldeutschland.

Defizite gibt es auch bei der Anbindung der Stadt Chemnitz in westlicher Richtung. Seit dem Fahrplanwechsel 2011 endet der Regionalexpress von Göttingen via Erfurt bereits in Glauchau. Der zusätzliche Umstieg macht Zugfahrten von und nach Chemnitz unattraktiver.

„Die bisherige Eisenbahnanbindung der Stadt Chemnitz und des Wirtschaftsraums Chemnitz – Erzgebirge entspricht nicht annähernd deren regionaler Bedeutung.“, erklärt Schmotz.

Thüringen hat erst kürzlich erfolgreich gezeigt, wie man kreative Lösungen finden kann und die Verlängerung von drei Intercity-Zügen von Erfurt bis Gera ab Dezember 2018 aus Landesmitteln finanziert. Dem solle es Sachsen gleichtun, findet PRO-BAHN-Vize-Landeschefin Schmotz: „Der Verkehrsverbund Mittelsachsen muss kurzfristig zusätzliche RE- sowie IC-Verkehre zur Durchbindung der bisherigen Anschlüsse aus Erfurt via Gera bis nach Chemnitz realisieren. Der Aufgabenträger hat einen Handlungsspielraum, den er nutzen sollte.“

Pressemeldung PRO BAHN Mitteldeutschland

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Bündnis 90/Die Grünen: Matthias Gastel zu Zahlungen an Ex-Bahnchef Grube

Zu Berichten, wonach an Ex-Bahnchef Grube nach seinem Abgang noch 2,3 Millionen Euro gezahlt wurden, erklärt Matthias Gastel, Sprecher für Bahnpolitik: Wenn die Berichte stimmen und Bahnchef Grube nach seinem freiwilligen Ausscheiden aus dem Amt eine Abfindung in Millionenhöhe bekommen hat, dann ist das an Dreistigkeit kaum zu überbieten.

Der Konzern hat die Probleme bei Pünktlichkeit, Gütersparte oder Verschuldung nicht im Griff, aber wirft dem Ex-Chef 2,3 Millionen Euro für 30 Tage hinterher. Das sind mehr als 75.000 Euro pro Tag – etwa das 30-fache dessen, was eine Pflegekraft pro Monat verdient.

Wir fordern von der Bundesregierung umfassende Aufklärung, schließlich ist der Konzern zu 100 Prozent im Staatsbesitz. Wir wollen von der Bundesregierung wissen: Wann hat sie von der Millionenzahlung erfahren und wie haben sich die Mitglieder der Bundesregierung im Aufsichtsrat bei der Entscheidung über die Zahlung verhalten.

Pressemeldung Bündnis 90/Die Grünen

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Transdev: Erneutes Versagen der Bahninfrastruktur am Wochenende – Deutsche Bahn offenbar nicht wetterfest

„Wir möchten uns bei unseren Fahrgästen für die zahlreichen Beeinträchtigungen ausdrücklich entschuldigen“, sagt Dirk Bartels, Vorsitzender der Geschäftsführung der Transdev Mitteldeutschland GmbH, die den Regionalverkehr in Sachsen betreibt.

„Wir haben uns rund um die Uhr bemüht, die Auswirkungen auf unsere Fahrgäste so gering wie möglich zu halten und wären gerne nach unserem üblichen Fahrplan verlässlich gefahren, doch wegen zahlreicher ausgefallener Weichen und gesperrter Streckenabschnitte von DB Netz vor allem im Bahnhof Leipzig war dies leider nicht mehr möglich. In den betroffenen Netzen hatten wir 15 Komplettausfälle und rund 50 Teilausfälle bei unseren Zugverbindungen.“ Insbesondere wären auch die Gleisverbindungen zu den Tankstellen blockiert gewesen, um Diesel-Fahrzeuge aufzutanken und sie einsatzfähig zu halten, so Bartels weiter.

„Bereits die Auswirkungen der diversen Stürme haben gezeigt, dass die DB Netz AG nicht ausreichend Vorkehrungen für einen reibungslosen Schienenverkehr im Sinne der Fahrgäste sorgt,“ sagt Dr. Tobias Heinemann, Sprecher der Geschäftsführung der Transdev GmbH.

Die Transdev-Gruppe fordert nun ernsthafte Konsequenzen. Dr. Heinemann weiter: „Wir schließen uns ausdrücklich den Forderungen des Netz¬werks Europäischer Eisenbahnen (NEE) an und fordern wie die NEE Konsequenzen von Bundesnetzagentur und Eisenbahnbundesamt. Die Aufsichtsbehörden müssen die personelle und technische Ausstattung sowie die Prozesse der DB Netz AG daraufhin untersuchen, ob der gesetzlich vorge¬se¬hene ungehinderte Netzzugang bei den zahlreichen Mängeln in der Infrastruktur noch gewährleistet werden kann.“

Pressemeldung Transdev

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NEE: Versagen im Raum Halle/Leipzig des Netzbetreibers muss extern untersucht werden

Die Wettbewerbsbahnen verlieren die Geduld mit dem Schienennetzbetreiber DB Netz AG. Grund ist das anhal­tende Unvermögen, geringfügig erschwerte Betriebsbedingungen zu bewältigen. Anlass sind die derzeit noch anhaltenden Streckensperrungen in Mitteldeutschland.

