Sachsen: Unwürdiges Geschäft mit der Bahnstrecke Werdau – Wünschendorf

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Die 2013 gegründete Werdauer Waldbahn eG i.G. hat in einem Schreiben dem Eisenbahnbundesamt mitgeteilt, dass die derzeit forcierte Entwicklung zur Reaktivierung der, gem. § 11 AEG stillgelegten Strecke 6653 Werdau-West – Seelingstädt – Wünschendorf/Elster, „Werdauer Waldbahn“ und die Wiederaufnahme des Schienenverkehrs durch das derzeitige Vorgehen der Deutschen Bahn AG irreparabel verhindert wird. Es wurde angezeigt, dass die Deutsche Bahn AG die Eisenbahnstrecke Werdau – Wünschendorf/Elster zweckfremd an ein Unternehmen zum Abriss veräußern möchte und hierfür eine zügige Entwidmung der Trasse durch Freistellung von Bahnbetriebszwecken gem. § 23 AEG vorangetrieben werden soll. Dieses Vorgehen gehört nicht zur Aufgabe der Deutschen Bahn AG und lässt ein eher unwürdiges Geschäft mit der Eisenbahnstrecke Werdau – Wünschendorf/Elster vermuten.
Sollte die Eisenbahnstrecke an ein Unternehmen wie zum Beispiel der SIRE AG mit Sitz in Dresden veräußert werden, kann davon ausgegangen werden, dass ein Millionengrab aufgerissen wird, wobei eine Verstrickung verschiedener Behörden und Unternehmen bereits seit 2012 hierbei erkennbar ist. Dazu gehören eine Verwaltungsgemeinschaft des Landkreises Greiz, die Geraer Wirtschaftsfördergesellschaft mbH und bestimmte Volksvertreter wie der Bürgermeister Jens Auer aus Wünschendorf/Elster und Vertreter des Landratsamtes Greiz.
Nach Presseveröffentlichungen vom Mai 2014 zu Folge können die Kommunen weder finanzielle Mittel aufbringen, um die Bahntrasse zu kaufen, noch um einen Radweg zu bauen. Gleichzeitig wird beteuert, dass es ein geplantes Projekt zum Bau eines Radweges auf der Trasse der Werdauer Waldbahn gibt. Bei der Höhe der finanziellen Mittel halten sich die Verantwortlichen bedeckt, obwohl öffentliche Gelder offensichtlich hierfür verwendet werden sollen.
Dies lässt den Verdacht der Zweckwidrigkeit erhärten. Einerseits gibt es realistische Konzepte einer schrittweisen Wiederbelebung der Werdauer Waldbahn, andererseits gibt es vermutlich Preisabsprachen im Bieterverfahren mit der Deutschen Bahn AG, um die bahnmäßige Nutzung mit allen Mitteln zu verhindern. Die involvierten Landkreise, beteiligten Bürgermeister und Unternehmen sollten alle Fakten der bestehenden Interessen offenlegen, die beim derzeitigen Verkaufsverfahren der Eisenbahnstrecke Werdau – Wünschendorf/Elster bestehen. Es handelt sich nicht zuletzt um Vermögen des Bundes, womit auch die Bürgerinnen und Bürger ein Anrecht haben, was da mit ihren Steuergeldern finanziert wird.
Nur eine vielfältige und nachvollziehbare Transparenz wird der Region und ihren Bürgern nützlich sein. Dabei ist die Eisenbahnstrecke Werdau – Wünschendorf/Elster in das Wander- und Radwegenetz mit zu integrieren. Der Abriss der Bahnstrecke und auch ein Radweg darauf wird die Regionalökonomie nicht ankurbeln, im Gegenteil: Radwege auf Bahnstrecken sind ein wirtschaftlicher Rückschritt für die Region. Die Entwicklung des Schienenverkehrs auf der Bahnstrecke Werdau – Wünschendorf/Elster ist voranzutreiben (Presseerklärung Werdauer Waldbahn eG i.G., 02.06.14).

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