Neuer Verteilerschlüssel in Brandenburg – Planungssicherheit für Straßenbahnen und O-Busse

Verkehrsminister Jörg Vogelsänger will mit der Novellierung des ÖPNV-Gesetzes eine gesonderte jährliche Pauschalzuweisung ab 2014 in Höhe von fünf Millionen Euro an die Aufgabenträger für Straßenbahnen und O-Busse ausweisen. Weiterhin soll auch der neue Landesnahverkehrsplan 2013 – 2017 verabschiedet werden. Vogelsänger äußerte sich anlässlich der Tagung “Umwelt und Elektromobilität am Beispiel der Stadt Cottbus”, zu der der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) heute in die Lausitzstadt geladen hat.

Für die Förderung der Straßenbahnen hat das Brandenburger Verkehrsministe-rium in den Jahren 2006 bis 2010 im Schnitt 4,6 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Das bisherige System der beim Land zu beantragenden Einzelförderungen wird durch eine aufwands- und erfolgsbasierte Pauschalzuweisung an die zuständigen Aufgabenträger abgelöst. Mit rund fünf Millionen Euro jährlich soll die Unterstützung trotz knapper Kassen nach Vogelsängers Worten über das neue ÖPNV-Gesetz des Landes verstetigt werden.

Vogelsänger: “Wir wollen ein bedarfsgerechtes ÖPNV-Angebot in unserem Land sicherstellen. Mit Blick auf die Zapfsäulen überlegt sich mancher neu, auf die öffentlichen Nahverkehrsangebote umzusteigen. Busse und Straßenbahnen sind darüber hinaus Verkehrsmittel mit guter Umweltbilanz – auch deshalb müssen wir alles dafür tun, damit diese Angebote angenommen werden. Wir müssen uns allerdings darauf einstellen, dass die Mittel für den Nahverkehr in den kommenden Jahren nicht steigen. Mit den pauschalen Finanzzuweisungen für den ÖPNV, die jetzt durch die Zuweisungen für Straßenbahnen und O-Busse ergänzt wird, versetzen wir die Landkreise und kreisfreien Städte besser in die Lage, ihren Bus- und Straßenbahnverkehr mit allen verfügbaren öffentlichen Mitteln effizienter zu planen und umzusetzen.”

Verkehrsfachleute aus Wissenschaft, Verbänden, Kommunen und Ländern dis-kutieren in Cottbus über Elektromobilität als Instrument der Stadtentwicklung. So wird der Frage nachgegangen, welche Rolle Straßenbahnen im Rahmen von Elektromobilitätskonzepten spielen können. Straßenbahnen fahren im Land in Brandenburg an der Havel, Cottbus, Frankfurt (Oder), Potsdam. Die Strausberger Eisenbahn verkehrt im Landkreis Märkisch-Oderland, die Schöneicher-Rüdersdorfer Straßenbahn ist ebenfalls in Märkisch-Oderland sowie im Landkreis Oder-Spree unterwegs. Die Woltersdorfer Straßenbahn hat ihr Netz in Oder-Spree. O-Busse rollen durch die Barnimer Kreisstadt Eberswald.

• Förderung Straßenbahnen (Aufgabenträger 2006 – 2010)

Brandenburg a.d. H. 0,03 Mio. Euro

Cottbus 0,42 Mio. Euro

Frankfurt (Oder) 0,60 Mio. Euro

Potsdam 2,90 Mio. Euro

MOL (Strausberger Eisenbahn) 0,08 Mio. Euro

LOS/MOL (Schöneiche/Rüdersdorf) 0,48 Mio. Euro

LOS (Woltersdorfer Straßenbahn) 0,09 Mio. Euro

Gesamt 4,60 Mio. Euro

• Verteilungsmodell Infrastruktur (Verteilungsschlüssel ohne Berücksichtigung O-Bus Infrastruktur und Leistung; Fahrgäste nur zu 50 Prozent; Gleislänge 30 Prozent; Leistung 30 Prozent; Fahrgäste 40 Prozent)

Brandenburg 628.948

Cottbus 880.510

Frankfurt (O.) 872.877

Potsdam 1.955.570

Barnim 91.170

Märkisch-Oderland 287.718

Oder-Spree 283.207

Summe 5.000.000

Endgültige Zahlen für 2014 erst nach Vorlage Daten 2012 möglich (Pressemeldung Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft, 02.03.12).

