Brandenburg – Streiks und Probleme mit TALENT 2 auf RE1

Hier habe ich einen kleinen Auszug aus einer beschwerde an VBB und DB regio zum ersten Streiktag am 08.10.2014

Streiks bei der Bahn haben ihre eigene Dynamik und wer wie ich aus der Bahn Branche kommt, kennt die Probleme bei solch einer Maßnahme. Auch wenn ich die GDL Streiks wegen deren Aggressivität und dem fehlenden Interesse der Auswirkungen auf die Bahnkunden verurteile, so muss ich auch entschieden gegen die schlechte Vorbereitung von DB Regio protestieren.

Heute habe ich wieder Dinge erlebt, die nicht passieren dürfen und nichts mit dem Streik zu tun haben.

Wie schon am 6. Oktober, kam auch heute der ab BRB fahrende RE 1 (7:16 ab BRB) als Solo ET gefahren. Es ist nicht akzeptabel, dass auf der Linie RE 1 dreiteilige Triebzüge verkehren! Gibt es wieder Probleme mit den Kupplungen oder ähnlichen techn. Schwierigkeiten, dann muss man eben einen fünfteiligen ET nutzen und auf den weniger frequentierten Linien die Dreiteiler einsetzen.

Heute nach dem Streik war dies auch noch der erste Zug, welche Richtung Berlin verkehrte. Schon in BRB konnten nicht alle mitgenommen werden, auch unterwegs war es nicht möglich, Fahrgäste aufzunehmen, die Fahrgäste waren natürlich sehr aufgebracht. Wie ich erfahren habe, hat man auch nicht dafür gesorgt, dass der nachfolgende RE 1 Wusterwitz – FFO, an allen Unterwegsbahnhöfen hält. Auch das ist ein Versagen der Transportleitung der DB Regio. Wer trägt hier die Verantwortung, dass Schüler gut eine Stunde und mehr auf den Zug warten? Ich sehe hier die Verantwortung beim EVU!

Überhaupt sollte überlegt werden, statt zwei Dreiteiler die immer ungleich besetzt werden, einen Fünfteiler auf dem RE 1 einzusetzen. Diese Linie hat hier genug Fahrgastpotential.

Streiks kommen nicht ungefähr, daher verlange ich eine bessere Vorbereitung bei solchen Arbeitsniederlegungen, Verlierer sind so oder so die Bahnkunden. Aber ich sehe auch die Verantwortung, dass die DB hier für die geringsten möglichen Erschwernisse zu sorgen hat und alle Möglichkeiten ausschöpfen muss, dass der Zugbetrieb möglich ist.

Ich verweise da auch auf die Pressemitteilung des DBV e.V.

DBV: Bahnstreik contra Daseinsvorsorge

Ob die Forderungen der Lokführergewerkschaft oder das Verhalten der DB einen Streik „rechtfertigen“, will der Deutsche Bahnkunden-Verband (DBV) nicht beurteilen. Arbeitskampf ist ein fundamentales Recht, mit dem wir uns arrangieren müssen. Die Verantwortlichen aller Seiten müssen jedoch darauf achten, dass die Prinzipien der Verhältnismäßigkeit und die grundgesetzliche Daseinsvorsorge des öffentlichen Personenverkehrs gewahrt bleiben.

Mit der Bahnreform wurde die grundgesetzliche Daseinsvorsorge durch die privatrechtliche Führung des bundeseigenen Bahnbetriebs ausgehöhlt. Die für die Grundversorgung wichtigen Dienstposten der Bahn, der Lokführer und der Fahrdienstleister waren verbeamtet und der Kunde vor Streiks geschützt.

Die Bundesregierung ist demnach gefordert, gesetzliche Grundlagen zu schaffen, die bei Streiks, welche nach Aussage von Rechtswissenschaftlern nicht als Höhere Gewalt einzustufen sind, die Grundversorgung sichern. Auch die Länder und deren SPNV-Aufgabenträger sind hier gefordert, nötigenfalls Schienenersatzverkehre sicherzustellen.

Da man stets mit Streiks rechnen muss, müssen diese auch in die Katastrophenplanung einbezogen werden, z.B. durch Notfahrpläne, die bereits Bestandteil des Jahresfahrplans sein müssen. Denn für den betroffenen Bahnkunden bricht eine Grundversorgung seines Alltags weg, und dies ist für ihn eine Katastrophe.

Es handelt sich immerhin nicht um einen Streik der Müllabfuhr, aus dem allenfalls volle Mülltonnen resultieren (Pressemeldung DBV, 08.10.14).

Dem VBB gebe ich nochmals den Hinweis, bei künftigen Ausschreibungen auch nicht nur auf dem Preis zu achten. Der Talent ist und bleibt ein „unfertiges“ und schlecht konstruiertes Fahrzeug. Man kann nicht einer Ausschreibung einen Zuschlag erteilen, wenn das Fahrzeug nicht einmal getestet wurde.Die aktuelle INNOTRANS 2014 hat wieder gezeigt, dass eine große Zahl bewährter Fahrzeuge auf dem Markt sind, welche auch noch im Fahrzeug ohne Stufen und Verschachtelungen auskommen und welche Betriebsfest sind.

Die ständigen Ausfälle des TALENT 2 sind nicht mehr hinnehmbar, bislang hat man nichts an den Problemen im Fahrzeug verändert, auch im Innenbereich ist nichts passiert – Müllbehälter immer noch ein Problem, im Großraumbereich ist es immer noch unmöglich, dass dort kleinere Menschen stehen, da die Haltegriffe zu hoch sind.

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von Fahrgastinitiative BB Veröffentlicht in Bahn Aktuell

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