DBV zur Zukunft des Schienenverkehrs im ländlichen Raum

Brandenburgs Verkehrsminister Jörg Vogelsänger (SPD) war zu Gast in der  Hansestadt Kyritz (Landkreis Ostprignitz-Ruppin). Thema war unter  anderem die Mobilität im ländlichen Raum. Der DBV ist verwundert und  kritisiert seine Äußerungen zur Zukunft der Eisenbahnstrecken von  Neustadt (Dosse) nach Pritzwalk, von Pritzwalk nach Meyenburg und von  Pritzwalk nach Putlitz. Die Infrastruktur sei „unzeitgemäß“ und eine  Modernisierung würde 26 Millionen kosten.
Die von Vogelsänger für  notwendig erarchtete Sanierung ist überhaupt nicht notwendig und soll  nur einem Zweck dienen: die Strecken schlecht zu rechnen. Die in den vergangenen Jahren durchgeführte Luxussanierung der Strecke  des Prignitz-Expresses von Spandau über Hennigsdorf kann und darf für  ländliche Regionen kein Maßstab sein. Im Prignitz-Express ist viel Geld  versenkt worden – als noch viel Geld vorhanden war. Dort, wo wenig  Menschen wohnen, müssen andere Maßstäbe gelten.
Wichtig sind die Sicherheit  des Verkehrs und ein verlässliches Angebot. Ob ein Zug nun 120 km/h oder  nur 70 km/h fährt, spielt auf wenigen Kilometern keine Rolle. Auch muss  nicht jeder Feldweg und jede Ackerzufahrt mit einer Schranke gesichert  werden. Solche Standards treiben nur die Kosten nach oben – mit dem  Ergebnis, dass der Verkehr tatsächlich unwirtschaftlich ist.
Was die  berlinfernen Regionen brauchen, ist eine Sicherheit, dass bestehende  Mobilitätsangebote Bestand haben und nicht jährlich komplett neu infrage  gestellt werden. Gerade die nordwestlichen Brandenburger Landkreise  haben sich in den vergangenen Jahren intensiv um den Erhalt der  Schienenverbindungen bemüht.
Die von Vogelsänger für die kommenden Jahre  versprochene 1 Million an Geldern für Verkehrsbestellungen sind Peanuts  im Landhaushalt und sollten eine Selbstverständlichkeit sein.
Zur  Erinnerung: jeder Monat unfertiger Flughafen BER kostet den Steuerzahler  einen unbestimmten Betrag zwischen 20 und 30 Millionen Euro. Der Deutsche Bahnkunden-Verband hat vor einigen Jahren ein Modell  entwickelt, dass Vorbild für solche Verkehre sein kann: das  „Schmiedeberger Modell“. In der Dübener Heide wird der Schienenverkehr  durch das örtliche Busunternehmen durchgeführt. Die Vetter Bus GmbH  sichert die Mobilität durch passende Angebote – mit dem Linienbus und  dem Schienenbus – ab. Es gibt keine Konkurrenz zwischen dem Bus und dem  Zug, Anschlüsse sind gesichert. Wenn das Verkehrsaufkommen geringer ist,  wird ein Bus eingesetzt, die Spitzen zum Berufsverkehr und zu den  Schulzeiten fängt der Zug ab.
Ändert sich die Brandenburger Verkehrspolitik nicht endlich, wird es in  einigen Jahren außer den Regionalexpress-Linien überhaupt kein  Schienenangebot mehr geben. Was ländliche Regionen brauchen, ist  Planungssicherheit und die passenden Mobilitätskonzepte. (Pressemeldung Deutscher Bahnkunden-Verband Lanesverband Berlin-Brandenburg, 23.08.13).

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von Fahrgastinitiative BB Veröffentlicht in Bahn Aktuell

Barrierefreiheit am Brandenburger Hhbf – und es geht doch…..