Fahrgastvertretung „Fahrgastaktiv“ traf sich zum Jahresabschlussbericht 2011 mit dem VBBr

Offiziell trifft sich die Fahrgastvertretung „Fahrgastaktiv“ zweimal im Jahr. Hinzu kommen gesonderte Gespräche und Kontakte, welche seit 2006 intensiv mit dem VBBr geführt werden.

Zum einen werden Kritiken von Fahrgästen und Verbänden eingebracht, zum anderen berichtet die Geschäftsführung über das vergangene Jahr, über Probleme und über die schwierige Zukunft.

 

Und gerade das Thema Zukunft des ÖPNV in der Stadt Brandenburg an der Havel ist ein Schwerpunkt – insbesondere die Zukunft der Straßenbahn.

Seit Jahren leidet der ÖPNV der Stadt Brandenburg an den Kürzungen durch die Stadt. Brandenburg ist hochverschuldet, leistet sich aber immer wieder nicht nachvollziehbaren Luxus. Gespart wird am ÖPNV, Jugendarbeit und Sozialleistungen.

Der Fahrplan wurde stark heruntergefahren und weißt kein Taktbild mehr auf. Allerdings sind die Spielräume für weitere Einsparungen damit auch vergeben. das derzeitige Angebot ist soweit optimiert, dass man das Angebot noch als gut akzeptieren kann. Jede weitere Einsparung würde jedoch dann wirklich an Qualität und Quantität des ÖPNV der Stadt Brandenburg starken Einfluss nehmen und der Schaden wäre vorprogrammiert – Rückgang der Fahrgastzahlen.

Dennoch muss gespart werden, denn Treibstoffe, Strom, Werkstattkosten etc. haben sich verteuert und selbst jede Baustellenumfahrung kostet erheblich mehr Geld.

Dennoch passiert einiges in Brandenburg.

In 2012 stehen zahlreiche Baumaßnahmen an, so wird derzeit am Hauptbahnhof die zentrale Tramhaltestelle komplett modernisiert, zum Teil mussten die Gleise auf abgefederten Böden gelagert werden, damit die Schwingungen sich nicht auf das daneben liegende Gesundheitszentrum auswirken. Es werden 6 Bahnsteige errichtet und neue Zugangsmöglichkeiten vom Hauptbahnhof. Erfreulich dabei, ein Richtungsbahnsteig wird mit der Stadtbushaltestelle gekoppelt. Im Frühjahr wird man auch den zentralen Regionalbushaltekomplex am Hauptbahnhof erneuern.

Weitere große Baumaßnahme ist der Umbau des zentralen Nicolaiplatzes in Brandenburg. Hier wird der komplette Platz umgestaltet und die Vielfalt an Haltestellen dabei auch etwas verringert. Das derzeitige gestreckte Gleisdreieck konnte leider nicht erhalten werden, aber wird durch ein Gleisdreieck wieder ersetzt und damit sind Ringzüge weiterhin möglich.

Weiterhin wird im Zuge der vierspurigen Erweiterung der B102 aus Richtung Rathenow, die Querung der Kreuzung in Hohenstücken komplett neu gebaut. Zeitweise muss die VBBr mit Provisorien arbeiten, damit die Busse den Betriebshof überhaupt verlassen können.

Im Herbst starten dann Bauarbeiten in der großen Gartenstraße, wo ein Abwasserkanal erneuert werden muss. Hier wird dann zeitweise nur eingleisiger Betrieb möglich sein.

Weitere Baumaßnahmen – wie die Errichtung eines Fahrradstreifens in der Steinstraße sind erst 2013 zu erwarten, damit werden wieder Einschränkungen im Tram und Busverkehr zu erwarten sein.

