Der Betriebsbahnof Tauer

Am 30. April 1996 fuhr ich an die Strecke Grunow-Peitz.Von mehreren Seiten hatte ich den Tip bekommen, daß im Betriebsbahnhof Tauer ein schönes Stellwerk stehen soll. Da wollte ich an diesen Tag hin. Sowohl mit als auch ohne PKW ist dieser Bahnhof aber schwer zu erreichen, da er mitten ,,in der Pampa“ liegt. Ich schreckte aber nicht vor dem 14km Fußmarsch von Peitz nach Jamlitz zurück, denn dazwischen liegt der genannte Bahnhof. In Peitz angekommen, fragte ich gleich beim Fahrdienstleiter nach Güterzügen. Der meinte, daß gleich die Übergabe nach Weichensdorf kommen soll. Also schnell ein Foto mit dem Stellwerk und ab gings.

772 008 als RB5506, Durchfahrt Bf. Tauer, 31.05.96

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Etwa auf halben Wege überholte mich eine 232er Lz. In wem keimt da nicht die Hoffnung, daß die Lok einen Zug holt? Die endlose Gerade durch den Wald wollte kein Ende nehmen, das Einfahrsignal war schon zu sehen, aber noch drei Kilometer entfernt. Als ich die Kurve kurz vorm Bahnhof erreichte, stand auf dem Überholgleis (der Bahnhof Tauer besitzt nur zwei Gleise) jene 232 mit einer langen Leine ,,Emil-Antons“. Puls- und Herzschlag schnellten in die Höhe, Schweiß lief auf die Stirn, die Hände begannen zu zittern – nein, so schlimm war es nicht, aber bei dem Zugangebot freut man sich über jeden außerplanmäßigen Güterzug. Ein Blick auf die Uhr sagte mir, daß wahrheinlich erst der Triebwagen aus Cottbus kommen wird.

Also schnell eine Standaufnahme und dann zur Ausfahrt nach Grunow. Das Stellwerk war wirklich spitze, nur stand es leider auf der ,,falschen“ Seite. So nahm ich mir die Schranke als Motiv. Kaum hatte ich mich hingestellt ging das Fenster auf: ,,Der Güterzug fährt aber in die andere Richtung!“ – ,,Triebwagen – ja, der kommt gleich und der Nahgüter kommt auch noch!“ – ,,Gut, danke!“.

Kaum war der Triebwagen durch, geht das Fenster wieder auf: ,,Willst du den Güterzug auch noch haben?“ – ,,Na, wenn ich es schaffe wäre es Super“ – ,,Ich laß ihn noch ein bißchen stehen!“ -,,Fünf Minuten reichen“. Also renne ich schnell am Zug vorbei und stelle mich an die Ausfahrt. Und da fährt er auch schon los. Der Rangierer hängt sich aus dem Fenster und ruft – ,,Schick mal ein Bild, ist der letzte“. Langsam laufe ich zum Stellwerk zurück und bedanke mich. Der Hund steht im Fenster und knurrt mich an. Frauchen beruhigt ihm aber und sagt: ,,Der tut dir doch nichts!“. Nach dem wir noch ein paar Worte gewechselt haben, laufe ich weiter. Übrigens Glück gehabt, die Güterwagen haben 3 Jahre lang im Anschluß gestanden – heute wurden sie abgeholt. Einen Monat später am letzten Betriebstag wollen wir nochmal dorthin, diesmal zu zweit und mit Auto. Der Bahnhof ist sogar in der Karte eingezeichnet und auch eine kleine Straße, die dahin führt. Aber wo geht die ab?

528177 + Lg76671, Durchfahrt Bf. Tauer, 01.06.96

Wir sehen eine PfIasterstraße, können aber nicht mehr bremsen. Also wenden und langsam ran! Diese entpuppt sich als Holperstraße der übelsten Sorte. Man muß aufpassen, daß man nicht aufsetzt. Größere Löcher sind mit Schwellen ausgebessert. Wenige hundert Meter vor der Strecke endet die Straße in einer Sandwüste.

Es hat keinen Zweck – wir müssen umdrehen. Also den nächsten Weg rein. Der ist zwar nicht gepflastert, aber besser befahrbar. Am Stacheldrahtzaun halten wir an. Der ist zwar eingerissen und der Weg frei, aber was nun? Wir probieren es. Mitten durch die Kaserne kommen wir etwas südlich vom Bahnhof an die Strecke.