Mit Überraschung habe ich heute Morgen wahrgenommen, dass der Zugang zu den Bahnsteigen am Hauptbahnhof mit Asphalt überzogen wurde und damit der steinige und unbenutzbare Weg der Vergangenheit angehört. Gleichzeitig sollen die Zugänge zum ZOB und zur Tram ebenso gesichert sein. (Nachtrag: Die Zugänge zum ZOB sind nun noch schlechter als der Weg zu den Bahnsteigen, schlimmer geht immer….) Die vom Tiefbauamt vorgeschlagene weiträumige Sperrung für Fußgänger am Bahnhofsvorplatz konnte danke der Initiative der Verkehrsbetriebe Brandenburg verhindert werden. Die Ampelanlage wird etwas nach Westen verschoben und gleichzeitig Barrierefrei gestaltet.

Neue Variante:

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Alte Variante

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Nun frage ich mich als Pendler – was für Nasen haben wir in den Ämtern sitzen?!

So wie es jetzt auch wird, hat während der Umbauarbeiten des Hauptbahnhofes auch der Zugang zu den Bahnsteigen zu sein. Es ist peinlich, dass die Stadt Brandenburg sich einen tollen hübschen neuen Bahnhof leistet, aber nicht in der Lage war, die Nutzung während der Bauzeit mit ordentlichen Zugängen zu gewährleisten.

Für große Enttäuschung sorgt dabei der Behindertenbeirat, der sich leider allzu oft von der Stadtverwaltung vorführen lässt. Denn diese Situation am Bahnhof wurde sogar vom Behindertenbeirat verteidigt und selbst der große Umweg zwischen Bahnhof und Bus/ Tram wäre abgesegnet wurden, weil es laut SV keine Alternativen gäbe. Man sieht – man muss kämpfen.

Und manchmal sind gut gemeinte Ratschläge nicht unbedingt gut gemacht, dass zeigen die runden Treppenbereiche am Gesundheitszentrum, die eine Unfallgefahr darstellen, trotz Markierung – leider in schwarz.

Es bleibt die Hoffnung, dass Fahrgastvertretung und Behindertenbeirat noch enger kooperieren, damit hier ein reger fachlicher Austausch besteht und man gemeinsam Erfolge gegen so manche Wilkür der Verwaltung erzielen kann.

Vielen Dank an die Herren Nothnagel und Jumpertz, welche sich im Sinne ihrer Fahrgäste engagiert haben und ohne denen diese Lösung nicht möglich gewesen wäre.

Brandenburg Hbf – Neuer ZOB geht in Betrieb

Endlich wurden am Brandenburger hauptbahnhof Schilder gesetzt, damit Ortsunkundige Taxi und den Busbahnhof finden. Ob nun die Bezeichnung ZOB für Zenrtaler Omnibus Bahnhof glücklich gewählt ist, mag dahingestellt sein. Aber so viel internationale Gäste erwartet Brandenburg auch nicht.

Mitten im Baugeschehen öffnet jetzt der ZOB, dabei gibt es nicht mal einen richtigen Zugang von den Bahnsteigen her und auch das Umfeld es ZOB schaut noch unfertig aus. Schwirig wirds deshalb, da in den nächsten Wochen der Südliche Teil der Bundesstraße saniert wird und damit neue Einschränkungen zu erwarten sind. Auch der Bahnhofsvorplatz ist nun Baustelle und wird tagsüber von Baufahrzeugen frequentiert. Es wird dabei nicht ohne Konflikte beim Fahrgastwechsel zugehen.

Sechs Bussteige wird es künftig geben, diese werden verbunden durch ein langes Haltestellendach – welche schon recht „luxeriös“ wirkt, da heute selbst die Bahn solche Dächer kaum noch montiert. Die Frage bleibt, wird dieses Dach noch windgeschützte Wartebereiche erhalten oder sogar Glasflächen zur Bundesstraße hin? Denn nur die Fahrgäste wissen zu genau, was Wind und Wetter für Auswirkungen haben, wenn man die Überdachung einfach hinsetzt, aber keine weiteren Schutzmaßnahmen umsetzt. Manche Haltebereiche sind dann regelrecht unnütz und fangen eher Regen und Wind ein, statt zu schützen.

