Brandenburg: Wir schließen keine Bahnhöfe, aber schränken Bahnbedienung ein


Verkehrsministerin Kathrin Schneider hat am dienstag in einer zweiten Runde mit den Landräten der Region Lausitz-Spreewald und der Stadt Cottbus über die Auswirkungen der Fertigstellung der Fernbahnstrecke Berlin-Halle/Leipzig-Nürnberg-München und die Stabilisierung der RE2-Strecke Berlin-Cottbus gesprochen. Die Regionalexpresslinie RE2 muss auf dem Abschnitt zwischen Berlin und Cottbus pünktlicher und stabiler unterwegs sein als bisher. Dies erfordert für einen Zeitraum von voraussichtlich zwei Jahren die Einschränkung der Bahnhalte an den geringer frequentierten Bahnhöfen.
Schneider: „Wir schließen keine Bahnhöfe. Aber wir müssen für einen Übergangszeitraum von zwei Jahren die Bahnbedienung auf den geringer frequentierten Halten einschränken. Dies ist im Interesse der durchschnittlich 6.500 Fahrgäste, die täglich den RE2 benutzen und die pünktlich ihre Ziele und auch die Fernverkehrsverbindungen erreichen wollen, erforderlich. Wir besprechen mit den Landräten von Oberpreewald-Lausitz und Spree-Neiße jetzt mögliche Buskonzepte.“
Die Investitionen an der Schnellbahnstrecke Berlin-Halle/Leipzig-Nürnberg-München werden zum Fahrplanwechsel Dezember 2015 soweit fertiggestellt, dass die Inbetriebnahme starten kann. Der Fernverkehr wird um ca. 30 Minuten schneller. Das ist gut, aber es ergeben sich neue Anforderungen für die Abstimmung von Fern- und Regionalverkehr in der Hauptstadtregion. In diesem Zusammenhang musste der enge Fahrplan des RE2 überprüft und stabilisiert werden. Der RE2 befördert auf dem südlichen Teil täglich durchschnittlich ca. 6.500 Fahrgäste. Die Pünktlichkeit war im vergangenen Jahr mit 85 Prozent unbefriedigend und muss im Interesse der Pendler und auch für die Planungssicherheit der Fernverkehrsanschlüsse erheblich verbessert werden. Um dies zu erreichen, müssen 4 Minuten Fahrzeit eingespart werden.
Bei der Planung der Verbindung ergeben sich Zwänge aus der hohen Belegung der Berliner Stadtbahn, dem eingleisigen Bahnhof Königs Wusterhausen sowie der eingleisigen Streckenführung zwischen Lübbenau (Spreewald) und Cottbus. Diese können nur mittel- und langfristig durch Investitionen in die Infrastruktur beseitigt werden.
Damit bleibt als Handlungsalternative nur die vorübergehende Einschränkung der Verkehrshalte. Die Einschränkung soll an den geringer frequentierten Halten Kolkwitz, Kunersdorf und Raddusch erfolgen. Der Verkehrshalt Brand (Niederlausitz) bleibt aufgrund der steigenden Fahrgastzahlen und der absehbaren Erweiterung der touristischen Destination Tropical Islands erhalten.
Verkehrsministerin Schneider: „Die Haltepunkte in Kolkwitz, Kunersdorf und Raddusch werden nicht geschlossen. Sie werden von den Früh- und Spätzügen weiter bedient. Die Verstärkerzüge morgens von Cottbus und nachmittags von Berlin sollen ebenfalls an diesen Stationen halten. Damit bleiben für einen Teil der Pendler die Bahnverbindungen erhalten. Ab dem Jahr 2018 werden wir den Abschnitt zwischen Lübbenau und Cottbus mit einer zusätzlichen Regionalbahn verstärken, die alle Stationen bedient. Eine frühere Verstärkung der Linie durch eine Regionalbahn ist wegen Bauarbeiten und Umleitungsverkehren auf der Frankfurter und der Dresdner Bahn nicht möglich.“
In den Jahren 2016 und 2017 sollen ergänzende Busverkehre die Anbindung aus Raddusch, Kunersdorf und Kolkwitz an die Zugangsstellen zum RE2 in Cottbus, Vetschau bzw. Lübbenau gewährleisten. Hierzu beginnen jetzt die Fahrplanabstimmungen mit den Landkreisen Oberspreewald-Lausitz und Spree-Neiße.
Der vor ca. zwei Jahren vorgelegte erste Entwurf eines Fahrplankonzeptes zur Abstimmung von Fern- und Regionalverkehr war für Brandenburg nicht akzeptabel. Nach langen Verhandlungen steht nunmehr fest, dass der sogenannte Nullknoten in Cottbus erhalten werden kann. In Cottbus können durch das rechtzeitige Erreichen des Umsteigeknotens zur vollen Stunde (Nullknoten) die wichtigen Anschlüsse nach Spremberg-Görlitz-Zittau, Forst, Senftenberg und Guben auch weiterhin angeboten werden, ohne die Fahrpläne in der gesamten Lausitz verschieben zu müssen. Auch die Anschlussverbindung in Königs Wusterhausen von der und zur RB22 nach Schönefeld Flughafen und Potsdam wird beibehalten.
In Berlin bestehen günstige Anschlüsse zu den Fernverkehrszügen in Richtung Kassel-Frankfurt (Main), Hannover-Köln und Amsterdam. Zum Fahrplanwechsel kommt neu auch der Anschluss Richtung Hamburg hinzu. Damit wird die bisher schon gute Fernverkehrsanbindung für die Lausitz und den Spreewald mit der Linie RE2 nochmals verbessert.
Die Linie RE2 bietet täglich zwanzig Verbindungen im Stundentakt zwischen Cottbus und Berlin. Die Züge fahren darüber hinaus weiter in Richtung Wittenberge, Schwerin und Wismar. Seit Dezember 2014 fährt aufgrund der starken Auslastung von Montag bis Freitag ein weiteres Zugpaar in der Hauptverkehrszeit. Die Fahrzeit von Cottbus nach Berlin beträgt bis zum Ostbahnhof rund 75 Minuten, bis zum Hauptbahnhof rund 85 Minuten.
Die Linie RE2 wird südlich von Berlin je nach Abschnitt von 5.000 bis zu 8.500 Fahrgästen am Tag genutzt. Das geringste Fahrgastaufkommen besteht an den Stationen Kolkwitz (70 Ein- und Aussteiger pro Tag), Kunersdorf (70) und Raddusch (140). In Brand wird die Linie RE2 bereits von 560 Ein- und Aussteigern genutzt (Pressemeldung Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung, 19.03.15).