Die Stellwerkerin erkennt mich sofort wieder. Während der halben Stunde, bis der Zug kommt, unterhalten wir uns. Heute ist ihr letzter Arbeitstag, berichtet sie. Ab Fahrplanwechsel wird das Stellwerk nicht mehr besetzt. Die Bahn hat ihr angeboten in Jamlitz zu arbeiten. Aber sie wollte nicht mehr. Noch anderthalb Jahre bis zur Rente – da kann man in den Vorruhestand gehen. Deswegen mußte sie nach Frankfurt, um alles zu klären. Aber dort wurde sie von einem Zimmer zum anderen geschickt – und alle redeten nur vom Geld, wieviel Abfindung sie bekommt und so weiter. Erniedriegend. Und dann fängt sie an, auf die Gesellschaft zu schimpfen und fordert die Mauer zurück – 10 Meter hoch. Auch gegen die Ausländer ist sie. Früher war sie VMT – Verantwortliche für Militärtransporte und daher kann sie perfekt Russisch. Und wenn irgendwelche jungen Russen Sprüche loslassen, quarkt sie die schon mal an. Eine Pistole hat sie auch. Neulich war sie in Polen. Da haben ihr an der Tankstelle zwei Polen die Scheibe geputzt und wollten Geld dalür. Als sie keines gab, wollten die Polen einen Spiegel abbrechen und meinten, der koste 50 DM. Da zog sie die Pistole, die im Handschuhfach liegt und weg waren sie.

Nebenbei versucht ihr Hund immer, in meinen Schuh zu beißen. Jaja meint sie, auf Schuhe steht er besonders. Zur Arbeit kommt sie immer mit ihren Trabi, der schon seit mehreren Jahren nicht mehr angemeldet ist. Aber da sie nur durch den Wald fährt und nicht weit weg wohnt, merkt das ja keiner. Rundherum war früher hier alles Truppenübungsplatz. ,,Da haben die Russen immer Krieg gespielt“. Zahlreiche Militärzüge wurden auf dem Anschlußgleis entladen. Deswegen war sie auch VMT. An ihren letzten Arbeitstag hat sie sich schick gemacht. Die Sachen sind schon alle gepackt. Den letzten Zug will sie anhalten und ein Autogramm geben lassen. Morgen muß sie auch noch zwei Stunden kommen, denn da kommen noch zwei Sonderzüge. Ihr Arbeitsvertrag läuft noch bis zum 1.8. Aber sie muß noch den ganzen Jahresurlaub nehmen – plus Resturlaub vom letzten Jahr. Hinzu kommt eine saftige Abfindung und 3 Monatsgehalte. ,,Bloß raus aus dem Laden – das macht doch keinen Spaß mehr!“

Und wie alle Bahnmitarbeiter schimpft sie auch auf die Bahn. Langsam kommt die Zeit und der Triebwagen wird vorgemeldet. So schnell zum Standpunkt. Damit der Zug nicht so schnell kommt, fragen wir sie, ob sie ihn etwas ,,stutzen“ kann – kein Problem.

Danach verabschiedeten wir uns und wünschen ihr alles Gute. Sie gibt uns noch ein Tip, wie wir besser zurück kommen – nämlich über Jamlitz. Der Waldweg ist besser, man kann mit 80 durchheizen. Am nächsten Tag fahren die beiden Sonderzüge. 528177 mit Fotogüterzug und 032204 mit VLV -Sonderzug.

Und so werden die Erlebnisse noch lange erhalten bleiben vom Bahnhof mitten im Übungsplatz.

© Michael Scheppan 1996

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Abschied von 528120 – Uckro-Dahme

Wie in jedem Jahr – gibt es heute hier wieder eine Dampfgeschichte zur Weihnachtszeit. Nun ist es schon fast wieder 10 Jahre her. Da drehte die letzte betriebsfähige Dampflok des Bw Falkenberg ihre Runden und das 3 Jahre nach dem offiziellen Dampfschluss. Die Personale hatten es geschafft, aus der Heizlok ein Schmuckstück heraus zu putzen. Gleichzeitig konnte man die Wendezeit ausnutzen, um unkompliziert Dampffahrten anzubieten. Heutzutage wäre so etwas gar nicht mehr möglich. So wurde nicht nur die Dampflok zur Freude der Bevölkerung und der Eisenbahner eingesetzt, nein auch längst vergessene Strecken wie Annaburg-Prettin, Neuburxdorf-Mühlberg und Uckro-Dahme konnten so noch einmal in den Mittelpunkt der Eisenbahninteressierten gerückt werden. Letztere Strecke wird sich in unserer folgenden Geschichte widerspiegeln.

