S-Bahn Netz Mitteldeutschland geht an DB Tochter

Neuer, schneller, billiger

Bahn verspricht goldene Zeiten für S-Bahn-Reisende / Veolia rügt Ausschreibung

Leipzig. 2013 soll ein neues S-Bahn-Zeitalter anbrechen. Dann geht die Mitteldeutsche S-Bahn GmbH an den Start, die nach den Worten ihres Geschäftsführers Stephan Georg Wigger über schnellere und komfortablere Züge verfügen wird. Allerdings liegen die Löhne bei der Deutsche-Bahn-Tochter unter denen bei der Mutter.
Von Andreas Dunte
„Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht.“ Mit diesem Worten kommentierte Wigger die gewonnene Ausschreibung des S-Bahn-Netzes mit dem Kernstück Leipziger City-Tunnel. Am 8. Dezember 2013 werde die Bahn-Tochter die Fahrt auf fünf S-Bahn-Linien aufnehmen und mit nagelneuen einstöckigen Zügen vom Hersteller Bombardier bis nach Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Thüringen fahren, die bis zu 160 Stundenkilometer schnell seien.
Der Vorteil gegenüber den jetzigen Regionalzügen werden erheblich sein. Laut Wigger sind die Züge vom Typ Talent 2 alle klimatisiert und verfügen über moderne Sitze mit großen Abständen und Armlehnen. Zum Service gehörten Flachbildschirme für Informationen, Zugbegleiter, Sicherheitspersonal, Nachlösen im Zug, auf einigen Strecken Catering und Zeitungen für Reisende der ersten Klasse. In Leipzig, Borna, Torgau, Delitzsch, Eilenburg und Halle will die Bahn Mobilitätszentralen einrichten, wo Reisende sich informieren und Fahrkarten kaufen können.
Ein Großteil der Neuerungen hat der ausschreibende Zweckverband ZVNL vorgegeben. Dessen Vorsitzender, der Landrat des Landkreises Leipzig, Gerhard Gey, zeigte sich erfreut über den Zuschlag an die Bahntochter. Neben Qualitätskriterien habe der Preis im Vordergrund gestanden. Es sei gelungen, die Zuschusszahlungen „erheblich“ zu reduzieren. Genaue Zahlen nannte er nicht. Der Wert der Leistung über die Vertragslaufzeit von zwölf Jahren liege bei 1,6 Milliarden Euro.
Wigger verteidigte, dass die Bahn mit einer tariflosen Tochter an den Start geht. Man würde keine Dumpinglöhne zahlen, allerdings machte er keine genauen Angaben zu den Gehältern bei der S-Bahn Mitteldeutschland GmbH. Zum Streik, den die Lokführergewerkschaft GDL angedroht habe, werde es nicht kommen, da die Bahn einen einheitlichen Branchentarifvertrag befürworte.
Einen Einspruch gegen das Verfahren hat es zwar nicht gegeben. Allerdings rügte Bahn-Konkurrent Veolia Verkehr den ZVNL, weil die Bahn offensichtlich mit einem noch nicht zugelassenen Fahrzeug den Preis kalkuliert habe. Während Veolia Fahrzeuge leasen wollte, kauft die Bahn für rund 200 Millionen Euro bei dem Hersteller Bombardier 51 Talent 2, was ihr offenbar erhebliche Vorteile verschafft hat. Nach Informationen dieser Zeitung geht der ZVNL langfristig nicht von Lieferschwierigkeiten aus.

Der neue Bombardier-Elektrotriebzug Talent 2: Mit diesen Zügen will die Bahn ab 2013 das Mitteldeutsche S-Bahn-Netz betreiben. Foto: dpa

Advertisements
von Fahrgastinitiative BB Veröffentlicht in Bahn Aktuell

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s