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Pro Bahn: Erster Schritt in die richtige Richtung


Der Fahrgastverband PRO BAHN bewertet das heute offiziell vorgestellte Konzept der Deutschen Bahn für den Fernverkehr auf der Schiene als Schritt in die richtige Richtung. Es werde jedoch deutlich, „dass erst dafür gesorgt werden muss, dass die Verbesserungen auch wirklich bei den Fahrgästen ankommen“, erklärte der Bundespressesprecher Gerd Aschoff. Der Fahrgastverband erwartet deutlich stärkere Bemühungen zur Bekämpfung der Unpünktlichkeit und Unzuverlässigkeit des Zugverkehrs. Aschoff: „Die Stärke des Systems Schiene ist die Verlässlichkeit.“ Auf diesem Gebiet müsse mehr getan werden, um wieder mehr Menschen vom Auto in die Bahn zu holen.
Selbstverständlich gegrüßt PRO BAHN die geplanten Ausweitungen der Schienenver-bindungen von den Metropolen in die Regionen, die in der Vergangenheit vom Fernverkehr abgeklemmt wurden. Es sei aber darauf hingewiesen, dass bei zahlreichen Umsetzungs-schritten der Bund und die Länder in der Pflicht sind, etwa bei der Infrastruktur und bei der Abstimmung mit dem regionalen Schienenverkehr. Zahlreiche heute vorgestellte Schritte seien Fachleuten schon länger bekannt. Aschoff: „Bis 2030 ist noch eine lange Zeit, allerdings sei völlig richtig, dass Komfortmerkmale allein nicht ausreichend seien. Die Akzeptanz der neuen Doppelstockzüge sei auch vom Platzangebot für schweres Gepäck und der Gastronomie abhängig.
Die neuen Bahncards mit drei Monaten Laufzeit seien bei Erhalt der bisherigen Angebote durchaus zu begrüßen, allerdings sei die Verlängerungsoption, auch Abofalle genannt, nicht mehr zeitgemäß. Es sei bedauerlich, dass die konkreten Preise und der genaue Einführungstermin noch nicht spruchreif sind. PRO BAHN: „50 Millionen mehr Fahrgäste im Fernverkehr auf der Schiene seien eine ambitionierte Größe, an der sich der Bahnvorstand ab sofort messen lassen muss.“ Heute sind im Fernverkehr auf der Schiene 130 Millionen Fahrgäste unterwegs (Pressemeldung Pro Bahn, 19.03.15).

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DBV: DB-Fernverkehrs-Kundenoffensive ist ein Treffer!

Mit komfortablen neuen Doppelstockzügen möchte die DB im Mittleren Fernverkehr zukünftig wieder Flagge zeigen und Marktanteile vom Auto und dem sich ausweitenden Fernbusverkehr zurückgewinnen. Die DB geht damit auch auf Distanz zum Bundesverkehrsminister, der der die Bahn einseitig aufgefordert hatte, stärker im Fernbussektor mitzumischen.
Der Deutsche Bahnkunden-Verband hält das Konzept in der Gesamtheit für gelungen und kundenorientiert. Besonders erfreulich ist, dass die DB weitgehend die gemeinsamen Forderungen des Deutschen Landkreistages, des Deutschen Städte- und Gemeindebunds, des Deutschen Heilbäderverbands und des Deutschen Bahnkunden-Verbands vom Juni 2011 in ihre Planung aufgenommen hat. Diese Verbände hatten seinerzeit ein Linienkonzept zur Wiedereinführung bzw. Attraktivierung eines Fernzugangebotes unterhalb des ICEs erarbeitet und der DB zur Umsetzung empfohlen.
In der nun vorgelegten Konzeption ist die (Wieder-)Anbindung fast aller Großstädte an den Fernverkehr ebenso bedarfsorientiert dargestellt, wie die Feinbedienung von Mittelzentren entlang der Fernverkehrsachsen. Über noch verbliebene „weiße Flecken“ auf der Karte muss sicher noch diskutiert werden, wie z.B. Görlitz, Bremerhaven, Garmisch-Partenkirchen.
Zu hinterfragen ist auch der Zeitplan. Für die im DB-Konzept umfassten Projekte besteht bereits heute Handlungsbedarf. Ein Warten auf die Realisierung von Infrastrukturprojekten bis hin zum Jahr 2032 sollte durch Einzelschritte kompensiert werden. Bis die neuen Züge in der benötigten Stückzahl geliefert sind, wäre zu prüfen, ob nicht bedarfsorientierte Zugverbindungen als Vorläufer eingerichtet werden können. Auch wird der Fahrgast nicht besonders erfreut sein, dass die gastronomische Betreuung im IC-Verkehr auf „Snackniveau“ heruntergefahren werden soll. Der DBV vertritt hier die Auffassung, dass zumindest ein kleiner Imbissbereich vorgesehen werden sollte, da die Fahrzeiten dieser Linien ja einige Stunden betragen können (Pressemeldung DBV, 19.03.15).