Diese Baumaßnahmen zeigen zumindest, es wird weiter investiert. Das Netz befindet sich derzeit in einem guten Zustand und damit halten sich Investkosten zum Glück in Grenzen. Problem ist die künftige Finanzierung des ÖPNV durch das Land Brandenburg. So richtig hatte Brandenburg schon immer SPNV und ÖPNV stiefmütterlich behandelt. Bei der Bahn war es der Kahlschlag auf Nebenbahnen – wobei heute in ungeahnten Ausmaß Strecken zurückgebaut und entwidmet werden.

Aber auch der ÖPNV ist nicht sonderlich im Fokus des MIL – und schon gar nicht die Straßenbahnbetriebe im Land. Das MIL steht der Auffassung – das die Kommunen sich entweder die Tram leisten können oder nicht. Sonderförderungen wird es nicht geben. Einzig Potsdam hat das Potential für Trambetrieb, dabei ist die ViP ständig in der Kundenkritik.

Wie sollen die Straßenbahnbetriebe überleben, wenn es kein Geld mehr gibt?. Wie sollen laufende Kosten bzw. Fahrzeugneubeschaffungen finanziert werden?

Die Straßenbahnfahrzeuge der VBBr sind fast 26 Jahre alt. Die KT4D und deren Umbauvarianten KTNF6 wurden als Neubaufahrzeuge von 1979 bis 1983 beschafft. Erst 1995 kamen noch 4 DUEWAG Fahrzeuge in den Bestand, welche jedoch zu ungünstigen Konditionen erworben wurden.

Geschäftsführer Jumpertz berichtete, dass die ehm. KT4D in einem guten Zustand sind. Bis auf die Hülle ist inzwischen alles ausgewechselt wurden und technisch heutigen Erfordernissen angepasst wurden. Anfang der 90er wurden die KT4D technisch überholt und Ende der 90er wurden 10 Fahrzeugen ein Niederflurteil eingebaut, so das heute auf allen Linien wenigstens ein Teil an Niederflur angeboten werden kann. Noch gibt es Ersatzteile und die Wagen fahren. Man rechnet mit ca. 10 – 15 Jahren, dass die KTNF6 noch ohne Probleme im Einsatz verbleiben können.

Aber man weiß, dass man investieren muss. Allein der psychologische Effekt bei den Fahrgästen ist hier nicht zu verachten.

Es muss an Neubeschaffung nachgedacht werden, auch wenn derzeit nur über eine Garantie der Tram bis 2020 gesprochen wird. Die derzeitigen Investitionen hätten aber eine Fördermittelbindung für ca. 25 Jahre. Aber das muss heutzutage nicht viel heißen.

Derzeit finden Gespräche zwischen den 1000 mm Betrieben im Land Brandenburg statt. Es wird versucht ein gemeinsames Lastenheft zu entwickeln, um einen Einheitstyp für die kleineren Straßenbahnbetriebe zu entwickeln. Sicherlich wird es nicht leicht sein, sich auf einen gemeinsamen Nenner zu einigen, zu unterschiedlich sind Tram Betriebe – allein schon durch die geschichtliche Entwicklung. Könnten Brandenburger Straßenbahnbetriebe gemeinsam einen neuen Fahrzeugtyp beschaffen, wäre es möglich einen Teil der beschaffungskosten zu senken.

Aber auch hier ist die Krux – woher soll das Geld kommen, denn Finanzmittel zur Beschaffung neuer Fahrzeuge gibt es nicht mehr und wird es nicht mehr geben.

Vielmehr wird es ein Hauen und stechen geben. Man wird die Realkosten des Busbetriebes mit denen der Trambetriebe vergleichen. Nachhaltigkeit spielt da keine Rolle. Noch eine Unwägbarkeit kommt hinzu, denn derzeit läuft wieder die Diskussion um eine Kreisgebietsreform. Sollte Brandenburg eine Stadt im Landkreis Potsdam-Mittelmark (schon der Name ist ein Unding) sein, sähen die Chancen für den Trambetrieb in Brandenburg an der Havel schlecht aus.

