Keine Nahverkehrszüge mehr zwischen Görlitz (D) und Zgorzelec (Pl) ab 1. März 2015

(23.2.2015) Der DBV-Landesverband Berlin-Brandenburg fordert wiederholt den Brandenburgischen Ministerpräsidenten Dietmar Woidke (SPD) in seiner Eigenschaft als Koordinator für die deutsch-polnischen Beziehungen auf, sich bei der Bundesregierung, den Verantwortlichen der betroffenen Wojewodschaften und den Verkehrsunternehmen für einen Erhalt und Ausbau der grenzüberschreitenden Verkehrsverbindungen einzusetzen. Wie sollen in Europa Grenzen zwischen den Nationalstaaten nicht nicht mehr bemerkbar werden, wenn Züge an den Staatsgrenzen enden?

So haben sich die angebotenen, grenzüberschreitenden Verkehrsverbindungen auf der Schiene zwischen Deutschland und Polen seit 1989 im Vergleich fast halbiert. Es wird wirklich höchste Eisenbahn, dass sich auch der Verkehrsausschuß des Europäischen Parlamentes mit den negativen Folgen der Kleinstaaterei beschäftigt.

Neuestes Beispiel: ab dem 1. März 2015 sollen keine Züge mehr vom deutschen Teil der Europastadt Görlitz in den polnischen Nachbarteil Zgorzelec fahren. Die polnische Wojewodschaft hat wegen fehlender Gelder zur Finanzierung kurzerhand die Zugverbindungen abbestellt. Damit setzt sich das Sterben von grenzüberschreitenden Verbindungen weiter fort. Seit vielen Jahren gibt es keinen Fernverkehr auf der Schiene mehr zwischen Dresden und Wroclaw, im Dezember 2014 wurde der Eurocity Wawel von Hamburg über Berlin nach Wroclaw ebenfalls eingestellt. Aus den mittleren Teilen Deutschlands ist Südpolen schon heute nur noch mit großen Umwegen und langen Fahrzeiten erreichbar. Auch zwischen Forst (Lausitz) und dem polnischen Zagan gibt es nur noch zwei Zugverbindungen pro Tag. Diese „eisenbahnfreie Zone“ zwischen Zittau und Frankfurt (Oder) ist dann mehr als 200 km lang und bildet ein riesiges Loch im europäischen Eisenbahnnetz.

Der langsame, aber stetige Niedergang der angebotenen regionalen und internationalen Zugverbindungen im Verkehr zwischen Deutschland und Polen zeigt schmerzlich, wo wohl in Zukunft die Potentiale zwischen beiden Nationalstaaten gesehen werden: im Fernbusverkehr.

Pressekontakt: Frank Böhnke, Landesvorsitzender, Ruf 01 77 / 8 93 43 94

Über den Deutschen Bahnkunden-Verband (DBV):

Der DBV ist der bundesweit tätige Dachverband für Bahnkunden im Personen- und Güterverkehr. Er wurde 1990 in Berlin gegründet und hat heute über 7.500 Mitglieder (incl. Mitgliedsverbände). Er ist parteipolitisch neutral und unabhängig. Seine Mitglieder arbeiten ehrenamtlich.

 

Deutscher Bahnkunden-Verband e.V.

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von Fahrgastinitiative BB Veröffentlicht in Bahn Aktuell

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