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Es ist Samstag der 7. Dezember 1991. Heute soll 528120 auf ihre vorletzte Reise gehen, bevor sie wegen Fristablauf abgestellt werden muss. Da diese Plan-Dampf-Aktion nicht offiziell stattfand, wussten nur wenige von dieser Fahrt. Die Eisenbahner in und um Falkenberg waren recht unkonpliziert und unterstützten solche Dampflokeinsätze. Die verschwommene Rechtslage der Deutschen Reichsbahn begünstigte solche Aktionen und auch vor Ort gab es grünes Licht von den Verantwortlichen.

Da man auf Plandampfaktionen von Privat bisher nicht vorbereitet war und in den Chefetagen auch noch Unklarheiten herrschten, wer zu was zuständig sein sollte, gab es also keinerlei Probleme.  Viele Vereine nutzten diese Situation aus und so kam es 1990/ 91 noch einmal zu interessanten Aktionen. Ich bekam ein paar Tage vor Fahrttermin vom Torgauer Vereins-Chef einen Anruf, daß am Wochenende 528120 die letzten Runden drehen wird. Am Samstag dampft sie nach Luckau mit dem Nahgüterzug und Sonntag nach Mühlberg mit einem Sonderzug. Für mich war klar, da muß ich hin.

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Am Samstag Früh startete ich in Eilenburg beim reinsten „Sauwetter“. Es nieselte ständig und es wehte ein eiskalter Wind, aber ich wollte die alte „Lotte“ noch einmal in Aktion erleben. Der Personenzug nach Falkenberg war mit 211 025 bespannt. In Falkenberg hieß es dann Umsteigen, der Früh-Personenzug nach Beeskow stand schon bereit (ist nun auch schon Geschichte) und ab ging es. Wir wollten ab Uckro mit dem Nahgüterzug mitfahren, da wir es in Falkenberg nicht geschafft hätten zum oberen Bw zu kommen. In Uckro angekommen, musste erst einmal der Personenzug mit seiner 110 abgelichtet werden, außerdem gab es noch die gute alte „Länderbahn-V60“ 106 108, die in Uckro als Rangierlok auf Arbeit wartete. Ein Blick zum Himmel verhieß nichts gutes, denn der sah so dunkel aus, als ob er sich in Trauerzeugs geschmissen hätte um so die letzten Fahrten der 528120 passend zu begleiten. So gegen 9.15 Uhr kam dann der Nahgüterzug auf Gleis 2 in Uckro an.

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Der Zug bestand aus dem Vereinspackwagen – einem Daa, einem Gbs, mehreren „Emils“ und zwei Tadgs. Eigentlich war das nicht sehr viel und für Luckau war gar nichts dabei. Immer bemerkte man Ende 1991 schon stark den drastischen Verkehrsrückgang im Güterverkehr. Im Packwagen reisten 5 Vereinsfreunde aus Torgau, ich fuhr nun ab Uckro mit. Es wurde nur noch auf den Gegenzug aus Luckau gewartet, dann ging es los. Für Luckau ist zwar nichts dabei, aber zur Abschiedsfahrt musste man noch mal vorbeischauen. Mit einem kräftigen Pfiff stampfte 528120 los, allerdings kam sie schnell in Fahrt in lies sich schließlich rollen. Wir machten es uns inzwischen im warmen Packwagen gemütlich, hier war alles da was man so braucht – eine Koch-Ecke, ein Souvenirstand und eine bequeme Sitzecke. Als erstes wurde mal Kaffee gekocht, damit man sich wieder etwas aufheizte. Bis Luckau wurde durchgefahren.

