S-Bahn-Jubiläumszug von Berlin nach Bernau

Seit 90 Jahren gehören die rot-gelben Züge der Berliner S-Bahn zum Markenzeichen der Region. Am 8. August 1924 wurde zwischen dem Stettiner Bahnhof (heute Nordbahnhof) und Bernau der planmäßige elektrische S-Bahn-Betrieb aufgenommen. Was damals eine verkehrliche Sensation darstellte, ist heute für das Unternehmen und die Stadt im Kreis Barnim ein guter Grund gemeinsam mit der Bevölkerung und den Fahrgästen zu feiern.
„Wir verbinden. Seit 90 Jahren.“ Das Jubiläumsmotto schlägt einen großen Bogen. Berliner Bezirke und Brandenburger Gemeinden entlang der S-Bahn-Strecken werden Namensgeber für die Taufe eines S-Bahn-Zuges. Am 8. August um 11 Uhr freuen sich Bernaus amtierende Bürgermeisterin Michaela Waigand und S-Bahn-Chef Peter Buchner auf viele Gäste bei der Taufzeremonie am Bahnsteig.
Unter dem Motto „Wir verbinden. Seit 90 Jahren“ schickt das Unternehmen genau 90 Jahre nach der Jungfernfahrt auch einen Jubiläumszug auf die historische Strecke. Brandenburgs Infrastrukturminister Jörg Vogelsänger und der Staatssekretär der Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Christian Gaebler, taufen den Zugverband um 12.15 Uhr im Nordbahnhof auf die Namen „Berlin“ und „Brandenburg“.
Am Nachmittag startet der Jubiläumszug zu vier moderierten Erlebnistouren. Unter dem Titel „90 turbulente Jahre in rot-gelb“ geht es jeweils um 12.49 Uhr und 14.49 Uhr vom Nordbahnhof nach Bernau. Um 13.56 Uhr von Bernau zum Nordbahnhof beginnt die Fahrt „Geteilt – die S-Bahn zwischen zwei Welten“. Um 15.56 Uhr folgt ebenfalls ab Bernau die Tour „Auf 750 Volt – S-Bahn-Technik, die begeistert“. Sondertickets zum Preis von 3,- Euro sind nur im Zug erhältlich. Der Verein Historische S-Bahn unterstützt die Erlebnistouren und erhält den Erlös aus dem Fahrkartenverkauf. Mit Uniformen und Dienstbekleidung aus 90 Jahren repräsentieren die Zugbegleiter den Zeitgeist und Modegeschmack der jeweiligen Epoche.
Auf dem Bernauer Bahnhofsplatz lädt bis 17 Uhr ein Zwanziger-Jahre-Café zum Verweilen ein. Manuel von Eden und sein Ensemble nehmen die Besucher mit auf eine musikalische Reise durch das Berlin der „goldenen Zwanziger“. Bernauer Originale in zeitgemäßen Kostümen laden um 13.30 Uhr und 15.30 Uhr zu kostenlosen einstündigen Führungen durch die Innenstadt ein. Auch wer wissen möchte, wie das mit Zickenschulze und seiner vierten Frau war, wird es erfahren …
Höhepunkt des Geburtstagsprogramms ist am Abend eine moderierte Erlebnisrundfahrt vom Nordbahnhof nach Bernau und weiter über den S-Bahn-Ring, mit anschließendem Kinobesuch am Savignyplatz. Mit dem Kultfilm „Berliner Stadtbahnbilder“ porträtierte Alfred Behrens zu Beginn der achtziger Jahre auf sehr eindrucksvolle Weise den Zustand und Niedergang der S-Bahn im Westteil Berlins. Das einzigartige Zeitdokument hat bis heute nichts an Intensität und Authentizität verloren. Der Regisseur wird persönlich anwesend sein.
Sondertickets für die Erlebnistour „Berliner Stadtbahnbilder“ sind ab 31. Juli nur im Vorverkauf und solange der Vorrat reicht zum Preis von 12,- Euro (inkl. Kinobesuch) an allen S-Bahn-Fahrkartenausgaben und in den S-Bahn-Kundenzentren erhältlich.
Abfahrt ist um 17.29 Uhr am Nordbahnhof. Die Veranstaltung endet nach Filmende gegen 21.30 Uhr am Savignyplatz (Pressemeldung Deutsche Bahn, 30.07.14).

