Citytunnel Leipzig – der Alltag

Nun fährt die S-Bahn Mitteldeutschland den dritten Tag. Sicherlich noch zu früh, um ein Urteil zu erlauben, andererseits möchte ich schon aussprechen, was ich schon vor 10 Jahren tat, der Tunnel löst nicht die wirklichen Probleme im ÖPNV in Leipzig. Vielmehr kostet der Tunnel erst einmal der LVB Fahrgäste. Er bleibt ein Prestigeprojekt und ein Spielzeug der Politiker. Den richtigen Sinn kann ich nicht erkennen.

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Kommen wir auf den Alltagsbetrieb.

Vor allem die S4 und S5 kämpfen derzeit mit großen Problemen.

Der Tunnel ist mit der strikten Zwangsführung aller S-Bahnen ein Nadelöhr geworden.

Mussten wirklich alle S-bahnlinien durchgebunden werden? Wer fährt den wirklich von Hoyerswerda nach Geithain? Die S4 hätte ohne weiteres auch im oberen Bereich enden können. Keine 10 Minuten vom Hauptbahnhof und ich bin am Markt, der Bayrische Bahnhof ist nach kurzer Tramfahrt erreicht.

Sind das wirklich Argumente für den Tunnel?

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Problem ab jetzt, kommt es zu Unregelmäßigkeiten im Fahrplan im Bereich der Tunnelstrecke, dann wirkt sich das auf alle Linien aus. Desweiteren muss dann auch auf Auswirkungen über stunden oder gar den ganzen Tag gerechnet werden.

Damit dies nicht passiert, sollen die Züge nur zu bestimmten Bahnhöfen dann fahren und von dort zurück in die Ausgangsrichtung. Fahrgäste mit ziel Zentrum müssen dann aussteigen und auf die Nächste S-Bahn warten.

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Auch das Fahrzeug Angebot ist schwach. Ob der Talent wirklich das bessere S-bahnfahrzeug ist, muss angezweifelt werden. Viel zu verbaut sind die Triebwagen. Sie sind zwar (Teil)Barrierefrei und haben Mehrzweckabteile, doch diese sind schnell mit Fahrrädern und Kinderwagen voll. Dann gibt’s kaum noch einen Weg durch den Wagen. Zu viele Treppenstufen machen es für ältere Menschen und gehbehinderte Menschen schwer, den Wagen zu wechseln. teilweise sind die Durchgänge viel zu eng. Haltestangen sind zu hoch und zu wenige installiert. Die Türen öffnen zu langsam und kosten so kostbare Halteminuten, bei anderen Fahrzeugen mit Austrittsblech geht’s schneller. In Stoßzeiten sind die Triebwagen einfach zu klein, um alles bewältigen zu können. ganz abgesehen, dass die Fahrzeuge noch immer sehr störanfällig sind. Ganz negativ auch das Fahrverhalten, kommt der ET 1442 in Fahrt, dann schaukelt er sich auf, hüpft – wankt und schwankt. Auch hat man das Gefühl, dass diese Fahrzeuge ihre Kraft nicht auf die Schiene bringen können, entweder ET zu leicht – zumindest brauchen die Tfz Führer eine Menge Sand.

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Ich rechne schon damit, dass nach einem Jahr das Linien Angebot neu geordnet wird. Vielleicht muss dann nicht mehr alles durch den Tunnel. Immerhin verlängern sich die Umsteigerwege im Hauptbahnhof enorm. da war man oberhalb beim einst größten Bahnhof Europas schon viel schneller zum anderen Bahnsteig gekommen.

Der Tunnel ist jetzt da und man muss das Beste daraus machen. Falsch wäre aber, weitere finanzielle Einsparungen im Nahverkehr nur für den Tunnel zu begründen. In der Fläche sollte ebenfalls ein qualitatives Angebot erhalten bleiben.  

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18.12.2013 TS

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About Fahrgastinitiative BB

Bahn und ÖPNV Freak aus Brandenburg

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