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Allianz pro Schiene: Chance für mehr Verkehr auf der Schiene

Die Offensive der Deutschen Bahn AG, den Fernverkehr durch günstigere Konditionen und ein größeres Angebot attraktiver zu machen, ist bei der Allianz pro Schiene auf positive Resonanz gestoßen. „Das ist ein mutiger und folgerichtiger Schritt, um auf die geänderten Marktbedingungen zu reagieren“, sagte der Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, Dirk Flege.
„Diese Aufbruchstimmung bietet die Chance für mehr Verkehr auf der Schiene, muss nun aber von der Politik durch flankierende Maßnahmen nach Kräften unterstützt werden.“ Denn der Erfolg der Wachstumsstrategie hänge nicht allein von der Bahn ab, urteilte Flege. „Jetzt kommt es darauf an, dass die Politik die herrschenden Wettbewerbsverzerrungen im Fernverkehr zu Ungunsten der Bahn beseitigt.“ Während die Bahn auf ihren Energieverbrauch Steuern und EEG-Umlage zahlt, ist zum Beispiel das Kerosin in der Luftfahrt weiterhin steuerbefreit. Auch der Fernbus wird bevorzugt: Die Bahn muss für jeden fahrenden Zug einen Trassenpreis zahlen, wohingegen Fernbusse mautfrei über deutsche Autobahnen rollen.
„Der Plan, mittelfristig praktisch alle deutschen Städte über 100.000 Einwohner wieder an das Fernverkehrsnetz anzubinden, ist durchweg zu begrüßen“, sagte Flege weiter. „Damit werden viele Reisende wieder in den Genuss von Fernverkehrszügen kommen, nachdem das Angebot in der Fläche teils schon vor Jahren ausgedünnt worden war.“ Die Einführung neuer Produkte für preisbewusste Kunden helfe mit, mehr Fahrgäste in die Züge zu bekommen und die Eisenbahn als Verkehrsmittel noch attraktiver zu machen, was ja ausgewiesenes Ziel der Bundesregierung ist (Pressemeldung Allianz pro Schiene, 19.03.15).

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Deutsche Bahn: Größte Kundenoffensive in der Geschichte des DB Fernverkehrs