Werbeanzeigen
von Fahrgastinitiative BB Veröffentlicht in Bahn Aktuell

Brandenburg: 20-Minuten-Takt nach nach Strausberg

Das Land finanziert den Ausbau der S-Bahnstrecke zwischen Strausberg und Hegermühle. Das ist Voraussetzung für den 20-Minuten-Takt nach Strausberg Nord. Dafür wird der Infrastrukturminister Jörg Vogelsänger den Zuwendungsbescheid am Mittwoch an die Bahn übergeben.
Infrastrukturminister Jörg Vogelsänger: „Strausberg braucht den 20-Minuten-Takt und wir wollten nicht jahrelang auf eine Finanzierung durch die Bahn warten. Für einen 20-Minuten-Takt fehlte es bisher an der nötigen Infrastruktur. Jetzt wird hoffentlich zügig gebaut.“
Bereits die Vorplanung wurde vom Land mit rund 390.000 Euro finanziert. Das be-schleunigte das Projekt erheblich. Um den 20-Minuten-Takt der S-Bahn nach Straus-berg Nord realisieren zu können, muss der Abschnitt zwischen Strausberg und Heger-mühle zweigleisig auf rund 2,2 Kilometer Länge ausgebaut und mit moderner Telekom-munikationstechnik ausgestattet werden. Kalkuliert sind hierfür rund 10 Millionen Euro.
Bauherr ist die DB Netz AG. Der Bau durch die DB AG soll noch in diesem Jahr beginnen und 2016 beendet sein (Pressemeldung Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft, 30.07.14).

von Fahrgastinitiative BB Veröffentlicht in Bahn Aktuell

Berlin: Mofair findet S-Bahn-Direktvergabe an Deutsche Bahn rechtswidrig

Der Berliner Senat hat im Amtsblatt der EU angekündigt, für die Übergangszeit von 2017 bis 2023 bis also die neuen Fahrzeuge der laufenden Ausschreibung zur Verfügung stehen, eine Direktvergabe des S-Bahn-Verkehrs an die Deutsche Bahn vornehmen zu wollen.
„Diese Direktvergabe ist rechtswidrig“, sagte Wolfgang Meyer, Präsident von mofair, des Verbandes der wettbewerblichen Verkehrsunternehmen auf Schiene und Straße heute in Berlin. „Der Senat hat den Zeitdruck, unter dem er steht und auf den er sich jetzt beruft, um die Direktvergabe zu begründen, nämlich selbst verursacht.“
Der BGH hat am 8.2.2011 entschieden, dass Verkehrsverträge auszuschreiben sind. Bis Ende 2017 läuft der Vertrag mit der S-Bahn-Berlin GmbH. Damals waren es fast noch sieben volle Jahre um die Ausschreibung durchzuführen, die Fahrzeuge zu beschaffen und den Betrieb aufzunehmen. Für die Ausschreibung selbst hätte man 1 Jahr gebraucht, für die Herstellung der Fahrzeuge 4 Jahre und für die Betriebsaufnahme ein weiteres Jahr, also Zeit genug. Diese Zeit hat der Senat weitgehend vertrödelt.
Im Herbst 2011 begann die damalige Verkehrssenatorin Ingeborg Junge-Reyer, die Ausschreibung eines Teilnetzes vorzubereiten und wurde vom Senat und der Berliner SPD gestoppt. Im Juni 2012 beschloss der Senat dann doch das Teilnetz gegen den Widerstand der SPD auszuschreiben. Um das Fahrzeugrisiko für das Land Berlin gering zu halten, sollte das Verkehrsunternehmen, die Fahrzeuge nicht nur für ein Periode von 15 Jahren sondern für die Lebensdauer von 30 Jahren bereithalten. Dagegen hat die Deutsche Bahn geklagt. Der Senat änderte daraufhin sein Konzept und startete die Ausschreibung neu.
Inzwischen sind drei der ursprünglichen Bewerber wegen der Komplexität der Ausschreibung wieder abgesprungen. Nur noch die Deutsche Bahn und National Express sind im Bewerbungsverfahren, das mit der unvermittelten öffentlichen Ankündigung einer Direktvergabe an die Deutsche Bahn vielleicht torpediert werden könnte.
„Die Lösung für die Übergangszeit hätte in den Bietergesprächen gesucht werden müssen. So wie der Senat jetzt agiert, hat man das Gefühl, als wolle man auch National Express vergraulen.“ Würde sich National Express zurückziehen, wäre nur noch die Deutsche Bahn im Spiel. Das dürfte den Berliner Senat teuer zu stehen kommen. „Die Deutsche Bahn könnte als einziger Bieter fordern, was sie möchte. Der Senat wäre den Forderungen schutzlos ausgesetzt, “ so Wolfgang Meyer.
Um das zu verhindern, muss das Land Berlin seine Strategie ändern. Weder verfügen die Deutsche Bahn noch die irgendein anderer Bewerber ab 2017 über geeignete Fahrzeuge. Die derzeit von der S-Bahn genutzten Fahrzeuge sind ab 2017 bei unveränderter Technik und Ausstattung nicht mehr nutzbar und haben keine Zulassung vom Eisenbahnbundesamt mehr. Deshalb muss der Senat Geld zur Verfügung stellen, um diese Fahrzeuge für eine Übergangszeit aufzurüsten. Das macht aber aus rechtlichen und faktischen Gründen nur Sinn, wenn er die Fahrzeuge übernimmt.
Der Hinweis des Senates, er wolle keine Verantwortung für die Fahrzeuge übernehmen geht fehl. Wenn er sie nicht übernimmt, begibt er sich einerseits erneut in die Hand der Deutschen Bahn. Was das bedeutet, daran sollte er sich eigentlich noch erinnern können. Andererseits zwingt ihn das Vergaberecht zu einer fairen Ausschreibung. Und eine faire Ausschreibung ist jetzt nur noch in dieser Form möglich. Die Situation, in der sich der Senat befindet, hat er sich selbst zuzuschreiben.
Dass eine faire Gestaltung des Interimsverkehrs möglich ist, zeigt das Land Baden-Württemberg, das sich in einer ähnlichen Lage befindet und die Interimsverkehre rechtskonform ausgeschrieben hat (Pressemeldung Mofair, 29.07.14)