DB Netz zufolge soll die Behebung der seit gestern ver­hängten Sperren erst am heutigen Abend, 20 Uhr, möglich sein. Peter Westenberger, Geschäftsführer des Netz­werks Europäischer Eisenbahnen forderte von Bundesnetzagentur und Eisenbahnbundesamt, die personelle und technische Ausstattung sowie die Prozesse der DB Netz AG daraufhin zu untersuchen, ob der gesetzlich vorge­se­hene ungehinderte Netzzugang gewährleistet werden kann.

Westenberger: „Schneefall, der in Ländern mit leistungsfähigen Bahnsystemen wie der Schweiz, Russland oder Schweden nur ein müdes Blinzeln auslöst, wird bei der DB Netz zum Anlass genommen, Hauptschlagadern und Nebenstrecken des Schienennetzes zwei Tage und länger zu sperren. Es muss ein Ende haben, dass die ganz offenbar unzureichenden Ressourcen bei DB Netz Schäden in Millionenhöhe bei den Verkehrsunternehmen und ihren Kunden verursachen.“ Westenberger machte auf die seit einem Jahr länger und länger werdende Kette von Strecken- und teilweise netzweiten Sperrungen bei Stürmen, zusammengebrochenen oder zeitlich überzogenen Baustellen und Wetterkapriolen aufmerksam.

Nach Einschätzung des Netzwerks gibt es glaubwürdige Hinweise, dass die jüngsten Sperrungen durch eher nich­tige Probleme ausgelöst werden, insbesondere ungeheizte Weichen, für die keine Mitarbeiter mit Besen und Bren­nern zum Freifegen und Auftauen zur Verfügung stehen. Der Hinweis seitens der Wettbewerbsbahnen, Koopera­tionen mit Externen für Problemsituationen einzugehen, verhallt seit Monaten bei DB Netz ungehört. Westenberger spekuliert, dass auch die für das Top-Management geltenden Incentives zur Steigerung der Pünktlichkeit, Teil des Problems sein könnten: „Denn gesperrtes Netz bedeutet in der DB-Logik: null Verspätungsminuten.“

Westenberger dankte den eingesetzten Mitarbeitern im Außen- und Betriebsdienst von Netz und Bahnunter­nehmen: „Hier wird oft bis an die Grenze des Machbaren gekämpft, um Güter- und Personenzüge rollen zu lassen.“ Gegen eine Management-Strategie, den Personal- und Maschineneinsatz nur auf den absoluten Normalfall zu dimensionieren, könnten die Mitarbeiter aber nicht erfolgreich anarbeiten.

Pressemeldung NEE

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Deutsche Bahn: Sicherheitsbericht 2017 zeigt weniger Vandalismus, Automatenaufbrüche und Diebstähle

Die Sicherheit im Bahnsystem ist weiterhin auf hohem Niveau. Das ist das Ergebnis des Sicherheitsberichtes der Deutschen Bahn für das Jahr 2017. Um ein Viertel zurückgegangen ist der Taschendiebstahl (rund 31.000 Fälle). 2017 gab es 38 Prozent weniger aufgebrochene Fahrkartenautomaten (ca. 250) sowie jeweils knapp sieben Prozent weniger Fälle von Vandalismus (rund 9.000) und Metalldiebstahl (ca. 570). Dagegen stieg die Zahl der Graffiti-Beschädigungen (ca. 18.120) um ca. 4 Prozent.

Die Zahl der Übergriffe auf Reisende ist mit ca. 12.680 in etwa gleich geblieben. 2017 nutzten insgesamt deutlich über zwei Milliarden Reisende die Züge der DB in Deutschland. Noch immer verzeichnet die DB einen Anstieg der Angriffe auf Mitarbeiter und hier insbesondere auf die Sicherheitskräfte. 2.550 DB-Mitarbeiter sahen sich 2017 mit Übergriffen konfrontiert; das sind 176 bzw. sieben Prozent mehr als 2016. Von 2015 auf 2016 hatte der Anstieg noch 30 Prozent betragen.