Die Deutsche Bahn (DB) startet die größte Kundenoffensive in ihrer Geschichte und verbindet Metropolen und Regionen künftig öfter, schneller, direkter und komfortabler miteinander. Mit einer nie da gewesenen Ausweitung ihres Fernverkehrsangebots um 25 Prozent und dem konsequenten Ausbau der Stärken des Systems Bahn will die DB noch stärker als bisher gegen die Konkurrenz von Auto, Bus und Flugzeug punkten.
Bis 2030 sollen 50 Millionen Fahrgästen mehr pro Jahr mit ICE oder IC unterwegs sein als heute. Durch den Umstieg auf das umweltfreundlichste Verkehrsmittel können dann 1,7 Millionen Tonnen CO2 jährlich eingespart werden. Dies entspricht dem jährlichen CO2 –Ausstoß von 600.000 Autos. Dazu will die DB insgesamt 12 Milliarden Euro investieren, vor allem in neue Zugflotten. Im Rahmen der Angebotsoffensive schafft die Bahn 1.500 neue Arbeitsplätze.
„Mit dem größten und modernsten Fernverkehrsnetz seit der Bahnreform wollen wir unseren Beitrag zur Zukunftsfähigkeit Deutschlands leisten“, sagt Ulrich Homburg, Vorstand Personenverkehr der Deutschen Bahn. „Dazu bieten wir mehr grüne Mobilität als je zuvor: Mit zwei ICE-Zügen pro Stunde auf den Hauptachsen schaffen wir quasi eine superschnelle und hoch komfortable S-Bahn zwischen den deutschen Metropolen. Ein Quantensprung ist auch das neue IC-Netz für die Kunden in der Region: Mit wenigen Ausnahmen sind künftig alle Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern zweistündlich ans Fernverkehrsnetz angeschlossen. Fünf Millionen Menschen mehr als bislang können dann einen Intercity direkt vor der Haustür besteigen.“
Das neue ICE-Netz: Neue Fahrzeuge und neue Schienentrassen ermöglichen auf den nachfragestarken Korridoren zwischen den Metropolen Deutschlands sowohl Taktverdichtungen als auch Reisezeitverkürzungen. Im Jahr 2016 sollen alle 17 neuen ICE 3-Züge einsatzfähig sein und Ende 2017 der schrittweise Regelbetrieb der 130 bestellten ICx-Züge beginnen. Zusammen mit den ICE-Bestandsflotten werden bis 2030 dann insgesamt 360 Fahrzeuge das Rückgrat des neuen ICE-Netzes bilden. Der künftige Fahrplan weist vor allem auf den wichtigen Nord-Süd- und Ost-West-Achsen deutlich mehr Frequenzen auf. Dort können die Kunden mit zwei Zügen pro Stunde rechnen. Homburg: „Damit ist Deutschland im Takt und unsere Fahrgäste profitieren von wesentlich verbesserten Anschlussmöglichkeiten.“
150 Fahrten, die heute mit IC-Zügen stattfinden, werden in das neue ICE-Netz integriert. Mit dieser Aufwertung kommen Reisende in den Genuss der künftigen ICE-Komfortstandards. Dazu gehören neben der kostenlosen Nutzung eines Infotainment-Portals an Bord (ab September 2015) auch gebührenfreie WLAN-Hotspots in der ersten und – ab 2016 – auch in der zweiten Klasse. Der Einbau einer neuen Generation von Signalverstärkern (Repeater) wird zudem die Nutzung von Telefon und Internet über Mobilfunk verbessern. Wichtiger Bestandteil des ICE-Angebots ist und bleibt das Bordrestaurant. Mit dem Einsatz der ICx-Züge wird im neuen ICE-Netz auch erstmals – wie von vielen Kunden gewünscht – die Fahrradmitnahme möglich.
Zum verbesserten Reiseerlebnis an Bord kommen auf vielen Verbindungen deutliche Reisezeitverkürzungen hinzu. Ende 2015 werden weitere Abschnitte der Neubaustrecke VDE 8 (Verkehrsprojekt Deutsche Einheit) zwischen Nürnberg und Berlin in Betrieb genommen. So verkürzt sich beispielsweise die Fahrzeit zwischen Frankfurt/Main und Dresden um rund eine Stunde. Eine neue Streckenführung macht auch Paris von München oder Stuttgart um 30 Minuten schneller erreichbar. Ab 2018 werden dann sogar Reisezeiten zwischen Berlin und München unter vier Stunden (statt über sechs Stunden heute) realisiert.
Das neue IC-Netz: Mit insgesamt 120 neuen Doppelstock-IC-Zügen, die bis 2030 die bisherigen IC-Reisezugwagen komplett ablösen, bringt die DB den Fernverkehr auch in die Regionen. Nahezu alle deutschen Großstädte mit mehr als 100.000 Einwohnern werden dann alle zwei Stunden am Fernverkehrsnetz angeschlossen sein. Neu oder wieder angefahrene IC-Halte sind beispielsweise Chemnitz, Cottbus, Fürth, Heilbronn, Potsdam oder Siegen. Weitere 30 Großstädte, darunter Dresden, Magdeburg, Oldenburg (Oldb.), Rostock oder Schwerin, erhalten deutlich verbesserte Fernverkehrsanschlüsse.
Dazu kommen nochmals 15 neue IC-Halte in Städten mit mehr als 50.000 Einwohnern, wie Brandenburg, Plauen, Tübingen, Wetzlar oder Zwickau. Insgesamt profitieren rund fünf Millionen Menschen von den neuen Fernverkehrsverbindungen vor der Haustür. „Die 190 neuen Direktverbindungen aus der Fläche in die 50 größten deutschen Städte tragen dem Bedürfnis unserer Kunden Rechnung, auch weiter entfernte Ziele möglichst ohne Umstieg erreichen zu können“, sagt Homburg. Durch die umsteigefreien neuen Verbindungen, wie beispielsweise Hannover-Potsdam, Dresden-Rostock oder Chemnitz-Düsseldorf, hofft die Bahn auf eine Verdopplung der Reisendenzahlen auf diesen Relationen.
Dazu sollen auch die günstigeren Einstiegspreise für die Doppelstock-IC-Fahrten beitragen: Bereits ab 19 Euro werden Sparpreise auf diesen Strecken angeboten. Daneben strebt die DB im neuen IC-Netz auch weitere Tarifintegrationen mit dem Nahverkehr an. Wie heute schon auf Teilstrecken in Niedersachsen und Bremen möglich, könnten Reisende dann auch in weiteren Regionen den IC mit Nahverkehrstickets nutzen. In den neuen Doppelstock-Zügen wird es auch ohne Restaurantwagen ein einfaches Speise- und Getränkeangebot geben. Zudem wird auch hier modernste Bordtechnik für die Nutzung von Telefon und Internet über Mobilfunk verfügbar sein. Die Fahrradmitnahme ist künftig in allen Zügen des IC-Netzes möglich.
Faire Preise: Während alle bestehenden BahnCards (25, 50, 100) auch in den ermäßigten Versionen für Partner, Studenten und Senioren (etc.) erhalten bleiben, führt die DB noch im Jahr 2015 für die gesamte BahnCard-Familie ergänzende Varianten mit nur noch drei Monaten Laufzeit ein. Ab Ende 2016 können preissensible Kunden auch bis kurz vor Abfahrt des ICE- oder IC-Zuges noch vorhandene Sparpreise lösen. Die bisherige Vorkaufsfrist bis zum Tag vor der Reise entfällt.
Außerdem plant die Bahn die neue inkludierte Sitzplatzreservierung für die erste Klasse auch für alle Fernverkehrstickets in der zweiten Klasse auszuweiten. Ulrich Homburg: „Die Preise für das deutlich attraktivere Fernverkehrsangebot sollen einfach, transparent und fair sein. So wollen wir unsere Stammkunden noch fester an uns binden, Anreize für eine stärkere Bahnnutzung geben und vor allem neue Kunden für die Bahn begeistern. Dazu gehört auch, dass wir gleichzeitig intensiv weiter an der Steigerung unserer Basisqualität arbeiten.“ (Pressemeldung Deutsche Bahn19.03.15).

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Sachsen-Anhalt: Neues Busangebot im Wippertal