von Fahrgastinitiative BB Veröffentlicht in Bahn Aktuell

Berlin: IRE Berlin – Hamburg fährt wieder regulär

Ab 28. Juli bietet DB Regio Nordost wieder den Regulärfahrplan des Interregio-Express (IRE) Berlin – Hamburg an. Nach gut sechswöchiger Bauphase an der Stecke fährt der IRE neben Stendal auch wieder über die zwischenzeitlich entfallenen Unterwegshalte Salzwedel, Uelzen und Lüneburg. Vom 13. Juni bis 28. Juli hielt der IRE zwischen Hamburg und Berlin ausschließlich in Stendal.
Der Interregio-Express (IRE) verkehrt täglich von Berlin nach Hamburg und zurück. Dabei startet der IRE Montag bis Samstag gegen 7 Uhr in Berlin und erreicht Hamburg gegen 10 Uhr. Sonntags erfolgt die Fahrt nach Hamburg gegen 13 Uhr.
Die Rückfahrt erfolgt ab Hamburg montags bis donnerstags gegen 16.30 Uhr und freitags bis sonntags gegen 18.00 Uhr.
Im IRE gilt der Nahverkehrstarif der Deutschen Bahn AG. Damit ist an Wochenenden das Schönes-Wochenende-Ticket gültig und Montag bis Freitag nach 9 Uhr das Quer-durchs-Land-Ticket. Darüber hinaus gibt es für den IRE einen Festpreis von 19,90 Euro für eine Fahrt und 29,90 Euro für eine Hin- und Rückfahrt innerhalb von 15 Tagen. Vorverkaufsfristen bestehen nicht. Beim Kauf im Zug gibt es einen Aufpreis (Pressemeldung Deutsche Bahn, 29.07.14)

