Ersatz- und Umleitungskonzept zur Fernbahnsperrung (Potsdam-Berlin)

Brandenburg-Potsdam-Berlin    
Aufgrund von Brückensanierungsarbeiten werden zwischen Dezember 2011 und Dezember 2012 voraussichtlich die Fernbahngleise im Abschnitt Berlin- Charlottenburg und Berlin-Wannsee komplett gesperrt. In diesem Fall müssen während der Bauzeit alle dort verkehrenden Regionalzüge (RE1 und RE 7) entfallen. Die parallel verlaufende S-Bahnlinie S7 wird nicht betroffen sein und wird im 10-Minuten-Takt und in voller Zuglänge verkehren. Darüber hinaus sind im Regionalverkehr umfangreiche Ersatz- und Umleitungsmaßnahmen vorgesehen:

RE1 Magdeburg-Eisenhüttenstadt
Umleitung ab Werder über Spandau nach Zoologischer Garten (mit Halt in Golm und Charlottenburg), in Werder Anschluss zu zusätzlichen Pendelzügen nach Potsdam und Wannsee.

RE1 Brandenburg-Frankfurt (Oder)
Teilung in zwei Linienabschnitte: Brandenburg-Wannsee und Charlottenburg- Frankfurt (Oder), Fahrgäste, die über Wannsee bzw. Charlottenburg hinaus fahren wollen, müssten in die S-Bahn umsteigen. In Park Sanssouci: Anschluss zum RB21-Umleiter nach Berlin Hauptbahnhof, wodurch sich eine zweite Umfahrungsmöglichkeit zwischen Brandenburg an der Havel und Berlin ergibt

RE1 Verdichter Brandenburg-Potsdam (nur in der Hauptverkehrszeit)
Verschiebung um etwa 30 Minuten zur Herstellung eines Halbstundentaktes Brandenburg-Potsdam und Umsteigemöglichkeit von Götz/Groß Kreutz zum RE1-Umleiter in Werder

RE7 Dessau-Wünsdorf Waldstadt
Teilung in zwei Linienabschnitte: Dessau-Wannsee und Charlottenburg- Wünsdorf Waldstadt. Fahrgäste, die über Wannsee bzw. Charlottenburg hinaus fahren wollen, müssten in die S-Bahn umsteigen. Zur Hauptverkehrszeit sollen zusätzliche Züge zwischen Belzig und Berlin Gesundbrunnen verkehren mit Umleitung ab Michendorf über Südkreuz, Potsdamer Platz und Berlin Hauptbahnhof (tief)

RB21 Griebnitzsee-Wustermark
Zur Hauptverkehrszeit: Umleitung mehrerer Züge ab Priort nach Berlin Hauptbahnhof (tief) über Dallgow Döberitz (Anschluss zum RE nach Rathenow), Spandau, Jungfernheide

OE33 Jüterbog-Berlin Wannsee
In Prüfung: Verlängerung nach Berlin-Zehlendorf

Bitte beachten Sie:
Das Ersatz- und Umleitungskonzept ist noch nicht endgültig beschlossen. Im Rahmen weiterer Abstimmungsgespräche sind Änderungen möglich.

Fahrzeitvergleich für betroffene Verbindungen
Eine Übersicht über die zu erwartenden Fahrzeitverlängerungen können Sie sich hier im PDF-Format herunteladen. Ein Liniennetzausschitt mit der Darstellung des Ersatzkonzeptes zur Fernbahnsperrung Charlottenburg-Wannsee finden Sie hier.

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Schmalspurbahn „Wilder Robert“ vor dem Aus?

Die Schmalspurstrecke Mügeln-Oschatz war die erste private Bahn in Sachsen. Buchstäblich fünf vor zwölf konnte hier die Übernahme von der Deutschen Reichsbahn realisiert werden. Doch leider war das Leben der bahnlinie alles andere als leicht. War man doch im Raum Oschatz nicht einem Touristengebiet, wie z.B. das Erzgebirge. Zudem ist die strukturschwacje Region von hoher Arbeitslosigkeit geprägt. Hoffnungen hatte man aber, als die Döllnitzbahn zur Landesgartenschau vor wenigen Jahren in den Mittelpunkt der Menschen rückte. Dann gab es eine erfolgreiche Streckenverlängerung nach Glossen, der ehemaligen Strecke nach Wermsdorf-Neichen. Leider haben die Kommunalen Vertreter es verschlafen, die Verbindung bis Wermsdorf vorranzubringen, dass wäre ein gewinn für diese Strecke gewesen. Noch läuft sehr erfolgreich der planmäßige Schülerverkehr und an ausgesuchten Terminen der Dampfbetrieb an den Wochenenden und Feiertagen.

