Berlin: VBB enttäuscht über Entschuldigungsleistung der S-Bahn

Die neuen Entschuldigungsleistungen der S-Bahn Berlin entsprechen nicht den Erwartungen des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg. Angesichts der seit fast zwei Jahren andauernden Krise und der permanenten Belastungen für die Fahrgäste fällt die von S-Bahn-Chef Buchner verkündete „Geste der Entschuldigung“ zu gering aus.
Der Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg, Hans-Werner Franz, zeigte sich enttäuscht: „Ich hätte erwartet, dass die Manager der S-Bahn GmbH und der Deutschen Bahn AG sich für eine Entschuldigungsleistung entscheiden, die mindestens der vom vergangenen Jahr entspricht. Immerhin ist es trotz vollmundiger Versprechen der S-Bahn Berlin auch im dritten Winter nicht gelungen, ihren Betrieb ohne Chaos, massive Einschränkungen und ohne ausreichende Informationen für die Fahrgäste aufrechtzuerhalten. Der Vertrauensverlust ist jetzt dreimal so groß wie zuvor, die Fahrgäste aber werden mit nur einer halben Entschuldigung abgespeist. Dies ist kein Entschuldigungs-Paket, höchstens ein Päckchen.“
Aktuell gebe es auch mit dem neuen Winternotfahrplan der S-Bahn weiterhin andauernde Einschränkungen. Die Fahrgäste sind länger unterwegs, weil die Fahrzeuge mit 60 statt 100 Stundenkilometer Höchstgeschwindigkeit fahren, so Franz weiter. Längere Fahrzeiten, längere Wartezeiten und verpasste Anschlüsse sind die Folge. Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg erwartet dringend, dass die S-Bahn Berlin GmbH und die Deutsche Bahn AG wirklich alle Register ziehen, weder Kosten noch Mühen zu scheuen, um die Probleme der S-Bahn so schnell wie möglich zu lösen (Pressemeldung VBB, 29.01.11).

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von Fahrgastinitiative BB Veröffentlicht in Bahn Aktuell

Zum Entschädigungsangebot der S-Bahn erklären Berlins Verkehrssenatorin Ingeborg Junge-Reyer und Brandenburgs Infrastrukturminister Jörg Vogelsänger:

 

Senatorin Ingeborg Junge-Reyer: „Seit 19 Monaten fährt die S-Bahn keinen anständigen Verkehr mehr. Das bedeutet fast zwei Jahre Ärger und Mehraufwand für die Kunden. Obwohl sich nichts verbessert hat, bleibt die S-Bahn jetzt sogar noch hinter ihrer Entschädigung vom letzten Jahr zurück. Ein Monat Freifahrt für Zeitkarteninhaber ist vollkommen ungenügend. Auch die Gültigkeit von Einzelfahrscheinen an den Februarwochenenden als Tageskarte ist unbefriedigend. Insgesamt ein enttäuschendes Ergebnis.“
Infrastrukturminister Jörg Vogelsänger: „Das ist zu wenig. Wenn der Bahnkonzern und die S-Bahn verlorenes Vertrauen wieder gewinnen wollen, müssen sie mehr tun als den Fahrgästen kleine Brocken hinzuwerfen. Herr Grube bleibt deutlich hinter dem zurück, was er als Erwartungshaltung bei den Fahrgästen geweckt hat. Angesichts des Winterdesasters und auch des aktuellen Notfahrplans ist das den Kunden nicht zu vermitteln. Genau wie meine Kollegin Junge-Reyer erwarte ich hier mehr von den Verantwortlichen.“ (Pressemeldung Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, 29.01.11).

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