von Fahrgastinitiative BB Veröffentlicht in Bahn Aktuell

Berlin/Brandenburg: Ausschreibung für S-Bahn-Verkehr 6 Jahre im Verzug

Weil die Teilausschreibung für den Verkehr der Berliner S-Bahn vor allem vom Berliner Senat jahrelang verschleppt wurde, tritt nun das ein, was der Berliner Fahrgastverband IGEB seit 2010 wiederholt befürchtet hatte: Nach dem Auslaufen des geltenden Vertrages, auf dessen Grundlage die DB-Tochter S-Bahn Berlin GmbH die Verkehrsleistungen erbringt, wird die S-Bahn GmbH noch für Jahre per Direktvergabe weiterfahren, bevor das im Wettbewerbsverfahren gefundene Unternehmen den Verkehr übernehmen kann. Diese Übergangszeit der Direktvergabe wird die Länder Berlin und Brandenburg viel zusätzliches Geld kosten, nicht zuletzt durch die teure Aufarbeitung der alten S-Bahn-Fahrzeuge (Baureihen 480 und 485), die die S-Bahn GmbH zum Ende des laufenden Verkehrsvertrages ab Dezember 2017 eigentlich ausmustern wollte.
Bestimmt wird die Dauer der Direktvergabe durch die Verfügbarkeit neuer S-Bahn-Fahrzeuge. Erst wenn der Gewinner im Wettbewerbsverfahren über neue Fahrzeuge verfügt, kann er den Verkehr aufnehmen. Durch die formelle Bekanntmachung der Absicht zur Direktvergabe vom 24. Juli 2014 wird nun deutlich, wie groß der Übergangszeitraum sein wird.
Im Abschnitt „Kurze Beschreibung des Auftrags“ wird ausgeführt: „Direkt vergeben werden Verkehrsleistungen im SPNV auf den Linien S41, S42, S46, S47, und S8 der Berliner S-Bahn (Teilnetz Ring) und damit zusammenhängende Dienstleistungen für die Zeit vom 17.12.2017 bis zur Betriebsaufnahme durch den im derzeit durchgeführten wettbewerblichen Vergabeverfahren gefundenen Betreiber dieser Verkehrsleistungen. Die Betriebsaufnahme durch den im wettbewerblichen Vergabeverfahren gefundenen Betreiber ist derzeit wie folgt vorgesehen:
• 06.11.2020 S47 Spindlersfeld—Tempelhof/Südkreuz(—Bundesplatz);
• 06.05.2022 S46 Königs Wusterhausen—Hauptbahnhof;
• 19.08.2022 S8 (Zeuthen—)Grünau—Hohen Neuendorf;
• 17.02.2023 Stammzuggruppen der S41 und S42 Südkreuz—Südkreuz;
• 18.08.2023 Tageszuggruppen der S41 und S42 Südkreuz—Südkreuz.“
Doch selbst diese Termine sind noch nicht sicher. Deshalb wird in der Bekanntmachung ergänzt: „Die Direktvereinbarung wird eine Verlängerungsoption für den Fall der Verzögerung einer Betriebsaufnahme durch den im wettbewerblichen Vergabeverfahren gefundenen Betreiber enthalten.“
Diese Bekanntmachung der Länder Berlin und Brandenburg ist ein Offenbarungseid und verdeutlicht auf drastische Weise das Versagen der beiden Länder, insbesondere des federführenden Berliner Senats (Pressemeldung IGEB, 28.07.14).

von Fahrgastinitiative BB Veröffentlicht in Bahn Aktuell

Berlin/Brandenburg: S-Bahn-Ausschreibung weiter verschoben

Das Land Berlin, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, das Land Brandenburg, Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft und der VBB Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg GmbH haben im Amtsblatt der Europäischen Union eine Vorinformation zum Übergangsvertrag Verkehrsleistungen auf dem Teilnetz Ring an die Berliner S-Bahn GmbH gegeben (2014/S 142-253832).
Direkt vergeben werden Verkehrsleistungen im SPNV auf den Linien S41, S42, S46, S47, und S8 der Berliner S-Bahn (Teilnetz Ring) und damit zusammenhängende Dienstleistungen für die Zeit vom 17.12.2017 bis zur Betriebsaufnahme durch den im derzeit durchgeführten wettbewerblichen Vergabeverfahren gefundenen Betreiber dieser Verkehrsleistungen. Die Betriebsaufnahme durch den im wettbewerblichen Vergabeverfahren gefundenen Betreiber ist derzeit wie folgt vorgesehen:
• 06.11.2020 S47 (Spindlersfeld – Tempelhof/Südkreuz (-Bundesplatz));
• 06.05.2022 S46 (Königs Wusterhausen – Hauptbahnhof);
• 19.08.2022 S8 ((Zeuthen -) Grünau – Hohen Neuendorf);
• 17.02.2023 Stammzuggruppen der S41 und S42 (Südkreuz – Südkreuz);
• 18.08.2023 Tageszuggruppen der S41 und S42 (Südkreuz – Südkreuz).
Die Direktvereinbarung wird eine Verlängerungsoption für den Fall der Verzögerung einer Betriebsaufnahme durch den im wettbewerblichen Vergabeverfahren gefundenen Betreiber enthalten. (Quelle EU-Amtsblatt, 28.07.14).

