VBB möchte kein Fahrkartenverkauf in Zügen

Ab 9. Dezember kein Verkauf von VBB-Tickets im Zug

Ab 9. Dezember müssen Reisende bereits bei Fahrtantritt im Besitz einer gültigen VBB–Fahrkarte sein. Das Nachlösen im Zug beim Kundenbetreuer ist nur noch möglich, wenn es am Einsteigebahnhof weder eine personalbediente Verkaufsstelle noch einen Automaten gibt.

In den Regionalverkehrszügen der DB Regio AG konnten bisher Fahrkarten gegen einen Aufschlag, dem sogenannten Bordpreis, beim Kundenbetreuer erworben werden. Bei anderen Unternehmen im Verkehrsverbund wurden die Fahrscheine zum Teil zuschlagsfrei verkauft. Diese unterschiedlichen Regelungen entfallen nun. In den neuen Verkehrsverträgen ist der Verkauf im Zug zum Bordpreis ausgeschlossen. Wer kontrolliert wird und ohne gültigen Fahrausweis fährt, muss das erhöhte Beförderungsentgelt von mindestens 40 Euro bezahlen.

Herausgeber: DB Mobility Logistics AG
Potsdamer Platz 2, 10785 Berlin, Deutschland
Verantwortlich für den Inhalt:
Leiter Kommunikation Oliver Schumacher

Tschüss, Fahrscheinverkauf im Zug

Selbst in den Zügen der Deutschen Reichsbahn konnte man seinen Fahrschein im Zug nachlösen. Dabei gab es sogar auf Dorfbahnhöfen noch personall besetzte Fahrkartenschalter.

Heute wird mit dem Handyticket geworben und jeder muss die Automaten bedienen können. Und überhaupt, Sie kaufen doch die fahrscheine bestimmt längst im Internet!

Nein, die Damen und Herren in den Entscheidungsebenen machen es sich sehr leicht. Ständig steigen die Preise und der Service bleibt auf der Strecke. Dabei will man nicht mak darüber reden, dass die Leistung oft nicht erbracht wird oder schlecht (Verspätung). Die Bahn verliert hier einen großen Vorteil und degradiert sich damit weiter. Doch allein die Bahngesellscvhaften sind nicht einmal die Verursacher – der VBB hat sich zu diesem Schritt entschlossen. Dabei haben Zugbegleiter doch in den Jahren genug Menschenkenntnis gesammelt und wissen, wer einfach die Fahrschein nicht lösen wollte bzw. wo zeit und Möglichkeit fehlten und man einfach nachlösen möchte.

Müssen jetzt alle Fahrgäste eine halbe Stunde eher am Bahnhof sein – ein Fahrscheinerwerb kann doch sehr lange dauern!  – vor allem wenn mehrere auf den Fahrschein warten… Müssen jetzt alle sich durch den vollen Zug zwängen? Koffer und Taschen unbeaufsichtigt lassen? Die Beweiskarft liegt beim Beschuldigten  – ähm Fahrgast….. Und immer stift dabei haben, damit man die Automatennummer vorweisen kann. das kann doch alles nicht wahr sein.

Argumente, andere Verbünde machen das auch so ziehen nicht ganz.  Es gibt Verbünde, da ist ein Borderwerb nach wie vor möglich. Es gibt aber auch die sinnvolle Idee wie in Mecklenburg und Sachsen-Anhalt, dass man auf den Unsinn eines Länder Verbundes ganz verzichtet und nur Einzelstrecken, wie Ballungsgebiete in Verbundangeboten einbezieht.

Der Flickenteppich ist schon Nonsens und wir reisen zurück ins Länderbahnzeitalter vor 1920. Mit der neuen Entscheidung, keine Fahrkarten in Zügen zu verkaufen, geht die Reise in diese Richtung weiter.

T.Stranz

Brief an den VBB der Fahrgastvereinigung BB:

Sehr geehrte Damen und Herren,

in welcher Zeit lebt der VBB eigentlich?

Die Zeiten – als Bahnkunden noch „Transportfälle“ waren sind zum Glück vorbei und

in vielen Verbünden sind die Fahrgäste diejenigen, welche man Serviceorientiert

für den ÖPNV gewinnen und erhalten möchte.

Jetzt kommt der VBB auf die Idee, den Fahrscheinerwerb in den Zügen fast unmöglich zu machen.

Geht ein Automat nicht, so hat der Fahrgast sich die Automatennummer zu notieren,

blöd nur wenn kein Stift zur Hand.

Betritt dann der Fahrgast den Zug, dann hat der Fahrgast den Zugbegleiter aufzusuchen.

Egal wie voll die RE sind und wenn Fahrrad und Gepäck dabei sind,  – Pech gehabt.

Und Sie werden es mir nicht glauben wollen, noch immer gibt es auch unter der Generation 60+

Menschen, welche nicht so leicht mit den Automaten umgehen können. Die älteren

Fahrgäste lehnen nach wie vor die Automaten eher ab und kommen damit auch nicht zurecht.