Es wird mit Sicherheit ein politisches Gemetzel und die Tram wird zu gegebener Zeit dafür wieder einmal missbraucht.

Hoffen wir auf Einsicht und auf eine Zukunft für die Tram in Brandenburg.

VBBr Info BRB – Gleissperrung Große Gartenstraße / Hauptbahnhof

VBBr-Fahrgastinformation

Gleissperrung Große Gartenstraße / Hauptbahnhof

Ab Freitag, den 28.10.2011 21:00 Uhr bis Dienstag, den 01.11.2011 04:00 Uhr ist ein Befahren des Gleisbogens Große Gartenstraße / Hauptbahnhof mit Straßenbahnen wegen Bauarbeiten nicht möglich.

Die Linien 1 und 2 verkehren nicht und werden durch die Linie 1-2 ersetzt.

Die Linie 6 verkehrt mit MGT6D ab Neustädtischem Markt in beiden Richtungen über Sankt-Annen-Straße.

Die Haltestellen „Steinstraße“, „Jacobstraße“, „Große Gartenstraße“ und „Blumenstraße“ entfallen ersatzlos.

Wir bitten um Beachtung.

Ihre

Verkehrsbetriebe

Brandenburg an der Havel GmbH

Vbbr-Info – Halbseitige Sperrung der Sophienstraße (BRB)

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir übermitteln Ihnen die nachfolgende VBBr-Fahrgastinformation und wären Ihnen verbunden, wenn Sie diese in Ihre Informationen für Ihre Leser aufnehmen würden.

VBBr-Fahrgastinformation

Halbseitige Sperrung der Sophienstraße in Höhe Bahnübergang ab Montag, den 24.10.2011

Ab Montag, den 24.10.2011 07:05 Uhr für voraussichtlich 14 Tage wird die Sophienstraße wegen Straßenbauarbeiten in Höhe Bahnübergang für ca. 14 Tage halbseitig gesperrt.

Da die Radien der Einmündungen Tschirchdamm/Sophienstraße und Henriettenstraße/Sophienstraße ein abbiegen mit Omnibussen nicht mehr zulassen, beginnen und enden alle Fahrten der Linien C, E, N1 und N2 an der Haltestelle „Helios-Klinik Hohenstücken“.

Die Wendestelle Hohenstücken Nord wird mit Omnibussen nicht bedient. Ersatzhaltestellen sind in der Sophienstraße in der Nähe der Einmündung Tschirchdamm eingerichtet.

Wir bitten um Beachtung.

Ihre

Verkehrsbetriebe

Brandenburg an der Havel GmbH

Umbau Tram Haltestelle in Brandenburg Hauptbahnhof

Die Haltestelle am Hauptbahnhof ist derzeit ein großer Bauplatz. Herausgerissenen Schienen und Schwellen sind zu sehen, ein Teil der Anlagen zurückgebaut, provisorische Weichen wurden eingebaut und selbst die Haltestellen sind nicht mehr da, wo sie sein sollten.

Der Umbau dieser wichtigen Station läuft auf vollen Touren. Derzeit sind nur zwei Gleise nutzbar, aber der Fahrplan läuft dennoch Stabil. Möglich wurde das auch durch mobile Kletterweichen, die die weitere Nutzung von mehreren Gleisen ermöglichen.

Der Bereich der alten Gleisanlagen wurde großzügig ausgebaggert. Hier werden vor dem Einbau von Oberbau und Gleisen noch Schwingungsdämpfer eingebaut. Diese sind notwendig, damit Erschütterungen im Gesundheitszentrum nicht zu spühren sind, vor allem im OP Bereich.

Doch gerade dieser hohe Kostenaufwand lässt wieder einmal daran zweifeln, ob die Haltestelle nicht doch vor dem Bahnhofsgebäude gehört hätte.