von Fahrgastinitiative BB Veröffentlicht in Bahn Aktuell

IC-Verbindung Worms – Frankfurt (Main) vor der Einstellung

Die Deutsche Bahn AG hat angekündigt, das IC-Zugpaar von Worms nach Frankfurt/Main und zurück zu streichen. Begründet wird diese Absicht mit unzureichender Nutzung.
Fahrgäste (das sind vor allem Berufspendler) sehen das anders. Sie sprechen von einer guten Auslastung. Die Wormser politischen Vertreter, allen voran die Abgeordneten der SPD, fordern eine Fortführung des Betriebes. Der Deutsche Bahnkunden-Verband unterstützt die Forderung von Politik und Fahrgästen. Eine gute Verbindung (vielleicht auch zusätzlich mit Regionalexpress- und Interregio-Expresszügen) ist für Worms als Bahnknoten unverzichtbar. Die Stadt Bensheim verfügt über solche Verbindung, obwohl sie kleiner ist als Worms, und erfreut sich deswegen einer positiven Entwicklung.
Um Gleiches für Worms und Umgebung zu erreichen, müssen Lösungen ermöglicht werden, die Worms besser mit dem Rhein-Main-Gebiet und insbesondere der Stadt Frankfurt verbinden. Die hessische Landesgrenze darf hierbei kein Hindernis sein. Der DBV würde es begrüßen, wenn es zu Bürgergesprächen mit Politikern aller Parteien und der DB auf breiter Basis käme mit dem Ziel, Worms überhaupt besser an den Fernverkehr anzubinden (Pressemeldung DBV, 28.07.14).

von Fahrgastinitiative BB Veröffentlicht in Bahn Aktuell

Revision der Regionalisierungsmittel: DBV begrüßt Position der Verkehrsministerkonferenz

(11.07.2014)

Auf der heutigen Verkehrsministerkonferenz in Berlin haben sich die Länder klar für die Anhebung der Regionalisierungsmittel ausgesprochen. So sehr dies zu begrüßen ist, darf man nicht übersehen, dass es die Länder waren, die mit der “Kannibalisierung” von Regionalisierungsmitteln SPNV-fremde Projekte den nunmehr entstandenen finanziellen Engpass herbeigeführt haben. So steckten einige Länder Mittel aus dem Regionalisierungsbudget in Projekte wie Bahnsteige, Strecken, Busse, Radwege, Fernbahnverkehr – um nur einige zu nennen. Hinzu kommen die Verwaltungskosten der Aufgabenträger. Während der Freistaat Bayern als größtes Flächenland mit  e i n e m  SPNV-Aufgabenträger, der BEG, auskommt, leistet sich der kleine Freistaat Sachsen fünf solcher Institutionen.

Der Deutsche Bahnkunden-Verband (DBV) fordert von Bund und Ländern eine klare rechtliche Positionierung zum Schienenpersonennahverkehr und die Vornahme folgender Korrekturen:

1. Rückkehr zur ursprünglichen Fassung des Regionalisierungs-gesetzes (1993) durch ausschließliche Zweckbindung für den SPNV.

2. Mindestens die Halbierung der Trassengebühren (entspricht den Bundesmitteln, die der DB aus der Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung (LuFV) in der Höhe von mehr als 2 Mrd. €/a zur Verfügung stehen.

3. Einsparungen nicht durch Abbestellungen sondern durch mehr bedarfsorientierten als vertakteten Verkehr im ländlichen Raum (vgl. “Schmiedeberger Modell” des DBV).

Es muß möglich werden, Korrekturen von früheren (Fehl-)Entscheidungen vorzunehmen, z.B. der Reaktivierung von Verkehren auf abbestellten Strecken.

Gerhard J. Curth
Präsident, Pressekontakt: 01 77 / 6 65 66 05

von Fahrgastinitiative BB Veröffentlicht in Bahn Aktuell

Reisezentrum am Brandenburger Hbf wiedereröffnet

Statt eine große Eröffnungsparty, wird der Hauptbahnhof Stück für Stück nach seiner Rekonstruktion Wiedereröffnet. Den Anfang machte eine Filiale der Bäckerei Thonke und ein Asia Bistro. Inzwischen kamen weitere Imbissbetreiber hinzu. Die Betreiber der Verkaufsstellen zeigten sich schon recht enttäuscht, dass es keine große Eröffnungsfeier gibt und dass der Weg vom Bahnsteig zum Empfangsgebäude wegen der anhaltenden Bauarbeiten noch recht umständlich ist. Künftig führt der direkte Weg durch die beiden Pavillons – der eine ist für die BUGA 2015 und der zweite für einen Zeitungsladen – in das Empfangsgebäude.

Seit 14. Juli ist nun auch das Reisezentrum wieder im Empfangsgebäude. Probleme mit dem versteckten Reisezentrum auf der gegenüberliegenden Seite an der Tramhaltestelle sorgte für viel Verdruss und die zwei Fahrscheinautomaten an den Bahnsteigen konnten den Bedarf vor Abfahrt der Züge nicht decken.