Nach der Abbestellung des arbeitstäglichen Schülerverkehrs zwischen Glossen und Oschatz durch den ZVNL ab dem 8. Juli 2011 ist die Existenz der Schmalspurbahn besiegelt. 13 Arbeitsplätze gehen in dieser strukturschwachen Region verloren. Aber auch die Eisenbahn-Infrastruktur der Strecke wird verfallen, denn der Förderverein „Wilder Robert“ ist allein nicht in der Lage, diese aufrecht zu erhalten. Auch die in der letzten Zeit immer gut besetzten, dampfgeführten Traditionszüge werden nicht mehr fahren, da am 15. Mai 2011 die Kesselfrist der einzigen betriebsfähigen Dampflok 99 574 abläuft.

Dies alles ist ein schwerer Schlag nicht nur für den Förderverein, sondern auch für die benachbarten Städte und Gemeinden. Das bisher recht erfolgreiche touristische Konzept für die Vermarktung der strukturschwachen Region basierte unter anderem auf den regelmäßigen Dampfzügen der Döllnitzbahn als Alleinstellungsmerkmal. 

Wir als Döllnitzbahn und Förderverein „Wilder Robert“ fordern von den Kommunal- und Landespolitikern, eine finanziell tragfähige und nachhaltige Lösung für unsere Schmalspurbahn zu finden. Die Zeit drängt! 

Wir bitten alle Freunde und Unterstützer unserer Bahn und die Bevölkerung der Region, sich an den Aktionen zum Erhalt des „Wilden Robert“ zu beteiligen! Es muß gelingen, dieses Kleinod der Döllnitzauen zu erhalten! Jede Unterschrift und jede Fahrkarte zählt! 