Aber auch die neuerliche Ampelschaltung sorgt für Frust. Denn kommt man mit dem verspäteten RE in Brandenburg an, hat man eine lange Rotphase (Aussage der Stadt – wegen der grünen Welle). Da nun zudem die Abfahrtszeiten der Tram um einige Minuten vorverlegt wurden, sinken damit die Chancen, überhaupt die nächste Tram zu erreichen. (Beispiel RE an 16:57 wenn er mal pünktlich wäre – Tram ab 17:02… – die nächste Tram fährt 17:22) Wer soll bei mießen Winterwetter ca. 20 Minuten warten? Die sich das Ausdenken fahren gar keine Tram oder sonstigen ÖPNV!

Hat die Ampel zudem das grün erreicht, dann müssen sie sich beeilen, denn schwupp ist wieder rot angesagt – Rentner und Schwerbehinderte Menschen gehören wohl damit zum Hinderniss der „Grünen Welle“. gegenwärtig muss man zudem einige Meter weiter in Richtung Osten laufen, um dann die Tram noch zu erreichen. Es gibt Fahrer,. welche aber wirklich warten und denen gebührt der Dank. Doch nicht selten hat man als Pendler das „Glück“, dass man die Tram eben verpasst hat und nun an der Baustelle warten muss.

Aber das bauen ist ja das kleinere Übel, denn irgendwann ist es eine schöne, moderne und barrierefreie Haltestelle. Nur Probleme wie die neuen Abfahrtszeiten der Tram vom Hauptbahnhof bleiben inakzeptabel und damit geht dem VBBr weiteres Fahrgastpotential verloren. Auch die Ampelschaltung kann so nicht akzeptiert werden. Wenn die Verwaltung nun einmal sich für die Tramhaltestelle jenseits der Umgehungsstraße entschieden hat, dann muss man aber alle Möglichkeiten ausschöpfen eine Verbindung zwischen den Umsteigepunkten herzustellen. Hier gehört die „Grüne Welle“ den Pendlern.

Wenn Sie als Pendler öfter die Tram verpassen, bitte nutzen Sie die Möglichkeit, sich beim VBBr darüber zu beschweren, nur so erhalten wir wieder einen Fahrplan, der Pendlergerecht wird.

Anschlussprobleme von Bahn zum ÖPNV am Hauptbahnhof BRB

Seit dem 05.09. gibt es in Brandenburg an der Havel einen neuen Fahrplan der Verkehrsbetriebe Brandenburg. Leider wurden die Abfahrtszeiten der Straßenbahn am Hauptbahnhof um wenige Minuten gekürzt und somit verkürzen sich auch die Überganszeiten vom RE 1 zur Tram. Das hat leider zur Folge, dass nun noch öfter die Anschlüsse zwischen Deutscher Bahn und den Verkehrsbetrieben nicht gewährleistet werden können und in manchen Fällen bis zu 30 Minuten Wartezeit nötig sein wird. Da die Wintermonate erst kommen, ist das eine Situation, welche nicht befriedigend ist und nachhaltig auch dem ÖPNV in der Stadt Brandenburg einen Dämpfer versetzen wird.

Man hätte die Anfahrtszeiten so belassen sollen, diese hatten ein wenig Puffer zu den unregelmäßigen Bahnanschlüssen. Nun fehlen zwar einige wenige Minuten, da die Tram etwas eher abfährt – aber verspätete RegionalExpresszüge und das Dauerproblem, die Trennung vom Hauptbahnhof zur zentralen Tramhaltestelle durch eine Ampel über die vierspurige Umgehungsstraße – sorgen für weitere Probleme.

Dabei wäre es doch wichtig, wie man im Nullknoten BRB Hbf. zum Beispiel ÖPNV und SPNV Angebote besser verknüpfen kann. Leider ist es schon jetzt so, dass Fahrgäste mehrere Male in der Woche die Anschlüsse zu Bus und Tram verpassen, dabei könnten doch die Zugbegleiter Verspätungen an die VBBr Leitzentrale durch melden. Ein System wurde hier eingerichtet, ging aber nie so richtig in Betrieb. Die VBBr argumentiert, dass die Kommunikation mit der DB sehr schlecht sei. Gibt es Fahrplanänderungen, wandert ein Blatt Papier zu den Verkehrsbetrieben. Abstimmung bei neuen Fahrplänen oder zu Baustellenfahrplänen seien mangelhaft.

