Sachsen: Fünf Fahrzeuge fehlen im S-Bahn-Netz

Als unrealistisch hat der Geschäftsführer des ZVNL, Oliver Mietzsch, die Forderungen des Fahrgastverbands Pro Bahn e.V., Landesverband Mitteldeutschland, nach mehr und größeren Fahrzeugen im Mitteldeutschen S-Bahn-Netz bezeichnet. Es gebe zwar auf einzelnen Linien zu bestimmten Uhrzeiten durchaus Kapazitätsprobleme, diese seien aber nicht das Ergebnis falscher Planungen des ZVNL. Die Bestellvorgaben des ZVNL beruhten auf den zum Ausschreibungszeitpunkt vom Eisenbahnverkehrsunternehmen gemeldeten bzw. prognostizierten Fahrgastzahlen.
Problematischer sei vielmehr, dass die Deutsche Bahn AG nicht immer die vertraglich vereinbarten Leistungen erbringe. Ursache hierfür seien im wesentlichen, dass seit Inbetriebnahme des Mitteldeutschen S-Bahn-Netzes im Dezember 2013 aufgrund von Fahrzeugschäden, anschließenden Gewährleistungsproblemen mit dem Hersteller sowie erheblichen Graffitischäden regelmäßig ca. 5 Fahrzeuge im Netz fehlten, zeitweise hätten sogar bis zu 10 Fahrzeuge gefehlt. Deshalb müssten die vertraglich vorgesehenen Doppeltraktionen häufig durch Einfachtraktionen ersetzt werden, wodurch sich die Anzahl der verfügbaren Sitzplätze deutlich verringere.
Der ZVNL befinde sich hierzu seit Inbetriebnahme des Mitteldeutschen S-Bahn-Netzes fast täglich im Gespräch mit der DB, aus dem Hut zaubern ließen sich Fahrzeuge bei einem Einzelpreis im Millionenbereich pro Wagen allerdings nicht, zumal auch Fragen der technischen Kompatibilität (Kuppelbarkeit, Barrierefreiheit, Tunnelfähigkeit ect.) zu beachten seien.
„Der ZVNL hat bei seinen Kapazitätsplanungen die Reisendendaten der DB AG sowie unabhängiger Fahrgastprognosen zu Grunde gelegt, und darauf nochmals eine zusätzliche Sitzplatzmarge von 25% addiert. Mehr war verkehrlich nicht erforderlich und finanziell nicht darstellbar“, so Mietzsch.
Die vielen Fahrzeugschäden und Verunstaltungen ebenso wie die häufigen Streiks hätte niemand voraussehen können, auch nicht Pro Bahn, so der Zweckverbandsgeschäftsführer. Wenn der Fahrgastverband den ZVNL und die anderen Aufgabenträger auffordere, neue Fahrzeuge zu bestellen, möge er bitte auch sagen, woher das Geld dafür kommen solle, so der ZVNLGeschäftsführer: „Mit unrealistischen Forderungen ist niemand geholfen.“ (Pressemeldung ZVNL, 05.05.15).

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Bahn und ÖPNV Freak aus Brandenburg

One response to “Sachsen: Fünf Fahrzeuge fehlen im S-Bahn-Netz”

  1. Fahrgastinitiative BB says :

    Da verkennt Mietzsch eigentlich, was Pro Bahn will. Nämlich helfen und zeigen, dass nicht alles rund läuft im ZVNL.

    Wenn 5 Fahrzeuge ständig in Revision sind, wo ist denn der Reservepark? Was hat der ZVNL denn für eine Ausschreibung gemacht, dass man die Reserven derart niedrig gehalten hat? Das ist unverantwortlich und die Forderungen von Pro Bahn sind realistisch, weil nur so guter Nahverkehr funktioniert.

    Der Citytunnel verschluckte 1 Mrd. an Nahverkehrsgeldern und schluckt munter weiter. Nicht wenige zweifeln auch heute noch, ob dieses Projekt notwendig war. Aber das Geld ist weg und nun wird der Tunnel auch genutzt.

    Aber oh weh, es dürfen ja nicht alle Fahrzeuge dort fahren. Weitere kostenintensive Umbauten sind nötig.

    Und herr Mietzsch – wie konnte man denn nur die Talente auf die Menschen in Mitteldeutschland loslassen? Ja, die Dinger sind Billigprodukte, so fahren sie, so halten sie und so wird der Kunde auch transportiert. Statt der bewährten Doppelstockzüge werden jetzt enge Dreiteiler eingesetzt. Egal auf welcher Linie.
    Kommt es zu Engpässen, dann sind nun die falschen Fahrgastzahlen vor der Ausschreibung schuld. Was bitteschön macht der ZVNL, wenn sich doch noch viele Menschen für den Umstieg auf die Bahn entscheiden?

    Wenn kein Geld da ist, müssen diese sich noch weiter quetschen?

    Nehmt doch die alten Dbuz, modernisiert diese und fahrt mit denen die längeren Umläufe mit vielen Fahrgästen! Oder nutzt diese wenigstens als Reservefahrzeuge, denn zum Jahresende werden weitere frei.

    Aber auch beim ZVNL ist Geiz geil und so ist man der Meinung, man braucht keine Reserve. So funktioniert aber Bahn nun mal nicht.

    Ganz nebenbei – wozu braucht Sachsen 5 Zweckverbände?
    Sparen wir die Wasserköpfe ein, dann gibt es weider Geld für Fahrzeuge und Leistungen…….

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