Von den derzeit 6 Bussteigen werden nur 4 pünktlich fertiggestellt. Die Busunternehmen wollen aber informieren. Die elektronische Anzeigetafel wird noch auf sich warten lassen, diese ist noch nicht fertiggestellt und muss vor allem mit den außerstädtischen Busunternehmen kompatibel werden.

Ein besonderes Schmankerl könnte die von der Fahrgastinitiative geforderte temp. Teerung des Zuweges von Bahnhof zum ZOB sein. Der Weg ist derzeit in einem katastrophalen Zustand, Rollkoffer und Schuhe werden hier regelrecht verschlissen. Die Verwaltung jammerte herum, dass es kein Geld für derartige Übergangslösungen gibt, aber sollten doch gerade solche Summen mit in die Baukosten eingeplant sein.  Nun wir lassen uns überraschen, derzeit fordert man ein Angebot von Baufirmen für ein paar Kleckse Teer an. Damit wäre unsere Forderung noch ordentlichen und sicheren Wegen erfüllt.

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Der künftige ZOB

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Brandenburg Hbf 2013 – Güterschuppen und Gütergleise sind verschwunden – jetzt ist da der ZOB

von Fahrgastinitiative BB Veröffentlicht in Bahn Aktuell

DBV zur VBB-Qualitätsbilanz

Eigentlich ein erfreuliches Bild: im Bereich des VBB fahren immer mehr  Menschen mit Bahn und Bus. 1,293 Milliarden Menschen nutzten 2012 das  Angebot in den Ländern Berlin und Brandenburg. Für 2013 schätzt der VBB  sogar nochmals eine weitere Zunahme auf 1,3 Milliarden Fahrgäste.
Nicht nur die Fahrgastzahlen insgesamt steigen weiter, auch die Zahl der  Pendler, die täglich aus Brandenburg nach Berlin zur Arbeit und abends  zurück fahren, nimmt weiter zu. Im Jahresdurchschnitt 2011 zu 2012  beträgt das Plus täglich ca. 3.200 Fahrgäste, für 2013 rechnet der VBB  nochmals mit + ca. 3.200 Fahrgäste. Die jüngste Äußerung von  Brandenburgs Verkehrsminister Jörg Vogelsänger (SPD), dass es weder  morgen noch in Zukunft S-Bahn-Verlängerungen in das Berliner Umland  geben wird, ist deshalb eine unsachliche Randnotiz und dürfte in einigen  Jahren wiederlegt sein.
Der Fahrgastzunahme in der Region Berlin steht ein weiterer Rückgang in  berlinfernen Regionen entgegen. Hier machte der Geschäftsführer des VBB,  Hans-Werner Franz deutlich, dass ein schlechtes ÖPNV-Angebot einen  überdurchschnittlichen Rückgang bedeute. Der DBV-Landesverband sieht die  Landkreise und Kommunen in der Pflicht, gegenüber dem Land für den  Erhalt aller Schienenstrecken, Linien und Halte und für eine  ausreichende Finanzausstattung zu kämpfen. Ansonsten droht die Gefahr,  dass die Lebensbedingungen im Land Brandenburg weiter auseinanderfallen.
Die Fahrgäste tragen inzwischen mit 47 % über Fahrgeldeinnahmen zu den  Kosten für den Bahn- und Busverkehr bei. Eine schlechte Qualität –  beispielsweise wegen Verspätungen oder zu wenig eingesetzten Wagen –  führt zu geringeren Zahlungen durch die Aufgabenträger. Hier erinnert  der DBV an seine Forderung, dass diese Malusregelung auch den Fahrgästen  zugute kommen muss. Wenn die Pünktlichkeit auf der Linie RE 2 zur Zeit  nur 53 % beträgt, kostet (trotz ständiger Verspätungen und verpasster  Anschlüsse) beispielsweise die Monatskarte von Wittenberge nach  KönigsWusterhausen weiterhin 191 Euro im Monat. Während die Länder  Berlin und Brandenburg als Besteller der Verkehrsleistungen  selbstverständlich ihre Entgelte kürzen, „dürfen“ die Fahrgäste  weiterhin für eine Leistungen so viel zahlen, als wenn sie pünktlich  erbracht wird.
Insgesamt sieht der DBV-Landesverband die Notwendigkeit, für die Zukunft  durch neue Bedien- und Verkehrskonzepte den öffentlichen Verkehr in  Berlin und Brandenburg insgesamt zu stärken. Wobei die Region Berlin  sicherlich anderer Konzepte bedarf, als die berlinfernen Regionen wie  die Prignitz, die Uckermark oder der Elbe-Kreis. Dazu gehört das  vorausschauende, gemeinsame Planen über Landesgrenzen hinweg, sondern  auch Neubestellungen von Verkehrsleistungen dort vorzunehmen, wo sie  notwendig sind. Auch die Tarifstruktur könnte nach Meinung des DBV  überarbeitet und durch neue Angebote erweitert werden (Pressemeldung Deutscher Bahnkunden-Verband Landesverband Berlin-Brandenburg, 12.08.13).

