DBV fordert weiterhin Gleichbehandlung von Bus- und Schienenfernverkehr bei Kostentragung und Fahrgastrechten

(12.4.2014) Auf seiner Klausurtagung in Probstzella hat sich der DBV unter anderem auch mit der fortbestehenden Ungleichbehandlung von Busfernverkehr und Schienenfernverkehr beschäfigt. Die Mitglieder begrüßten die angestoßene Diskussion zur Einbeziehung des Busfernverkehrs in eine zu schaffende Mautregelung oder die Freistellung des Schienenfernverkehrs von den im Moment zu zahlenden Trassenpreisen.

Insbesondere die Klärung von Fragen zur Barrierefreiheit und den Fahrgastrechten halten die Mitglieder für wichtig. Hier bestünde durch zur Zeit völlig unterschiedliche gesetzliche Regelungen bei Bahn und Bus eine überdurchschnittliche Bevorteilung des Busverkehrs. Fernbusse zahlen für die Nutzung von Bundesautobahnen und Bundesstraßen keine Maut, der Schienenfernverkehr für die Nutzung von Bundesschienenwegen sehr wohl aber Trassenpreise. Die Mitnahme von elektrischen Rollstühlen in der Regel in Fernbussen ausgeschlossen und Faltrollstühle werden grundsätzlich nur im Gepäckraum des Busses transportiert. Selbst dann, wenn beim Kauf des Busfahrscheins die Mitnahme des Rollstuhls bejaht wurde, besteht noch kein Recht auf Mitnahme – laut vieler Bus-Beförderungsbedingungen! Hier erwartet der DBV die schnellstmögliche Schaffung gleicher Bedingungen zwischen den beiden Verkehrsmitteln.

Die Versammlung beschloss deshalb einstimmig, mit den zuständigen Sozial- und Behindertenverbänden das Gespräch zu suchen und ein gemeinsames Vorgehen abzustimmen.

Pressekontakt: Gerhard J. Curth, Präsident, Ruf 01 77 / 8 93 43 94

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Brandenburg – Erfolgreiches Treffen oder Wahlkampf-Placebo?

Erfolgreiches Treffen oder Wahlkampf-Placebo?

(14.4.20149 Die Potsdamer Bundestagsabgeordnete Andrea Wicklein warb in der Presse für das Ergebnis ihres Gesprächs mit dem DB-Chef. Danach soll in Griebnitzsee im Jahr 2015 ein Regionalbahnsteig entstehen, vorausgesetzt das Land beteiligt sich an der Finanzierung. Hierzu erklärt der Landesverband Berlin-Brandenburg des Deutschen Bahnkunden-Verbandes (DBV):

Wer das bereits jahrelang andauernde Hin und Her um den Regionalbahnsteig Griebnitzsee verfolgt hat, sieht in dem präsentierten Gesprächsergebnis zwischen Herrn Dr. Grube und Frau Wicklein weder eine Überraschung noch einen Erfolg. Der Bau dieses Bahnsteiges wird schon seit Jahren versprochen und immer wieder neu verschoben. Der Ruf der DB AG nach Landesmitteln für den Bau des Bahnsteiges ist auch nicht neu. Der von Frau Wicklein genannte Termin ist demnach im Moment nur ein weiterer von vielen bereits genannten.

Im Vorfeld des Gesprächs wurde offensichtlich weder der Kontakt zu mit der Materie befassten Verbänden noch zum Brandenburger Verkehrsministerium gesucht. Und der DBV erinnert daran, dass die DB ein bundeseigenes Unternehmen ist. Frau Wicklein hatte als MdB somit bereits viele Jahre die Möglichkeit, diese und weitere Potsdamer Interessen zu vertreten, z.B. die Fernverkehrsanbindung Potsdams durch eine mindestens 2-stündliche IC-Linie oder die Schaffung eines Haltepunktes im Bahnhof Pirschheide oben.

Der DBV fragt deshalb, mit welcher Zielstellung dieses Treffen überhaupt stattgefunden hat. War es nur Schützenhilfe für den Wahlkampf der Potsdamer SPD? Für die Fahrgäste jedenfalls ist das Ergebnis aus Sicht des DBV enttäuschend und unkonkret.

Karsten Müller
DBV-Regionalverband Potsdam-Mittelmark, 01 63 / 5 54 33 94

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