Sachsen-Anhalt: Zuschlag für Eisenbahnnetz Nord-Süd erteilt

Im Auftrag der Länder Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Sachsen-Anhalt erteilte der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) heute der DB Regio AG, Region Nordost den Zuschlag für das sogenannte Netz Nord-Süd mit jährlich etwa 9,5 Millionen Zugkilometern. Das Land Sachsen-Anhalt ist mit der Strecke Lutherstadt Wittenberg – Berlin beteiligt.

Klaus Rüdiger Malter, Geschäftsführer der Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt GmbH sagte zur Vergabe: „Das Land Sachsen-Anhalt sichert mit dem neuen Vertrag langfristig stabile Direktverbindungen zwischen der Lutherstadt Wittenberg und Berlin. Zum 500. Jahrestag der Reformation 2017 erwartet die Lutherstadt Wittenberg zahlreiche Gäste aus der Bundeshauptstadt, denen damit gute Anreisemöglichkeiten geboten werden.“

Das Netz Nord-Süd umfasst die Linien RE 3 Stralsund / Schwedt (Oder) – Berlin – Elsterwerda und RE 5 Rostock / Stralsund – Berlin – Falkenberg (Elster) / Lutherstadt Wittenberg. Der Vertrag hat eine Laufzeit von zwölf Jahren und beginnt mit der Betriebsaufnahme im Dezember 2014.

Das Gesamtvolumen der Ausschreibung verteilt sich auf vier Bundesländer: Auf das Land Brandenburg entfallen 51 Prozent der Leistung, auf das Land Mecklenburg-Vorpommern 36 Prozent, auf Berlin zehn Prozent und auf Sachsen-Anhalt drei Prozent.

Dem Zuschlag ging ein umfangreiches europaweites Vergabeverfahren voraus, in dem die Konditionen zwischen den Ländern und allen Bietern verhandelt wurden. Im Ergebnis wird die DB Regio AG auf beiden Linien künftig moderne Doppelstockwagen einsetzen, wie sie teils bereits auf der Linie RE 5 verkehren. Zusätzlich werden voraussichtlich auf der RE 5 fünf Neubautriebzüge des Herstellers Bombardier Transportation eingesetzt.

Auf beiden Linien sollen alle Züge um einen fünften Wagen verstärkt werden. Außerdem erhalten die alten Fahrzeuge ein umfangreiches Redesign. Um die Sicherheit der Fahrgäste zu erhöhen, sollen die Züge per Video überwacht werden (Pressemeldung Nasa, 29.02.12).

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Offener Brief des DBV zu „Brandenburg 2030“

Sehr geehrter Herr Platzeck, vorletzte Woche haben Sie Ihre Partei aufgefordert, ohne Denkverbote darüber nachzudenken, wie das Bundesland Brandenburg 2030 aussehen soll, wie es aussehen wird. Diese Überlegungen sind dringend notwendig und deshalb haben Sie zu dieser Aufforderung unsere ungeteilte Zustimmung.

Seit vielen Jahren beschäftigt sich der DBV-Landesverband in verkehrspolitischer Hinsicht mit der Zukunft Berlins und Brandenburgs. Beide Bundesländer, auch wenn sie durch eine Landesgrenze getrennt sind, sind unserer Meinung nach dabei selbstverständlich nur gemeinsam betrachtbar.

Die sicherlich notwendige Reduzierung der Landkreise wird neue und veränderte Wege der Bevölkerung mit sich bringen. Das Verkehrsministerium denkt derzeit an die Abbestellung von Halten und womöglich auch ganzer Linien nach. Das würde vor einer kommunalen Neuorganisation Fakten schaffen, die sich später nachteilig auswirken können. Erinnert sei nur an die Abbestellung und Stilllegung der Verbindung von Templin nach Prenzlau.

Seit vielen Jahren regiert der Stillstand in der Verkehrspolitik. Eine ergebnisoffene Diskussion verkehrspolitischer Standpunkte und Ziele ist kaum möglich.

