Revision der Regionalisierungsmittel: DBV begrüßt Position der Verkehrsministerkonferenz

(11.07.2014)

Auf der heutigen Verkehrsministerkonferenz in Berlin haben sich die Länder klar für die Anhebung der Regionalisierungsmittel ausgesprochen. So sehr dies zu begrüßen ist, darf man nicht übersehen, dass es die Länder waren, die mit der “Kannibalisierung” von Regionalisierungsmitteln SPNV-fremde Projekte den nunmehr entstandenen finanziellen Engpass herbeigeführt haben. So steckten einige Länder Mittel aus dem Regionalisierungsbudget in Projekte wie Bahnsteige, Strecken, Busse, Radwege, Fernbahnverkehr – um nur einige zu nennen. Hinzu kommen die Verwaltungskosten der Aufgabenträger. Während der Freistaat Bayern als größtes Flächenland mit  e i n e m  SPNV-Aufgabenträger, der BEG, auskommt, leistet sich der kleine Freistaat Sachsen fünf solcher Institutionen.

Der Deutsche Bahnkunden-Verband (DBV) fordert von Bund und Ländern eine klare rechtliche Positionierung zum Schienenpersonennahverkehr und die Vornahme folgender Korrekturen:

1. Rückkehr zur ursprünglichen Fassung des Regionalisierungs-gesetzes (1993) durch ausschließliche Zweckbindung für den SPNV.

2. Mindestens die Halbierung der Trassengebühren (entspricht den Bundesmitteln, die der DB aus der Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung (LuFV) in der Höhe von mehr als 2 Mrd. €/a zur Verfügung stehen.

3. Einsparungen nicht durch Abbestellungen sondern durch mehr bedarfsorientierten als vertakteten Verkehr im ländlichen Raum (vgl. “Schmiedeberger Modell” des DBV).

Es muß möglich werden, Korrekturen von früheren (Fehl-)Entscheidungen vorzunehmen, z.B. der Reaktivierung von Verkehren auf abbestellten Strecken.

Gerhard J. Curth
Präsident, Pressekontakt: 01 77 / 6 65 66 05

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von Fahrgastinitiative BB Veröffentlicht in Bahn Aktuell

Reisezentrum am Brandenburger Hbf wiedereröffnet

Statt eine große Eröffnungsparty, wird der Hauptbahnhof Stück für Stück nach seiner Rekonstruktion Wiedereröffnet. Den Anfang machte eine Filiale der Bäckerei Thonke und ein Asia Bistro. Inzwischen kamen weitere Imbissbetreiber hinzu. Die Betreiber der Verkaufsstellen zeigten sich schon recht enttäuscht, dass es keine große Eröffnungsfeier gibt und dass der Weg vom Bahnsteig zum Empfangsgebäude wegen der anhaltenden Bauarbeiten noch recht umständlich ist. Künftig führt der direkte Weg durch die beiden Pavillons – der eine ist für die BUGA 2015 und der zweite für einen Zeitungsladen – in das Empfangsgebäude.

Seit 14. Juli ist nun auch das Reisezentrum wieder im Empfangsgebäude. Probleme mit dem versteckten Reisezentrum auf der gegenüberliegenden Seite an der Tramhaltestelle sorgte für viel Verdruss und die zwei Fahrscheinautomaten an den Bahnsteigen konnten den Bedarf vor Abfahrt der Züge nicht decken.

Nun ist das Reisezentrum wieder täglich geöffnet und auf knapp 60 m² sorgen insgesamt 5 Mitarbeiterinnen für den Service. Warum das Reisezentrum an Mi, Do von 8 bis 18 Uhr geöffnet hat und nicht schon früher – bleibt ein Rätsel. Ansonsten ist Mo, Di, Fr von 6.30 bis 18 Uhr und Sa von 8 bis 16 Uhr und Sonntag von 8.30 bis 16 Uhr geöffnet. Vor allem Sonntags wären längere Öffnungszeiten wünschenswert, da am späten Nachmittag hier zahlreiche Fahrgäste den Weg zur Ausbildungs- Arbeitsstätte für Montag nutzen.

Ein Plus gibt es auch zum Thema Barrierefreiheit, hier wurde wirklich weit gedacht, auch wenn es wie überall mal Kompromisse geben muss. Abgesehen der langen Wege haben wir einen barrierefreien Bahnhof.

Aber der Bahnhof bzw. das Empfangsgebäude erfüllt wieder die Aufgabe, wofür es gedacht ist. Service unter einem Dach, Wartebereich und auch ein Aushängeschild bzw. Empfangstor für Brandenburg. Kein Neubau hätte hier vergleichbares erzielt. Gut ist er gelungen, aber das Ganze hätte besser werden können.

