Barrierefreiheit am Brandenburger Hauptbahnhof??????

Am 23. Mai trafen sich die Fahrgastinitiative BerlinBrandenburg, der Behindertenbeirat der Stadt, die Schwerbehindertenbeauftragte und eine Vertreterin des Tiefbauamtes der Stadt Brandenburg zu einem Vor / Ort Termin.

 Es sollten die Mängel an den Zuwegen zu den Bahnsteigen besprochen werden.

Die Vertreterin des Tiefbauamtes machte gleich deutlich, dass kein Geld vorhanden sei, die Situation grundlegend zu ändern. Der Wunsch der Fahrgastinitiative, den Zugang temporär mit einer dünnen Teerdecke zu versehen, damit Fahrgäste sauber und Schwerbehinderte ohne Probleme zu den Bahnsteigen zu kommen, wurde so sofort als illusionär bezeichnet.

Letztlich ging es darum, in der bestehenden Situation wenigstens für die Schwerbehinderten einige Mängel zu beseitigen.

Der aktuelle Zustand: Vom Bahnsteig kommend endet der Weg in einer Steinmehlmasse, diese ist für Rollstühle relativ gut passierbar, aber in der Vertiefung steht nach einem Gewitter Guss Wasser und nichts geht mehr. Mal abgesehen das jeder Fahrgast Schuhputzmittel und Kleiderbürste mitführen muss, denn man sieht nach der Querung des Wegs etwas angeschmuddelt aus. Leider gibt es zahlreiche Kanten und zum Teil grobkörnige Gesteine, welche das Laufen behindern. der Weg teilt sich direkt am Bahnhofsvorplatz. Zum einen geht es direkt zur Straße, da haben wir einen brüchigen Betonfußweg zum Fußgängerquerung, dieser Weg weist richtige Löcher auf.

Die zweiter Alternative führt um einen Bauzaun herum, jedoch ist dieser Weg auf dem Bahnhofsvorplatz nicht abgegrenzt, so dass Rollstühle schon im Sand stecken geblieben sind.

Als erste Maßnahme wurde ein provisorisches Bushaltestellenschild versetzt, welches direkt vor den Ausstiegstüren des Busses stand. Gemeinsam wurde auch erkannt, dass für die Umwege eine gute Ausschilderung erfolgen muss, des weiteren muss geprüft werden, damit die Zonen mit problematischen Untergrund eingegrenzt werden.

Wichtig ist auch das Verfüllen bzw. das befestigen von Löchern im alten Betonfussweg. Der Zugang zur neuen Taxiwartestation muss Barrierefrei werden, derzeit ist dort eine hohe Kante und Schotter.

Problematisch wird es noch in den nächsten Wochen.

Dann wird die zweite Hälfte der Umgehungsstraße vor dem Bahnhof saniert. Beide Fussgängerüberwege müssen dafür geschlossen werden.

Fahrgäste müssen dann zwischen mehrere hundert Meter Umweg in Kauf nehmen (über Werderstraße). Ein Anschluss an Tram und Bus ist so kaum noch möglich. Hier hoffen wir, dass die Fahrgäste aktiv werden und sich an die Stadt wenden, da so etwas auch in einer Bauphase eine Zumutung darstellt.

Wir werden die Ergebnisse gern beobachten. Insgesamt war der Vor / Ort termin doch noch ein erfolg, Kontakte wurden geknüpft und man hat wenigstens einige Problempunkte angepackt, allein wie es weitergehen wird, muss man sehen und begleiten.

Es wird am Bahnhof gebaut, dass ist eine gute Sache. Es ist aber zu leicht für den Auftraggeber – zu verlangen – dass sich die täglichen tausende Pendler darauf einstellen müssen. Man kann einen Bauablauf auch genauso gestalten, dass Rücksicht auf die Pendlerwege genommen werden kann bzw. muss. Das kostet Geld und wer nun mal den tollen bahnhofsvorplatz möchte, muss auch das Geld zur Verfügung haben, damit die Wege zu den Bahnsteigen und zu Tram und Bus gut erreichbar bleiben.

Eine Diskussion ist hierzu willkommen.

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DBV zum Einsatz von Talent 2-Zügen auf den RE 7 und RB 14

Dem CDU-Landtagsabgeordneten Rainer Genilke hat die Brandenburger  Landesregierung in der Antwort 5/7010 auf eine Kleine Anfrage unter  anderem Auskunft zu den Sitzplatzkapazitäten im Regionalverkehr gegeben.  Demnach sind Kapazitätserhöhungen technisch und betrieblich nicht  möglich, obwohl Verkehrsminister Vogelsänger doch für die nächsten Jahre  steigende Fahrgastzahlen voraussagt.
Auf den Linien RE 7 (Dessau – Berlin – Wünsdorf) und RB 14 (Nauen –  Berlin – Senftenberg) kommen seit dem Fahrplanwechsel bzw. Frühjahr 2013  anstatt der bis dahin eingesetzten Doppelstockzüge einstöckige  Talent-2-Triebwagen zum Einsatz. Wie der DBV schon vor der  Inbetriebnahme anmahnte, kam dies auf einigen Relationen im Grunde einer  Angebotskürzung gleich, da hier ein Zug mit 4 Doppelstockwagen durch  einen 5-teiligen Triebwagen ersetzt wurde.
In den nächsten Jahren wird sich ein weiteres Problem stellen, dass  offenbar bisher nicht berücksichtigt wurde: die Talent-2-Triebzüge  bieten kaum Möglichkeiten, auf die weiter ansteigende Fahrgastnachfrage  im Raum Berlin und seinem näheren Umland zu reagieren. Stattdessen wird  es in Zukunft in den Spitzenzeiten noch enger in den Zügen werden. Hier  hätte sich der DBV eine vorausschauende Politik gewünscht.
Insbesondere in Richtung Nauen ist dies schon heute ein großer Nachteil.  Denn 140 m-Bahnsteige lassen maximal eine achtteilige Zuggarnitur zu  (5+3). Das Kuppeln von zwei vierteiligen Einheiten zu einer achtteiligen  Einheit ist nicht möglich, wenn zwischen Spandau und Nauen gehalten  werden soll.
Eine vertane Chance ist es für den DBV, wenn bei den Planungen nicht  Prognosen, die für die kommenden Jahre eine stetige Erhöhung der  Fahrgastzahlen voraussagen, berückichtigt werden: längere Bahnsteige in  Brandenburg für längere Züge!
Taktverdichtungen oder zusätzliche Züge  zur Abdeckung von Bedarfsspitzen, werden kategorisch ausgeschlossen. So  schafft man durch kurzsichtige Entscheidungen Probleme für zukünftige  Jahre. Ferner kritisiert der DBV, dass die gleichen Fehler wieder beim  Bahnsteigneubau zwischen Oranienburg und Neustrelitz gemacht wurden.
Auch hier ist, wenn Bahnsteige neugebaut worden sind, auf die  Brandenburger Standardlänge von 140 m gekürzt. Das reicht gerade aus für  fünf Doppelstockwagen. Ein Halt mit einem sechsteiligen Doppelstockzug  ist nicht möglich (Pressemeldung Deutscher Bahnkunden-Verband Landesverband Berlin-Brandenburg, 22.07.13).

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von Fahrgastinitiative BB Veröffentlicht in Bahn Aktuell