Verkehrsprobleme südlich von Berlin – Brandenburger Verkehrsministerium und Berliner Verkehrswaltung sehen keinen Grund zum Handeln

(3.6.2014) 13.600 Menschen pendeln täglich aus dem südlichen Berliner „Speckgürtel“, aus den Gemeinden Teltow, Kleinmachnow und Stahnsdorf (TKS), nach Berlin. Der DBV schätzt, dass auf Grund des unattraktiven Bahnangebotes rund 80 Prozent mit dem eigenen Pkw nach Berlin fahren – über 10.000 Menschen täglich. Anstatt dieses Potential durch ein gutes S-Bahn und/oder Regionalverkehrsangebot zu erschließen, überlässt das Brandenburger Verkehrsministerium die Probleme den betroffenen Kommunen und Berlin.

Mit wenig Geld könnte die bestehende S-Bahn-Strecke von Zehlendorf nach Düppel auf Berliner Gebiet innerhalb kurzer Zeit reaktiviert werden. Dass diese ca. 2,2 km lange Strecke wirtschaftliches Potential hat, hatte 2008 eine Untersuchung gezeigt. Leider glänzt auch die Berliner Verkehrsverwaltung durch Nichtstun, denn sie ist für den Abschnitt von Zehlendorf nach Düppel zuständig. Auf die Bedeutung der bis zum Mauerbau 1961 bestehenden Eisenbahnverbindung von Zehlendorf nach Potsdam über Düppel weist auch der DBV-Regionalverband Potsdam-Mittelmark in seinen Stellungnahmen hin.

Bedauernd stellt der DBV-Landesverband Berlin-Brandenburg erneut fest, dasss es in der Region Berlin an mittel- und langfristigen (teilweise auch länderübergreifenden Konzepten) fehlt, wie die bestehenden Pkw-Verkehrsströme und absehbaren Probleme bewältigt werden können. Der ablehnende Hinweis von Brandenburgs Verkehrsminister Vogelsänger, dass die S-Bahn Berlin GmbH derzeit kaum genügend Fahrzeuge habe, um das bestehende Netz zu bedienen, geht am Kern des Problems vorbei. Denn es geht bei der Verlängerung der S-Bahn nach Düppel oder später weiter zum Europarc um ein Bauvorhaben der nächsten 5 bis 10 Jahre. Und dabei spielen heutige Fahrzeugprobleme überhaupt keine Rolle. Es sei denn, man hat keine stichhaltigen Argumente.

Der DBV-Landesverband fordert deshalb eine konkrete mittel- und langfristige Planung, wie der Regional- und S-Bahn-Verkehr in der Hauptstadtregion organisiert werden will.

Pressekontakt: Frank Böhnke, Landesvorsitzender, Ruf 01 77 / 8 93 43 94

Über den Deutschen Bahnkunden-Verband (DBV):
Der DBV ist der bundesweit tätige Dachverband für Kunden des Personen- und Güterverkehrs. Er wurde 1990 in Berlin gegründet und hat heute über 7.500 Mitglieder (incl. Mitgliedsverbände). Er ist parteipolitisch neutral und unabhängig. Seine Mitglieder arbeiten ehrenamtlich..

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von Fahrgastinitiative BB Veröffentlicht in Bahn Aktuell

Der DBV hat gewählt

(2.6.2014)

Die Mitglieder des Deutschen Bahnkunden-Verbands haben auf dem 36. Bundesverbandstag am 31. 5. 14 in Braunschweig für die Amtszeit von drei Jahren den Bundesvorstand neu gewählt.

Fast einstimmig wählten die Mitglieder Gerhard J. Curth (65) aus Berlin wieder zum Präsidenten des Deutschen Bahnkunden-Verbands. Er hat dieses Amt seit 1991 inne und führt auch das Ressort Infrastruktur. Vizepräsident wurde wieder Wolfgang Klapdor (67) aus Gimbsheim, der auch die Ressorts Internationales, Bildung und Jugend leitet. Auch Bundesschatzmeister Frank Böhnke (51) aus Berlin wurde wieder gewählt und ist gleichzeitig für Länderaufgaben zuständig.

Weitere Bundesvorstandsmitglieder wurden Dipl.-Ing. Frank Petrovsky aus Berlin, für Umwelschutz; Georg Radke aus Berlin, für Güterverkehr; Dipl.-Ing. Christian Schultz aus Berlin; für Personenfernverkehr und Manfred Kurt Vormelker aus St. Ingbert, für Verbraucher- und Minderheitenschutz.