Mit Einstellung des Bahnverkehrs zwischen Klostermansfeld und Wippra tritt ein neues Busangebot im Wippertal in Kraft. Ab 13.04.2015 verkehrt die erweiterte Linie <O> 460 zwischen Sangerhausen, Wippra und Hettstedt täglich zweistündlich im Bahn-Bus-Landesnetz.
Sie verbindet – wie bisher – Wippra direkt mit der Kreisstadt Sangerhausen und künftig auch direkt mit Hettstedt, wo es Anschluss an die Bahn Richtung Magdeburg gibt. Von Hettstedt fahren Busse der Linien <O> 410 und <O> 420 im Landesnetz Richtung Aschersleben, Mansfeld, Klostermansfeld und Lutherstadt Eisleben. Von Sangerhausen fahren Züge nach Erfurt, Halle, Nordhausen und Kassel.
Am Wochenende gilt auf den Linien <O> 460 und 32 auch weiterhin das Wisel-Ticket. Im Einsatz sind Niederflurbusse mit Platz für Kinderwagen und Rollstuhl. Auch das Fahrrad kann entsprechend dem vorhandenen Platz kostenlos im Bus mitgenommen werden.
Ergänzt wird das neue Angebot im Wippertal auf den Buslinien 423 und 424. Die Linie 423 bietet zusätzlich Fahrten an Schultagen zwischen Wippra und Mansfeld und bedient den Raum Braunschwende, Molmerswende. In Wippra entsteht Anschluss an die Landesbuslinie <O> 460.
Die Linie 424 wird ebenfalls erweitert. Zwischen Biesenrode, Vatterode und Hettstedt gibt es montags bis freitags je Richtung zwei zusätzliche Fahrten. Am Wochenende wird ein zweistündlicher Ringverkehr eingerichtet: Der „Ringbus” fährt auf der Linie <O> 460 von Hettstedt nach Greifenhagen und weiter als Linie 424 über Biesenrode und Vatterode zurück nach Hettstedt. Die Fahrten des Ringverkehrs sind in den Fahrplantabellen der jeweiligen Linien enthalten.
NASA-Geschäftsführer Rüdiger Malter schätzt ein: „Mit dem neuen Angebot wird das Wippertal auch künftig gut erschlossen.“
Dr. Angelika Klein, Landrätin des Landkreises Mansfeld-Südharz sagte: „Trotz der nach wie vor bestehenden Unwägbarkeiten in Bezug auf eine künftige Nutzung der Wipperliese bin ich froh, dass der Landkreis gemeinsam mit der NASA GmbH ein entsprechendes Buskonzept für den Verkehr im Wippertal auf die Beine gestellt hat. Mit diesem Busangebot kann zumindest die Lücke im tagtäglichen Linienverkehr geschlossen werden, die durch die Abbestellung der Wipperliese entsteht. Gleichwohl wird sich der Landkreis bemühen, mit allen Beteiligten ein Konzept für eine mögliche touristische Nutzung der Wipperliese zu erstellen (Pressemeldung Nasa, 17.03.15).

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Sachsen: ZVV-Gesamtbericht wird im Internet veröffentlicht


Der Gesamtbericht des Zweckverbandes Öffentlicher Personennahverkehr Vogtland (ZVV) wird auf der Internetseite des ZVV veröffentlicht. Das hat die Verbandsversammlung am Donnerstag (12.3.2015) beschlossen.
Laut Gesetz ist der ZVV verpflichtet, einmal jährlich einen Gesamtbericht über die im Verbandsgebiet anfallenden gemeinwirtschaftlichen Verpflichtungen zu veröffentlichen, um so Leistung, Qualität und Finanzierung des öffentlichen Verkehrsnetzes kontrollieren und beurteilen zu können (Pressemeldung ZVV, 17.03.15).

RechteckSachsen-Anhalt: Neues Busangebot im Wippertal
Mit Einstellung des Bahnverkehrs zwischen Klostermansfeld und Wippra tritt ein neues Busangebot im Wippertal in Kraft. Ab 13.04.2015 verkehrt die erweiterte Linie <O> 460 zwischen Sangerhausen, Wippra und Hettstedt täglich zweistündlich im Bahn-Bus-Landesnetz.
Sie verbindet – wie bisher – Wippra direkt mit der Kreisstadt Sangerhausen und künftig auch direkt mit Hettstedt, wo es Anschluss an die Bahn Richtung Magdeburg gibt. Von Hettstedt fahren Busse der Linien <O> 410 und <O> 420 im Landesnetz Richtung Aschersleben, Mansfeld, Klostermansfeld und Lutherstadt Eisleben. Von Sangerhausen fahren Züge nach Erfurt, Halle, Nordhausen und Kassel.
Am Wochenende gilt auf den Linien <O> 460 und 32 auch weiterhin das Wisel-Ticket. Im Einsatz sind Niederflurbusse mit Platz für Kinderwagen und Rollstuhl. Auch das Fahrrad kann entsprechend dem vorhandenen Platz kostenlos im Bus mitgenommen werden.
Ergänzt wird das neue Angebot im Wippertal auf den Buslinien 423 und 424. Die Linie 423 bietet zusätzlich Fahrten an Schultagen zwischen Wippra und Mansfeld und bedient den Raum Braunschwende, Molmerswende. In Wippra entsteht Anschluss an die Landesbuslinie <O> 460.
Die Linie 424 wird ebenfalls erweitert. Zwischen Biesenrode, Vatterode und Hettstedt gibt es montags bis freitags je Richtung zwei zusätzliche Fahrten. Am Wochenende wird ein zweistündlicher Ringverkehr eingerichtet: Der „Ringbus” fährt auf der Linie <O> 460 von Hettstedt nach Greifenhagen und weiter als Linie 424 über Biesenrode und Vatterode zurück nach Hettstedt. Die Fahrten des Ringverkehrs sind in den Fahrplantabellen der jeweiligen Linien enthalten.
NASA-Geschäftsführer Rüdiger Malter schätzt ein: „Mit dem neuen Angebot wird das Wippertal auch künftig gut erschlossen.“
Dr. Angelika Klein, Landrätin des Landkreises Mansfeld-Südharz sagte: „Trotz der nach wie vor bestehenden Unwägbarkeiten in Bezug auf eine künftige Nutzung der Wipperliese bin ich froh, dass der Landkreis gemeinsam mit der NASA GmbH ein entsprechendes Buskonzept für den Verkehr im Wippertal auf die Beine gestellt hat. Mit diesem Busangebot kann zumindest die Lücke im tagtäglichen Linienverkehr geschlossen werden, die durch die Abbestellung der Wipperliese entsteht. Gleichwohl wird sich der Landkreis bemühen, mit allen Beteiligten ein Konzept für eine mögliche touristische Nutzung der Wipperliese zu erstellen (Pressemeldung Nasa, 17.03.15).