von Fahrgastinitiative BB Veröffentlicht in Bahn Aktuell

VBB-Qualitätsbilanz

Immer mehr Menschen in Berlin und Brandenburg entscheiden sich, ihre Wege mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückzulegen: Im Jahr 2012 waren 1,293 Milliarden Fahrgäste mit den Verkehrsunternehmen im VBB unterwegs. Täglich wurden somit 3,54 Millionen Fahrgäste im Verbundgebiet befördert. Im Vergleich zum Vorjahr stieg damit die Zahl der Fahrgäste um rund ein Prozent. Die Verkehrsunternehmen im Verbundgebiet erzielten gute Qualitätswerte. Die Pünktlichkeit im Eisenbahn-Regionalverkehr ist jedoch wie im vergangenen Jahr nicht zufriedenstellend. 12 Prozent der Regionalzüge kamen zu spät, jeder achte Zug war demnach unpünktlich. Die S-Bahn Berlin GmbH ist auf dem Weg aus der Krise.
Mehr Fahrgäste wurden unter anderem durch die stetig wachsende Zahl der Berufspendler in der Region gewonnen. In der Bilanz des vergangenen Jahres stieg die Zahl der Auspendler von Berlin nach Brandenburg auf mehr als 76.000 um 3,8 Prozent, die Zahl der Einpendler von Brandenburg nach Berlin stieg um 1,8 Prozent (auf rund 186.000).
Zusätzlich sorgte der Aufwärtstrend bei den Touristenzahlen in der Hauptstadt und im Land Brandenburg 2012 für mehr Fahrgäste in Bussen und Bahnen: Allein die Zahl der Berliner Gäste stieg im letzten Jahr um rund eine Million auf insgesamt fast elf Millionen Besucherinnen und Besucher. Auch die Zahl der Brandenburg-Touristen stieg im letzten Jahr um 120.000 auf fast 4,2 Millionen Besucher.

• S-Bahn-Verkehr: Die S-Bahn Berlin GmbH ist auf dem Weg aus der Krise, auch wenn die Rückkehr zur Normalität noch nicht vollständig abgeschlossen ist. Stetig konnten die Werte für Fahrzeugverfügbarkeit, Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit verbessert werden. Von den vertraglich vereinbarten 562 Viertelzügen zur morgendlichen Hauptverkehrszeit standen in dieser Woche rund 93 Prozent bereit. Der Pünktlichkeitswert lag im ersten Halbjahr 2013 bei 90 Prozent (2012: 88, 2011: 82). Trotz der Verbesserung konnte jedoch der vertraglich vereinbarte Zielwert von 96 Prozent in keinem Monat erreicht werden. Die S-Bahn Kunden honorieren die Anstrengungen der S-Bahn Berlin GmbH mit einer leicht verbesserten Note bei der Befragung zur Kundenzufriedenheit (Mai 2013: 2,60, fünfstufige Skala), kritisieren aber weiterhin Verspätungen und fehlende Ansprechpartner auf den Bahnsteigen.