Nun ist das Reisezentrum wieder täglich geöffnet und auf knapp 60 m² sorgen insgesamt 5 Mitarbeiterinnen für den Service. Warum das Reisezentrum an Mi, Do von 8 bis 18 Uhr geöffnet hat und nicht schon früher – bleibt ein Rätsel. Ansonsten ist Mo, Di, Fr von 6.30 bis 18 Uhr und Sa von 8 bis 16 Uhr und Sonntag von 8.30 bis 16 Uhr geöffnet. Vor allem Sonntags wären längere Öffnungszeiten wünschenswert, da am späten Nachmittag hier zahlreiche Fahrgäste den Weg zur Ausbildungs- Arbeitsstätte für Montag nutzen.

Ein Plus gibt es auch zum Thema Barrierefreiheit, hier wurde wirklich weit gedacht, auch wenn es wie überall mal Kompromisse geben muss. Abgesehen der langen Wege haben wir einen barrierefreien Bahnhof.

Aber der Bahnhof bzw. das Empfangsgebäude erfüllt wieder die Aufgabe, wofür es gedacht ist. Service unter einem Dach, Wartebereich und auch ein Aushängeschild bzw. Empfangstor für Brandenburg. Kein Neubau hätte hier vergleichbares erzielt. Gut ist er gelungen, aber das Ganze hätte besser werden können.

Brandenburg bleibt der Bahnhof der langen Wege!
Tramstation erreicht man erst nach Überschreitung der vierspurigen Umgehungsstraße. Sind die Ampeln defekt, dann ist der Anschluss zur Tram auch hinfällig. Die Überlandbusse halten am wohl längsten Bussteig im Land Brandenburg, nur ist dieser weit nach osten verschoben und das Schutzdach wird der eigentlichen Aufgabe nicht gerecht. Dafür ist der Taxistand sehr gut zu erreichen und auch die Fahrräder bekamen gute Unterstände, auch wenn man jetzt schon absehen kann, dass es viel zu wenige Abstellmöglichkeiten gibt. Ähnlich ist die Parkplatzsituation. Es bleibt bei einem solchen Pendlerbahnhof bei dem historischen Fehler, dass kein Parkhaus errichtet wurde. Mit Sicherheit wird man in ein paar Jahren nicht daran vorbeikommen, dass dann doch ein Parkhaus hier entstehen muss.

Auch am Hausbahnsteig wurde nichts verändert. Die Bauarbeiten wären eine Chance gewesen auch hier die Wege zu verkürzen. Somit ist das Empfangs Gebäude eigentlich eine Insel und erst weiter westlich halten die Züge. Hier hätte man den Bahnsteig wieder direkt vor dem Empfangsgebäude nutzbar machen können – aber die Chance ist vertan…. und daran wird sich auch messen müssen, ob die Verkaufsstellen wirklich erfolgreich sind oder doch wieder Imbissbuden am Bahnsteig stehen werden.

Der Wartebereich ist relativ klein und es fehlen hier genug Bänke. Man kennt das aber von anderen Bahnstationen – hier soll der Kunde ja im Bistrobereich sitzen und auch Umsätze schaffen. Positiv noch – es gibt wieder eine ordentliche saubere Bahnhofs Toilette.

Und nochmal lange Wege am Bahnhof – die Züge aus Rathenow werden auch weiterhin am westlichsten Teil der Bahnsteige ankommen und leider bei Wind und Wetter nicht genügend Schutz beim Umsteigen bieten. Auch hier gelang es leider nicht die Fehler der vergangenen Jahre zu beseitigen.

Fazit: Brandenburg hat mit der Revitalisierung des Bahnhofs und dem Grunderhalt des Empfangsgebäudes die richtige Richtung eingeschlagen. Aber man ist es schon gewohnt – ganz ausgereift ist das Ganze Projekt leider nicht und man hat mehrere Chancen vertan, Fehler gerade zu biegen. Vom Bürgerforum ist nicht viel geblieben, statt Hinweise aus der Bevölkerung wirklich aufzunehmen, zog man das durch, was man jetzt als Ergebnis haben wollte…..

