VCD zur VBB-Tariferhöhung

Der Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) fordert anlässlich der morgigen VBB-Aufsichtsratssitzung, bei der eine Tariferhöhung zum 1. August 2012 beschlossen werden soll, mehr Mut und Phantasie zu attraktiven neuen Tarifen bei Verkehrsunternehmen, VBB und Senat sowie für den Vorrang von Bus und Straßenbahn. „Wir sind bisher nicht überzeugt, dass die Verkehrsunternehmen für eine spürbare Einnahmeerhöhung eine Tariferhöhung benötigen“, sagt Stefan Kohte, Tarifexperte des VCD Nordost.

Trotz S-Bahnkrise gibt es in Berlin Zuwächse bei der Zahl der Fahrgäste, vor allem bei den Stammkunden. Denn durch das „Abo65plus“ – die neue Bus&Bahn-Flatrate für Senioren – sowie durch die Rabatte im Rahmen der Entschuldigungsleistungen der S-Bahn stieg die Zahl der Kunden mit Abos in den letzten drei Jahren bei S-Bahn und BVG um 30 bzw. 40 %. So konnte die BVG 2010 ohne Tariferhöhung ihre Fahrkarteneinnahmen um 21,3 Millionen Euro steigern.

Deshalb fordern der VCD Nordost und der VCD Brandenburg weitere neue Flatrate-Angebote im Abo, z.B. eine Freizeitkarte (abends und am Wochenende), eine Freizeitkarte für Schüler ohne Monatskarte (ab nachmittags) oder ein Radfahrerabo (mit Monatsmarken im Winter und Fahrradmonatsmarken im Sommer). „Im Zweifel sollten die Länder aus den gesparten S-Bahn-Geldern das Risiko eines Marktversuchs abmildern.“, sagt Stefan Kohte (VCD).

Für eine Stadt mit weniger Abgasen, weniger Lärm und mehr Verkehrssicherheit, also für mehr ÖPNV und weniger Autoverkehr, fordert der VCD Nordost Senat und Bezirke auf, den ÖPNV im Zweifel auch zu Lasten des Autoverkehrs zu beschleunigen und die Behinderung von Bussen und Straßenbahnen konsequenter zu ahnden.

Der VCD fordert den Senat zudem auf, endlich für alle Großveranstaltungen in den Veranstaltungsorten des Landes, wie der Messe oder dem Olympiastadion, sowie für Großveranstaltungen wie den Marathon Kombitickets zur Auflage zu machen.

In Berlin gibt es nach Ansicht des VCD keine überzeugenden Dauerangebote für Gelegenheits- bzw. Teilzeitkunden. Zwischen den Vierer- und Tageskarten einerseits und den Wochen- und Monatskarten andererseits besteht nach Ansicht des VCD Nordost ein Ungleichgewicht, das auch durch die neue Tariferhöhung weiter vergrößert wird und damit Zeitkarten für Gelegenheitskunden nicht attraktiver macht.

Der VCD fordert die Verkehrsunternehmen und den VBB hier zu einer Tarifstrukturreform, die Zeitkarten attraktiver macht, auf. „Auf jeden Fall darf eine Tarifstruktur, die noch solche strukturellen Fehler aufweist, nicht über eine automatisierte jährliche Tariferhöhung, wie sie Verkehrssenator Müller zuletzt vorgeschlagen hat, zementiert werden“, so Kohte (Pressemeldung VCD Nordost, 15.03.12).

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