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Hier begrüßte uns schon der Fahrdienstleiter und auch der Lokleiter kam angelaufen. 528120 setzte inzwischen um, nun konnten wir endlich vorwärts fahren. Irgendein Vereinsfreund aus Torgau wollte unbedingt der „8120“ , dass neue aktuelle EDV Schild verpassen – 052 120! Leider war man davon so begeistert, dass dieses Schild bis Uckro an der Rauchkammer hing. Die zwei Fotohalte wurden so ohne großer Anteilnahme hingenommen. In Uckro bekam 528120 was zu tun. Mehrere Wagen mussten abgesetzt werden. Jetzt waren noch 3 Güterwagen übrig, die nach Dahme gefahren werden müssen. Schließlich musste die Hauptbahn Berlin-Dresden überquert werden, um auf die Dahmer Seite des Bahnhofes Uckro zu kommen. Am ehm. Bahnhof Uckro-West wurde auf dem Abfahrtauftrag gewartet, die Strecke nach Dahme wird im Vereinfachten Nebenbahnbetrieb geführt und es existiert nicht ein Signal. Gegen 11.00 Uhr ging es los – mit einem großen Linksbogen schwenkte die Strecke vom Bhf. Uckro nach Westen ab. Die gesamte Strecke lag in Kiesbettung und passte so gar nicht zur großen 52er . Im Packwagen roch es inzwischen wie in einer Destille, denn es wurde Glühwein gekocht. Außerdem hatte ich schon vom „Heißdampf-Öl“ genascht, ei- nem regionalen Kräuterlikör aus Zinna. Da wir nun wieder Tender voran fuhren, haben wir nur an der einzigen Wegüberführung der Strecke einen Fotohalt durchgeführt. Ab dem ehm. Bahnhof Kemmlitz merkte man, daß der Oberbau nicht mehr viel Wert war, im Packwagen musste man sich regelrecht festhalten – die umherfliegenden Posterrollen und Fotoschachteln haben wir gar nicht mehr eingesammelt.

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Im einstigen Bahnhof Dahme empfingen uns schon ein paar Leute – wohl alles Bahnangestellte und deren Familie die was von dieser Aktion erfahren haben. Das Bahnhofsgebäude in Dahme ist ein wunderschöner Ziegelbau und sieht fast noch genauso aus, als die Uckro – Dahmer – Eisenbahn eröffnet wurde. Natürlich musste 528120 sich vor dem EG in Pose stellen. Dann wurde erst einmal „gehobelt“. Für die Rücktour war nur ein Expressgutwagen da und dieser sollte in Uckro abgesetzt werden. Im Packwagen wurden Würstchen gekocht und auch das Personal konnte sich stärken – natürlich bekamen die nur Tee und keinen Glühwein.

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Wir sprachen uns noch mit dem Lokpersonal ab, wo wir unsere Fotohalte gerne hätten und der großzügige Fahrplan ließ dies auch zu. Schließlich dampften wir gegen 12.30 Uhr ab und kurz hinter dem Bahnhof gab es den ersten Halt, denn hier war noch ein kleines Bahnhofsgebäude, was zur schmalspurigen JLKB gehörte. Im ehemaligen Bhf. Kemmlitz, der einzige Zwischenbahnhof mit einem größeren Empfangsgebäude, wartete schon ein Rentnerehepaar auf unseren Zug. Wir erfuhren, dass beide schon zu Privatbahnzeiten hier im Bahnhof tätig waren und auch hier wohnten. (Als ich 1995 die Strecke nach Dahme abgelaufen bin, war der Bahnhof Kemmlitz völlig verfallen und verlassen, wo mögen diese alten Leutchen jetzt wohnen?)

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Nach diesem Fotohalt gab es noch zwei weitere, bis wir wieder Uckro erreichten. Nun mussten wir wieder warten, bis man die Hauptbahn überqueren konnte und auf die Luckauer Seite kam. Hier nahm uns 106 108 den einzigen Güterwagen ab und wir warteten die Kreuzung mit dem Personenzug aus Falkenberg ab. Scheinbar hatte sich die Fahrt doch etwas herumgesprochen, denn inzwischen kamen zwei Eisenbahnfreunde aus Berlin an. Die stärkten sich nebenbei noch an den übrig gebliebenen Würsten und kosteten auch vom Glühwein, der bei diesem Wetter richtig wohl tat. Nachdem der Personenzug durch war, ging es los – für den Dampfer war es fast wie eine Lz Fahrt, denn mit einem Daa und mit nur 7 Mann Besatzung hatte 528120 nicht viel zu tun.