Brandenburg bleibt der Bahnhof der langen Wege!
Tramstation erreicht man erst nach Überschreitung der vierspurigen Umgehungsstraße. Sind die Ampeln defekt, dann ist der Anschluss zur Tram auch hinfällig. Die Überlandbusse halten am wohl längsten Bussteig im Land Brandenburg, nur ist dieser weit nach osten verschoben und das Schutzdach wird der eigentlichen Aufgabe nicht gerecht. Dafür ist der Taxistand sehr gut zu erreichen und auch die Fahrräder bekamen gute Unterstände, auch wenn man jetzt schon absehen kann, dass es viel zu wenige Abstellmöglichkeiten gibt. Ähnlich ist die Parkplatzsituation. Es bleibt bei einem solchen Pendlerbahnhof bei dem historischen Fehler, dass kein Parkhaus errichtet wurde. Mit Sicherheit wird man in ein paar Jahren nicht daran vorbeikommen, dass dann doch ein Parkhaus hier entstehen muss.

Auch am Hausbahnsteig wurde nichts verändert. Die Bauarbeiten wären eine Chance gewesen auch hier die Wege zu verkürzen. Somit ist das Empfangs Gebäude eigentlich eine Insel und erst weiter westlich halten die Züge. Hier hätte man den Bahnsteig wieder direkt vor dem Empfangsgebäude nutzbar machen können – aber die Chance ist vertan…. und daran wird sich auch messen müssen, ob die Verkaufsstellen wirklich erfolgreich sind oder doch wieder Imbissbuden am Bahnsteig stehen werden.

Der Wartebereich ist relativ klein und es fehlen hier genug Bänke. Man kennt das aber von anderen Bahnstationen – hier soll der Kunde ja im Bistrobereich sitzen und auch Umsätze schaffen. Positiv noch – es gibt wieder eine ordentliche saubere Bahnhofs Toilette.

Und nochmal lange Wege am Bahnhof – die Züge aus Rathenow werden auch weiterhin am westlichsten Teil der Bahnsteige ankommen und leider bei Wind und Wetter nicht genügend Schutz beim Umsteigen bieten. Auch hier gelang es leider nicht die Fehler der vergangenen Jahre zu beseitigen.

Fazit: Brandenburg hat mit der Revitalisierung des Bahnhofs und dem Grunderhalt des Empfangsgebäudes die richtige Richtung eingeschlagen. Aber man ist es schon gewohnt – ganz ausgereift ist das Ganze Projekt leider nicht und man hat mehrere Chancen vertan, Fehler gerade zu biegen. Vom Bürgerforum ist nicht viel geblieben, statt Hinweise aus der Bevölkerung wirklich aufzunehmen, zog man das durch, was man jetzt als Ergebnis haben wollte…..

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Sachsen-Anhalt: ODEG soll Stendal – Rathenow fahren

Die landeseigene Nahverkehrsservicegesellschaft Nasa und das Land Brandenburg beabsichtigen die Auftragsvergabe zur Bedienung der Bahnlinie Stendal – Rathenow. Die Ostdeutsche Eisenbahn GmbH (ODEG) soll den Zuschlag erhalten. Derzeitiger Betreiber ist die DB Regio AG. Nach Beschluss des Aufsichtsrates der Nasa GmbH und der Entscheidung des Landes Brandenburg werden zunächst die unterlegenen Bieter informiert, bevor nach einer zehntägigen Wartefrist der Zuschlag erteilt werden kann.
Die ODEG setzte sich in einem seit August 2013 laufenden europaweiten Ausschreibungs-verfahren durch und soll ab Fahrplanwechsel im Dezember 2015 bis Dezember 2018 den Schienenpersonennahverkehr auf der Linie Stendal – Rathenow übernehmen. „Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit dem in der Region bereits bekannten Bahnunternehmen und sind überzeugt, dass die ODEG mit den modernen Fahrzeugen bei den Fahrgästen gut ankommen wird“, sagt Rüdiger Malter, Geschäftsführer der Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt GmbH.
Die Nasa hat das Vergabeverfahren federführend betreut. Das Leistungsvolumen des Auftrages beträgt etwa 230.000 Zugkilometer jährlich, davon 151.000 in Sachsen-Anhalt. Jährlich nutzen etwa 250.000 Reisende die Strecke. Mit Betriebsaufnahme im Dezember 2015 verbessert sich das Fahrangebot für die Reisenden.
Eingesetzt werden sollen moderne Fahrzeuge (Baujahr 2011) vom Typ Stadler RS 1 und Stadler GTW, die mehr Platz für Fahrräder bieten. Die Fahrzeuge sind behindertengerecht und mit Bildschirmen zur Information über Fahrplandaten und Anschlüsse ausgestattet. In allen Zügen wird Servicepersonal eingesetzt (Pressemeldung Nasa, 15.07.14).

von Fahrgastinitiative BB Veröffentlicht in Bahn Aktuell