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Sachsen: Leistungen für SPNV 2015/16 werden nur unter Vorbehalt bestellt

Die Leistungen für den Personennahverkehr auf der Schiene für das Fahrplanjahr 2015/16 im Vogtland werden nur unter Vorbehalt bestellt. Das musste die Verbandsversammlung des Zweckverbandes Öffentlicher Personennahverkehr Vogtland (ZVV) am Donnerstag (12.3.2015) beschließen. Grund sind die immer noch fehlenden finanziellen Rahmenbedingungen.
Die Finanzierungsverordnung des Sächsischen Verkehrsministeriums für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) im Freistaat Sachsen für den Zeitraum ab 1. Januar 2015 legt die finanziellen Rahmenbedingungen lediglich als relative Größe fest. Bisher ist aber unklar, wie viel Geld dem ZVV im Ergebnis der Revision des Regionalisierungsgesetzes und des darauf aufbauenden Haushaltplans des Freistaates Sachsen tatsächlich zur Verfügung steht.
Andererseits fordern die EU-weiten Vorgaben, dass die Eisenbahnverkehrsunternehmen ihre geplanten Fahrten für 2015/16 bis zum 13. April 2015 beim Schienennetzbetreiber anmelden müssen. Entsprechend den abgeschlossenen Verkehrsverträgen ist der ZVV verpflichtet, vorher u.a. bei der Vogtlandbahn und der DB-Regio die Leistungen zu bestellen.
Um das Fahrplankonzept für den Personennahverkehr auf der Schiene im Vogtland fortsetzen zu können und gleichzeitig die wirtschaftliche Integrität des ZVV zu wahren, konnten die Leistungen nur vorläufig zur Sicherung der Fahrplantrassen bestellt werden. Demnach sollen für den Schienenpersonennahverkehr und den Schienenersatzverkehr Leistungen von insgesamt 3,8 Millionen Kilometern bestellt werden, und zwar bei Vogtlandbahn, DB Regio Südost, Erfurter Bahn und Plauener Omnibusbetrieb. Dafür werden Kosten von voraussichtlich 33,16 Millionen Euro veranschlagt.
Nach Kenntnis der endgültigen finanziellen Rahmenbedingungen für 2016 soll die vorläufige Bestellung präzisiert und erneut beschlossen werden. Es ist damit zu rechnen, dass das bisherige Angebot an Nahverkehrszügen erheblich gekürzt werden muss. Nachdrücklich forderten die Verbandsräte von der Bundes- und auch besonders der Landespolitik, die finanziellen Rahmenbedingungen schnell so zu klären, dass auch im Vogtland der ÖPNV als Daseinsvorsorge auch in Zukunft fortgeführt werden kann (Pressemeldung ZVV, 17.03.15).

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Thüringen: Konsequenter Integraler Taktfahrplan statt ICE-Zentralismus

„Das in dieser Woche vorgestellte neue Fernverkehrskonzept der Deutschen Bahn ist ein mutiger Schritt hin zu mehr hochwertigem Verkehr in der Fläche und damit eine große Chance für Thüringen.“ Das sagt Bernd Schlosser, Vorsitzender des Landesverbandes Thüringen im Fahrgastverband Pro Bahn.
Am Mittwoch hatte die Deutsche Bahn ihre Pläne vorgestellt, denen zufolge zukünftig zwei neue IC-Linien im Zwei-Stunden-Takt den Freistaat in Nord-Süd- und in Ost-West-Richtung durchqueren sollen. Anders als bei der ICE-Neubaustrecke, die Thüringen mit nur einem Halt durchquert und so nur wenigen Thüringern nutzt, sind bei den neuen IC-Linien häufigere Halte vorgesehen.
„So profitieren sehr viel mehr unserer Bürger ganz direkt. Zum einen, weil der Zugang zum Fernverkehr wieder in ihre Nähe rückt, zum anderen, weil wichtige innerthüringische Verbindungen in höherer Qualität als heute angeboten werden“, so Schlosser. So entsteht zum Beispiel mit der geplanten IC-Linie von Düsseldorf nach Chemnitz erstmals ein vertaktetes und umsteigefreies Schienenverkehrsangebot entlang der sogenannten Thüringer Städtekette von Eisenach über Gotha, Erfurt, Weimar und Jena nach Gera, das für viele Thüringer Pendler attraktiv ist und zu einem größeren Sitzplatzangebot und mehr Komfort auf der stark nachgefragten Strecke führt. Die Forderung, ein solches Angebot einzuführen, verfolgt der Fahrgastvorband schon lange. Für Ostthüringen, insbesondere Jena und Saalfeld, lindert die IC-Linie Leipzig – Nürnberg – Karlsruhe die negativen Auswirkungen der ICE-Verlagerung nach Erfurt. „Die Landesregierung muss das neue Fernverkehrskonzept nun durch flankierende Maßnahmen nach Kräften unterstützen und dafür sorgen, dass es nicht erst 2030 startet. Dies gilt vor allem für die Saalbahn, wo der ICE bereits 2018 entfällt“, so Schlosser weiter.
Mit der neuen Strategie reagiert die DB auf stetig sinkende Kundenzahlen im Fernverkehr und vollzieht eine Kehrtwende von der einseitigen Fixierung auf wenige teure ICE-Verbindungen zwischen Ballungszentren zu mehr umsteigefreien und kostengünstigeren Fernverbindungen auch in der Region.
„Diese grundlegende Änderung muss sich nun auch im Thüringer Regionalverkehr niederschlagen“, so Bernd Schlosser. „Der Entwurf des Jahresfahrplans 2016 war enttäuschend. Die jahrelangen Versprechen der DB und der Landesregierungen zu angeblichen Verbesserungen durch den ICE-Knoten für alle Thüringer Regionen haben sich als unhaltbares Versprechen herausgestellt“, so Bernd Schlosser.
Wegen der starken Streuung der Haltezeiten der ICE in Erfurt von Minute 20 bis 40 ist es unmöglich, für alle Landesteile gute oder überhaupt Anschlüsse herzustellen. Darüber hinaus verursacht sie Taktstörungen auf Hauptstrecken und Fehlanschlüsse in anderen Regionen. Über all dem stehen die finanziellen Probleme, die drohen, weil das Land nun nicht nur auf den ehemaligen ICE-Strecken in Mittel- und Ostthüringen auf eigene Kosten zusätzlichen Nahverkehr bestellen muss, sondern auch, weil auf den Zulaufstrecken nach Erfurt ein absurdes Überangebot finanziert werden muss.
„Damit schadet der ICE-Knoten dem Regionalverkehr, statt ihm zu nützen. Was wir statt eines solchen, dem Flugverkehr entlehnten Hub&Spoke-Konzeptes wirklich brauchen, ist ein konsequent gedachter Integraler Taktfahrplan für ganz Thüringen, der sich an der polyzentralen Struktur unseres Landes orientiert und die neuen Fernverkehrsangebote mit einbezieht“, so Schlosser. „Nur so profitieren alle Thüringer Landesteile und bleibt der Nahverkehr bezahlbar (Pressemeldung PRO BAHN Landesverband Thüringen , 23.03.15).

