DBV fordert Probebetrieb Joachimsthal – Templin

Es ist bedauerlich, wie mit nicht nachvollziehbaren Äußerungen Brandenburgs Verkehrsminister Jörg Vogelsänger (SPD) immer wieder auf sich aufmerksam macht. Die Bestellung von Tourismusverkehren auf dem knapp 28 Kilometer langen Schienenstück zwischen Joachimsthal (Landkreis Barnim) und Templin (Landkreis Uckermark) soll angeblich „einen Millionenbetrag“ kosten. Wie hoch wäre dieser Betrag konkret? Wie setzt er sich zusammen? Auf diese Fragen gibt es von ihm keine Antwort. Vogelsänger hätte auch sagen können, dass er an einer solchen Bestellung kein Interesse hat und sich jede weitere Nachfrage verbittet.
Der DBV hat nachgerechnet und käme auf maximal 247.000 € Kosten brutto für einen Probebetrieb im nächsten Jahr von Anfang April bis Ende August zwischen Joachimsthal und Templin mit Halten auf den bisherigen Stationen Friedrichswalde, Ringenwalde, Götschendorf, Milmersdorf, Ahrensdorf, Templin Vorstadt. Von einem Millionenbetrag mit einem Stundentakt jeden Tag von morgens bis abends kann überhaupt keine Rede sein.
Dabei hätte es gerade dieser Streckenabschnitt verdient, genauer betrachtet zu werden. Die Gleise zwischen Templin und Joachimsthal liegen noch, die Strecke ist in Betrieb – einige Male in der Woche fahren zwischen Milmersdorf und Joachimsthal Güterzüge. Aus touristischer Sicht ist die die Schorfheide und die Uckermark eine hochinteressante Region, weil es hier noch für den Ausflugs- und Fahrradtourismus unerschlossene Potentiale gibt. Im Gegensatz zu anderen Ausflugszielen sind Schorfheide und Uckermark noch nicht von Tagesausflüglern überlaufen. Zahlreiche Radwege führen parallel zur Strecke bzw. kreuzen sie. Ein Stundentakt im Sommer würde die Bemühungen vieler Tourismusbetriebe und der Kommunen unterstützen. Was läge näher, als diese wirtschaftsschwache Region gezielt durch eine Bestellung von Zugverbindungen in den Sommermonaten zu unterstützen? Es ist bedauerlich, wenn Vogelsänger reflexhaft immer nur mit dem Argument reagiert, es sei kein Geld da. Dieses Totschlagargument verhindert jede sachliche Diskussion.
Gerade die berlinfernen Regionen sind auf ein verlässliches Verkehrsangebot angewiesen, an dessen Finanzierung sich auch das Land Brandenburg beteiligen muss. Die Vergangenheit hat regelmäßig gezeigt, dass bei der Finanzierung von Busverkehren, die nach Abbestellungen eingerichtet wurden, die Kommunen alleine gelassen werden. So wird keine Mobilität mit öffentlichen Verkehrsmitteln gesichert, so wird der Trend zur Landflucht noch verstärkt. Die Einrichtung einer solchen Bahnverbindung in der Sommersaison wäre eine nachhaltige Möglichkeit, die Schorfheide und die Uckermark für den Tourismus zu erschließen.
Es bleibt zu hoffen, dass die Kommunen gemeinsam mit ihren Tourismusanbietern und den örtlichen Kammervertretern nicht aufgeben (Pressemeldung  DBV Berlin-Brandenburg, 08.10.13).

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von Fahrgastinitiative BB Veröffentlicht in Bahn Aktuell

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