Der Leipziger Citytunnel – 14.12.2013 gings los und alle wollten kostenlos fahren

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Am 14.12. 2013 war es nun soweit. Der Citytunnel in Leipzig wurde eröffnet.

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Damit hat sich ein alter Traum verwirklicht und es gab immer wieder Versuche, diesen zu erfüllen.

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Nun mit knapp 5 Jahren Verspätung ist der Tunnel unter dem Leipziger Stadtzentrum fertig.

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Aber – das Fazit ist bitter. Dier Kosten haben sich verdoppelt, Bauverzögerungen brachten die Verkehrsverträge vollkommen durcheinander, der Fernverkehr wird nur in wenigen Ausnahmefällen diesen Tunnel nutzen. Wer braucht den Tunnel wirklich??

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Aber weil man schon mal so viel Geld ausgegeben hatte, dann konnte man nochmals Geld in die Hand nehmen und so richtig feiern. Grube meinte noch, dass Leipzig nun endlich der Eisenbahnknoten Mitteldeutschland ist. Was war Leipzig vorher? Was weiß Grube überhaupüt von seinen Unterbnehmen und dessen Geschichte?

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Nachdem es eine Sternfahrt gab, durfte das gemeine Volk ab 15:00 Uhr kostenlos die Züge benutzen. Und das tat es dann auch, in Massen stürmte man die Eingänge zu den Stationen – Sicherheitskräfte und Bundespolizei versuchten diese Massen zu lenken. Ärger gab es natürlich, dass man nicht wieder in die Station hineinkam, wo man herauskam. Das sorgte für lautstarke Diskussionen.

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Aber die Menschen waren beeindruckt, erstmal war vergessen, was das Tunnlemonster für Geld geschluckt hat. Nette Hostessen verteilten S-Bahn Pralinen, Luftballons und einige wenige Andenken. Wollte man mehr wissen, zuckten die Hostessen mit den Schultern.

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Große Enttäuschung beim Bahnhof „Bayrischer Bahnhof“.

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Der älteste Bahnhof Deutschlands ist nur noch Kulisse.

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Ein riesiger Betoneingang zerstört regelrecht die Sicht auf den Portikus und inmitten der ehemaligen Gleisanlagen hinter dem Portikus ist der zweite Eingang. Wie konnte der Denkmalschutz so etwas genehmigen. Eine Option – hier doch an die Geschichte der Deutschen Eisenbahn zu erinnern ist nun vorbei. Kaum anderswo in Deutschland waren noch so viele historische Gebäude aus der Frühzeit der Eisenbahn vorhanden. Aber das riesige Gleisvorfeld wurde beräumt, historische Gebäude abgerissen. Der alte Lokschuppen wartet nun auf sein Schicksal, aber Gleise wird es da keine mehr geben.

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Am Umfeld des Portikus hätte man sich eine transparente Lösung, vielleicht mit viel Glas gewünscht.

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Lustig wurde es dann in der Station, ab etwas 17:30. Da vielen auf einmal mehrere Fahrten aus. Ein Vorgeschmack, wenn im Tunnel nichts mehr geht und alle Züge hier ihren Fahrplan dann zerschießen.

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Hier kann Stuttgart 21 im Kleinen getestet werden. Leistungsfähigkeit bei zwei Bahnsteigen sieht anders aus.

Interessant die Haltestelleabstände ab Leuschnerplatz Richtung Hauptbahnhof. Der Zug kommt kaum in Fahrt und steht gleich wieder. Wer brauchte diesen Tunnel frage ich wieder? Zu Fuß knappe 10 Minuten und ich bin vom Hbf in Richtung Markt gelaufen. Was ist denn nun wirklich das Neue daran? Selbst eine Tramlinie hätte man billiger durch die Innenstadt ziehen können.

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Dann kommen die Lobeshymnen in Presse und TV für die neuen Triebwagen.

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Aber keiner hat sich dafür interessiert, wieviel Kritik es überall für die neuen TALENT 2 gibt. Technische Probleme, Ausstattungsprobleme, zu eng, Mancher Platz ist witzig, über enge Treppen werden Schwangere und gehbehinderte auf reservierte Plätze gelockt.

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Die Heimfahrt mit dem RE 10 zeigte, dass die Triebwagen sehr anfällig sind. Erst gab es einen großen Kracher auf dem Dach, dann vielen die Bildschirme aus und letztendlich war auch das Licht aus. Im überfüllten Triebwagen mit Weihnachtsmarkt Besuchern, welche schon angesäuselt sind, ein heiden Spaß. Zeigt auch wieder, das nur die privaten Bahngesellschaften ihre Züge verstärken in der Vorweihn achtszeit, aber DB Regio das leider nicht schafft. Der RE 10 bestand aus einer zweiteiligen Einheit und einem Vierteiler.

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Nachdem aber das Licht wieder da war, da wollten die Türen nicht mehr so recht. Also das Erwachen der Leipziger kommt noch und dann darf über den Sinn- oder Unsinn des Leipziger Citytunnel neu nachgedacht werden.

Fakt ist auch, der vollgepackte Fahrplan wird mit Sicherheit schon im nächsten Jahr dem Bedarf angepasst werden. Es bleibt auch spannend, wie lange die S-Punkt Fahrkartenverkaufsstellen erhalten bleiben.

Schade nur, dass der Tunnel für den SPNV viele Opfer gefordert hat und das Ganze jetzt als großer Erfolg verkauft wird. es bleibt abzuwarten, was wirklich messbar ist.

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