• Eisenbahn-Regionalverkehr: Im Eisenbahn-Regionalverkehr lag die Zuverlässigkeitsquote 2012 bei rund 98 Prozent und konnte sich in den ersten fünf Monaten dieses Jahres noch um ein Prozent steigern. Durch die hochwasserbedingten Zugausfälle in diesem Sommer wird dieser Wert allerdings nicht zu halten sein. Unbefriedigend sind die unverändert schlechten Pünktlichkeitswerte von 88 Prozent. Wesentliche Ursachen für die Unpünktlichkeit waren verspätete Fernverkehrszüge sowie Bauarbeiten im Schienennetz, deren Auswirkungen oft nicht ausreichend von der DB Netz AG in einem Baufahrplan berücksichtigt wurden. Die Kunden bemängelten in den regelmäßig von der VBB GmbH durchgeführten Befragungen deshalb folgerichtig vor allem das Kriterium Pünktlichkeit. Insgesamt verbesserte sich die „Zufriedenheits-Note“ bei der Zugbewertung im vergangenen Jahr deutlich auf den Wert 1,77 (2011: 1,91, sechsstufige Skala).

• Bus- und Bahnverkehr in Berlin: Bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) lag die Zuverlässigkeitsquote nach eigenen Angaben bei U-, Straßenbahnen und Bussen unverändert zum Vorjahr bei über 99 Prozent. Die Pünktlichkeitswerte der U-Bahn lagen mit 97,7 Prozent wie bereits in den Vorjahren oberhalb des vertraglich festgelegten Sollwertes, ebenso wie bei der Straßenbahn, die einen Wert von 91,4 Prozent erzielte. Beim Busverkehr konnte gegenüber dem Vorjahr eine deutliche Verbesserung erreicht werden, die Pünktlichkeitsquote lag 2012 bei 85,7 Prozent (2011: 84,9). Der vertraglich festgelegte Sollwert von 87 Prozent wurde nicht erreicht    (Pressemeldung VBB, 12.08.13).

von Fahrgastinitiative BB Veröffentlicht in Bahn Aktuell

Eine kurze Anekdote zum Thema Nachlösen im VBB

Mich erreichte dieser Tage eine Mail, welche deutlich macht, wie problematisch des fehlen des Fahrscheinverkaufes im Zug ist und welche Nachteile die Fahrgäste davon haben. Auch steht bei dem u.g. Fall die Frage, wie gut sind Verkaufspersonale ausgebildet, wenn eine BahnCard verkauft wired, aber der Nutzwert im großen VBB Gebiet doch sehr gering ist. Dies e mail wollte ich Ihnen nicht vorenthalten.
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Mein Sohn, Inhaber eines gültigen Fahrtausweises Potsdam AB wurde kurz nach der Abfahrt kontrolliert und auf Grund seiner ehrlichen Antwort, er wolle nach Berlin, mit einer 40-Euro-Nachlösegebühr belegt. Es befand sich zum Zeitpunkt der Kontrolle im Tarifgebiet Potsdam AB, erst durch die mehrminütige Abwesenheit des Zugpersonals mit seinem Personalausweis befand er sich dann in Berlin. Es hätte sich jedoch korrekterweise die Möglichkeit ergeben, in Griebnitzsee auszusteigen und dort ein Ticket für das Berliner Tarifgebiet zu lösen. Kundenfreundlicher wäre es natürlich, ein ganz normales Nachlösen zuzulassen. Der Zeitaufwand durch die Bestrafung ohne Grund war höher.