von Fahrgastinitiative BB Veröffentlicht in Bahn Aktuell

Sachsen-Anhalt: ODEG soll Stendal – Rathenow fahren

Die landeseigene Nahverkehrsservicegesellschaft Nasa und das Land Brandenburg beabsichtigen die Auftragsvergabe zur Bedienung der Bahnlinie Stendal – Rathenow. Die Ostdeutsche Eisenbahn GmbH (ODEG) soll den Zuschlag erhalten. Derzeitiger Betreiber ist die DB Regio AG. Nach Beschluss des Aufsichtsrates der Nasa GmbH und der Entscheidung des Landes Brandenburg werden zunächst die unterlegenen Bieter informiert, bevor nach einer zehntägigen Wartefrist der Zuschlag erteilt werden kann.
Die ODEG setzte sich in einem seit August 2013 laufenden europaweiten Ausschreibungs-verfahren durch und soll ab Fahrplanwechsel im Dezember 2015 bis Dezember 2018 den Schienenpersonennahverkehr auf der Linie Stendal – Rathenow übernehmen. „Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit dem in der Region bereits bekannten Bahnunternehmen und sind überzeugt, dass die ODEG mit den modernen Fahrzeugen bei den Fahrgästen gut ankommen wird“, sagt Rüdiger Malter, Geschäftsführer der Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt GmbH.
Die Nasa hat das Vergabeverfahren federführend betreut. Das Leistungsvolumen des Auftrages beträgt etwa 230.000 Zugkilometer jährlich, davon 151.000 in Sachsen-Anhalt. Jährlich nutzen etwa 250.000 Reisende die Strecke. Mit Betriebsaufnahme im Dezember 2015 verbessert sich das Fahrangebot für die Reisenden.
Eingesetzt werden sollen moderne Fahrzeuge (Baujahr 2011) vom Typ Stadler RS 1 und Stadler GTW, die mehr Platz für Fahrräder bieten. Die Fahrzeuge sind behindertengerecht und mit Bildschirmen zur Information über Fahrplandaten und Anschlüsse ausgestattet. In allen Zügen wird Servicepersonal eingesetzt (Pressemeldung Nasa, 15.07.14).

von Fahrgastinitiative BB Veröffentlicht in Bahn Aktuell

Brandenburg: DBV befürchtet Schließung von Halten nach der Landtagswahl

Vor über eineinhalb Jahren gelangten aus dem Brandenburger Verkehrsministerium erste Informationen darüber in die Öffentlichkeit, dass Bahnhalte mit weniger als 50 Ein- und Aussteigern am Tag akut gefährdet seien. Je näher die Landtagswahl in Brandenburg Ende September 2014 rückt, desto weniger wird darüber diskutiert. Der DBV-Landesverband Berlin-Brandenburg geht davon aus, dass zwischen Landtagswahl und Fahrplanwechsel „die Katze aus dem Sack gelassen wird“. Wer das Vorgehen der Landesregierung bei ähnlichen Entscheidungen kennt, darf sich im Herbst nicht wundern.
Verkehrsminister Vogelsänger argumentiert mit hohen Kosten. Neben den Entgelten, die an DB Station & Service zu zahlen sind, addiert er Energiekosten hinzu. Die sollen dazu führen, dass jeder Halt doppelt so teuer wird. Wie kommt Vogelsänger darauf, dass der Halt eines zweiteiligen Dieseltriebzuges (ca. 64 Tonnen) genauso viel an Energiekosten verursacht wie der eines vierteiligen Doppelstockzuges plus Lokomotive (ca. 250 Tonnen)? Leider ist auch keine Nachfrage aus dem Parlament hierzu bekannt. Eine Milchmädchenrechnung nach Ansicht des DBV.
Ebenso fragwürdig ist der Hinweis von Minister Vogelsänger auf die Investitionen, die in Zusammenhang mit der Herstellung der Barrierefreiheit bis 2020 in Verbindung stehen. Für die Erfüllung der gesetzlichen Vorschriften ist die DB Station & Service zuständig. Die Herstellung der Barrierefreiheit im SPNV ist überhaupt nicht Aufgabe des Landes Brandenburg, sondern des Bundes und der DB AG. Und welche Standards ab 2020 konkret gelten sollen, ist noch gar nicht bekannt. Hier scheint er verbal freiwillig „in Vorleistung“ zu gehen, um die Kosten nochmal in die Höhe zu treiben.
Für die vier Halte in der Uckermark Casekow, Passow, Petershagen und Schönow würden Investitionen von 2,8 Millionen Euro entstehen (Plenarprotokoll Landtag Brandenburg 5/73, Seite 5935). Wie kommt er auf 2,8 Millionen, wenn er die Standards, die ab 2020 erfüllt werden müssen, heute noch gar nicht kennen kann? Dem DBV ist auch keine seriöse Kostenschätzung bekannt, die seine Aussage bestätigt. Insofern ist auch bei den 2,8 Millionen Vorsicht geboten, solange er nicht nachweisen kann, wie sie zustande kommen.
Der DBV kritisiert wiederholt die mangelhafte Öffentlichkeitsarbeit des Verkehrsministeriums. In anderen Bundesländern werden solche Entscheidungen tatsächlich transparent und langfristig getroffen. So wissen die betroffenen Kommunen beispielsweise in Sachsen-Anhalt schon Jahre im Voraus, dass „ihr“ Bahnhalt auf dem Prüfstand steht. Die Konsequenz in Brandenburg: Kommunalpolitiker und Bürger sind über Jahre verunsichert. Das trägt nicht zur Stärkung der schwachen berlinfernen Regionen bei, die auf eine zuverlässige und attraktive Verbindung in die nächste Kreisstadt oder nach Berlin angewiesen sind.
Der DBV empfiehlt den betroffenen Bürgern, auf den Wahlkampfveranstaltungen den Landtagskandidaten in Sachen ÖPNV „auf den Zahn zu fühlen“ und deren Argumente zu hinterfragen (Pressemeldung DBV, 30.06.14).