Schauen Sie auch unter: http://www.wilder-robert-rettungszug.de

von Fahrgastinitiative BB Veröffentlicht in Bahn Aktuell

Sachsen-Anhalt: Erfolgreicher Abschluss des Geschäftsjahres 2010 für HSB

Die Harzer Schmalspurbahnen GmbH (HSB) hat das vergangene Geschäftsjahr 2010, welches von extremer, dem Tagestourismus abträglicher Witterung begleitet war, erfolgreich abgeschlossen. Nahezu 1,1 Mio. Fahrgäste nutzten das rund 140 km umfassende schmalspurige Streckennetz im Harz, das täglich mit historischen Dampfzügen befahren wird. Die kommenden Monate werden intensiv genutzt, um das Festjahr 2012 anlässlich „125 Jahre Schmalspurbahnen im Harz“ vorzubereiten.
Das gesamte Jahr 2010 war von extremen Witterungsbedingungen geprägt: Dem ungewöhnlich langen Winter mit sehr viel Schnee, auch im Flachland, folgten ein kurzer, aber sehr heißer Sommer sowie feuchte und kühle Herbstmonate, die bereits im November durch einen zeitigen Wintereinbruch abgelöst worden sind. Kurzfristige Reiseentscheidungen potentieller Urlauber für eine Fahrt mit der HSB wurden dadurch nicht gefördert.
Insgesamt waren 2010 wieder etwa 1,1 Mio. Fahrgäste auf dem gesamten Streckennetz der HSB unterwegs, was einem Rückgang von ca. 5% entspricht. So entfielen auf die Brockenstrecke 678.000 Gäste. Daneben ist eine Steigerung der Passagierzahlen auf der Harzquerbahn aus dem Bereich Nordhausen auf 232.000 Gäste zu verzeichnen. Die Züge der Selketalbahn nutzten im vergangenen Jahr 101.000 Fahrgäste. Hier wirkt sich der optimierte Fahrplan seit dem vergangenen Sommerhalbjahr mit einer Dampfzugverbindung von der Welterbestadt Quedlinburg aus über Eisfelder Talmühle zum Brocken an drei Tagen in der Woche bereits positiv aus. Mit diesem Angebot steht auch Gästen aus dem Raum Nordhausen somit ein weiterer Dampfzug für einen Tagesausflug in das Selketal oder sogar in die Welterbestadt zur Verfügung. Eine Rundreisemöglichkeit von Quedlinburg oder Wernigerode aus auf den Brocken und wieder zurück an den Ausgangspunkt wurde im Sommer 2010 mit dem „Harzer-Vier-Bahnen-Ticket“ geschaffen. Der neue Fahrradtransportwagen, der im Sommerhalbjahr Ausflüge mit dem Rad in Kombination mit den historischen Dampfzügen der Selketalbahn ermöglicht, war vor allem an den Wochenenden gut ausgelastet.
Mit ca. 10 Mio. Euro Umsatz konnte das Umsatzniveau der Vorjahre wieder erreicht werden. Allerdings stehen diesem positiven Ergebnis die in allen Geschäftsbereichen weiter gestiegenen Aufwendungen gegenüber.
Die etwa 240 zusätzlichen historischen Sonderzüge nutzten insgesamt mehr als 30.000 Fahrgäste. „Faust – die Rockoper auf dem Brocken“ ist 2010 mit 33 Veranstaltungen nach wie vor bei den Gästen besonders beliebt. Die einmalige Symbiose aus der abendlichen Fahrt im dampfbespannten „Mephisto-Express“ und Goethes rockig vertonter „Faust“ auf dem sagenumwobenen Blocksberg begeistert die Zuschauer seit nunmehr fünf Jahren. Im Februar 2010 wurde erstmals auch der ebenfalls rockig vertonte zweite Teil der Faustsaga erfolgreich uraufgeführt. Bisher besuchten mehr als 26.000 Gäste das Rockspektakel auf dem Brocken, die 100. Vorstellung insgesamt fand am 20. November 2010 statt. Im Frühjahr und Herbst 2011 werden wieder über 30 Vorstellungen der Rockoper angeboten.
2010 fanden im Fahrzeugbereich Hauptuntersuchungen an den beiden Dampflokomotiven 99 7243 und 99 5906 sowie an 26 Reisezugwagen statt. Ein echtes „Schmuckstück“ ist der historische Triebwagen 187 001 nach erfolgter Generalüberholung im Dampflokwerk Meiningen geworden. Er steht für die beliebten Sonderfahrten auf der Harzquer- und Selketalbahn nun wieder zur Verfügung.
Rund 260 Mitarbeiter, darunter 11 Auszubildende in den Ausbildungsberufen Industriemechaniker und Bürokauffrau sorgten in allen Bereichen des Unternehmens für das Wohl der Fahrgäste der HSB. Zwei Auszubildende wurden nach der erfolgreich bestandenen Prüfung in die Bereiche Fahrzeuginstandhaltung und Triebfahrzeugbetrieb übernommen. Für das kommende Ausbildungsjahr haben vier neue Auszubildende in der Fachrichtung Industriemechaniker ihre Ausbildungsverträge erhalten.
Für die notwendige Eisenbahninfrastruktur der HSB wurden zahlreiche Bauvorhaben abgeschlossen. Der Haltepunkt „Schurzfell“ im Nordhäuser Stadtgebiet wurde beispielsweise am 26. April 2010 als insgesamt 48. Station der HSB neu eröffnet und auch der Wernigeröder Haltepunkt „Hochschule Harz“ nach einer umfangreichen Bahnsteigsanierung am 19. Mai 2010 wieder in Betrieb genommen. Die Eisenbahnbrücke über den Bach „Wormke“ zwischen Drei Annen Hohne und Elend wurde komplett saniert. Mehr als 4,8 km Gleisanlagen konnten erneuert werden, im Empfangsgebäude Nordhausen Nord wurden zahlreiche Räumlichkeiten für gewerbliche Mieter instand gesetzt.
Die Bauarbeiten für den Ausbau des Mittelbahnsteigs im Bahnhof Eisfelder Talmühle sowie der Ersatzneubau eines Bahnüberganges an der L 239 bei Quarmbeck werden in diesem Frühjahr fortgesetzt. Die Erneuerung weiterer Bahnübergänge ist in Vorbereitung. Der Servicebereich im Bahnhof Wernigerode Westerntor wird noch größer und kundenfreundlicher gestaltet. Der Dampfladen in Wernigerodes Westernstraße wird nach einer erfolgten Kernsanierung des Gebäudes voraussichtlich noch im Frühjahr wieder eröffnet werden.
Für das Jahr 2011 plant die HSB vielfältige und interessante Projekte, die auf das Jubiläum „125 Jahre Schmalspurbahnen im Harz“ im kommenden Jahr hinweisen. So wird beispielsweise der 20. Jahrestag der Wiederaufnahme des Zugbetriebes auf der Brockenstrecke für den Personenverkehr am 15. September 2011 mit einer Buchpräsentation und zwei Sonderzügen gewürdigt. Auch die Internetpräsentation unter http://www.hsb-wr.de wird in diesem Zusammenhang neu gestaltet. In Vorbereitung des Jubiläumsjahres 2012 selbst wurde eine offizielle Sonderbriefmarke der Deutschen Post beantragt. Es sind zahlreiche Bahnhofsfeste und thematische Sonderfahrten in Planung.
Die bewährte Zusammenarbeit mit den Landkreisen, Städten und Gemeinden als kommunale Gesellschafter der HSB, dem Land Sachsen-Anhalt und dem Freistaat Thüringen sowie deren finanzielle Zuwendungen bilden auch weiterhin die Grundlage für die vielfältigen Aktivitäten der HSB im Bereich Eisenbahn und Tourismus. Die nominelle Zahl der insgesamt ehemals zwanzig kommunalen HSB-Gründungsgesellschafter aus drei Bundesländern beläuft sich nach der letzten Gebietsreform zum 01.01.2011 auf nunmehr zehn (Pressemeldung Harzer Schmalspurbahnen GmbH, 04.03.11).

von Fahrgastinitiative BB Veröffentlicht in Bahn Aktuell