Hans-Hilmar Rischke, Leiter Konzernsicherheit: „Der Umgangston in der Gesellschaft wird rauer, das spüren unsere Mitarbeiter genauso wie die Polizei oder Feuerwehr. Unsere Reaktion: personelle Verstärkung in den Ballungsräumen, entschiedenes Vorgehen gegen Störer, deutlicher Ausbau und Modernisierung der Videotechnik, Einsatz von Bodycams sowie der Einsatz von mehr Hundestaffeln.“

Um sich für gefährliche Situationen zu wappnen, absolvieren Zugbegleiter, Lokführer und Sicherheitskräfte der DB bereits seit Jahren Deeskalations- und Verhaltenstrainings. Es ist ab 2018 für die Mitarbeiter im Kundenkontakt verpflichtend, an dem Training teilzunehmen. Die DB ist zudem auch mit den Gewerkschaften und Betriebsräten im Gespräch, um gemeinsame Lösungen für mehr Sicherheit zu entwickeln.

Die Deutsche Bahn investiert jährlich über 170 Millionen Euro in Sicherheitsvorkehrungen, darunter in Personal, Schulungen und moderne Technik. Bahnhöfe und Züge in Deutschland sind sicherer als viele andere Bereiche des öffentlichen Raums. Neben den 5.000 Beamten der Bundespolizei, die für Strafverfolgung und Gefahrenabwehr zuständig sind, bestreifen 4.000 Sicherheitskräfte der DB die Bahnhöfe und Züge. Statistisch werden mehr Delikte in den Ballungsräumen Frankfurt am Main, Berlin, NRW, Hamburg und München mit starkem Verkehr und vielen Fahrgästen gezählt. Zwei Drittel aller Delikte ereignen sich bei Fahrscheinkontrollen und bei der Durchsetzung des Hausrechts in Bahnhöfen. Schwerpunkte hierbei sind Fußballspiele und andere Großveranstaltungen.

Pressemeldung Deutsche Bahn

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Abellio: Kein Verständnis für witterungsbedingtes Chaos beim Infrastrukturbetreiber DB Netz AG in Mitteldeutschland

Stephan Krenz, CEO der Abellio GmbH, fordert den Infrastrukturbetreiber DB Netz auf, künftig verstärkt Maßnahmen zur Gewährleistung eines reibungslos funktionierenden Schienenpersonenverkehrs zu ergreifen.

„Das System Schiene muss zu jeder Jahreszeit zuverlässig funktionieren. Es ist nicht vermittelbar, dass angesichts mäßigen Schneefalls der komplette Schienenverkehr in Mitteldeutschland zum Erliegen kommt“, sagt der Chef von Abellio Deutschland am Montag in Berlin angesichts der Sperrungen wichtiger Knotenpunkte am vergangenen Wochenende.

Abellio reagiert mit Unverständnis auf die Einstellung des Zugverkehrs am Wochenende. „Nach den Stürmen im Herbst sorgten nun Tage im Voraus angekündigte Schneefälle für ein beispielloses Verkehrschaos in Mitteldeutschland. Mit derartigen Aktionen wird das Vertrauen der Reisenden in den Verkehrsträger Eisenbahn nachhaltig zerstört. Der Infrastrukturbetreiber DB Netz muss endlich wetterfest werden.“

„Ungeheizte Weichen im Winter an wichtigen Knotenpunkten oder fehlendes Personal zur Sicherstellung des Betriebes dürfen nicht sein. Ich fordere die Aufsichtsbehörden auf, die technische und personelle Ausstattung der DB Netz AG grundlegend auf den Prüfstand zu stellen“, unterstreicht Krenz.

Ausdrücklich dankte der Abellio-CEO den zahlreichen Fahrgästen vom Wochenende, die Abellio aufgrund der Sperrungen leider nicht wie gewünscht pünktlich ans Ziel bringen konnte. „Ich danke allen unseren Fahrgästen für ihr Verständnis und ihre Geduld. Abellio hat intensiv gearbeitet, um die Auswirkungen für die Fahrgäste so gering wie möglich zu halten. Ich bedauere die entstandenen Unannehmlichkeiten.“

Pressemeldung Abellio

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Montag, 19 März 2018 – Mofair: Kein Verständnis für witterungsbedingtes Chaos beim Infrastrukturbetreiber DB Netz AG Mitteldeutschland

Am Wochenende ging wegen des plötzlichen erneuten Wintereinbruchs rund um die Knoten Halle/Saale und Leipzig nichts mehr. mofair-Geschäftsführer Dr. Matthias Stoffregen fordert: „Der Infrastrukturbetreiber DB Netz muss wetterfest werden.“

Die technische und personelle Ausstattung von DB Netz muss dringend überprüft werden, um künftig solchen relativ üblichen Wetterphänomenen trotzen zu können, ohne dass wieder alle Räder stillstehen.