Dem Bundesvorstand gehören zudem die Landesvorsitzenden Dipl.-Pol. Jochen Reitstätter, Bad Boll (Baden-Württemberg), Dipl.-Ing. Uwe-Bernd Vogel, Bayreuth (Bayern), Ralf Weidlich, Einbeck (Norddeutschland), Dipl.-Bibl. Peter Johner, Neubrandeburg (Mecklenburg-Vorpommern), Michael Andres, Köln (Nordrhein-Westfalen), Dirk Kiesling, Colditz (Sachsen), Andreas Hinsch, Dessau-Roßlau (Sachsen-Anhalt) und Dipl.-Ing. Bernd Proske, Suhl (Thüringen) an.

Über den Deutschen Bahnkunden-Verband (DBV):

Der DBV ist der bundesweit tätige Dachverband für Kunden des Personen- und Güterverkehrs. Er wurde 1990 in Berlin gegründet und hat heute über 7.500 Mitglieder (incl. Mitgliedsverbände). Er ist parteipolitisch neutral und unabhängig. Seine Mitglieder arbeiten ehrenamtlich.

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von Fahrgastinitiative BB Veröffentlicht in Bahn Aktuell

Sachsen: Unwürdiges Geschäft mit der Bahnstrecke Werdau – Wünschendorf


Die 2013 gegründete Werdauer Waldbahn eG i.G. hat in einem Schreiben dem Eisenbahnbundesamt mitgeteilt, dass die derzeit forcierte Entwicklung zur Reaktivierung der, gem. § 11 AEG stillgelegten Strecke 6653 Werdau-West – Seelingstädt – Wünschendorf/Elster, „Werdauer Waldbahn“ und die Wiederaufnahme des Schienenverkehrs durch das derzeitige Vorgehen der Deutschen Bahn AG irreparabel verhindert wird. Es wurde angezeigt, dass die Deutsche Bahn AG die Eisenbahnstrecke Werdau – Wünschendorf/Elster zweckfremd an ein Unternehmen zum Abriss veräußern möchte und hierfür eine zügige Entwidmung der Trasse durch Freistellung von Bahnbetriebszwecken gem. § 23 AEG vorangetrieben werden soll. Dieses Vorgehen gehört nicht zur Aufgabe der Deutschen Bahn AG und lässt ein eher unwürdiges Geschäft mit der Eisenbahnstrecke Werdau – Wünschendorf/Elster vermuten.
Sollte die Eisenbahnstrecke an ein Unternehmen wie zum Beispiel der SIRE AG mit Sitz in Dresden veräußert werden, kann davon ausgegangen werden, dass ein Millionengrab aufgerissen wird, wobei eine Verstrickung verschiedener Behörden und Unternehmen bereits seit 2012 hierbei erkennbar ist. Dazu gehören eine Verwaltungsgemeinschaft des Landkreises Greiz, die Geraer Wirtschaftsfördergesellschaft mbH und bestimmte Volksvertreter wie der Bürgermeister Jens Auer aus Wünschendorf/Elster und Vertreter des Landratsamtes Greiz.
Nach Presseveröffentlichungen vom Mai 2014 zu Folge können die Kommunen weder finanzielle Mittel aufbringen, um die Bahntrasse zu kaufen, noch um einen Radweg zu bauen. Gleichzeitig wird beteuert, dass es ein geplantes Projekt zum Bau eines Radweges auf der Trasse der Werdauer Waldbahn gibt. Bei der Höhe der finanziellen Mittel halten sich die Verantwortlichen bedeckt, obwohl öffentliche Gelder offensichtlich hierfür verwendet werden sollen.
Dies lässt den Verdacht der Zweckwidrigkeit erhärten. Einerseits gibt es realistische Konzepte einer schrittweisen Wiederbelebung der Werdauer Waldbahn, andererseits gibt es vermutlich Preisabsprachen im Bieterverfahren mit der Deutschen Bahn AG, um die bahnmäßige Nutzung mit allen Mitteln zu verhindern. Die involvierten Landkreise, beteiligten Bürgermeister und Unternehmen sollten alle Fakten der bestehenden Interessen offenlegen, die beim derzeitigen Verkaufsverfahren der Eisenbahnstrecke Werdau – Wünschendorf/Elster bestehen. Es handelt sich nicht zuletzt um Vermögen des Bundes, womit auch die Bürgerinnen und Bürger ein Anrecht haben, was da mit ihren Steuergeldern finanziert wird.
Nur eine vielfältige und nachvollziehbare Transparenz wird der Region und ihren Bürgern nützlich sein. Dabei ist die Eisenbahnstrecke Werdau – Wünschendorf/Elster in das Wander- und Radwegenetz mit zu integrieren. Der Abriss der Bahnstrecke und auch ein Radweg darauf wird die Regionalökonomie nicht ankurbeln, im Gegenteil: Radwege auf Bahnstrecken sind ein wirtschaftlicher Rückschritt für die Region. Die Entwicklung des Schienenverkehrs auf der Bahnstrecke Werdau – Wünschendorf/Elster ist voranzutreiben (Presseerklärung Werdauer Waldbahn eG i.G., 02.06.14).