Insgesamt ist es aber dem ÖPNV Kunden egal, wer Schuld hat oder wer hier die Verantwortung trägt. man möchte bei der Ankunft in Brandneburg Hauptbahnhof auch in die Stadtteile kommen. Die vollen Parkplätze am Hauptbahnhof zeigen aber auch, wieviele aus dem Stadtgebiet mit dem eigenen Auto zum Bahnhof fahren. Hier hat der kommunale ÖPNV sehr viel Potential verloren. Und das Beispiel oben zeigt, sind die Wartezeiten zu lang, dann wandern noch weitere Kunden ab.

Letztlich sollte hier der VBB als Verbundkommunikator fungieren und eine Gesprächsbasis zwischen den Verkehrsunternehmen  entwickeln.

 

Brandenburg an der Havel – am 18. Juli beginnt die Neugestaltung der Zentralhaltestelle am Hbf

Lange hat es gedauert, aber nun soll ein weiterer Baustein bei der Bahnhofsumgestaltung in Brandenburg umgesetzt werden. Die Zentralhaltestelle der straßenbahn wird ab 18. Juli komplett neu gestaltet und dabei auch etwas in Richtung Norden versetzt.

Ursprünglicher Wunsch vieler Brandenburger war die Verlagerung der Tramhaltestelle direkt auf den Bahnhofsvorplatz. Verschiedene Gründe wurden jedoch seitens der Stadt und den Verkehrsbetrieben benannt, weswegen die eigentlich einzig sinnvolle Maßnahme nicht realisiert werden kann. Wer ewig an der Ampel gestanden hat oder versucht hat bei verspäteter Ankunft mit dem RegionalExpress die Tram noch zu erreichen, kann verstehen was ich meine.

Nun wird hinter der Bundestraße gebaut. Begonnen wird am Bogen von der großen Gartenstraße.  Die Straßenbahngleise müssen einige Meter nach Norden näher an die Gebäude Gesundheitszentrum und Generationenhaus verlegt werden. In der Planung der beiden Neubauten wurden schlicht Fuß- und Radwege nicht beachtet. Ein Versäumnis des Baubeigeordneten, was jetzt den Umbau der Haltestelle verteuert.

Knapp 3 Mio. Euro kostet der Gleisumbau mit Neuanlage barrierefreier Bahnsteige, Bahnsteigdächer und gleichzeitigem Abriss der bisherigen Anlagen. Es werden ca. 720 m Gleis neu errichtet, sechs Weichen werden eingebaut und Fahrleitungsmasten und Fahrleitung erneuert. Leider wird künftig ein Abstellgleis für Ausfall – oder Reservefahrzeuge nicht mehr Platz finden, wie gesagt – hier wurde in der Planung geschlampert. Warum die Anlage künftig 5 statt 3 Bahnsteige haben wird, ist zwar nicht ganz logisch – aber jede Investition in das Tramnetz ist erst einmal Positiv, wie auch die Nutzung des Haltestellenbereiches für den Stadtbus.

Bis zum Frühjahr 2012 werden nur noch 2 Bahnsteige in der Bauphase zur Verfügung stehen. Mit dem nördlichen wird begonnen und schrittweise wird der neue Zuschnitt umgebaut. Die Fahrgäste sollen so wenig wie möglich davon mitbekommen bzw. Probleme im Betriebsablauf erfahren.