Nach einigem Hin-und Her über die Rechtmäßigkeit einer „präventiven Nachlösegebühr“ gab man sich in Bremen (Sitz der Stelle für Nachlösegebühren) mit 7 Euro erhöhtem Entgeld zufrieden (aus Kulanz!). Da eine Kommunikation auch ausschließlich per Post möglich war (Mail war nicht verfügbar), haben wir das dann bezahlt.

Und noch eine Bemerkung, mein Sohn pendelt am Wochenende zwischen Cottbus und Potsdam, also im VBB. Hier sind Handytickets überhaupt nicht möglich. Die Jugendbahncard25 gilt auch nicht, nur für Fernverkehr (was uns aber keiner sagte, als wir bestellten und bezahlten). D. h. er muss voll bepackt als Schüler den Erwachsenenpreis bezahlen und das an einem permanent unterbesetztem Kundenschalter. Schön, dass pendelnde Schüler zwar voll bezahlen, aber Kundenservice dafür nicht in Anspruch nehmen dürfen.

Mit freundlcihen Grüßen

von Fahrgastinitiative BB Veröffentlicht in Bahn Aktuell

Wann werden die Wege zu den Bahnsteigen in Brandenburg HBF besser?

Am 23.07. trafen sich Behindertenbeirat, Behindertenbeauftragte der Stadt Brandenburg, eine Vertreterin des Tiefbauamtes und meine Person als Fahrgastvertretung am Hauptbahnhof. Ziel war es, die Situation der Wege zu den Bahnsteigen zu verbessern. Die Frage bleibt, wann wird das Problem gelöst.

Behinderte Menschen und ältere Menschen haben Probleme die Wege zu den Bahnsteigen zu passieren. Aber auch der „normale“ Fahrgast muss sich durch Dreckwege bewegen, zudem werden die Schuhe durch das billige Recyclematerial geschädigt, wer zahlt dafür??

Wir warten ab, wann hier eine Verbesserung eintrifft.

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Von der Tram zum Bahnhof sind einige Hürden zu überwinden. Die Tramhaltestelle ist neu und komplett Barrierefrei

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So schaut der Bereich der Ersatzbushaltestelle vor dem Bahnhof aus, ein Wunder das bislang wenig Knöchel zu Bruch gingen, aber Stürze gab es schon

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Schotterpiste zum Taxi, kaum geeignet für Rollatoren oder Rollstühle.

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Recyclingmaterial auf den Weg zu den Bahnsteigen, der beste Killer für Schuhe und kaum von Älteren oder Behinderten zu bewältigen

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Kaputte Gehwegplatten, Sturzgefahr

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von Fahrgastinitiative BB Veröffentlicht in Bahn Aktuell