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DBV: Dobrindt will Güterverkehr von der Schiene auf die Straße verlagern

Der Deutsche Bahnkunden-Verband e.V. (DBV) protestiert gegen die Absicht von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt, bis zu 25 Meter lange und 44 Tonnen schwere Riesen-Lkw nach Beendigung eines bis 2016 andauernden Feldversuches für den Regelbetrieb zuzulassen.
Der DBV widerspricht der These, dies würde die Straßen enlasten und zu weniger Schadstoffausstoß führen. Am Beispiel Schweden kann man erkennen, dass exakt das Gegenteil passieren wird. Nach Zulassung von Riesen-Lkw verbilligte sich dort der Straßenverkehr gegenüber dem umweltfreundlicheren Schienenverkehr stark. Das führte zum Rückgang des Marktanteils der Schiene von 36% auf 30 % von 1992 bis 1996. Im gleichen Zeitraum erhöhte sich der Marktanteil des Straßengüterverkehrs von 50% auf 56% (Quelle: Allianz pro Schiene auf Basis von Messungen der Königlich-Technischen Hochschule Stockholm).
Noch mehr und nicht weniger Lkw sind also die Folge. Gigaliner sind oft lebensgefährlich für Fußgänger und Radfahrer. Auch für motorisierte Verkehrsteilnehmer entstehen Probleme, beispiesweise beim Überholen. Nicht zuletzt erhöhen Riesen-Lkw den Aufwand für den Ausbau und die Unterhaltung der bereits jetzt überlasteten Straßeninfrastruktur. Entsprechend große Parkflächen werden benötigt.
Dass das alles allein durch die Verursacher getragen und nicht auf die Öffentlichkeit abgewälzt wird, darf bezweifelt werden. Sind derartige Monstertrucks erst zugelassen, wird der Druck steigen, das Straßennetz, auf dem sie verkehren dürfen, mehr und mehr zu erweitern. Durch immer großzügigere Trassierungen von Straßen und Parkplätzen wird Landschaft zerstört und die Architektur der Städte dem Straßenverkehr geopfert. Dabei lassen sich die weiträumigen, relativ dünn besiedelten Länder Finnland und Schweden, in denen derartige Fahrzeuge schon seit längerem verkehren, nicht mit dem viel stärker besiedelten sonstigen Europa vergleichen (Pressemeldung DBV, 23.03.15).

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Wipperliese – Hilfloser Versuch der „Kostentransparenz“

