DBV zur Zukunft des Schienenverkehrs im ländlichen Raum

Brandenburgs Verkehrsminister Jörg Vogelsänger (SPD) war zu Gast in der  Hansestadt Kyritz (Landkreis Ostprignitz-Ruppin). Thema war unter  anderem die Mobilität im ländlichen Raum. Der DBV ist verwundert und  kritisiert seine Äußerungen zur Zukunft der Eisenbahnstrecken von  Neustadt (Dosse) nach Pritzwalk, von Pritzwalk nach Meyenburg und von  Pritzwalk nach Putlitz. Die Infrastruktur sei „unzeitgemäß“ und eine  Modernisierung würde 26 Millionen kosten.
Die von Vogelsänger für  notwendig erarchtete Sanierung ist überhaupt nicht notwendig und soll  nur einem Zweck dienen: die Strecken schlecht zu rechnen. Die in den vergangenen Jahren durchgeführte Luxussanierung der Strecke  des Prignitz-Expresses von Spandau über Hennigsdorf kann und darf für  ländliche Regionen kein Maßstab sein. Im Prignitz-Express ist viel Geld  versenkt worden – als noch viel Geld vorhanden war. Dort, wo wenig  Menschen wohnen, müssen andere Maßstäbe gelten.
Wichtig sind die Sicherheit  des Verkehrs und ein verlässliches Angebot. Ob ein Zug nun 120 km/h oder  nur 70 km/h fährt, spielt auf wenigen Kilometern keine Rolle. Auch muss  nicht jeder Feldweg und jede Ackerzufahrt mit einer Schranke gesichert  werden. Solche Standards treiben nur die Kosten nach oben – mit dem  Ergebnis, dass der Verkehr tatsächlich unwirtschaftlich ist.
Was die  berlinfernen Regionen brauchen, ist eine Sicherheit, dass bestehende  Mobilitätsangebote Bestand haben und nicht jährlich komplett neu infrage  gestellt werden. Gerade die nordwestlichen Brandenburger Landkreise  haben sich in den vergangenen Jahren intensiv um den Erhalt der  Schienenverbindungen bemüht.
Die von Vogelsänger für die kommenden Jahre  versprochene 1 Million an Geldern für Verkehrsbestellungen sind Peanuts  im Landhaushalt und sollten eine Selbstverständlichkeit sein.
Zur  Erinnerung: jeder Monat unfertiger Flughafen BER kostet den Steuerzahler  einen unbestimmten Betrag zwischen 20 und 30 Millionen Euro. Der Deutsche Bahnkunden-Verband hat vor einigen Jahren ein Modell  entwickelt, dass Vorbild für solche Verkehre sein kann: das  „Schmiedeberger Modell“. In der Dübener Heide wird der Schienenverkehr  durch das örtliche Busunternehmen durchgeführt. Die Vetter Bus GmbH  sichert die Mobilität durch passende Angebote – mit dem Linienbus und  dem Schienenbus – ab. Es gibt keine Konkurrenz zwischen dem Bus und dem  Zug, Anschlüsse sind gesichert. Wenn das Verkehrsaufkommen geringer ist,  wird ein Bus eingesetzt, die Spitzen zum Berufsverkehr und zu den  Schulzeiten fängt der Zug ab.
Ändert sich die Brandenburger Verkehrspolitik nicht endlich, wird es in  einigen Jahren außer den Regionalexpress-Linien überhaupt kein  Schienenangebot mehr geben. Was ländliche Regionen brauchen, ist  Planungssicherheit und die passenden Mobilitätskonzepte. (Pressemeldung Deutscher Bahnkunden-Verband Lanesverband Berlin-Brandenburg, 23.08.13).

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von Fahrgastinitiative BB Veröffentlicht in Bahn Aktuell

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