Reisezentrum am Brandenburger Hbf wiedereröffnet

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Statt eine große Eröffnungsparty, wird der Hauptbahnhof Stück für Stück nach seiner Rekonstruktion Wiedereröffnet. Den Anfang machte eine Filiale der Bäckerei Thonke und ein Asia Bistro. Inzwischen kamen weitere Imbissbetreiber hinzu. Die Betreiber der Verkaufsstellen zeigten sich schon recht enttäuscht, dass es keine große Eröffnungsfeier gibt und dass der Weg vom Bahnsteig zum Empfangsgebäude wegen der anhaltenden Bauarbeiten noch recht umständlich ist. Künftig führt der direkte Weg durch die beiden Pavillons – der eine ist für die BUGA 2015 und der zweite für einen Zeitungsladen – in das Empfangsgebäude.

Seit 14. Juli ist nun auch das Reisezentrum wieder im Empfangsgebäude. Probleme mit dem versteckten Reisezentrum auf der gegenüberliegenden Seite an der Tramhaltestelle sorgte für viel Verdruss und die zwei Fahrscheinautomaten an den Bahnsteigen konnten den Bedarf vor Abfahrt der Züge nicht decken.

Nun ist das Reisezentrum wieder täglich geöffnet und auf knapp 60 m² sorgen insgesamt 5 Mitarbeiterinnen für den Service. Warum das Reisezentrum an Mi, Do von 8 bis 18 Uhr geöffnet hat und nicht schon früher – bleibt ein Rätsel. Ansonsten ist Mo, Di, Fr von 6.30 bis 18 Uhr und Sa von 8 bis 16 Uhr und Sonntag von 8.30 bis 16 Uhr geöffnet. Vor allem Sonntags wären längere Öffnungszeiten wünschenswert, da am späten Nachmittag hier zahlreiche Fahrgäste den Weg zur Ausbildungs- Arbeitsstätte für Montag nutzen.

Ein Plus gibt es auch zum Thema Barrierefreiheit, hier wurde wirklich weit gedacht, auch wenn es wie überall mal Kompromisse geben muss. Abgesehen der langen Wege haben wir einen barrierefreien Bahnhof.

Aber der Bahnhof bzw. das Empfangsgebäude erfüllt wieder die Aufgabe, wofür es gedacht ist. Service unter einem Dach, Wartebereich und auch ein Aushängeschild bzw. Empfangstor für Brandenburg. Kein Neubau hätte hier vergleichbares erzielt. Gut ist er gelungen, aber das Ganze hätte besser werden können.

Brandenburg bleibt der Bahnhof der langen Wege!
Tramstation erreicht man erst nach Überschreitung der vierspurigen Umgehungsstraße. Sind die Ampeln defekt, dann ist der Anschluss zur Tram auch hinfällig. Die Überlandbusse halten am wohl längsten Bussteig im Land Brandenburg, nur ist dieser weit nach osten verschoben und das Schutzdach wird der eigentlichen Aufgabe nicht gerecht. Dafür ist der Taxistand sehr gut zu erreichen und auch die Fahrräder bekamen gute Unterstände, auch wenn man jetzt schon absehen kann, dass es viel zu wenige Abstellmöglichkeiten gibt. Ähnlich ist die Parkplatzsituation. Es bleibt bei einem solchen Pendlerbahnhof bei dem historischen Fehler, dass kein Parkhaus errichtet wurde. Mit Sicherheit wird man in ein paar Jahren nicht daran vorbeikommen, dass dann doch ein Parkhaus hier entstehen muss.

Auch am Hausbahnsteig wurde nichts verändert. Die Bauarbeiten wären eine Chance gewesen auch hier die Wege zu verkürzen. Somit ist das Empfangs Gebäude eigentlich eine Insel und erst weiter westlich halten die Züge. Hier hätte man den Bahnsteig wieder direkt vor dem Empfangsgebäude nutzbar machen können – aber die Chance ist vertan…. und daran wird sich auch messen müssen, ob die Verkaufsstellen wirklich erfolgreich sind oder doch wieder Imbissbuden am Bahnsteig stehen werden.

Der Wartebereich ist relativ klein und es fehlen hier genug Bänke. Man kennt das aber von anderen Bahnstationen – hier soll der Kunde ja im Bistrobereich sitzen und auch Umsätze schaffen. Positiv noch – es gibt wieder eine ordentliche saubere Bahnhofs Toilette.

Und nochmal lange Wege am Bahnhof – die Züge aus Rathenow werden auch weiterhin am westlichsten Teil der Bahnsteige ankommen und leider bei Wind und Wetter nicht genügend Schutz beim Umsteigen bieten. Auch hier gelang es leider nicht die Fehler der vergangenen Jahre zu beseitigen.

Fazit: Brandenburg hat mit der Revitalisierung des Bahnhofs und dem Grunderhalt des Empfangsgebäudes die richtige Richtung eingeschlagen. Aber man ist es schon gewohnt – ganz ausgereift ist das Ganze Projekt leider nicht und man hat mehrere Chancen vertan, Fehler gerade zu biegen. Vom Bürgerforum ist nicht viel geblieben, statt Hinweise aus der Bevölkerung wirklich aufzunehmen, zog man das durch, was man jetzt als Ergebnis haben wollte…..

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