Verlässlicher als Bahnen und Busse – die VBB-Fahrpreiserhöhungen

In der Berliner Verkehrspolitik gibt es noch eine Konstante: jährliche Fahrpreiserhöhungen. Die nächste tritt morgen in Kraft. Die Begründungen werden routinemäßig nachgereicht, denn sie werden ja ohnehin nicht hinterfragt. Deshalb will Berlins Finanzsenator mit der nächsten Erhöhung auch nicht bis zum 1. August 2014 warten.
Zum 1. August 2013 werden die meisten Tarife im Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg nach genau einem Jahr erneut erhöht. Die durchschnittliche Erhöhung liegt bei + 2,8 Prozent. Diese Zahl ist für den einzelnen Fahrgast wenig aussagekräftig, zeigt aber, dass die Erhöhung wieder einmal über der Steigerung der allgemeinen Lebenshaltungskosten von rund 2 Prozent liegt.
Begründet wird die Erhöhung wie jedes Mal mit steigenden Energie- und Personalkosten. Ein Nachweis wird seit Jahren höchstens ansatzweise geführt. In einigen Jahren gesunkene oder zumindest stabile Energiekosten z.B. durch günstige Einkaufskonditionen wurden übergangen. Einsparungen durch Effizienzsteigerungen sind in der Tarifdiskussion kein Thema.
Getäuscht wird die Öffentlichkeit mit dem Verweis auf ähnlich hohe oder noch höhere Tarife in anderen Verkehrsverbünden. Denn verschwiegen wird, dass das Einkommensniveau in Berlin und Brandenburg deutlich unter dem deutschen Durchschnitt und vor allem deutlich unter dem Niveau von beispielsweise Hamburg, München oder Stuttgart liegt. Diese Differenz wächst in Berlin sogar noch. Für 2011 bilanzierte das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg am 22. Mai 2013, dass „sich die jährliche Vergrößerung des Rückstandes der Einkommen der Berliner gegenüber dem Durchschnitt in Deutschland in den letzten zehn Jahren weiter fortgesetzt“ hat. Sozial- und umweltpolitische Ziele zählen in der Berliner Verkehrspolitik schon längst nicht mehr, obwohl die Politiker seit Jahren verständliche und bezahlbare Tarife versprechen, die mehr Menschen in Bahnen und Busse locken und damit zur Daseinsvorsorge für Menschen ohne Auto, zum Klima- und Umweltschutz und zur Reduzierung der Verkehrsunfälle und -opfer beitragen sollen. Alle diese Ziele bzw. Argumente sind für die Berliner Verkehrspolitik nachrangig geworden.  In der Realität geht es längst fast nur noch um die Steigerung der Tarifergiebigkeit. Wenn eine Tariferhöhung dazu führt, dass Fahrgäste auf Auto oder Fahrrad abwandern, aber die Gesamteinnahmen durch die Tariferhöhung dennoch gesteigert werden, hat der Finanzsenator sein Ziel erreicht. Mehr Fahrgäste in Bahnen und Busse zu bringen, ist ein vernachlässigbares Ziel geworden.
Dank wachsender Einwohner- und Touristenzahlen konnten die Fahrgastzahlen zuletzt allerdings trotz Tariferhöhungen gesteigert werden, in Berlin von 2011 zu 2012 über alle Verkehrsmittel um 0,8 Prozent. Aus der Kombination von Fahrpreiserhöhung und mehr Fahrgästen lagen die Mehreinnahmen in Berlin bei 4 Prozent. Diese positive Einnahme-entwicklung hatte den Finanzsenator allerdings nicht davon abgehalten, für 2013 mehr als nur 2,8 Prozent Fahrpreissteigerung zu fordern, weil die Zahlungsbereitschaft der Fahrgäste noch nicht „abgeschöpft“ sei.
Auf Einsparungen, die obendrein die BVG attraktiver machen würden, wird weiterhin bewusst oder fahrlässig verzichtet. Zugleich wird der BVG seit Jahren ein ungenutztes Einsparpotenzial von über 10 Millionen Euro jährlich verweigert, weil ein großer Teil der geplanten Ampelvorrangschaltungen für Straßenbahnen und Busse noch immer fehlt und viele der für mehrere Millionen Euro bereits eingerichteten Vorrangschaltungen
nicht oder nicht richtig funktionieren.
Öffentlicher Nahverkehr wird in der Berliner Politik nicht mehr als Aufgabe oder gar Chance für die Stadtentwicklung gesehen, sondern nur noch als Kostenproblem. Deshalb plant der Finanzsenator und BVG-Aufsichtsratsvorsitzende schon jetzt die nächste Tariferhöhung, möglichst noch vor dem 1. August 2014. Als Motivationsschub fungieren die sogenannten Bruttoverträge bei den Vergaben im Regionalverkehr, denn jede Mehreinnahme durch Tariferhöhungen kommt unmittelbar den Landeshaushalten der Länder Berlin und Brandenburg zu Gute. Die BVG profitiert davon allerdings nicht. Sie ist und bleibt unterfinanziert und kann ihr Verkehrsangebot trotz steigender Einwohner-, Touristen und Fahrgastzahlen nicht ausbauen (Pressemeldung Berliner Fahrgastverband IGEB e.V., 01.08.13).

von Fahrgastinitiative BB Veröffentlicht in Bahn Aktuell