Matthias Stoffregen, mofair-Geschäftsführer, fordert den Infrastrukturbetreiber DB Netz auf, künftig verstärkt Maßnahmen zur Gewährleistung eines reibungslos funktionierenden Schienenpersonenverkehrs zu ergreifen. „Das System Schiene muss zu jeder Jahreszeit zuverlässig funktionieren. Es ist nicht vermittelbar, dass angesichts mäßigen Schneefalls der komplette Schienenverkehr in Mitteldeutschland zum Erliegen kommt“, sagte er am Montag in Berlin angesichts der Sperrungen wichtiger Knotenpunkte am vergangenen Wochenende.

mofair reagiert mit Unverständnis auf die Einstellung des Zugverkehrs. „Nach den Stürmen im Herbst sorgten nun Tage im Voraus angekündigte Schneefälle für ein beispielloses Verkehrschaos in Mitteldeutschland. Mit derartigen Aktionen wird das Vertrauen der Reisenden in den Verkehrsträger Eisenbahn nachhaltig zerstört. Der Infrastrukturbetreiber DB Netz muss endlich wetterfest werden,“ so Stoffregen weiter.

mofair spricht sich in diesem Zusammenhang für Konsequenzen von Bundesnetzagentur und Eisenbahnbundesamt aus. „Ungeheizte Weichen im Winter an wichtigen Knotenpunkten oder fehlendes Personal zur Sicherstellung des Betriebes dürfen nicht sein. Ich fordere die Aufsichtsbehörden auf, die technische und personelle Ausstattung der DB Netz AG grundlegend auf den Prüfstand zu stellen“, unterstrich Stoffregen.

Pressemeldung Mofair

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DBV: Regelungen zu Bahnsteighöhen verhindern für Jahrzehnte die Barrierefreiheit

In Deutschland kommen derzeit Bahnsteighöhen von 0,38 Metern, 0,55 Metern, 0,76 Metern und 0,96 Metern über Schienenoberkante (SO) zur Anwendung. Der niveaugleiche Fahrgasteinstieg vom Bahnsteig in den Zug ist dabei ein wesentlicher Baustein für den barrierefreien Zugang zum Bahnsystem.

In §4 Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) wird gefordert, dass die selbstständige Nutzung u. a. der Bahn ohne fremde Hilfe möglich sein muss. Ein niveaugleicher Einstieg bietet dafür genau diese Voraussetzungen, ist jedoch nur möglich, wenn Bahnsteig- und Fahrzeughöhen annähernd identisch sind. Dies nutzt auch nicht nur mobilitätseingeschränkten, sondern allen Fahrgästen: Die stufenfreie Einstiegsmöglichkeit vom Bahnsteig in das Fahrzeug trägt zu einem bequemen und schnelleren Fahrgastwechsel und damit einer kürzeren Haltezeit bei. Diese Vorgaben werden in der Regel (außerhalb von reinen S-Bahn-Systemen) mit einer Bahnsteighöhe von 0,55 Metern erreicht! Viele europäische Länder, wie beispielsweise Österreich, Schweiz, Italien, Frankreich, Dänemark, Tschechien und die Slowakei setzen daher bei Um- bzw. Neubauten auch konsequent eine Bahnsteighöhe von 0,55 Metern um!

Unverständlich ist daher das Festhalten der Deutschen Bahn an dem Sonderweg einer Regelhöhe der Bahnsteige von 0,76 Metern. Absurd bzw. inakzeptabel sind darüberhinaus Mischformen von 0,76 Meter und 0,55 Meter hohen Bahnsteigen an den Zugangsstellen einer Strecke, wie beispielsweise an der in weiten Teilen sanierten Strecke Berlin – Dresden (Beispiel: Bahnhof Rangsdorf 0,55 Meter, Bahnhof Blankenfelde dagegen vorgesehen mit 0,76 Meter) bereits realisiert bzw. noch geplant. Das Ziel des barrierefreien Ein- bzw. Ausstiegs in die Züge wird auf diese Weise für Jahrzehnte verhindert. Selbst die Deutsche Bahn wirbt im Fall der neuen, doppelstöckigen Intercity 2-Züge mit dem barrierefreien Einstieg bei einer Bahnsteighöhe von 0,55 Meter! Auch die Bahnsteige z.B. des ICE-Halts in Coburg wurden bereits mit diesem Maß ausgeführt. Diese Bahnsteighöhe muss daher endlich in die Vorschriften, d. h. die Eisenbahnbau- und Betriebsordnung, als verbindliches Maß für die Regel-Bahnsteighöhe bei Neu- und Umbauten übernommen werden!

Eine sukzessive Umsetzung des Konzepts ist dabei in vielen Fällen sogar ohne teure Um- und Neubauten möglich. Die Lösung liegt dabei im Hochstopfen der Gleise, wie z.B. im Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe zum Teil bereits realisiert.

Pressemeldung DBV

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