von Fahrgastinitiative BB Veröffentlicht in Bahn Aktuell

Mecklenburg-Vorpommern: Bus-/Bahn-Konzept spaltet südliches Mecklenburg

Wenn nach den Plänen der Schweriner Landesregierung zwischen Parchim und Malchow ab Dezember 2014 von Bahnverkehr auf Bus umgestellt wird, werde mit massiven Angebotsverschlechterungen der direkt an der Bahnstrecke gelegenen Kommunen gerechnet.
Lediglich zwischen Malchow und Waren sollen noch Züge in reduziertem Umfang verkehren. Reisezeitverlängerungen von teilweise mindestens rund einer Stunde werden erwartet. Heute verbindet die Mecklenburgische Südbahn auf der Linie Hagenow – Ludwigslust – Parchim – Malchow – Waren – Neustrelitz zahlreiche Mittel- und Grundzentren mit komfortablen Zügen untereinander.
Da der Ersatzverkehr über die Strasse nicht mit den derzeitigen Reisezeiten der Schiene mithalten kann, ist zu erwarten, dass die neuen Busverkehre in Plau am See mit längeren Übergangszeiten gebrochen werden.
„Nur so könne eigentlich eine neue sinnvolle Anbindung von Plau am See in die Ersatzverkehre zwischen Malchow und Parchim realisiert und unattraktive Wartezeiten in den Bahnstationen Malchow und Parchim verhindert werden“, beurteilt Marcel Drews, Landesvorsitzender des Fahrgastverbandes PRO BAHN in M-V und ergänzt: „Während Plau am See vom Ersatzverkehr profitieren könne, verschlechtern sich die Reisezeiten zwischen den Grund- und Mittelzentren Malchow und Waren einerseits, sowie Lübz, Parchim und Ludwigslust anderseits. Hätten die Landkreise und das Land als Aufgabenträger ihre Hausaufgaben für abgestimmte attraktive Fahrpläne gemacht, wäre Plau am See heute schon attraktiv an das Bahnnetz in M-V angebunden, mit mehr Fahrgästen in den Südbahn-Zügen.“
Im Ergebnis des neuen Angebotes stünden so z.B. für die nur 36 km zwischen Lübz und Malchow Fahrzeiten von dann ca. 1 Stunde und 30min. Für viele Fahrgäste völlig unakzeptabel, bei heutigen Fahrzeiten von nur 39 Minuten.
Auch das in Malchows Nachbarschaft gelegene Agroneum in Alt Schwerin ist aus westlicher Richtung mit dem öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) für Touristen und Schulklassen dann so gut wie abgeschnitten; das südliche Mecklenburg sozusagen zwischen Mecklenburgischer Seenplatte und Westmecklenburg im ÖPNV gespalten. Hinzu kommt, dass das neue Angebot auch in der Tageszeit deutlich eingeschränkt werden soll. Die dann noch verbliebenen Züge Malchow – Waren (Müritz) sollen nur noch zwischen 7 und 17 Uhr verkehren.
„Vor diesem Hintergrund haben sich bei uns Bürger gemeldet, die sich in ihren gesetzlich verankerten Rechten durch die Veränderungen benachteiligt fühlen“, berichtet der PRO BAHN-Landesvorsitzende. Es gibt nach ersten juristischen Bewertungen zu den Angebotsveränderungen des Landes ernste Anhaltspunkte für eine Klage von direkt betroffenen Bürgern an der Strecke, nachdem verschiedene Bundes- und Landesgesetze missachtet worden seien. “
Sollte eine Klage aus Sicht der Juristen als sinnvoll bewertet werden, ergäbe sich damit ein Präzedenzfall. Noch nie hat jemand bisher in Deutschland gegen die Abbestellung von SPNV-Leistungen geklagt“, sagt Drews abschließend.(Pressemeldung VRR, 05.06.14).

von Fahrgastinitiative BB Veröffentlicht in Bahn Aktuell