Die IG Wipperliese kritisiert Sachsen-Anhalts Landesregierung für deren Verhalten im Umgang mit der Wipperliese. Anlass sind Äußerungen von Verkehrsminister Webel. In der Landtags-Sitzung vom 27.2.2015 hatte der Abgeordnete Dr. Uwe-Volkmar Köck (Die Linke“) zwei Fragen zur Wipperliese gestellt, in der er über die Verwendung von 1,7 Mio Euro, welche angeblich für den Betrieb der Wipperliese aufgewendet werden müssen, Auskunft erbat. Die Antwort von Verkehrsminister Webel lässt aufhorchen: „Stationsgebühren sind in diesen Zahlen nicht enthalten.“ DB beschreibt den Sachverhalt anders: Trassen- und Anlagen-Nutzung = inkl. Stationsgeben total 588 000 Euro.
Dazu die IG Wipperliese: „WENN die Stationsgebühren nicht enthalten sein sollten, dann ist der angewandte Tarif für die Streckennutzung offen zu legen. Nach keiner Berechnungsart kommt man auf diesen horrenden Betrag!“
Im Weiteren tauchen die Einnahmen von geschätzten 100 000 Euro aus dem Ticket-Verkauf in dieser Bilanz nicht auf. Diese fließen ebenfalls an die NASA. Die IG Wipperliese Mitglieder klären auf das die Verteilung der NASA Gelder zwischen dem Vertragspartner, der DB Regio (zeitweise Burgenlandbahn) und der Kreisbahn Mansfelder Land, welche als Subunternehmen im Auftrag der Deutschen Bahn fährt, fragwürdig berechnet wurden. Die DB Regio hatte mit Ausfall der KML-Triebwagen kalkuliert und die Zuführung und Kosten eigener Fahrzeuge eingeplant. Tatsächlich fährt die Kreisbahn Mansfelder Land mit zwei Triebwagen abwechselnd, ein Triebwagen der auf der Strecke fährt und ein Triebwagen als Reserve.
Minister Webel sagt indirekt, dass die fragwürdige Verteilung dieser Gelder für ihn als Minister abgeschlossen ist, wenn ein Vertrag unterzeichnet ist! Wir halten fest: Der Öffentliche Nahverkehr in Sachsen-Anhalt wird mit Bundesgeldern von insgesamt 375 Mio Euro finanziert. Also mit Steuergeld. Das Land Sachsen-Anhalt hat die NASA als Eigenbetrieb, die den Nahverkehr im Land organisiert und das Geld zweckmäßig unter öffentlicher Verantwortung verwaltet. DB Regio ist ein 100%-Tochterbetrieb des Deutsche Bahn Konzern. DB Netze als Betreiber der Gleise erhält rund 1/3 fär Streckennutzung und Stationsgebähren. 2/3 verbleiben bei der DB Regio, welche die Hälfte dieses Betrages an den Betreiber, Kreisbahn Mansfeld, zur Deckung von Betriebs- und Personalkosten weiter leitet. 1/3 der Summe von 1,7 Mio verbleibt bei der DB Regio zur Abdeckung der „Geschäftsrisiken.“
Seit 1998, also 16 Jahren, fährt die Kreisbahn im Auftrag von DB-Töchtern. Somit wurden in dieser Zeit mindestens 8 Mio € für das „Risikomanagement“ der Vertragsnehmer bezahlt? Gleich viel, wie die Kreisbahn für den gesamten Betrieb der Strecke inklusive Personalkosten ausgegeben hat?
Dazu die IG Wipperliese: Es bleiben drei Fragen:
1. Wie oft mussten in den vergangenen 16 Jahren Ersatzzüge des Vertragsnehmers auf der Strecke des Sub-Unternehmers Kreisbahn Mansfeld Südharz eingesetzt werden und für wie lange? (Immerhin besitzt die Kreisbahn Mansfeld 3 einsatzfähige Wagen, von denen nur einer im Streckenverkehr eingesetzt ist.)
2. Wie oft war der Vertragsnehmer in den vergangenen 16 Jahren gezwungen, Schienen- Ersatzverkehr zu organisieren und für wie lange?
3. Die Gleisnutzung und Stationsentschädigungen belaufen sich (wertbereinigt) ebenfalls auf rund 8 Mio seit 1998. Wenn nun akuter Sanierungsbedarf an Bräcken ausgemacht wird, besagt dies lediglich, dass ein Investititionsstau besteht, obwohl jährlich Geld für Nutzung und Unterhalt der Infrastruktur überwiesen wurde.
Denn: Die DB beschreibt die jährlichen reinen Instandhaltungskosten der Strecke für 2013 auf 92 000 Euro, für 2014 auf 300 000 Euro (darunter fallen ein Bahnübergang und Zugfunk). Dem stehen gegenüber Einnahmen von mehr als einer Million Euro in zwei Jahren! Die Wipperliese war also wie ein Goldesel in zweifacher Hinsicht! Für DB Regio und DB-Netz. Verträge unterliegen dem Geschäftsgeheimnis und der Geheimschutzverordnung. Das Hauptargument: „unterliegt der Geheimschutzverordnung und ist Geschäftsgeheimnis“ besagt nicht mehr und nicht weniger als: Das geht euch nichts an!
Es geht uns sehr wohl was an! Letztendlich handelt es sich hier um öffentliche Steuergelder, zu deren Verwendung der Minister nur nebulöse Andeutungen gemacht hat! Licht ins Dunkel könnte also nur ein Untersuchungsausschuss bringen, welcher sich dann hoffentlich mit der grundsätzlichen Vergabe dieses NASA-Budgets von 375 Mio Euro befasst!
Denn: Rechnen wir diese satte Marge, welche die DB-Regio aus diesem Wipperliese-Pot abzweigt und beziehen wir uns auf die Aussage des Ministers, welcher dies als rechtmäßig und für die Landespolitik als NICHT von Belang bezeichnet, dann folgern wir: Wenn aus diesem NASA-BUDGET von 375 Mio also rund 1/3 der Gesamtsumme in „Dunkelposten“ des Vertragsnehmers verschwinden, dann sprechen wir vom stolzen Betrag von 120 Mio jährlich!
Die Mitglieder von der IG Wipperliese kritisieren, dass die DB Netze die Strecke sperren wollte, weil Jahre lang Investitionen verschleppt wurden. Das die Strecke gesperrt werden muss, bezweifelt die IG Wipperliese und sieht kein Grund für die vorzeitige Abbestellung der Strecke. Gab es eine Ausschreibung für die Bauleistungen? Soweit bekannt ist gab es keine Ausschreibung. Wir fordern die NASA, den Landkreis und den Verkehrsminister auf die Abbestellung noch einmal zu überdenken und direkt Verkehrsleistungen bei der Kreisbahn Mansfelder Land zu bestellen, was deutlich niedrigere Kosten für das Land bedeuten würde (Pressemeldung IG Wipperliese, , 03.03.15).

Wir können nur alle interessierten aufrufen noch einmal mit der Wipperliese zu fahren, die Landschaft ist wunderschön und auch der alte Triebwagen kann sich mit den moderneren Fahrzeugen noch bestens Messen.

 

von Fahrgastinitiative BB Veröffentlicht in Bahn Aktuell