Wir haben den Eindruck, dass seitens der Landesverwaltung als letzte Erwiderung immer die „Keule“ der Nichtfinanzierung hervorgeholt wird — das Totschlagargument, wenn die Gegenargumente ausgehen? Sicherlich hat Brandenburg nicht unendlich viel Geld zur Verfügung. Die Diskussion darüber, wie das Geld am sinnvollsten und nachhaltigsten ausgegeben wird — darüber muss eine ständige Diskussion stattfinden. Denn, so haben wir festgestellt, Geld für neue Ausgaben ist durchaus vorhanden.

Wir hoffen auf Ihre Unterstützung und freuen uns auf interessante und spannende Diskussionen beispielsweise:

• bei der Aufstellung des Landesnahverkehrsplanes (der hoffentlich nicht, wie in der Vergangenheit passiert, im Verkehrsministeriums erarbeitet und anschließend der Fachöffentlichkeit vorgestellt wird, bevor er im Verkehrsausschuss des Landtages auf seiner letzten Sitzung 2012 zur Kenntnis genommen wird);

• bei der Definition der Anforderungen zukünftiger SPNV-Ausschreibungen (deren Ausschreibungstext komplett öffentlich gemacht wird. Denn der Steuerzahler hat ein Recht darauf, zu erfahren, wofür sein Geld ausgegeben wird);

• bei der Weiterentwicklung des öffentlichen Nah- und Regionalverkehrs, der sich von Dogmen und Befindlichkeiten für oder gegen ein Verkehrsmittel verabschiedet (dass es nicht mehr vorkommt, dass seitens des Verkehrsministeriums Millionenbeträge für die Finanzierung von Regionalverkehrsleistungen in Berlin vorhanden sind, aber der Ausbau der S-Bahn auf Brandenburger Territorium kategorisch abgelehnt wird);

• bei der Frage, ob das alleine ausschlaggebende Argument für den Einsatz von Überlandbussen statt Schienenverkehr wirklich nur die angeblich preiswerteren Betriebskosten sein können;

• ob es bei knapper werdendem Geld nicht auch noch andere Betreibermodelle im SPNV geben kann;

• wie generell das Angebot im öffentlichen Nah- und Regionalverkehr effektiv und sparsam gestaltet werden kann;

• wie der volkswirtschaftliche Nutzen von Investitionen in die Infrastruktur durch eine integrierte Verkehrplanung deutlich erhöht werden kann (z. B. indem alle Verkehrsmittel gemäß ihrer Stärken eingesetzt und mit den anderen verknüpft werden: schienenge-bundener Verkehr in und zwischen den Ballungszentren, Bus und motorisierter Individualverkehr nur zur Flächenerschließung, Verknüpfung durch Mobilitätsstationen);

• den Aufgabenträgern auch in Zeiten schwieriger Finanzen eine auskömmliche und planbare Finanzierung ihres „übrigen ÖPNV“ zu ermöglichen.

Ihrer Ablehnung von Denkverboten muss eine breite und gesellschaftliche Diskussion folgen. Auch wir sind der Überzeugung, dass nur so Brandenburg 2030 „gedacht“ werden kann. Gerne sind wir bereit, an dem „Denkprozess“ mitzuwirken (Pressemeldung DBV, 29.02.12).

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DB Regio AG, Region Nordost, gewinnt Netz Nord-Süd

Am 28. Februar 2012 hat die VBB GmbH im Auftrag der Länder Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Sachsen-Anhalt den Zuschlag für das sogenannte Netz Nord-Süd an die DB Regio AG, Region Nordost erteilt. Mit einem Gesamtvolumen von jährlich circa 9,5 Millionen Zugkilometern umfasst das Netz die Linien RE3 Stralsund / Schwedt (Oder) – Berlin – Elsterwerda und RE5 Rostock / Stralsund – Berlin – Falkenberg (Elster) / Lutherstadt Wittenberg. Der Vertrag hat eine Laufzeit von zwölf Jahren und beginnt mit der Betriebsaufnahme im Dezember 2014.