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Bis Schlieben fuhr ich auf der Maschine mit und musste zu meiner Überraschung erleben, dass das Personal recht flott und bestens gelaunt über diese Strecke fuhr. Man merkte nur je schneller die Maschine wurde, umso unruhiger wurde sie und ich versuchte mich irgendwo festzuhalten. Hinter mir hörte ich es nur auf dem Tender poltern, die Kohle rutsche bei dem rütteln nach. In Schlieben war Betriebshalt, denn der Zug musste vorgemeldet werden. Da wir ganz gut in der Zeit lagen, wurde ein Halt auf freier Strecke eingeplant. Für die am Sonntag stattfindende Abschiedstour Tour wurden noch Weihnachtsbäumchen gebraucht und diese wollten sich die Vereinsmitglieder gleich im Wald mitnehmen – wo sonst?

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Irgendwo zwischen Schlieben und Herzberg wurden wir fündig, wir blieben auf freier Strecke kurz stehen und nutzten dies als Fotohalt, während andere sich die Bäumchen am Bahndamm absägten. Nachdem alles verstaut war ging es weiter, 528120 rauschte mit den erlaubten Vmax dem Bahnhof Herzberg Stadt entgegen. Hier war wieder ein Betriebshalt eingeplant, denn der Zug musste in Falkenberg vorgemeldet werden.

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Nun kamen wir auf die Idee, das man die ehemalige strategische Verbindungskurve zur Jüterboger Strecke befahren könnte, denn hier war seit dem Bau dieser Strecke nie wieder ein Zug entlanggefahren. Natürlich war der Fahrdienstleiter in Falkenberg von dieser Idee nicht sonderlich begeistert, aber schließlich ließ er sich überreden und gab die Strecke frei. Damit waren wir wohl der einzige Zug überhaupt, der über diese Verbindung gefahren ist, allerdings war dies eine öde langweilige Strecke. Wir hatten an einer Straßenbrücke noch einmal einen Fotohalt, dann rauschten wir durch bis nach Falkenberg.

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Kaum waren wir im unteren Gbf. angekommen, gab es schon wieder freie Fahrt zum oberen Gbf . Zu DDR-Zeiten wäre dies kaum möglich gewesen, denn auf den Verbindungskurven herrschte Hochbetrieb. 528120 fuhr direkt ins obere Bw. Hier wurde sie noch für die morgige Fahrt vorbereitet, der eigentlichen Abschiedsfahrt mit Personenzug. Dieser fuhr dann voll Besetzt als „Elster-Elbe-Express“.

 

Am 13. 12. 1991 lief endgültig die Kesselfrist ab, da schlummerte die „8120“ schon ohne Schilder im Schuppen. Fast überraschend wurde sie 1992 an Bernd Falz verkauft und steht heute in Hermeskeil und träumt rostend von ihrer alten Heimat.

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Heute ist der ehemalige Eisenbahnknotenpunkt Falkenberg fast bedeutungslos geworden. Einzig im Reiseverkehr treffen sich noch zahlreiche Züge im Bahnhof. Doch diese haben dank der hier 3 auftreffenden Länderbestellungen, nicht immer die passenden Anschlüsse.

525679 und ein kleines Eisenbahnmuseum sind letzte Sachzeugen der Eisenbahnerstadt Falkenberg

(C) Thomas Nitsch 1993-2000

Sachsen-Anhalt: Sommerfahrplan tritt bei den Harzer Schmalspurbahnen in Kraft

Pünktlich zum Beginn des Osterfestes tritt am Freitag, dem 22. April 2011 bei der Harzer Schmalspurbahnen GmbH (HSB) der diesjährige Sommerfahrplan für das 140 km lange Streckennetz auf der Harzquer-, Brocken und Selketalbahn in Kraft. Auf der Brockenstrecke verkehren im Sommerhalbjahr wieder elf Zugpaare täglich auf den höchsten Harzgipfel und zurück. Zahlreiche Sonderfahrten ergänzen das Angebot.

