Kommen Schmalspurbahnen unter ein Dach?

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Sachsen: Unter der Regie des Vereins Sächsischer Schmalspurbahnen (VSSB) sollen in Kürze die Gespräche bezüglich einer Fusion der sächsischen Dampfeisenbahnen aufgenommen werden. Dies berichtete die Sächsische Zeitung am 20. Juli. Der Grund: Sachsens Verkehrsverbünde erhalten 2011 7,5 % weniger Geld vom Freistaat. Somit stehen auch für die Bezuschussung der Schmalspurbahnen weniger Finanzmittel zur Verfügung. Der VSSB fordert nun, die fünf Strecken von nur noch einer anstatt von bislang drei Betreibergesellschaften führen zu lassen. Der Vorstoß betrifft die Unternehmen:

•Sächsische Dampfeisenbahngesellschaft (SDG): Lößnitzgrundbahn, Weißeritztalbahn und Fichtelbergbahn

•Sächsische Oberlausitz-Eisenbahngesellschaft (SOEG): Zittauer Schmalspurbahn

•Döllnitzbahn: Wilder Robert Der Verein sieht v.a. Einsparpotenziale im Bereich der Verwaltung, wo aktuell jedes der Unternehmen eigenes Personal vorhält.

Kommentar: Praktisch sind die Bahnen schon unter einem Dach der SDG. Die Zittauer Bahn, wie auch die Döllnitzbahn haben andere Entwicklungen genommen und vor allem die Döllnitzbahn hat ein eigenes Potential.

Für mich persönlich ist die Entscheidung für die SDG nicht die glücklichste – auch wenn ich nicht weiß, wie man es besser machen könnte. Züge mit grellen gelben Anschriften, ausgedünnte Fahrpläne (Radebuel-Radeburg) und der stückhafte Aufbau der weißeritzbahn sprechen Bände.

Die Zittauer Bahn ist näher am Kunden dran. Die dortige Leitung hat interessante Konzepte – bishin zum attraktiven Anstzrich im klassischen grün mit goldenem Logo (wie auch Döllnitzbahn). Vielleicht ist daher nur eine verzahnte Kooperation wünschenswert, aber nicht unbedingt alles unter einer Leitung und einem Dach. Synergieeffekte zu bündeln ist immer gut, aber man sollte aufpassen, adss nicht zum Schluss alles austauschbar wird.

Fragwürdig bleibt für mich auch die Rolle der SDG bei der Weißeritzbahn. Warum sind die Baukosten derart explodiert? Manchmal hat man das Gefühl, jetzt hat man sich hier richtig ausgetobt, weil Geld da ist. Warum wurden dann Bahnsteige errichtet, die nie vorher vorhanden waren? Warum hat man nicht die Bahnhöfe behutsamer rekonstruiert, damit man Kleinbnahnathmosphäre wiederfindet? Moderne Lampen und viel Beton war hier nicht das, was es einmal vor dem Hochwasser gab.

Sicher wir bleiben im Fortschritt nicht stehen…aber die Schmalspurbahnen sind ein besonderes Erbe. Und nun fehlt das geld für die Fortführung der sanierung, wem wundert es aber, wenn hier so kräftig investiert wurde…

Wie schon erwähnt, Gemeinsame Konzepte sind unterstützenswert, aber alles sollte im Rahmen blieben und die Bahnen Ihre Individualität nicht verlieren.

T. Stranz

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