Diesem Zuschlag ist ein sehr umfangreiches europaweites Vergabeverfahren vorangegangen, in dem die vertraglichen Konditionen zwischen den Ländern und allen Bietern verhandelt wurden.

Im Ergebnis wird die DB Regio AG auf beiden Linien künftig moderne Doppelstockwagen einsetzen, wie sie auch bereits heute aus der Region bekannt sind und auf der RE5 verkehren. Zusätzlich werden voraussichtlich auf der RE5, fünf Neubautriebzüge des Herstellers Bombardier Transportation eingesetzt. Wichtigste qualitative Verbesserung auf beiden Linien wird die Verstärkung aller Züge um einen fünften Wagen sein. Außerdem werden die alten Fahrzeuge einem umfangreichen Redesign unterzogen. Um die gefühlte Sicherheit der Fahrgäste zu erhöhen, werden die Züge zudem mit Videoüberwachung ausgestattet. Wie bei der Ausschreibung des Netz Stadtbahn neu eingeführt, wird der barrierefreie Bereich in der Zugmitte platziert sein, so dass Personen mit eingeschränkter Mobilität schneller ihren barrierefreien Einstieg finden können, egal in welche Richtung der Zug fährt.

Das Gesamtvolumen der Ausschreibung verteilt sich auf vier Bundesländer: Auf das Land Brandenburg entfallen 51 Prozent der Leistung, auf das Land Mecklenburg-Vorpommern 36 Prozent, auf Berlin zehn Prozent und auf Sachsen-Anhalt drei Prozent.

Minister Jörg Vogelsänger, Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft des Landes Brandenburg: „Mit dieser Vergabe haben wir rund 90 Prozent aller Regionalverkehre im Land Brandenburg im Wettbewerb vergeben. Mit dem laufenden Verfahren zum Netz Ostbrandenburg und dem im Sommer startenden Verfahren für den Prignitz-Express haben wir dann im Regionalverkehr 100 Prozent Wettbewerb erreicht.“

Minister Volker Schlotmann, Ministerium für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung Mecklenburg-Vorpommern: „Gerade der fünfte zusätzliche Wagen, der in den Saisonmonaten April bis Oktober auf beiden Linien bei allen Zügen Richtung Norden eingesetzt wird, bringt die lang ersehnte Entlastung des heutigen Angebots. Der zusätzliche Wagen wird im Untergeschoss insbesondere zur Mitnahme von Fahrrädern geeignet sein.“

Senator Michael Müller, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt des Landes Berlin: „Der Tages- oder Wochenendausflug an die Küste wird für die Berlinerinnen und Berliner mit dem verbesserten Angebot jetzt noch mal deutlich attraktiver. Und umgekehrt gilt natürlich das gleiche: Auch die Bürgerinnen und Bürger aus Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt können die Bundeshauptstadt jetzt noch bequemer und sicherer erreichen.“

Klaus Rüdiger Malter, Geschäftsführer der Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt GmbH: „Das Land Sachsen-Anhalt sichert mit dem neuen Vertrag langfristig stabile Direktverbindungen zwischen der Lutherstadt Wittenberg und Berlin. Zum 500. Jahrestag der Reformation 2017 erwartet die Lutherstadt Wittenberg zahlreiche Gäste aus der Bundeshauptstadt, denen damit gute Anreisemöglichkeiten geboten werden.“

Hans-Werner Franz, Geschäftsführer der VBB Verkehrsverbund Berlin -Brandenburg GmbH: „Mit dem Zuschlag bleiben wir unserer Linie treu, durch Wettbewerb die Qualität des Angebotes weiter zu verbessern. Der VBB wird sich auch weiterhin dafür einsetzen, dass die Kunden des Öffentlichen Nahverkehrs in unserer Region dieses Versprechen auch hautnah spüren.“ (Pressemeldung VBB, 29.02.12).

von Fahrgastinitiative BB Veröffentlicht in Bahn Aktuell