von Fahrgastinitiative BB Veröffentlicht in Bahn Aktuell

DBV Berlin-Brandenburg: Entstörung von Aufzügen darf in der Regel nur eine Sache von Stunden sein

(23.06.2014) Inklusion und Barrierefreiheit bewährt sich in der Realität. DBV fordert mehr Augenmerk von DB Station & Service auf kurze Instandhaltungszeiten bei Aufzügen und Rolltreppen zu legen.
In den vergangenen Jahren hat sich bei der Zuverlässigkeit der Aufzüge im Bereich der DB Station & Service AG, die für sie auf den S-, Regional- und Fernbahnsteigen zuständig ist, erfreulicherweise viel zum Guten getan. So sind Aufzüge, die für gehbehinderte Menschen lebensnotwendig sind, immer seltener gestört. Eine aktuelle Bestandsaufnahme vom 20.6. ergab, dass in Berlin von 84 überprüften Aufzügen auf der Stadtbahn und der Ringbahn nur 2 außer Betrieb waren.
Warum gibt es dennoch Anlass zur Klage?
Wenn ein Aufzug erst einmal defekt ist, dauert es oft Wochen, manchmal sogar Monate, bis er repariert ist. So ist der einzige Aufzug zum S-Bahnsteig in Potsdam Hbf bereits seit 2 Wochen nicht nutzbar und soll es noch für mindestens 2 weitere Wochen bleiben. Dem DBV ist der Fall einer Rollstuhlfahrerin bekannt, die am 18.6. von Berlin in das Ernst-von-Bergmann-Klinikum nach Potsdam wollte. Allen Ernstes ist ihr von der DB-Mobilitätszentrale erst für den 19.6. (einen Tag später!) eine Verbindung genannt worden, bei der ihr Hilfe zugesichert werden könne. Mit kaputten Aufzügen werden behinderte Menschen, die mit Rollstühlen oder Rollatoren unterwegs sind, von der Benutzung der Bahn ausgeschlossen. Dieser Umstand widerspricht der politischen Forderung nach Inklusion behinderter Menschen und der Teilnahme am öffentlichen Leben. Aber auch im weitesten Sinne mobilitätseingeschränkte Menschen, die keinen technische Hilfsmittel benötigen wie Eltern mit Kinderwagen oder Fahrradfahrer sind von defekten Aufzügen betroffen, kritisiert der DBV.
Es geht auch schneller! Schließlich schafft es die Berliner BVG, defekte Aufzüge oft innerhalb von wenigen Stunden zu reparieren. Sie hat ein Aufzugsmanagement, eine Vorratshaltung der gängigsten Ersatzteile und führt die Störungsbeseitigung selber durch. Da kommen Ersatzteile, wie es beim oben erwähnten Aufzug in Potsdam Hbf der Fall ist, nicht erst aus China (und womöglich auf dem Seeweg, weil das der billigste Transportweg ist?). Es ist bedauerlich, wenn die Störungsbeseitigung bei DB Station & Service eine nachrangige Priorität hat.
Vielleicht wäre ein gemeinsames Aufzugs- und Rolltreppenmanagement von BVG und Station & Service ein großer Fortschritt. Eine gemeinsame Koordination von anstehenden Wartungen könnte ebenso zu kürzeren Ausfällen führen wie eine zeitnahe Beseitigung von Störungen.
Für den Fahrgast, der insbesondere auf Aufzüge angewiesen ist, bedeutet es eine Einschränkung in seiner Mobilität, wenn er tage- und wochenlang Ziele nur mit stundenlangen Umwegen erreichen kann, weil irgendwo seit langer Zeit ein Aufzug defekt ist. Auch in anderen Bundesländern geht es nach Beobachtungen des DBV schneller mit der Störungsbeseitigung.