Völlig aus der Acht gelassen haben die Planer des Gesundheitszentrum, dass die Straßenbahn mit ihren Fahrzeugen für Erschütterungen sorgen wird. Dieser Zustand verschärft sich, da die Tram künftig noch näher am Gesundheitszentrum entlang führt. Auch hier muss sich der Baubeigeordnete gefallen lassen, dass im Vorfeld nicht sorgfältig geprüft wurde – man hatte ja eher nur Argumente gegen die Bahnhofsvorplatzversion gesammelt. Diese Erschütterungen können die Arbeiten der Ärzte bei Behandlungen und Operationen stark beeinträchtigen. Damit diese Erschütterungen abgefangen werden, muss ein  sog.Masse-Feder-System, welches unter die Gleise der enger werdenden Kurve zur Großen Gartenstraße eingebaut werden. Beginnend an der ersten Weiche wird ein Betontrog in die Erde verbaut, dieser wird mit Dämmmaterial verkleidet und in den Trog wird ein Block aus Elastomer gesetzt. Auf diesem Block werden die Gleise verlegt. Vibrationen und Erschütterungen werden absorbiert. Die damit verbundenen Mehrkosten werden bis auf 600.000 Euro geschätzt, nicht wenig bei einem 3 Mio Projekt und keine 5 Mio hätte die Verlegung vor den Bahnhof gekostet!

Vom VBBr war zu erfahren, dass diese Mehrkosten schon einkalkuliert waren, sich Presse und Politiker hierzu aber profilieren wollten.

Als Befürworte der Verlegung der Haltestelle vor dem Bahnhof, teile ich nicht ganz die Meinung der Verkehrsbetriebe. Die Probleme mit Erschütterungen hätte man mit der Verlegung nicht gehabt und man hätte eine echte Schnittstelle zu Bahn und Bus. Wer die inzwischen aktuellen kurzen Ampelphasen kennt, weiß – dass hier eine Autofreundlichere Schaltung gefunden wurde und man leider dadurch viel zu oft den Anschluss zu den Straßenbahnen verpasst. Letztlich kann man aber den Schaltrythmus wieder ändern und ich akzeptiere die Entscheidung, die Haltestelle am jetzigen Platz zu modernisieren.

T.Stranz

Verkehrsbetriebe Brandenburg an der Havel 2010 (VBBr)

Beim VBBr gibt es nicht so viel Neuigkeiten, aber dennoch ist immer Bewegung auch in Brandenburg an der Havel und so habe ich Herrn Nothnagel (Prokurist der VBBr) befragt, was sich bis 2015 entwickeln wird.

Fahrzeugbestand

Im Bus- und Trambestand gibt es in diesem Jahr keine Veränderungen (siehe Statistik)

2011 wird ein neuer Gelenkbus ausgeschrieben.

BUGA Sonderverkehr

Die Tram soll zur BUGA im Ringverkehr Hauptbahnhof- Nicolaiplatz verkehren. Im Bauamt plant man den behindertengerechten Aus- und Umbau der Haltestellen Hbf (2011), Nicolaiplatz (2012 / 2013) und Jahrtausendbrücke. Mit Gera gibt es Verhandlungen zur Anmietung eines Straßenbahnwagens. Die zusätzlichen Ringverkehre werden nur am Wochenende zum Einsatz kommen.

Historische Fahrzeuge

Der Gotha Tw 166 wird zum symbolischen Preis zurückgekauft und in unserem Depot verbleiben. Da er vor der Abstellung und dem Verkauf noch eine HU bekam, ist er in einem sehr guten Zustand.

Beim Lowa- Beiwagen gibt es noch keine Fortschritte. Die DEKRA würde die Aufarbeitung übernehmen, wartet aber auf eine Zustimmung für diese Maßnahme.

Am 16.05.2010, zum internationalen Museumstag, wird der Lindner Tw 30 im Stadtgebiet die Verbindung zwischen den einzelnen Museen übernehmen. Dabei wird der klassische Rundkurs Hauptbahnhof-Nicolaiplatz im Stundentakt bedient.

Betriebshoffest 

Zum Termin Betriebshoffest können wir aus finanziellen Gründen noch nichts sagen, da uns die Winterschäden noch sehr stark belasten. Nur alleine die Reparatur der Bahnsteigkantensteine wird uns über 60.000 € kosten! Zur Erklärung: Im gesamten VBBr Gebiet sind die Bahnsteigkanten durch den Frost stark beschädigt wurden. Vor allem die schwarzen Steine an den behindertengerecht ausgebauten Stationen zerbröseln regelrecht.