Im Selketal wird aufgrund der großen Nachfrage wieder die durchgehende Dampfzugverbindung an allen Donnerstagen, Freitagen und Samstagen von Quedlinburg zum Brocken und zurück angeboten. Damit ist auch die vor allem bei den Eisenbahnfreunden beliebte Doppelausfahrt zweier Dampfzüge aus dem Bahnhof Eisfelder Talmühle an drei Tagen in der Woche möglich. Die Vollsperrung des Streckenabschnittes Stiege – Hasselfelde aufgrund von Gleisbauarbeiten wird zum Fahrplanwechsel in den Sommerabschnitt wieder aufgehoben, die Züge verkehren hier nun wieder planmäßig.

Mit dem gemeinsamen Ticket „Harzer-Vier-Bahnen-Angebot“, das die HSB und die Veolia Verkehr Sachsen-Anhalt GmbH mit dem HarzElbeExpress (HEX) im Juni 2010 erfolgreich eingeführt hatten, besteht mit der durchgehenden Dampfzugverbindung auch in diesem Sommer wieder die Möglichkeit, eine Rundreise auf der Harzquer-, Selketal- und Brockenbahn zu unternehmen. Ausgangspunkt für diese interessante Tagestour ist dabei jeweils ein HSB-Bahnhof, weiteres Etappeziel sind jeweils die Bahnhöfe Wernigerode oder Quedlinburg zur Rückfahrt mit dem HEX.

Auf der Brockenstrecke verkehren wie in den Vorjahren auch täglich elf Zugpaare. Der erste Zug erreicht dabei um 10.36 Uhr den Brockenbahnhof, die letzte Talfahrt startet um 18.31 Uhr. Zahlreiche Sonderfahrten mit dem historischen Traditionszug und weitere Dampfzüge nach Bedarf ergänzen hier das Angebot.

Nähere Informationen zum neuen Sommerfahrplan sowie zu den zahlreichen Sonderfahrten der Harzer Schmalspurbahnen erhalten die Fahrgäste in allen Fahrkartenausgaben und Dampfläden der HSB und telefonisch unter 03943/ 558-0. Auch auf den Internetseiten unter http://www.hsb-wr.de sind neben umfangreichen Informationen rund um die Schmalspurbahnen im Harz auch die aktuellen Fahrpläne enthalten und zum Ausdrucken vorbereitet (Pressemeldung HSB, 20.04.11).

von Fahrgastinitiative BB Veröffentlicht in Bahn Aktuell

Brandenburg: Märkische Regiobahn sagt Danke, Danke, Danke

Nach vier Jahren steht auf den Strecken der Märkischen Regiobahn zum Jahresende ein Betreiberwechsel an. Seit Dezember 2007 fährt die in Mecklenburg-Vorpommern ansässige Ostseeland Verkehr GmbH (OLA) mit ihren modernen Desiro-Triebwagen zwischen Berlin-Wannsee–Jüterbog (MR33) und Brandenburg an der Havel–Rathenow (MR 51) die rund 950.000 Zugkilometer pro Jahr. „Wir wollen rechtzeitig auf den Betreiberwechsel aufmerksam machen und uns bei unseren Fahrgästen bedanken“, sagte OLA-Geschäftsführer Dirk Fischer.

Schon Ostern sollen die Reisenden mit Osterglocken und Schokohäschen überrascht werden. In Anzeigen und Plakaten wird auf die Übernahme der Linie im Dezember hingewiesen. Weitere Aktionen sind bis zum Ende des Jahres geplant.

Der OLA-Geschäftsführer blickt auf eine erfolgreiche Betriebszeit auf den brandenburgischen Nahver-kehrslinien zurück. „Überzeugt hat die Brandenburger insbesondere das neue Servicekonzept mit Kundenbetreuern in den Zügen, die erstmals auch im Raum Berlin-Brandenburg Fahrkarten und Snacks direkt am Platz anbieten und verkaufen. In den Kundenzufriedenheitsbefragungen des VBB (Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg GmbH) lag die Märkische Regiobahn regelmäßig auf den vorderen Spitzenplätzen.

Um einen reibungslosen Übergang zu sichern, haben wir im Vorfeld mit dem neuen Betreiber die Nachfolge und Übernahme unserer Mitarbeiter geklärt, so dass auch die Arbeitsplätze gesichert sind.“ (Pressemeldung Veolia Verkehr GmbH , 20.04.11).

von Fahrgastinitiative BB Veröffentlicht in Bahn Aktuell