Berlin: IHK fordert S-Bahn-Auszuschreibung mit Landespool

Angesichts der andauernden Probleme bei der S-Bahn fordert die IHK Berlin den Senat auf, endlich die Weichen für mehr Wettbewerb im ÖPNV zu stellen. Weil die Beschaffung neuer S-Bahn Züge mindesten 5 Jahre Vorlauf benötigt, soll der Senat noch im ersten Halbjahr das erste Teilnetz für private Anbieter ausschreiben.
Das von der IHK vorgelegte Konzept zur S-Bahn Ausschreibung ist Teil des IHK „Fahrplan für mehr Wettbewerb“. Darin fordert die IHK Berlin eine Abkehr vom Rekommunalisierungsgedanken und unter anderem mehr Wettbewerb für den gesamten öffentlichen Nahverkehr.
„Der Senat muss endlich handeln und jetzt die Ausschreibung der S-Bahn auf den Weg bringen“, erklärte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer der IHK Berlin Christian Wiesenhütter. „Die Überlegungen des Berliner Senats, sich nun auch an der Berliner S-Bahn als Unternehmer zu beteiligen, sehen wir mit größter Sorge.“
Der IHK-Vorschlag beinhaltet, das komplette Berliner S-Bahn-Streckennetz in drei Streckenbündel zu untergliedern und dann zeitlich gestaffelt auszuschreiben. Für den Fahrzeugerwerb schlägt die IHK Berlin einen landeseigenen Fahrzeugpool vor, der den Verkehrsunternehmen die Fahrzeuge zur Verfügung stellt. Als erstes Teilnetz soll mit der Nord-Süd-Verbindung (S 1, S 2 und S 25) das kleinste der drei Teilnetze ausgeschrieben werden. Diese Variante ermöglicht einen relativ günstigen Einstieg in den Wettbewerb. Zudem stellt die Nordsüdbahn hohe technische Anforderungen an eine neue Fahrzeuggeneration, so dass diese Fahrzeuge in jedem Fall auch die konstruktiven Anforderungen erfüllen, um im gesamten Streckennetz einsetzbar zu sein.
Für den S-Bahn Betrieb nach 2011 prüft der Berliner Senat derzeit unterschiedliche Alternativen. Dabei wird auch der Einstieg des Landes in den S-Bahn Betrieb heiß diskutiert. Für die IHK Berlin wäre das der falsche Weg. „Wohin das führen wird, sieht man am Beispiel BVG, die bald mit einer Milliarde Euro verschuldet sein wird. Dabei liegt das beste Beispiel einer erfolgreichen Ausschreibung direkt vor unserer Haustür: Hier ist es dem VBB im Regionalverkehr nicht nur gelungen, Arbeitsplätze zu schaffen und Qualität zu bieten, sondern zusätzlich rund 50 Mio Euro jährlich für die Landeskassen einzusparen“, so Wiesenhütter weiter (Pressemeldung IHK Berlin, 19.01.11).

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von Fahrgastinitiative BB Veröffentlicht in Bahn Aktuell

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