 Umbau Hauptbahnhof

In einer Super Werbung der kommunalen Wohnungsverwaltung Wobra, wird das am Hauptbahnhof entstehende Mehrgenerationenhaus mit sehr futuristisch wirkenden Bahnsteigdächern der Haltestelle Hauptbahnhof dargestellt. Meine Frage an den VBBr – wird es solche Bahnsteigdächer wirklich geben?

 …zu den Überdachungen können wir auch noch nichts sagen, da sie Bestandteil des Wettbewerbes Hauptbahnhofsvorplatz sind.

 Ich bedanke mich für die Beantwortung der Fragen bei Herrn Nothnagel.

Thomas Nitsch, IG Nahverkehr BB

Brandenburg an der Havel – Wohin rollt die Straßenbahn…?

Nach den Wahlen ist es ruhig im dieses Thema geworden.

Doch es gibt von der stadtspitze bislang nur eine Garantie bis 2017 und ein Verweis, man werde bis 2020 die Straßenbahn mit Sicherheit betreiben. Doch bis dahin schrumpft die Bevölkerungszahl in der knapp 73.000 Einwohnerstadt weiter. Und Investitionen in das Netz und in die Fahrzeuge werden behutsam angesetzt. Größere Überraschungen sind in den nächsten Jahren nicht zu erwarten.

Manchmal ist das aber auch gut. Denn heute einen Status Quo zu erhalten, dass ist schon ein Glück. Denn in Zeiten immer knapper werdender Finanzreserven, wird auch gern am ÖPNV gespart. Zumal Brandenburg an der Havel eine mächtige Schuldenlast mit sich schleppt.

Doch noch gibt es ein Ereignis, welches der Tram nur gut tun kann. Im Jahr 2015 wird in BRB u.a. die BUGA stattfinden. Hier wird auch die Straßenbahn Besucher vom Bahnhof zu den jeweiligen Referenzstandorten in der Stadt fahren. Leider spricht Herr Brandt – dem kurzerhand selbsternannten Geschäftsführer der BUGA Brandenburg und ausgestattet mit dem für Frau OB Tiemann richtigen Parteibuch – nicht über die Straßenbahn. Er hat eher sorgen, dass die Straße in Richtung Rathenwo nicht vierspurig ausgebaut werden kann (woher soll eigentlich das Potential kommen?), der Ausbau des Nicolaiplatzes zu einer modernen Straßenkreuzung ist ebenfalls für Herrn Brandt sehr wichtig (dabei sind gerade dort die Straßenbahngleise total fertig) und die Sorge um ausreichend Parkplätze und der Umbau des Hauptbahnhofes stehen im Vordergrund.

Irgendwie haben FDP und CDU die Notwendigekeit der Einbeziehung der Tram und der Bahnlinie Brandenburg-Rathenow noch nicht richtig verstanden. Denn mit BUGA Ticket oder VBB Ticket ist der Fahrpreis der Tram schon bezahlt und warum sollten Gäste der Stadt über die noch nicht gebaute und wenig schöne neue Brücke über den Stadtkanal in die City laufen?

Das man sich über die Tram keine gedanken macht, ist dennoch fatal.

Denn leider sehen KT4D und KTNF6 nicht mehr so frisch aus. man sieht den fahrzeugen das Alter an, auch wenn sich VBBr und Reinigungsunternehmen wohl Mühe geben, dass alles Tip und Top ist. Brüchige Verkleidungen, abplatzende Farben Innen und Außen hinterlassen keinen guten Eindruck. Auch die Störanfälligkeit ist gestiegen. Will man mit diesen Fahrzeugen noch weitere 10 jahre fahren? Oder gar – wenn es möglich ist, über das Jahr 2020 hinaus…? Dann haben sich Investitionen angestaut, welche kaum noch zu bewältigen sind und selbst Pro Tram strömende politische Lager stehen dann vor der schweren Entscheidung, was ist wirklich noch realisierbar.

Mit Sicherheit wäre die BUGA eine kleine Chance die Tram etwas aufzupolieren und bis dahin wird mit Sicherheit die Zentralhaltestelle am Hauptbahnhof auch fertiggestellt sein.

Hoffen wir auf bessere Zeiten.