DBV Berlin-Brandenburg: Entstörung von Aufzügen darf in der Regel nur eine Sache von Stunden sein

(23.06.2014) Inklusion und Barrierefreiheit bewährt sich in der Realität. DBV fordert mehr Augenmerk von DB Station & Service auf kurze Instandhaltungszeiten bei Aufzügen und Rolltreppen zu legen.
In den vergangenen Jahren hat sich bei der Zuverlässigkeit der Aufzüge im Bereich der DB Station & Service AG, die für sie auf den S-, Regional- und Fernbahnsteigen zuständig ist, erfreulicherweise viel zum Guten getan. So sind Aufzüge, die für gehbehinderte Menschen lebensnotwendig sind, immer seltener gestört. Eine aktuelle Bestandsaufnahme vom 20.6. ergab, dass in Berlin von 84 überprüften Aufzügen auf der Stadtbahn und der Ringbahn nur 2 außer Betrieb waren.
Warum gibt es dennoch Anlass zur Klage?
Wenn ein Aufzug erst einmal defekt ist, dauert es oft Wochen, manchmal sogar Monate, bis er repariert ist. So ist der einzige Aufzug zum S-Bahnsteig in Potsdam Hbf bereits seit 2 Wochen nicht nutzbar und soll es noch für mindestens 2 weitere Wochen bleiben. Dem DBV ist der Fall einer Rollstuhlfahrerin bekannt, die am 18.6. von Berlin in das Ernst-von-Bergmann-Klinikum nach Potsdam wollte. Allen Ernstes ist ihr von der DB-Mobilitätszentrale erst für den 19.6. (einen Tag später!) eine Verbindung genannt worden, bei der ihr Hilfe zugesichert werden könne. Mit kaputten Aufzügen werden behinderte Menschen, die mit Rollstühlen oder Rollatoren unterwegs sind, von der Benutzung der Bahn ausgeschlossen. Dieser Umstand widerspricht der politischen Forderung nach Inklusion behinderter Menschen und der Teilnahme am öffentlichen Leben. Aber auch im weitesten Sinne mobilitätseingeschränkte Menschen, die keinen technische Hilfsmittel benötigen wie Eltern mit Kinderwagen oder Fahrradfahrer sind von defekten Aufzügen betroffen, kritisiert der DBV.
Es geht auch schneller! Schließlich schafft es die Berliner BVG, defekte Aufzüge oft innerhalb von wenigen Stunden zu reparieren. Sie hat ein Aufzugsmanagement, eine Vorratshaltung der gängigsten Ersatzteile und führt die Störungsbeseitigung selber durch. Da kommen Ersatzteile, wie es beim oben erwähnten Aufzug in Potsdam Hbf der Fall ist, nicht erst aus China (und womöglich auf dem Seeweg, weil das der billigste Transportweg ist?). Es ist bedauerlich, wenn die Störungsbeseitigung bei DB Station & Service eine nachrangige Priorität hat.
Vielleicht wäre ein gemeinsames Aufzugs- und Rolltreppenmanagement von BVG und Station & Service ein großer Fortschritt. Eine gemeinsame Koordination von anstehenden Wartungen könnte ebenso zu kürzeren Ausfällen führen wie eine zeitnahe Beseitigung von Störungen.
Für den Fahrgast, der insbesondere auf Aufzüge angewiesen ist, bedeutet es eine Einschränkung in seiner Mobilität, wenn er tage- und wochenlang Ziele nur mit stundenlangen Umwegen erreichen kann, weil irgendwo seit langer Zeit ein Aufzug defekt ist. Auch in anderen Bundesländern geht es nach Beobachtungen des DBV schneller mit der Störungsbeseitigung.

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