Kommt noch hinzu, dass der Erwerb am Automaten doch eine gewisse Zeit in Anspruch nimmt.

Leider gibt es kaum noch geschulte Mitarbeiter an Bahnhöfen, wo man Fahrscheine in kurzer zeit

erwerben kann.

Bislang verkauften die freundlichen Zugbegleiter gern Fahrscheine auch als Nachlöse.

Die Damen und Herren kennen die Probleme der Automaten und die Probleme der Menschen mit diesen Kisten.

Dafür steckt der VBB zig Millionen in das Projekt Handyticket, was keiner braucht. Denn auch hier ist die Frage,

nicht jeder hat ein Handy, nicht jedes Mobiltelefon kann Handyticket…..

Wir bitten Sie daher eindringlich, diese absurde Idee einzustellen und wie bisher auch in allen Zügen

das nachlösen von Fahrkarten zu ermöglichen.

Ich empfehle hier sogar den Slogan der Mitteldeutschen Regiobahn „Bei uns gibt’s keine Schwarzfahrer“….

Dieser bezog sich darauf, dass die Züge der MRB zu 100 % besetzt sind und das Zugbegleitpersonal gern die Tickets löst

und sogar nebenbei das Catering an Bord erledigt.

Der VBB sollte einmal über den Tellerrand schauen.

Freundliche Grüße Fahrgastvertretung BB

_____________________________

KOMMENTAR 2

Wie man schon im angehängten Kommentar lesen kann, dürften sich die EVU bei den nächsten Ausschreibungen von den Zugbegleitern trennen wollen. So viele Serviceaufgaben hat man dann nicht mehr zu tun – wenn das eigentliche Ziel – Fahrscheine im zug zu lösen, nicht mehr möglich ist. Der VBB als öffentliche Einrichtung ist damit dabei Arbeitsplätze zu vernichten.

Vielelicht sollten VBB Mitarbeiter einmal monatelang den SPNV im land Brandenburg am eigenen Leib erfahren. Trotz Ausschreibungen ist nicht immer die Qualität gestiegen. Jedoch ist nicht immer das Eisenbahnunternehmen an dieser misere schuld, sondern bedingungen, welche der VBB selber verursacht. Hinzu kommen jetzt die alljährklichen Preiserhöhungen im Verbundgebiet, Streit um Brutte/netto Verträge…. Es ist traurig, was hier den Fahrgästen zugemutet wird.

 

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von Fahrgastinitiative BB Veröffentlicht in Bahn Aktuell

2 Kommentare zu “VBB möchte kein Fahrkartenverkauf in Zügen

  1. Vielen Dank an den Verfasser des obenstehenden Brefes. Ich selber bin Servicemitarbeiterin im Zugbegleitdienst und kann diesen Beschluß gar nciht nach vollziehen. In den Ausschreibungen wird verlangt, daß die Züge 100% mit Servicepersonal besetzt sein sollen, aber nach meinem Stand um u.a. auch den Fahrscheinverkauf zu vereinfachen und nicht um Fahrgäste zuschikanieren.
    Was passiert, wenn sich ein Fahrgast nicht mit dem FK-Automaten auskennt und mit dem falschen Fahrschein in den Zug einsteigt??? Mir macht mein Job Freude, weil man mit was ganz einfachen, zb mit einem Verkauf von einem Fahrschein vielleicht noch mit einem Lächeln kombiniert, Menschen eine Freude machen kann.
    Bitte überdenken Sie bitte Ihren Beschluß, denn er wird kurzer hand auch wieder Arbeitsplätze kosten.
    Vielen Dank!

    • Hallo Frau Kandziora,

      Ihre Antwort hat uns doch sehr motiviert. Wir sehen zum einen die Probleme der fahrgäste, aber auch die Zukunft der Zugbegleiter hängt an unseren Herzen und die sollten nicht vergessen werden.
      Es ist nur ärgerlich, dass Minister Vogelsänger schlecht vorbereitet ist und der Presse mitteilt, dass die Böse Bahn an dieser regelung Schuld ist.

      Dabei hat der VBB diese Regelung beschlossen und DB Regio setzt diese nun um. Das Land ist Aufgabenträger und sagt, was gemacht wird. Zum schluss ist das land auch daran beteiligt, dass wir Arbeitsplätze verlieren, dass ist doch unmöglich.

      Die privaten Bahngesellschaften werden auch weiterhin an Bord Fahrkarten verkaufen. Das ist ja das unverständliche. Aber hängt mit den neueren verkehrsverträgen zusammen, wo die Unternehmen – wie ODEG – an den Fahrgeldeinnahmen beteiligt sind.

      Ich möchte mich für Ihre Zuschrift bedanken und auch für Ihren Einsatz als ZUB, es macht einfach Spaß mit freundlichen bahnmitarbeitern zu reisen, auch wenn Kunden oder das eigene Unternehmen einem den tag nicht sehr leicht machen.

      Freundliche Grüße

      Thomas Stranz

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